Heftige Gefechte im Osten Libyens:*Die Truppen von Muammar al-Gaddafi haben*nach Augenzeugenberichten die Stadt Brega und ihre Ölanlagen zurückkerobert. Die Luftwaffe des Regimes bombardierte offenbar eine weitere Stadt. In Tripolis sorgt die Explosion eines Tanklasters für Panik.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...748540,00.html
Unsere Zeitungen werden nicht müde zu berichten, wie Gaddafi bereits stark zurückgedrängt ist. Dabei hat er es eigentlich sehr geschickt gemacht. Er liess die Aufständischen gewähren und wartete, bis Freund und Feind klar definiert ist. Jetzt kann er mit konzentrierten Angriffen Stadt um Stadt zurückholen. Es ist zwar nicht anzunehmen, dass er wieder alles holt, aber einige Städte sicher.
Für einen Angriff braucht man zwar mindestens die dreifache Kampfkraft als der Verteidiger. Aber schlussendlich darf man auch sagen, dass die Rebellen wohl militärisch nicht gut organisiert sind - Von irgendwelcher taktischer oder gar operationeller Planung ganz zu schweigen.
Die Opposition in Libyen bittet den Westen um militärischen Beistand. Prinzipiell ist dieser Hilfegesuch verständlich, aber rein aus militärpolitischer Sicht der "Westmächte" ein weiteres Abenteuer wie der Irak oder Afghanistan.
Wenn Gaddafi mithilfe westlicher Streitkräfte niedergerungen würde, dann mag das zwar im Sinne der Opposition sein, nicht aber im Sinne der Libyer. Denn der Westen hat einfach macht- bzw wirtschaftspolitische Interessen, in der Region Fuß zu fassen; d.h. wird in irgendeiner Form versuchen, eine westlich orientierte Regierung ins Amt zu bringen, die weniger im Interesse Libyens denn im Interesse diverser westlicher Nationen handeln soll.
Libyen muss sich selbst von Gaddafi befreien, selbst Demokratie als Staatsform anstreben, selbst freie und geheime Wahlen ausführen - nur so besteht die Chance, dass Libyen den "richtigen" Wandel vollzieht.
PS: Blauhelme dürfen gern, aber nicht die NATO.
Nun ja: Zirka 1,5 Wirtschaftsflüchtlinge halten sich zur Zeit in Libyen auf. In Italien rechnet man in den nächsten Wochen und Monaten mit zirka 200000 Flüchtlingen, die ins gelobte Europa wollen. Jede Schreckensmeldung ob der Abgang von Guttenberg oder der noch zu erwartende Flüchtlingstsunami an den Küsten Italiens bereitet mir zur Zeit eine unglaublich Genugtun. Ich freue mich.
Schon interessant, die ganze Zeit wird gerufen, der Westen solle doch bitte handeln, er kann doch nicht nur zuschauen. Jetzt plötzlich, soll der Westen nicht mehr handeln und manch einer schreibt schon wieder "innere Angelegenheiten", aha.
Die NATO sollte schleunigst, am besten mit UN-Mandat, eine Flugverbotszone einrichten und diese auch durchsetzen.
Dies umso mehr, als
a) die Regimegegner sich (soweit ersichtlich) nur einig darüber sind, dass Gaddafi weg muss. Die anschließende konstruktive Umgestaltung birgt noch viel mehr Konfliktpotential (und führt fast zwangsläufig zu einer landesweiten Abneigung gegen den im Moment ersehnten Helfer).
b) damit auch in anderen Ländern, in denen es zur Zeit brennt, Ansprüche und Begehrlichkeiten geweckt werden, die entgültig nicht mehr bedient werden können.
Könnte mal bitte irgendjemand hier die inhaltsleeren Bezeichnungen „das Volk“ - „Rebellen“ – „libysche Opposition“ - „Demonstranten“ – „Aufständische“ – „Regierungsgegner“ – „Regimegegner“ dahingehend übersetzen, daß der unbedarfte Leser hierzulande zumindest ansatzweise eine Vorstellung davon bekommt, was zur Zeit in Libyen tatsächlich abläuft?
Danke im Voraus.
da tragen die bedenkenträger schwer mit der last des humanismus. vor knapp 70 jahren selbst befreit mag man auch hier im forum ungern an die menschen und deren schicksale denken. schon in jugoslawien hat der westen zu lange gezögert, was greul auf beiden seiten seinerzeit zur folge hatte.
wenn die USA als ”führungsmacht” der freien westlichen welt hier nicht eingreift, hat sie jeden anspruch auf führung verloren. sie unterwirft sich quasi den doktrin des chinesischen terrorregimes. denn die haben weltpolitisch offenbar nicht nur aufgrund ihrer wirtschaftsmacht das sagen.
Wenn Menschenrechte derart mit Füssen getreten werden, dann gilt es da ohne zu zögern mit Waffengewalt reinzugehen, den Psychopathen samt seiner Entourage zu verhaften, irgendeinem Tribunal zuzuführen, die Demokratiebewegung zu stärken und schnleunigst wieder zu verschwinden, aber weiterhin ein wachsames Auge auf das Land und seine Entwicklung zu haben.
Alles andere ist verantwortungslos. Was bei einem Zögern passiert, haben wir in Jugoslawien gesehen, als mörderische Kriegsverbrechen vor unserer Haustüre geschahen.
Jeder dieser kleptokratischen, diktatorischen, kranken Führer muss wissen, dass es früher oder später mit ihm zu Ende gehen wird und seine Nachkommen wieder dahin zurückkehren, wo er oder seine Vorfahren herkamen.
Ich bin gegen Waffengewalt gegenüber autoritärer Regime, da offensichtlich nicht jedes Land nach westlichem Muster regierbar scheint; es sollte aber ein Minimum an Menschenrechten gewahrt werden; zumindest die körperliche Unversehrtheit der Bewohner muss universell geschützt werden.
Wegen mangelnder Pressefreiheit Kriege zu führen, wäre unverantwortlich...Bei einem Hinschlachten der Bevölkerung bleibt aber keine andere Wahl. Es kann zwischen Staaten nichts anderes gelten, als wir von uns selbst abverlangen....Zivilcourage zeigen, Menschen, denen öffentlich körperliche Gewalt angetan wird, zu helfen.
Es gibt keine Ausreden.....Eine mächtige Streitmacht muss sofort für Ordnung und den Schutz der Bevölkerung sorgen.