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Auffällige Jugendliche: Wohin mit wilden Schülern?

Nina BraunMichael, 12, gilt als auffällig. Er prügelt sich oft, hat eine lange Reise durch den Jugendhilfe-Dschungel hinter sich. Als er seinen Lehrern zu anstrengend wird, schließen sie ihn vom Unterricht aus. Dabei müssen in Deutschland alle Kinder gemeinsam lernen - doch viele Schulen sind überfordert.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...814149,00.html
  1. #40

    über die Herden-Menschen

    Zitat von levias Beitrag anzeigen
    ... es wäre für die Gesellschaft ein Verlust, diese Kinder auszugrenzen, denn oft haben diese Kinder Begabungen, die wir für Innovation und Fortschritt unbedingt benötigen, denn meistens kommen diese nicht von den "normalen" (Herden-) Kindern, sondern von den Außergewöhnlichen, die von der Norm abweichen, denn auch für neuere Entwicklungen muss man links und rechts vom Wege abweichen können.
    Genau das ist der Punkt! Die "normalen" (Herden)-Menschen halten den Kauf von unterschiedlich aussehenden Konsumgütern (vor allem Kleidung/Mode, Elektronik, Autos) für hochgradige Individualität, während sie im Kopf einem jeden am liebsten den identisch gleichen Mao-Anzug verpassen möchen. Und ihre Phantiesen bestehen vor allem aus Anpassungszwängen, die sie jenen, die anders denken, fühlen und leben wie sie, auferlegen möchten, um sie in ihrem Sinne umzupolen. Traurig aber wahr.

    Und ansonsten: Sie sind mit ihren Gedanken nicht allein. Schauen Sie, dieses habe ich z.B. vor ca. 16 Jahren übersetzt: Das Forum von Narzissmus.NET - Das Forum für und über narzisstische Persönlichkeitsstörungen! - Narzissmus - NPS - Hunter Persnlichkeit/AD(H)S und narzisstische Persnlichkeitsstrung (ein bißchen bis zur Zitat-Box scrollen)

    PS: Ich bin übrigens auch Dipl. Math. <g>.
  2. #41

    Bin mir nicht sicher: Wirklich ADHS?

    Zitat von blossomy Beitrag anzeigen
    Vielleicht möchten Sie sich weiterbilden und nicht ,wie so viele,alle über einen Kamm scheren......
    ADHS-ADS AufmerksamkeitsDefizit(Hyperaktivitäts)Störung
    Vielen Dank für Ihren Einwurf, den ich noch um einen Satz ergänzen möchte, den Sie mit Sicherheit verstehen werden, aber die, die bisher noch nicht persönlich mit ADHS konfrontiert worden sind, nicht verstehen können:

    Jener Forumsbeitrag, auf den Sie antworteten, zeigte den klassischen Inhalt des "Terrors der Normalität". Und bei ADHS ist es nicht selten genau das, was aus einer im Grunde nur geringfügig von der Norm abweichenden Veranlagung erst eine Störung oder gar Krankheit entstehen läßt. Diese ignoranten Schreihälse tragen an den negativen Lebensläufen dieser Kinder oft mehr Verantwortung als deren angeblich unverantwortlich handelnden Eltern!

    Danke auch für Ihren Link. Zu dem Forums-Kommentar ist er sicherlich angebracht. Ob zu dem Artikel, möchte ich allerdings bezweifeln. Bei der Beschreibung des Jungen würde ich zunächst eine zweite Differentialdiagnose empfehlen. D.h. eine sichere Abgrenzung zur
    - bipolaren Störung (Als erstes also unbedingt nachschauen, ob die biologische Mutter vielleicht an manischen Depressionen leidet!)
    Info Einstieg: Symptoms of Bipolar Disorder in Children
    Buch: The Bipolar Child: The Definitive and Reassuring Guide to Childhood's Most Misunderstood Disorder: Demitri Papolos M.D., Janice Papolos: 9780767912853: Englische Bücher
    - und zur posttraumatische Störung
    Buch: Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom: ADHS - Die Einsamkeit in unserer Mitte eBook: Karsten Dietrich: Amazon.de: Kindle-Shop

