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Auffällige Jugendliche: Wohin mit wilden Schülern?

Nina BraunMichael, 12, gilt als auffällig. Er prügelt sich oft, hat eine lange Reise durch den Jugendhilfe-Dschungel hinter sich. Als er seinen Lehrern zu anstrengend wird, schließen sie ihn vom Unterricht aus. Dabei müssen in Deutschland alle Kinder gemeinsam lernen - doch viele Schulen sind überfordert.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...814149,00.html
  1. #310

    Pisa für Lehrer

    Zitat von marit Beitrag anzeigen
    Zitat von fpa Beitrag anzeigen
    Aus dieser Labilität des Sicherheitssinnes ergeben sich einige zwingende Vorraussetzungen, die überhaupt erst ein "Funktionieren" dieser Kinder ermöglichen. Aus dem ABC des Herzens:

    Ein sicher Ort
    1. - 5.
    Wissen sie wie man in einer Klasse diese 5 Punkte am einfachsten erfüllt?
    Man wirft den verhaltensauffälligen Schüler aus der Klasse.
    Sinn erfassendes Lesen scheint nicht gerade Ihre Stärke zu sein. (hier "Sinn" = Bedeutung)

    Da bin ich wohl gezwungen, noch einmal etwas komprimierter zu wiederholen:
    Zitat von fpa Beitrag anzeigen
    1. An einem sicheren Ort sind die Menschen freundlich. Sarkasmus und Beschimpfungen sind die Ausnahme.
    5. An einem sicheren Ort sind die Erwachsenen Vorbilder
    An meinen Link zu dem Vortrag des Kinderarztes Dr. Dietrich hatten Sie wohl kein Interesse. Sonst hätten Sie dort nicht nur auf Seite 7 ff gefunden, was es mit diesem Sicherheitssinn überhaupt auf sich hat, sondern kurz vor dem Ende (auf Folie 30) auch, welche eigentlich simplen Konsequenzen daraus für den geschickteren Umgang mit dem Kind in der Schule folgen:
    SICHERHEIT SCHAFFEN! Schule:
    Respekt! (Nur damit wird einem Autorität entgegengebracht)
    Würde! (Auch Schüler wahren nur die Würde der Person, die ihre
    eigene Würde wahrt)
    Führung! (Der Fisch stinkt vom Kopfe: Mobbing entsteht nur dann,
    wenn die Führung schlecht ist, „Herr-der-Fliegen-Phänomen“)
    Eindeutigkeit ohne Aggression (Enttäuschung ist immer eine Frage
    der Erwartungen)
    Vertrag, Regeln, Rituale! (VertragsPARTNER)
    • Inklusion (Auch z.B. bei Handgreiflichkeiten nicht ablehnen, keine
    Klassentribunale
    !)
    • ...

    Zitat von fpa Beitrag anzeigen
    3. An einem sicheren Ort gibt es Gesetze ... sie sind fair und von Menschen gemacht, die dort leben und arbeiten, die Kinder eingeschlossen.
    Und zwar gerade auch das verhaltensauffällige Kind ist zu beteiliegn an der Aufstellung der Regeln. Regeln die über seinem Kopf oder hinter seinem Rücken aufgestellt werden, wird es nie und nimmer befolgen.

    Unterläßt man das alles, führt das dazu, dass das verhaltensauffällige Kind sich bedroht fühlen MUSS! Ja "MUSS", und zwar auf Grund seiner Konstitution und/oder seiner Historie. (erst Folie 27, dann 24)

    Auf diese Weise macht man aus einem Kind, das eigentlich nur etwas anders ist, erst Kind mit einer schweren Störung oder gar Krankheit. Das von Ihnen propagierte Herangehen schafft in der Schule zunächst Aufsässigkeit, dann Verweigerung, und im späteren Leben schließlich Drogenmißbrauch. Wie diese Kinder innerlich ticken, konnten Sie z.B. gestern abend im ZDF in der Sendung "9 Leben" sehen. (Mediathek "9 Leben" - Das kleine Fernsehspiel - ZDFmediathek - ZDF Mediathek). Mit 25 können sie das dann auch artikulieren, was mit 12 eben noch nicht gelingt.

