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Auffällige Jugendliche: Wohin mit wilden Schülern?

Nina BraunMichael, 12, gilt als auffällig. Er prügelt sich oft, hat eine lange Reise durch den Jugendhilfe-Dschungel hinter sich. Als er seinen Lehrern zu anstrengend wird, schließen sie ihn vom Unterricht aus. Dabei müssen in Deutschland alle Kinder gemeinsam lernen - doch viele Schulen sind überfordert.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...814149,00.html
  1. #50

    wundert´s einen?

    Zitat von Jabba56 Beitrag anzeigen
    Heißt das nicht Gynäkologe? :-)


    Moppen klingt irgendwie lustig! Erinnert mich an 'abfeudeln'. :-)

    Aber back to topic.

    Bei heutigen Klassenstärken und Lehrermangel und Lehrerausfallzeiten, wie soll da eine kontinuierliche begleitete Integration funktionieren? Konzentriert sich der Lehrer auf den einen 'Zappelphilipp', flippen die andern 29 aus, konzentriert er sich auf die 29, fühlt der ADHSser sich 'gemoppt' (sorry, mußte jetzt sein! :-) ). Das funktioniert doch in unserer auf Effektivität, Kostenüberwachung und Leistung fixierten Gesellschaft alles nicht.
    Das sie das nicht verstanden haben war ja nach dem ersten Wort von ihnen klar.
    Aber sei´s drum ich gönn ihnen den Spaß.
    Der Lehrer soll sich beileibe nicht nur um den Zappelphillip kümmern oder auch nur um die anderen in der Klasse.
    Mir ging es darum das jeder lernt andere so zu respektieren wie er ist.
    Zitat von SPON
    Wenn sich vor Michael* Hindernisse aufbauen, schlägt er um sich. Seine Mitschüler hatten das schnell raus. Sie nannten ihn "Dumpfbacke", hänselten ihn, provozierten und verfolgten ihn nach der Schule. Michael prügelte sich häufig.
    Aber das ist für sie ja normal das sie vor allem in der Masse feige auf Einzelne hacken um das eigene verkümmerte Ego mal wieder etwas nach oben zu bringen. Würden sie dem Jungen einzen gegenüber stehen wäre ihre Unterhose wahrscheinlich nur noch zum waschen geeignet.
  2. #51

    Na ja...

    Zitat von fördeanwohner Beitrag anzeigen
    Der Junge hat nicht die Probleme, weil seine Mitschüler ihn provozieren, er hatte sie bereits vorher.
    Eben deshalb ist es sinnvoll, den Mitschülern "zu stecken", dass sie sich etwas rücksichtsvoller benehmen sollten. "Und bitte, Fritz ist blind, stellt ihm bitte nicht immer Stühle vor die Füße, sonst stolpert er darüber" leuchtet doch auch jedem ein, oder?
  3. #52

    Naja, wieder einmal ein Artikel, der aus erheblicher Distanz zum Schulalltag eine einfache Lösung anbietet und auch schon die Schuldigen für das bisherige Versagen ausmacht: Die vermeintlich überanstrengten Lehrer. Dass man sich aber mit Klassen von bis zu 30 Schülern einfach nicht jederzeit und an jedem Ort um die Bedürfnisse jedes Einzelnen kümmern kann, ist vielmehr ein politisches Problem und hat überhaupt garnichts mit der "Anstrengung" der Lehrkräfte zu tun. Auch die sogenannten ADHS-Diagnosen sollten meines Erachtens nur mit Vorsicht genossen werden. Oftmals werden Schüler einfach durch einen komplett fehlgeleiteten Ehrgeiz der Eltern auf einer falschen Schulart geparkt, was dann schon allein durch die Überforderung zu Verhaltensauffälligkeiten führt. Und der Jugendliche selbst, seine Mitschüler und letztlich auch wir Lehrkräfte haben das dann auszubaden. Neulich wurde ich von einem Vater (Schlägertyp) in Anwesenheit seines Sohnes derart beschimpft, dass ich das Gespräch abbrechen musste. Zudem nahm der Vater das vertrauliche Gespräch mit seinem Handy auf und drohte, mich "fertigzumachen"... Und der Sohn soll nun tatsächlich von mir in deutscher Literatur und Geschichte unterrichtet werden? Eigentlich klar, dass das nichts mehr wird, wenn der Vater dem Lehrer in dieser Art und Weise die Autorität zu entziehen versucht...
  4. #53

    Was ist noch machbar, und was kaum noch?