    [und sicherheitshalber oder vollständigkeitshalber - wenn auch nicht so wahrscheinlich - auch zum
    - Asperger Syndrom
    - sowie zu Lernstörungen, die auf der gekreuzten Dominanz (Hand: rechts + Auge: links) beruhen]

    Für meine Begriffe, geht die Beschreibung des Kindes an einigen signifikanten Stellen über ADHS hinaus. Während bei ADHS dem Fehlverhalten oft Langeweile, nicht-warten-können oder einfach nur Widerstand vorrausgeht, schaut es hier doch sehr nach Angst bzw. einer stark überschießenden Streßreaktion aus. Und da würde ich zunächst einmal schauen, was diese Zustände bzw. diese vermutliche Kämpfe-Fliehe-Erstarre Reaktionen, die von anderen als krasses Fehlverhalten wahrgenommen werden, überhaupt auslöst, d.h. insbesondere die subjektive Wahrheit des Kindes zu ergründen.
  3. #42

    Zitat von datalien Beitrag anzeigen
    Wenn ich mir so den ersten Satz anschaue frag ich mich wieso Michael das Problem sein soll. Anscheinend haben die Eltern seiner Mitschüler eklatant versagt ihren Kindern auch nur die Grundlagen eines friedlichen Miteinanders beizubringen. Man muss diese Kinder von der Gesselschaft absondern bevor sie ihre Asozialität in einen Kontext bringen können in dem sie wirklich gewaltigen Schaden anrichten können, als Juristen oder Investmentbanker.
    Ich befürworte Ihren Ansatz ausdrücklich. Statt sogenannte „verhaltensauffällige“ Kinder auszusortieren, sollte man vielmehr die (wie ein Vorredner korrekt formulierte:) vermeintlich „unauffälligen“ Kinder konsequent aussortieren und auf Sonderschulen schicken, damit sie dort ihre fachlichen und sozialen Kompetenzen entwicklen lernen.
  4. #43

    Hihihi!

    Zitat von seppfrieder Beitrag anzeigen
    ...das der Junge Gynasiast ist?
    Heißt das nicht Gynäkologe? :-)

    Zitat von seppfrieder Beitrag anzeigen
    ... den Jungen moppen darf?
    Moppen klingt irgendwie lustig! Erinnert mich an 'abfeudeln'. :-)

    Aber back to topic.

    Bei heutigen Klassenstärken und Lehrermangel und Lehrerausfallzeiten, wie soll da eine kontinuierliche begleitete Integration funktionieren? Konzentriert sich der Lehrer auf den einen 'Zappelphilipp', flippen die andern 29 aus, konzentriert er sich auf die 29, fühlt der ADHSser sich 'gemoppt' (sorry, mußte jetzt sein! :-) ). Das funktioniert doch in unserer auf Effektivität, Kostenüberwachung und Leistung fixierten Gesellschaft alles nicht.
  5. #44

    ?

    Zitat von Diskutierender Beitrag anzeigen
    Nun ja, das Stimmungsbild der grossen Mehrheit der Leserbeiträge in diesem Forum bestätigt den Eindruck, dass Mobbing in Deutschland akzeptiert wird, das sich Wehren gegen Mobbing jedoch nicht. Warum will die Mehrheit der Leser Michael vom Schulunterricht ausschliessen, statt zu fordern, dass den mobbenden Mitschülern das Handwerk gelegt wird? Nur wenige Leser haben hier Ursache und Wirkung korrekt einzuschätzen gewusst.
    Ursache ist hier aber auch nicht das Provozieren der Mitschüler. Der Junge hat nicht die Probleme, weil seine Mitschüler ihn provozieren, er hatte sie bereits vorher. Damit will ich nicht sagen, dass man das Verhalten der anderen vernachlässigen sollte, im Gegenteil. Das Problem wird aber nicht allein dadurch behoben, dass man die Mitschüler sanktioniert. Trotz verschiedener Maßnahmen wird man höchstens erreichen, dass dieser Junge "hingenommen" wird, integriert wäre er deshalb noch lange nicht. Ob er so glücklicher wäre?