    Sich vor solchem, inzwischen längst gesicherten Wissen, welches in den genannten Quellen sogar leicht verständlich und auch leicht zugänglich ist, zu verschließen, nur weil man ein Selbstkonzept hat, in das Menschen die anders sind (anders Wahrnehmen, Denken, Fühlen, und damit auch anders Handeln als man selbst es tun würde), das ist geradezu asozial.
  2. #311

    Zitat von marit Beitrag anzeigen

    Von Unterricht habe ich bis jetzt in keinem ihrer Beiträge etwas gelesen aber von sehr viel bespaßung. In einem ihrer letzten waren ein paar wenige Ansätze die auf einen interessanten Unterricht hindeuten könnten. Ob dieser durchgeführt wurde haben sie aber leider wieder ausgelassen.
    Unterricht, und zwar fernab von Theater- und Showstunden bedeutet ja auch Arbeit, Vorbereitung und Nachbereitung, sowie ds Talent zum flexiblen Improvisieren. Mit Bespaßungstunden macht man sich halt, mit weniger Aufwand, beliebter. Und da jeder, mehr oder weniger erfolgreich, in der Schule war, meint er halt auch mitreden zu können.
  3. #312

    Zitat von Blaue Fee Beitrag anzeigen
    So ist es ja im Ausland und daher gibt es auch diese UN-Konvention, die diesen Kindern kostenlose Bildung angedeihen möchte. Die Deutschen schiessen natürlich mal wieder in vorauseilendem Gehorsam über dieses Ziel hinaus.
    Es bleibt uns doch gar nichts anderes übrigt. Ansonsten müssten wir nämlich zugeben, dass unser Förderschulsystem das Vorbild für diese Konvention war. Vorbild zu sein steht uns Deutschen aber nicht an. Sie wissen schon, wegen dem Wesen und so. Also jetzt nicht dem Bildungs- oder Ingenieur-, sodern dem mit dem Genesen.
  4. #313

    Zitat von fpa Beitrag anzeigen
    Würde! (Auch Schüler wahren nur die Würde der Person, die ihre eigene Würde wahrt)
    Was für eine unglaubliche Unterstellung. Sie (bzw. der Autor, dessen Aussagen Sie sich hier zueigen machen) stellen also fest, dass der gemeine Lehrer, zudem also ich, nur die Würde der Personen achtet, die seine Würde achten. Oder welche Bedeutung hat sonst das Wort „auch“? Das ist eine handfeste kollektive Beleidigung, die ich nicht nur persönlich nehme, sondern die auch explizit dem Amtseid, dem ich mich noch immer verpflichtet fühle, widerspricht. Pfui.
  5. #314

    manchmal ist das Wiki einfach zu verkürzend

    Zitat von marit Beitrag anzeigen
    Zitat von Wikipedia
    Der Sinn des Lebens ist die auf einen Zweck gerichtete (teleologische) Bedeutung des Lebens im Universum an sich oder ...
    Ob etwas Sinn macht hängt davon ab was der Zwick ist, bzw. was das Ziel ist...
    Als ich die Sinn-Frage hier einbrachte, dachte ich eigentlich nicht, sich Wiki-Parolen an den Hals zu werfen. Das mindesteste wäre es doch, sich mit dem Originaltext Ihres Zitates zu befassen http://www.theologie-beitraege.de/sinn.pdf
    Zitat von Herbert Frohnhofen
    These 2: Dass das Erfahren von Sinn im eigenen Leben grundlegend für das gesamte Sein des Menschen ist sowie dementsprechend das Fehlen von Sinnerfahrung vielfältige psychische Erkrankungen ... verursachen kann, ... Anknüpfungspunkte für neue Sinnerfahrungen zu finden, um so in der Erfahrung des Individuums das Leben wieder lebenswert werden zu lassen. ...
    Zweck kann man abstrakt sehen, Sinn hingegen, gilt es zu erfahren. Und erfahren, d.h. nichts anderes, als dass dabei in uns Ströme fließen und biochemische Prozesse ablaufen. Und bei der tieferen Sinn Erfahrung ist es ganz ähnlich wie bei der Sicherheit: Da gibt es nun einmal große Unterschiede zwischen uns Menschen. Die einen fühlen sich schnell bedroht, die anderen viel später. Den einen reichen zur Sinn-Erfahrung materielle Ziele, während andere den gleichen mentalen Zustand nicht ohne persönliche Beziehung, u.U. nicht einmal ohne die gleichzeitige Erfahrung von Liebe erreichen können.