    Zitat von Jabba56 Beitrag anzeigen
    Bei heutigen Klassenstärken und Lehrermangel und Lehrerausfallzeiten, wie soll da eine kontinuierliche begleitete Integration funktionieren? Konzentriert sich der Lehrer auf den einen 'Zappelphilipp', flippen die andern 29 aus, konzentriert er sich auf die 29, fühlt der ADHSser sich 'gemoppt' (sorry, mußte jetzt sein! :-) ). Das funktioniert doch in unserer auf Effektivität, Kostenüberwachung und Leistung fixierten Gesellschaft alles nicht.
    Ich denke, das ist noch machbar. Zumindest gibt es sehr wohl Lehrer, die so etwas trotzdem in den Griff kriegen. Hilfreich dabei sind z.B persönliche Ausstrahlung, hoher Unterhaltungswert, oder große Herzlichkeit. Und ganz gewiefte schaffen es sogar, für das ADHS Kind Sinn zu schaffen, indem sie einfach nur gut zu dem Kind sind. Und "Sinn" ist - zumindest was die Nachhaltigkeit anbelangt - ein besserer Stimulanz als Ritalin. D.h. dann funktioniert das Kind weitestgehends. Und abgesehen davon - was sollen dann die Lehrer sagen, die nicht etwa nur ein solches Kind, sondern die halbe Klasse solcher Kinder haben?

    Die wirklichen Zwickmühlen liegen eigentlich wo anders, z.B. im Gerechtigkeitsempfinden. (typisch ADHS: in Angelegenheiten, in denen man selbst nicht involviert ist, extrem ausgeprägt; in Sachen, die einen selbst angehen, extrem überempfindlich, wenn nicht gar egozentrisch bishin zu narzistischem Verfolgungswahn.) Und bei Schulangelegenheiten mischen ja nicht nur der Lehrer und die Kinder mit, sondern auch noch deren Eltern (von denen dann wahrscheinlich ja auch mindestens einer ADHS hat) sowie die Schulleitung.

    Da kann es leider schnell zu dem Paradox kommen, dass man für sich selbst eine teilweise Sonderbehandlung (die in der Tat auch nötig ist) einfordert, von denselben aber jede Sonderbehandlung anderer Kinder als grobe Ungerechtigkeit empfunden wird, die dann auch lauthals (notfalls sogar mit Androhung von Anwälten) angeprangert wird.

    Auch die unterschiedliche Zeitwahrnehmung bei ADHS führt leicht zu Paradoxien, die kaum auflösbar sind. Ein nicht schulisches Beispiel: Als meine Kinder klein waren - und ich noch nichts von ADHS wußte - behaupteten beide, altersmäßig 4 Jahre auseinander, stets mit voller Imbrunst "Du spielt immer nur mit meinem Bruder, aber nie mit mir." Also Trick, Taktik? Sie waren doch sonst nicht dumm, im Gegenteil. Ich stellte schließlich Stoppuhren auf - das betrachteten sie aber als Beleidigung, eine Anzweiflung ihrer Authentizität.

    Erst das spätere Wissen um ADHS löste das Rätsel auf einfach Art auf. Für Menschen mit ADHS vergehen interessante Minuten wie im Flug, während uninterressante Momente, insbesondere Warten müssen, siich wie Ewigkeiten anfühlt. Wenn ich also z.B. mit jedem jeweils eine Stunde am Abend gespielt hatte, hatten beide jeweils das ehrliche subjektive Gefühl, dass sie stundenlang auf mich warten mußten, damit ich dann wenige Minuten mit ihnen spielte.

    Diese Reihe könnte man fortsetzen.
  5. #54

    Mag sein....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Michael, 12, gilt als auffällig. Er prügelt sich oft, hat eine lange Reise durch den Jugendhilfe-Dschungel hinter sich. Als er seinen Lehrern zu anstrengend wird, schließen sie ihn vom Unterricht aus. Dabei müssen in Deutschland alle Kinder gemeinsam lernen - doch viele Schulen sind überfordert.