    Tatsächlich ist es doch sehr schwierig für die Lehrkräfte und die Mitschüler einem Jungen wie in dem Artikel gerecht zu werden, denn ihm fehlt ja gerade die Kontrolle seines eigenen Verhaltens. Lehrer und Mitschüler sind keine Psychologen!
  6. #45

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Michael, 12, gilt als auffällig. Er prügelt sich oft, hat eine lange Reise durch den Jugendhilfe-Dschungel hinter sich. Als er seinen Lehrern zu anstrengend wird, schließen sie ihn vom Unterricht aus. Dabei müssen in Deutschland alle Kinder gemeinsam lernen - doch viele Schulen sind überfordert.

    Auffällige Jugendliche: Wohin mit wilden Schülern? - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    Da ist sie wieder, die einseitige Sicht auf den Täter; die Opfer lässt man dabei links liegen. Was ist denn mit den Mitschülern, an denen sich der Junge vergriffen hat? Müssen die ohne Rücksicht auf Verluste weiter Prügel von ihm einstecken? Es gibt doch bei aller Förderbedürftigkeit auch noch die andere Seite, die Sicherheit der übrigen Schüler. Wenn ein Schüler durch Verhaltensauffälligkeiten zur Gefahr für sich und seine Mitschüler wird, muss er eben nötigenfalls aus der Klasse raus.

    Natürlich kann man dann zu gegebener Zeit, beispielsweise nach einer Therapie, sehen, ob man den betreffenden Schüler wieder in den Klassenverband integrieren kann. Häufig wird dann allerdings ein Schulwechsel die bessere Alternative sein, weil andernfalls die Gefahr besteht, dass der Schüler in alte Verhaltensmuster zurückfällt.

    Eine pauschale Verurteilung des Klassenausschlusses halte ich zusammengefasst jedenfalls für völlig verfehlt. Es kommt immer auf den Einzelfall an.
  7. #46

    Zitat von Diskutierender Beitrag anzeigen
    Nun ja, das Stimmungsbild der grossen Mehrheit der Leserbeiträge in diesem Forum bestätigt den Eindruck, dass Mobbing in Deutschland akzeptiert wird,
    Wie kommen sie darauf?

    Zitat von Diskutierender Beitrag anzeigen
    das sich Wehren gegen Mobbing jedoch nicht.
    Auch hier die Frage wie kommen sie darauf?

    Zitat von Diskutierender Beitrag anzeigen
    Warum will die Mehrheit der Leser Michael vom Schulunterricht ausschliessen, statt zu fordern, dass den mobbenden Mitschülern das Handwerk gelegt wird? Nur wenige Leser haben hier Ursache und Wirkung korrekt einzuschätzen gewusst.
    Woher wissen sie, dass Michael gemobbt wird?
    Weil ein SpOn-Reporter schreibt das die Eltern das behaupten?
    Warum fällt ihnen auf das der Junge gemobbt wird aber keinem aus der Armee der Psychologen, Betreuer, Ärzte und Lehrer?
    Die Realität sieht nicht so aus wie es der Artikel verkürzt darstellt.
    Da wird ein Kind das auffällig ist nicht mal kurz aus der Klasse genommen, dann zu einem Psychologen geschickt und dann zu einer Fördereinrichtung.
    Da gibt es erst Gespräche mit dem Kind und dann mit den Eltern mit den Lehrern, der Schulleitung dem Sozialarbeiter/ Schulpsychologen (falls es einen an der Schule gibt). Je nach Vorfall sind dann in seltenen Fällen auch noch das Jugendamt oder die Polizei beteiligt.
    Wird ein Kind durch ein anderes in der Schule verletzt kann es allerdings kurzfristig auch zu einem Schulausschluss kommen. Aber erst nach Anhörungen des Kindes und der Eltern. Und daran sind dann übrigens nicht nur der Rektor und die Lehrer beteiligt sondern auch die Elternvertreter.
    Wird (oft nach Wochen/Monaten) einem auffälligen Kind angeraten die Schule zu verlassen oder muss es die Schule verlassen dann geht dieses immer noch nicht auf eine Förderschule sondern auf eine gleiche Schulart in einem anderen Stadtteil oder in einer anderen Stadt.
    An dieser wird mit dem Kind ein Vertrag abgeschlossen indem festgelegt wird wie mit Verfehlungen umgegangen wird. Meist gibt es auch eine Probezeit.