    Für den erfolgreichen Umgang mit schwierigen Menschen, auch Kindern, gelten zwei Kernpunkte. Als erstes kommt der Selbstschutz (krass, dennoch richtig: Emotionale Vampire: Amazon.de: Albert J. Bernstein: Bücher). Und als zweites kommt, sich auf den Stand des anderen zu begeben.

    In Sachen Bedrohung hatten wir das schon. Unser Wissen "er hat dafür keinen Grund" hilft nichts. Nutzen wir es, führt es dazu, dass wir ihm Theater unterstellen, und so seiner ohnehin gefühlten Identitätsbedrohung auch noch echte Nahrung geben. Nein, wir müssen uns fragen: "Was würden wir denn im Falle der extremen Bedrohung tun? Wo von würden wir uns denn in einem als ernst erlebten Bedrohungsfall beeinflussen lassen?" So kommen wir auf Antworten, die wirklich für eine erfolgreichere Kommunikation taugen.

    Genauso ist es mit Sinn. Ich z.B. kenne auf Grund meiner Konstitution und auf Grund meiner Sozialisation weder Gefühle von Langeweile, noch von innerer Leere, noch von Sinnlosigkeit. (Alles nicht mein Verdienst, sondern ein Geschenk anderer - Gott, Eltern, usw., egal von wem - dem ich mich dankbar und würdig erweisen sollte.) Mir Sinnlosigkeit, wie von manch anderem beschrieben, vorzustellen, ist für mich schwierig. Aber es geht. Z.B. einfach mal die Versuchsanordnung der erlernten Hilflosigkeit auf eine eigene lebenssituation übertragen.

    Also nehmen wir mal an, auf einem Flug nach Singapur oder Dubai hätte mir jemand Drogen ins Handgepäck gesteckt, welche dann bei der Ankunft entdeckt werden. Und egal was man macht, egal wen man als Zeuge für die eigene Unschuld benennt, es macht alles nur noch schlimmer. Es entsteht ein Netz von Mißtrauen und Unsicherheit um einen herum, das einfach nicht mehr zu entwirren ist, sodass selbst Freund und Feind nicht wirklich mehr zu unterscheiden sind.

    ... In etwa so einer Lage fühlt sich das verhaltensgestörte Kind leider sehr oft in der Schule ...
  6. #315

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    Zitat von fpa Beitrag anzeigen
    Würde! (Auch Schüler wahren nur die Würde der Person, die ihre eigene Würde wahrt)
    Was für eine unglaubliche Unterstellung. Sie (bzw. der Autor, dessen Aussagen Sie sich hier zueigen machen) stellen also fest, dass der gemeine Lehrer, zudem also ich, nur die Würde der Personen achtet, die seine Würde achten. Oder welche Bedeutung hat sonst das Wort „auch“? Das ist eine handfeste kollektive Beleidigung, die ich nicht nur persönlich nehme, sondern die auch explizit dem Amtseid, dem ich mich noch immer verpflichtet fühle, widerspricht. Pfui.
    Ehrlich gesagt erscheint mir dieser Beitrag sehr sehr pharisäerhaft.