    Auffällige Jugendliche: Wohin mit wilden Schülern? - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    ....das ADS nichts mit den Versagen der Eltern zu tun hat. Aber es geht auffallend oft mit dem Versagen der Eltern einher. In der LE meiner Frau ist auch so ein entzückendes Früchtchen. unzählige Gewaltanzeigen, tägliche Gewaltexesse ,bleibende Narben (auch seelische) bei anderen Schülern/Schülerinnen. Meine Frau muss sich von einer 6 Jährigen! anhören "Du dumme Kuh hast mir gar nichts zu sagen!" Dann stürmt das verblödete, beratungsresistente Muttertier den Unterricht und beschimpft meine Frau mit (na raten Sie mal) "du blöde Kuh, hast meiner Tochter nichts zu sagen". Toll! Kurze Zeit später streiten sich vor versammelter LE Mutter und Tochter auf das schlimmste, jetzt kommen die richtigen Ausdrücke zwischen den beiden ins Spiel. Wem und wessen Kindern wollen Sie so etwas jeden Tag zumuten? Was denken sich solche Richter, die so einen Blödsinn anordnen? Sollen die doch mal einen Tag mit solchen lieben Kindern von fürsorglichen Eltern Unterricht machen! Haben die anderen 27 Kinder keine Rechte auf eine gute Schulbildung und höflichen korrekten Umgang? Letztendlich auch die Frage als Ehemann einer Lehrerin mit zwei eigenen Kindern, haben wir nicht auch ein Recht auf einen entspannten Feierabend? Zig Sitzungen und Elterngespräche inklusive einer genervten Frau und Mutter. Sie können mir gerne die Namen dieser selbstgefälligen Typen bei Gericht und der EU zu -kommen lassen, ich gehe denen dann auch nach Feierabend auf den Keks, bis das Burnoutsyndrom kommt. Falls immer noch Zweifel bestehen sollten, ja ,ich bin für Sonderschulen mit einer hohen Mauer drum herum!
  6. #55

    Ich vermute einen Zusammenhang ...

    Zitat von b.neuholz Beitrag anzeigen
    Ich denke schon das ADHS etwas mit dem Elternhaus zu tun hat!
    Erziehung beginnt ja nicht in der Schule, sondern schon im Kleinkindalter. Wenn es Eltern gibt die Ihre Säuglinge den ganzen Tag vor die Glotze setzten, egal was grade läuft, brauch ich mich nicht zu wundern wenn die kinder ausflippen sobald die Glotze aus ist...
    mit mangelnder körperlicher Betätigung.

    Kinder brauchen sowohl geistigen Input wie auch körperliche Anstrengung um ausgeglichen zu sein. Ganz zu schweigen von Regeln, Disziplin (d.h. auch geregelten Tagesablauf und feste Essenszeiten) und der nötigen Aufmerksamkeit durch Eltern und Erziehungsberechtigten.
  7. #56

    Toll das es sowas gibt!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Michael, 12, gilt als auffällig. Er prügelt sich oft, hat eine lange Reise durch den Jugendhilfe-Dschungel hinter sich. Als er seinen Lehrern zu anstrengend wird, schließen sie ihn vom Unterricht aus. Dabei müssen in Deutschland alle Kinder gemeinsam lernen - doch viele Schulen sind überfordert.
    Auffällige Jugendliche: Wohin mit wilden Schülern? - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    Wenn es früher schon so etwas gegeben hätte, wäre ich bestimmt besser gefördert worden! Und nicht ausgegrenzt, wie bei mir oft geschehen. Die Eltern hilflos, die Psychologen unfähig und was dabei herauskam war etwas, was keiner eigentlich wollte. Abschiebung in eine heilpädagogische Einrichtung für 2 Jahre. "Hochintelligent aber stinkend faul". Das zur Ausbildung einer Intelligenz auch eine besondere Lehrtätigkeit zugehört hat keiner bedacht. So bekamen meine Eltern suggeriert mir würde alles nur so zufliegen. Pustekuchen. Das gab natürlich Reibereien. Und ich war sprichwörtlich der Dumme.
  8. #57

