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Aufnahmetest fürs Medizinstudium: Wiener Universität bevorzugt Frauen

DPADa wird mit zweierlei Maß gemessen: Weil beim Aufnahmetest für angehende Ärzte nicht genügend Frauen durchkamen, änderte die Universität Wien das Verfahren - Bewerberinnen brauchen künftig weniger Punkte. Viele Studenten, auch weibliche, wehren sich gegen die "Quotenfrauen"-Regel.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...848316,00.html
  1. #30

    Benachteiligung von Jungen schon in der Schule.

    Aus anderen Zeitungen habe ich erfahren, dass das Verfahren eingeführt wurde weil sich früher immer mehr Frauen als Männer beworben hatten.
    Nach dem Test war das Geschlechterverhältnis dann meistens ungefähr ausgeglichen. Diese "Ungerechtigkeit" wollte man mit dem Verfahren beseitigen.

    Tatsächlich ist es doch so, dass sich mehr Frauen bewerben konnten weil Frauen heutzutage die Mehrheit bei den Abiturienten stellen (ca 58%) und meist bessere Noten haben. Diese Ungleichheit interessiert aber irgendwie niemand.

    D.h. letzlich wird hier nur versucht, die bestehende Benachteiligung von Männern in der Schule auch im Studium weiterzuführen.
  2. #31

    Es ist hierzulande nicht viel besser...

    Bevor sich hier alle - zu Recht - über die Uni Wien aufregen: Schlagen Sie doch einfach mal "DIE ZEIT" auf, Stellenanzeigen.
    Nahezu jede deutsche Hochschule die Stellen zu besetzen hat macht klar, dass auch hier mit zweierlei Maß gemessen wird bzw. Männer sich das Porto sparen können:

    - bei gleicher Eignung werden Frauen bevorzugt eingestellt
    - Bewerbungen von Frauen sind "besonders erwünscht"
    - Hinweise auf interne div. Frauenförderprogramme
    - Hinweis, dass Fördergelder/Suventionen nur fließen, wenn die Stelle von einer Frau besetzt wird etc. etc.

    Das ist nichts anderes als, Woche für Woche, schwarz auf weiss abgedruckte offenen Geschlechterdiskriminierung zu Lasten von Männern - von deutschen Hochschulen. Teilweise durch entsprechende Landesgesetze, idR von rot/grünen Regierungen erlassen, bedingt.

    @alex_st: Sie haben völlig Recht, dass Gleichberechtigung, Gleichstellung, Ergebnisgleichheit - ich denke bewusst - von interessierten Kreisen vermengt werden. Das wirklich traurige ist aber, dass es die Medien nicht mal hinbekommen auf diese wichtigen Unterschiede hinzuweisen, denn sie sind ganz entscheidend für die Diskussion.

    Witzig auch die Aussage, dass "Frauenförderung wichtig sei...sie dürfe aber keine Diskriminierung von Männern darstellen". Fr. Ludwig, grds. ja richtig, dass sie diese Haltung einnehmen, nur: jede Förderung von Frauen führt spiegelbildlich zur Diskriminierung von Männern, das haben sogenannte "Positivdiskriminierungen" (toller Begriff (-:) nun mal in sich.

    Also halten wir fest: Es ist auch hierzulande völlig opportun Stellenanzeigen wie oben angeführt zu schalten, Zielvereinbarungen abzuschließen, die nur erfüllt werden, wenn Frauen befördert werden, (faktische) Quoten in der Wirtschaft einzuführen, weil dieser ansonsten dank UvdLeyen und EU/Fr. Reding eine gesetzl. Quote droht...

    Das hat mit Gleichberechtigung nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun. Würde das umgekehrt laufen (Quoten in Bereichen in denen Frauen überrepräsentiert sind) wären Berufsempörte wie Fr. Roth, Fr. v.dLeyen & Co. ganz vorne und würden "Diskriminierung!!!" schreien, so aber wird dieser gesellschaftspolitsche Skandal von Politik (und fast allen Medien) einfach hingenommen.
    Aber was will man von einer Politik bzw. Parteien (Ausnahme Piraten und FDP) erwarten, die sich selbst bei einem Frauenanteil von ca. 20% eine 40%-Frauenquote geben (so CSU) und nicht kapieren, dass das nichts anderes als Diskriminierung in Reinkulutur ist.