    Das Herabwürdigen von anderen ist nicht nur zwischen Schülern leider Alltag in der Schule, sondern gerade auch von Lehrern gegenüber Schülern. Natürlich beteiligt sich nicht jeder Lehrer daran. Aber dass etliche Lehrer immer wieder bestimmte Schüler herabwürdigen, das ist doch absolut nichts Neues. So war Schule schon immer. Nur die Methoden haben sich vielleicht ein bißchen gewandelt. In Klassentreffen aller Abschluss-Jahrgänge (egal ob Ende der 50er Jahre oder 2000+) werden doch gerade über diese Art Sachen immer wieder regelrechte Nostalgie-Lieder gesungen ... ohne dass dabei über das Schicksal der so aussortierten ernsthaft nachgedacht würde (bzw. die wenigen, die sich trotzdem durchgebissen haben, gehen nicht auf diese Klassentreffen).

    Und die Aussage von Dr. Dietrich heißt doch nichts anderes, als dass der Lehrer, der einen Schüler herabwürdigt, sich nicht wundern muss, wenn dann Schüler ihrerseits (="Auch Schüler ...") den Lehrer unwürdig behandeln. Diese Folge konnte in der Vergangenheit eher kaschiert werden als heute, weil das ganze noch durch ein Machtverhältnis zwischen Lehrern und Schülern überlagert wurde, das es in dieser krassen Ausprägung heute nicht mehr gibt.

    Womit wir wieder beim Ausgangspunkt wären, der unabdingbaren Vorbildfunktion von Erwachsenen. Und diese Forderung betrifft eben nicht nur Eltern, sondern auch Lehrer in absolut gleichem Maße. Und jeder kann nur sehen, dass er in seiner eigenen Rolle als Vorbild fungiert. Wenn es sich darauf beschränkt, immer nur die anderen zu kritisieren (die Lehrer die Eltern, genauso wie die Eltern die Lehrer), dann sind das doch nur billige Ausflüchte vor der eigenen Verantwortung.
  7. #316

    Hier bin ich absolut bei Ihnen

    Zitat von marit Beitrag anzeigen
    ... Auch da schlägt einem oft ein unglaublicher Zynismus und Sarkasmus entgegen.
    Das ist einerseits eine Schutzfunktion andererseits eine Reaktion auf die Schizophrenie in diesen Foren.
    Je nach Titel des Artikels werden von Lehrern unterschiedliche Dinge gefordert und Lehrer die nicht dieser Ansicht sind manchmal sogar beleidigt. Nur ein paar Ausschnitte:
    Artikel über Ausbildungsbetriebe/ Hochschulen: Lehrer sollen ein fundiertes fachliches Grundwissen, teilweise auch Spezialwissen vermitteln.
    Artikel mit „Finnlandschwerpunkt“: Fachwissen ist unwichtig, Kinder sollen lernen lernen und es geht um dias auffangend er Defizite aus dem Elternhaus.
    Artikel über Inklusion: Kinder (auch mit schweren Verhaltensstörungen) sollen in Klassen bis zu 30 Schüler aufgenommen und gefördert werden
    Artikel wie dieser: Die Kinder sollen in möglichst auf sie zugeschnittenen (klein) Gruppen gefördert werden.
    Merken sie ein paar der Widersprüche? Und dann ahnen sie warum manche zu Zynismus greifen.

    Dazu kommt die Feststellung das die tollen Ideen die einem in den Foren immer vorgeschlagen werden in der Realität nicht funktionieren. Was daran liegt das diese Ideen von Leuten stammen die sich an Schulen nicht auskennen und die die Ideen nicht zuende gedacht haben. Oder weil ...