    Leistung - Mitschülermobbing > Schweiz

    Zitat von Diskutierender Beitrag anzeigen

    Mir ging es als damaligem Klassenbesten ähnlich, und heute bin ich froh, dass ich es trotzdem bis zum Doktortitel geschafft habe, heute nicht mehr in Deutschland lebe und als Ingenieur in der Schweiz gut verdiene, aber dem Deutschen Sozialstaat nicht einen Cent an Steuern überlasse, um gescheiterte Mobbing-Täter durchzufüttern (selbst die Mehrwertsteuer bei Einkäufen in Deutschland lasse ich mir an der Grenze erstatten).
    Ich kann Sie gut verstehen und möchte nicht wissen, wie viele gut ausgebildete Ausländer nicht kommen, weil sie nicht einsehen, warum sie den deutschen Sozialstaat finanzieren sollen. Aber Ihre Mutter wird nun mir (kinderlos) gegenüber bei der Rente bevorteilt, bloß weil sie Sie geboren hat, einen Menschen, der hier Ausbildung gekostet hat und nichts zurückzahlt. Können Sie auch gut verstehen, dass ich die Rentengesetzgebung falsch finde, die Ihre Mutter nun bevorteilt, wenn sie, was ich für sie und Sie hoffe, noch lebt? Ihre Freiheit, leben zu wollen, wie und wo Sie es wollen, würde ich jederzeit verteidigen. Nicht dass wir uns missverstehen.
  9. #58

    Mag sein.....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Michael, 12, gilt als auffällig. Er prügelt sich oft, hat eine lange Reise durch den Jugendhilfe-Dschungel hinter sich. Als er seinen Lehrern zu anstrengend wird, schließen sie ihn vom Unterricht aus. Dabei müssen in Deutschland alle Kinder gemeinsam lernen - doch viele Schulen sind überfordert.

    Auffällige Jugendliche: Wohin mit wilden Schülern? - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    ......das ADS nichts mit den Versagen der Eltern zu tun hat. Aber es geht auffallend oft mit dem Versagen der Eltern einher. In der LE meiner Frau ist auch so ein entzückendes Früchtchen. unzählige Gewaltanzeigen, tägliche Gewaltexesse ,bleibende Narben (auch seelische) bei anderen Schülern/Schülerinnen. Meine Frau muss sich von einer 6 Jährigen! anhören "Du dumme Kuh hast mir gar nichts zu sagen!" Dann stürmt das verblödete, beratungsresistente Muttertier den Unterricht und beschimpft meine Frau mit (na raten Sie mal) "du blöde Kuh, hast meiner Tochter nichts zu sagen". Toll! Kurze Zeit später streiten sich vor versammelter LE Mutter und Tochter auf das schlimmste, jetzt kommen die richtigen Ausdrücke zwischen den beiden ins Spiel. Wem und wessen Kindern wollen Sie so etwas jeden Tag zumuten? Was denken sich solche Richter, die so einen Blödsinn anordnen? Sollen die doch mal einen Tag mit solchen lieben Kindern von fürsorglichen Eltern Unterricht machen! Haben die anderen 27 Kinder keine Rechte auf eine gute Schulbildung und höflichen korrekten Umgang? Letztendlich auch die Frage als Ehemann einer Lehrerin mit zwei eigenen Kindern, haben wir nicht auch ein Recht auf einen entspannten Feierabend? Zig Sitzungen und Elterngespräche inklusive einer genervten Frau und Mutter. Sie können mir gerne die Namen dieser selbstgefälligen Typen bei Gericht und der EU zu -kommen lassen, ich gehe denen dann auch nach Feierabend auf den Keks, bis das Burnoutsyndrom kommt. Falls immer noch Zweifel bestehen sollten, ja ,ich bin für Sonderschulen mit einer hohen Mauer drum herum!
  10. #59

    Wunderbare Diagnose

    Zitat von fpa Beitrag anzeigen
    Erst das spätere Wissen um ADHS löste das Rätsel auf einfach Art auf. Für Menschen mit ADHS vergehen interessante Minuten wie im Flug, während uninterressante Momente, insbesondere Warten müssen, siich wie Ewigkeiten anfühlt.
    Um Gottes willen, nach der Definition hat jeder, aber auch wirklich jeder, den ich kenne, ADHS. Dann sollte man vielleicht doch vorsorglich Ritalin ins Drinkwasser geben.
    Oder war Ihr gesamter Beitrag ironisch gemeint?


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