    Verbleibt nur die Hoffnung dass kluge Richter und Richterinnen mit intaktem Gerechtigkeitssinn, notfalls der EuGH, das Vorgehen der Uni Wien für rechtswidrig erklären.
  3. #32

    Zitat von lövgren Beitrag anzeigen
    Einen Esm Wein Wien, bei dem auch geeignete Kandidaten mit nicht 1,0 Abi eine Chance bekommen, Medizin zu studieren, sucht man in D vergeblich. Am Ende des Studiums wundert man sich bei uns dann, dass keine Ärzte übrigbleiben, weil 60% der Absolventen in die Wirtschaft, in die Pharmaindustrie oder ins Ausland gehen. Dämlich ist in dem Fall nur die deutsche Bildung, nicht das österreichische System, dass Frauen eine bessere Chance bietet.
    1. Der NC liegt zwar bei 1,0 -1,2.
    Es werden aber nur 1/5 der Studienplätze ausschließlich über die Abiturnote vergeben.

    2. Es werden 60% der Studienplätze von den Unis selber vergeben,
    Deren Notengrenzen um in die Vorauswahl zu kommen, wo noch andere Qualifikationen als die blanke Abiturnote bewertet werden, liegen tw. bei Werten um 1,7 teilweise aber auch bei 2,7, je nach Studienort.

    Die Kriterien und die Auswahlgrenzen sind offen einsehbar, was ich empfehlen kann, wenn man sich dazu qualifiziert äußern möchte.

    3. Gab es Mitte der 80er bis 90er deutschlandweit einen Mediziner-Test, und einige Unis haben ihn wieder eingeführt.
    Unbenommen bleibt die Frage wie sinnvoll er im Ergebnis ist, besonders wenn er das einzige oder ein schwergewichtiges Kriterium sein soll.
    Die meisten Unis halten andere Möglichkeiten Bewerber einzuschätzen und auszuwählen für geeigneter.

    4. Erkennen einige Unis eine relevante Ausbildung als konkrete Aufwertung der Bewerbung an, was bspw. im AdH wieder eine Rolle spielt.

    Die Summe dieser Fakten zeigt, es ist ein gern erzähltes Märchen, dass in Deutschland nur noch mit 1,0 Abi Medizin studiert werden kann.

    Es gibt viele verschiedene Ebenen der Auswahl.
    Am Schluss kann sogar jeder Medizin studieren, der irgendwie das Abitur schafft.
    Das wissen leider nur wenige zu schätzen, wie es angemessen wäre.

    Die Behauptung, dass mehr als die Hälfte aller Mediziner abwandern in Ausland oder Wirtschaft dürfen Sie gerne belegen.
    Ich halte sie selbst ohne google dafür zu bemühen für sehr unglaubwürdig.

    Gehen Sie mal an eine deutsche Uni und schauen Sie sich mal im Vorlesungssal einer medizinschen Fakultät um.
    70% Frauenanteil aufwärts, schon seit mehreren Jahren, eine Änderung nicht absehbar.
    Die Zahlen sind eindeutig.
    Deutschlandweit beginnen jedes Jahr mehr Frauen das Medizinstudium als Männer, und mehr Frauen als Männer absolvieren es.
    Man kann also nicht davon sprechen, dass Österreich mit einer Quote den Frauen bessere Chancen bietet als Deutschland ohne.
  4. #33

    Der eine Unterschied wird gefördert, der andere bekämpft..

    Zitat von moass Beitrag anzeigen
    Tatsächlich ist es doch so, dass sich mehr Frauen bewerben konnten weil Frauen heutzutage die Mehrheit bei den Abiturienten stellen (ca 58%) und meist bessere Noten haben. Diese Ungleichheit interessiert aber irgendwie niemand.