    Wenn man zu hören bekommt man müsse sich doch nur mal mehr für die Kinder interessieren oder man könnte mit wenig Aufwand die Eltern für die Kinder interessieren kommt man sich einfach etwas verar***t vor: Wenn man zeitgleich darauf wartet das das Jugendamt und die Gerichte nach fast einem halben Jahr endlich mal etwas unternehmen. Und man selber a) nichts tun darf und b) man keine Informationen bekommt.
    Oder aber man bekommt plötzlich ein Kind in die Klasse gesteckt ohne irgendwelche Hinweise. Das dieses Kind gerade aus einer Klinik kommt wo es ein dreiviertel Jahr wegen Schulangst behandelt wurde erfährt man dann eher zufällig ein paar Tage später. Hätte man vorher von Eltern, Betreuern … eine Warnung bekommen hätte man als Lehrer das Kind nicht in der ersten Stunde gleich mit einem unangesagten Test erschreckt.

    Da flüchtet man sich dann abends oder in den Ferien in den Zynismus um seine Wut abzulassen.
    Auch wenn man sich hier austobt oder man den Besserwissern seine Wut oder einen Teil der Realität um die Ohren haut sagt das rein gar nichts aus wie sich derjenige im Unterricht den Schülern oder Eltern gegenüber verhält.
    Endlich haben Sie mal mit jedem Satz Recht! Und außerdem auch mal sympathisch ehrlich. Danke.

    Mir geht nicht um Systeme, nicht mal um die Schule, sondern allein um die Verbesserung der Kommunikation von Mensch zu Mensch, von dem jeder etwas hat, weil damit sehr viel zu erreichen ist. Den einen tut's gut, den anderen erleichtert es ihre Arbeit.

    Die Diskrepanz zwischen Worten und Taten gibt es übrigens auf meiner Seite der Diskussion auch. Die Fähigkeit, etwas analysieren und gut beschreiben zu können, bedeutet noch lange nicht, dass man auch in der Lage ist, das selbst aktiv gut umzusetzen. Gerade auch Analysen über Möglichkeiten bei Verhaltensauffälligkeiten (da geht es ja nicht um ein Schuljahr oder ein Ereignis, sondern leider um immer wieder dieselben blaupausen-artigen lebenslangen Werdegänge) beruhen meist auf Beobachtungen von Leuten, die das rein intuitiv richtig machen und Erfolg haben.
  8. #317

    Mal über den eigenen Schatten springen

    Zitat von marit Beitrag anzeigen
    Zitat von fpa Beitrag anzeigen
    Mit dem Vertrauensaufbau auch zu jenen Eltern hätte ich überhaupt kein Problem. Ich traue mir auch locker zu, sie in der Regel wieder in die Erziehung ihres Kindes einzubinden.
    Nichts gegen ihren Enthusiasmus aber das ist leider oft schwerer als man denkt.
    Weil diese Eltern weder die Erziehung noch Einmischung wünschen.
    Ihnen fehlt leider immer noch das Durchschreiten der Eingangstür ... sonst hätten Sie zumindest erkannt, dass wir nicht die gleichen Vorraussetzungen haben, und Sie deshalb Ihr Bemühen nicht mit meinem vergleichen dürfen.

    Zur Erläuterung:
    Also: Es war einmal ... in meiner aktiven ADHS-Elterninitiativen-Zeit (vor allem Ende der 90er Jahre) habe ich bei solch vertrackten Fällen des öfteren Eltern in die Schul-Sprechstunden begleitet. Vor allem an Schulen, wo die Schulleitung zum Thema ADHS aufgeschlossen war, war das fast stets auch wirklich fruchtbar.

    (Klar: Eltern, die zwar nicht mehr mit der Schule kommunizieren, aber noch zu uns in die Elterninitiative kamen, hatten mit der Erziehung noch nicht völlig abgeschlossen. Totalaussteiger aus bildungsfernen Schichten kamen natürlich nicht zu uns, und auch die Kinderärzte kommen an die nicht ran, wollen es auch wohl gar nicht ... in der Schule bleiben Ihnen jedoch auch Kinder aus solchen Familien erhalten, klar.)