    Auch bei einem Kind das gemobbt wird (wenn es wirklich mobbing ist) wird dieses nicht gleich auf eine Fördereinrichtung geschickt.
    Auch da gehen erst lange Gespräche voraus. Hat man Psychologen an der Schule dann werden diese einbezogen und es wird Versucht das Mobbing in der Klasse aufzulösen.
  8. #47

    Zitat von 1beobachter2 Beitrag anzeigen
    Haben die Protagonisten dieser Vorstellungen eigentlich jemals schon einmal an einer Schule hospitiert bzw. länger gearbeitet?
    Hier im Regierungsbezirk sagt der LRSD offen, daß Inklusion seine Herzensangelegenheit sie, ich denke schon, daß der weiß, wie es in Schulen zugeht.

    Zitat von 1beobachter2 Beitrag anzeigen
    Ist ihnen klar, was sie da von den Lehrern, die letztlich auch nur Menschen mit Stärken, Schwächen und Fehlern sind vor dem Hintergrund nach wie vor maroder Klassenräume, unzureichender Ausstattung, viel zu großer Klassen sowie mangelhafter Personalausstattung (Lehrer wie Sozialarbeiter) abverlangen?
    Das allerdings frage ich mich auch.
  9. #48

    Na ja...

    Zitat von fpa Beitrag anzeigen
    Und da würde ich zunächst einmal schauen, was diese Zustände bzw. diese vermutliche Kämpfe-Fliehe-Erstarre Reaktionen, die von anderen als krasses Fehlverhalten wahrgenommen werden, überhaupt auslöst, d.h. insbesondere die subjektive Wahrheit des Kindes zu ergründen.
    ..Bipolar disorder (zu Bleulers Zeiten: manisch-depressives Irresein) oder wenn man nicht mehr weiterkommt :-) "personality disorder" sind heute sehr beliebte Diagnosen. In dem hier präsentierten Fall wären auch T3/T4, TSH-Bestimmung womöglich indiziert. Und natürlich ein IQ-Test, der die adäquate Förderung, aber auch Unter- oder Überforderung beurteilen kann. Gegen autistoide erkrankungen sprechen die fehlende Auto-, aber fulminante Fremdaggression.
  10. #49

    Logik

    Zitat von Diskutierender Beitrag anzeigen
    Nun ja, das Stimmungsbild der grossen Mehrheit der Leserbeiträge in diesem Forum bestätigt den Eindruck, dass Mobbing in Deutschland akzeptiert wird, das sich Wehren gegen Mobbing jedoch nicht. Warum will die Mehrheit der Leser Michael vom Schulunterricht ausschliessen, statt zu fordern, dass den mobbenden Mitschülern das Handwerk gelegt wird? Nur wenige Leser haben hier Ursache und Wirkung korrekt einzuschätzen gewusst.
    Wenn Sie schon so gut Bescheid wissen bei Ursache und Wirkung, dann polieren Sie doch noch mal Ihre eigenen Gedankengänge auf.

    Die Tatsache allein, dass die Mehrheit der Leser Michael vom Schulunterricht ausschließen will (und es ist noch nicht mal sicher, ob das überhaupt stimmt, dies spielt jedoch für die folgenden Betrachtungen keine Rolle) bedeutet nicht, dass sie Mobbing gutheißen.

    Gleichfalls kann aus dem angeblich gewünschten Schulausschluss keine Aussage darüber abgeleitet werden, dass sie das Vorgehen gegen Mobbing etwa nicht gutheißen würden.

    Es sind stattdessen einfach nur einige reißerische Folgerungen die wahrscheinlich Resultat Ihrer Vorurteile sind (dies wiederum - das bemerken Sie ganz sicher - ist ein logisch ungesicherter Schluß meinerseits).

    Um den Punkt mal halbwegs objektiv zu diskutieren: Die überwiegende Mehrzahl der Leser wird gegen Mobbing sein. Und es auch gutheißen, sich gegen Mobbing zu wehren.

    Das sie dennoch Michael von der Schule haben will, wird vorwiegend seine Gründe darin finden, dass er an einer anderen Schule eine bessere Betreuung findet. Das ist der Ansatz, der das Problem am besten zu lösen verspricht. Natürlich könnte und sollte man unabhängig davon die anderen Kinder davon abhalten Michael zu provozieren.


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