    D.h. letzlich wird hier nur versucht, die bestehende Benachteiligung von Männern in der Schule auch im Studium weiterzuführen.
    Ja, schon putzig: Zu Beginn der "Geschlechterfrage" steht doch das seit Jahren immer größere Ungleichverhältnis der Hochschulreife. Das heißt durch die Feminisierung der Schulen schneiden Jungen immer schlechter ab, und zwar weit unter ihren Fähigkeiten, was schon die Studie des Bildungsministeriums "Bildungsmißerfolge von Jungen" in D nachgewiesen hat. In Österreich sind die Dinge ähnlich.

    Tatsächlich stellen Jungen 51,5% und Mädchen 48,5% des jeweiligen Jahrgangs. Somit müßten "gendergrerecht" also auch 51,5% der Hochschulreifen an Jungen gehen, denn die Ergebnisse sind direkte Folge der staatlichen Schulbildung.

    Wenn dann die Erwachsenen nach der Schule ihre freie Studienwahl treffen, sind sie für die Bewältigung ihrer Eignungstests aber selbst verantwortlich. Insofern dürfte dort nur die tatsächliche Eignung für den Studiengang, nicht aber irgendein "Geschlecht" eine Rolle bei der Benotung spielen.

    Die Feministinnen haben es aber geschafft, einerseits das bessere Abschneiden von Mädchen nach über einem Jahrzehnt staatlich gesteuerter Schulbildung als "persönlichen Erfolg", aber dann das Abschneiden von Eignungstests der Erwachsenen als "Mädchenbenachteiligung" darzustellen, und Universoiitäten wie Politik machen diesen absurden Zirkus mit.

    Falls sie mal eine Notoperation brauchen - was ich ihnen nicht wünsche - würde ich aber doch hoffen, die betreffenden Feministinnen in Österreich, die dem Land das eingebrockt haben, gerieten an eine Quotenärztin.
  5. #34

    Fakten statt Ideologie

    Österreichisches Bundes-Verfassungsgesetz, Artikel 7. (1) „Alle Staatsbürger sind vor dem Gesetz gleich. Vorrechte der Geburt, des Geschlechtes, des Standes, der Klasse und des Bekenntnisses sind ausgeschlossen.“ ___
    Offizielle Statistik (http://www.statistik.at) der Studierenden an österreichischen Universitäten im WS 2010/11 (die neuesten verfügbaren Zahlen):
    Medizin: 6.574 Männer, 6.601 Frauen. Geisteswissenschaften: 27.825 Männer, 67.751 Frauen. Naturwissenschaften: 19.640 Männer 29.266 Frauen. Jura: 18.754 Männer, 21.359 Frauen. Medizin: 6.574 Männer, 6.601 Frauen.
    Demnach beträgt der Frauenanteil de facto 50,1% in der Medizin, 53,2% im Jura, 59,8% in den Naturwissenschaften und 70,9% in den Geisteswissenschaften. ___
    Nichtsdestotrotz soll der Frauenanteil in der Medizin durch Dikriminierung erhöht werden. Es handelt sich weder um Gleichberechtigung noch um Gleichstellung, sondern schlicht und einfach um Geschlechtslobbyismus.
  6. #35

    Darum gehts...

    Zitat von gerdMx Beitrag anzeigen
    Danke, dass wenigstens einer konkrete Zahlen lesen/schreiben kann.

    Ich verstehe die Diskussion um geschlechterspezifisches Auswerten nicht; das Problem liegt doch ganz woanders. Es sind 83% der männlichen Kandidaten und 83,1 % der weiblichen Kandidaten durchgefallen; fast alle durchgefallenen Männer sind nicht an der Frauenquote gescheitert sondern an der geringen Anzahl der Studienplätze
    Das Zauberwort in Ihrem Beitrag ist das "fast". Um diejenigen gehts aber, d.h. die Männer, die trotz objektiv besserem Testergebnis dank "Quote" durchgefallen sind. Die sollten klagen, die wurden nämlich diskriminiert. Ist doch nicht sooo schwer......

    Dass nach Ihrer Berechnung jew. ca. 83% durchgefallen sind, ist doch irrelevant. Wären die Männern weitaus besser im Test gewesen sollen sie von mir aus zu 80 oder mehr Prozent die Plätze bekommen - und selbstverständlich auch umgekehrt. Streng nach Leistung und Testergebnis - und nicht nach Geschlecht.

    Aber vielleicht führen wir ja alsbald solche Quotensysteme auch in Schulen ein: sind dann 10% der Mädchen durchgefallen dann müssen auch 10% der Jungs durchfallen. Willkommen in der schönen neuen Genderwelt....das nimmt zum Teil kafkaeske Züge an, oder?
  7. #36

    Zitat von gerdMx Beitrag anzeigen
    Danke, dass wenigstens einer konkrete Zahlen lesen/schreiben kann.

    Ich verstehe die Diskussion um geschlechterspezifisches Auswerten nicht; das Problem liegt doch ganz woanders. Es sind 83% der männlichen Kandidaten und 83,1 % der weiblichen Kandidaten durchgefallen; fast alle durchgefallenen Männer sind nicht an der Frauenquote gescheitert sondern an der geringen Anzahl der Studienplätze
    Das sagen Sie mal den wenigen männlichen Studenten, die trotz eines besseren Ergebnisses als ihre weiblichen Mitbewerberinnen diesen den Vortritt lassen mussten. Diskriminierung findet auch dann statt, wenn nur wenige davon geschädigt werden.
  8. #37

    Eigentlich muss man das gar nicht mehr

    Zitat von Munku Beitrag anzeigen
    Die männlichen Bewerber haben im Mittel 115,8 /- 26,7 Punkte erlangt, die weiblichen Bewerber im Mittel 108,7 /- 25,6 Punkte.

    Bestehensgrenze für die Männer: 139 Punkte - für die Frauen 131 Punkte.
    kommentieren ...vergleichbar wäre das in etwa mit : junge Männer brauchen zum Bestehen des Abiturs eine bessere Durchschnittsnote als junge Frauen. Beim Sport kennt man das ja und da kann man noch argumentieren, aber hier ?

    Es fehlen einem wirklich die Worte ...

    Denkbar dass sogar der EUGH sowas absegnet. Meine Welt ist das nicht mehr, da hilft nur noch jede Art von offenem Widerstand.
  9. #38

    optional

    In der deutschen Schullandschaft werden Jungen schon lange diskriminiert. Schlechtere Noten für gleiche Leistung, einsteitige Umgestaltung der Lehrpläne nach weiblichen Bedürfnissen, Girls-Day bei den Mädchen in High-Tec-Berufe reinschnuppern, während beim Boys-Day Jungs bügeln und putzen lernen, etc. pp. Die Gender-Fraktion hat die Bildungspolitik fest im Griff. Gottseidank habe ich eine Tochter
  10. #39

    In Österreich wird Männerdiskriminierung

    Zitat von observerd Beitrag anzeigen
    kommentieren ...vergleichbar wäre das in etwa mit : junge Männer brauchen zum Bestehen des Abiturs eine bessere Durchschnittsnote als junge Frauen. Beim Sport kennt man das ja und da kann man noch argumentieren, aber hier ?

    Es fehlen einem wirklich die Worte ...

    Denkbar dass sogar der EUGH sowas absegnet. Meine Welt ist das nicht mehr, da hilft nur noch jede Art von offenem Widerstand.
    auch in anderen Bereichen noch gepflegt : hier gibt es immer noch den Zwangs-Wehrdienst für Männer (ist in Deutschland seit gut einem Jahr auch nur ausgesetzt) und das gesetzliche Renteneintrittsalter für Männer ist 65, für Frauen 60 Jahre (war in Deutschland bis in die 90er Jahre genauso geregelt).

    Es wäre ausserordentlich wichtig dass der EUGH zu diesen geschlechtsspezifischen Regelungen für Aufnahmetests Stellung bezieht.


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