    Solche Treffen in der Lehrersprechstunde endeten nicht selten damit, dass die Lehrerin mir hinterher sagte: "Das verstehe ich nicht. Jetzt haben wir eigentlich genau das abgemacht, was wir immer wollten. Nur bei uns hieß es immer 'nein, auf keinen Fall', aber schlagen Sie das gleiche vor, dann ruft sie 'danke' und fällt Ihnen geradezu um den Hals."

    Die Erklärung dafür ist wirklich einfach. Da hat die Mutter das gleiche Problem wie Ihr Sohn. Auch bei ihr dreht der Sicherheitssinn schnell sofort auf, ohne ersichtlichen Grund. (Vielleicht lesen Sie es ja doch mal <g> http://treffadhs.lu/rokdownloads/ADH...29092011-2.pdf in dem Fall die letzte Folie 33 sowie 13)

    Dieses Freund-Feind-Denken können Sie wieder kritisieren, aber es hilft Ihnen nichts, weil die Kritik daran nichts ändern kann. Ändern kann nur Erleben, Erfahren. Und da stehen Sie als personifizierte mehrjährige negative Schulerfahrung da, und sind deshalb a'priori "Feind". Und von einem Feind kann doch einfach nichts Gutes kommen. Oder sind Ihre Feinde etwa anders?

    Mich aber kennt sie aus einem Kontext, der ihr Kind erst einmal so annimmt wie es ist, und bzgl. seiner Fehler nicht gleich ihre "mangelnde Erziehungsfähigkeit/-bereitschaft" anprangert, sondern ihr einfach nur zu helfen versucht, es ihr selbst leichter und erfolgreicher mit ihrem Kind zu machen. Ergo "Freund". Und ein Freund tut einem nichts schlechtes. Das weiß man einfach.

    Es gibt nun einmal Menschen, bei denen man erst das Herz aufschließen muss, bevor sie in die Lage kommen, über Inhalte auch logisch oder mit den Augen anderer zu denken. Und dafür, dass sie so sind, dafür können sie nichts. Deshalb darf man das auch nicht bewerten, sondern muss damit zu leben und sich darauf einzustellen versuchen ... was durchaus auch deshalb ratsam ist, weil es einem damit selbst das Leben (d.h. beim Lehrer die Berufsausübung) einfacher macht ... auch wenn man auf Grund seines eigenen rationalen Selbstempfindens dabei dann vielleicht das Gefühl hat, eine Art "Taschenspieler-Tricks" anzuwenden.
  9. #318

    Zitat von sinasina Beitrag anzeigen
    Wieso müssen solche Aktivitäten zwangsläufig sinnlos sein?
    Warum boxt ein Boxer von unten nach oben, ein andere aber von oben nach unten?
    Macht es einen Unterschied, ob ein Boxer aus einer Körperbewegung heraus boxt oder aus dem (beinah) Stand?
    Warum ist ein Make-up......
    Ich möchte eben weder, dass Unterricht ausfällt, noch dass stattdessen Hobbies nachgegangen wird. Auch wenn man mit Boxen oder Schminke vielleicht ein paar chemische oder physikalische Phänomene erklären kann, so reichen dafür normalerweise 5 min Unterricht aus. Man kann nicht alles in einen "field trip" umwandeln.
  10. #319

    .

    Zitat von fpa Beitrag anzeigen
    ...
    Und die Aussage von Dr. Dietrich heißt doch nichts anderes, als dass der Lehrer, der einen Schüler herabwürdigt, sich nicht wundern muss, wenn dann Schüler ihrerseits (="Auch Schüler ...") den Lehrer unwürdig behandeln. Diese Folge konnte in der Vergangenheit eher kaschiert werden als heute, weil das ganze noch durch ein Machtverhältnis zwischen Lehrern und Schülern überlagert wurde, das es in dieser krassen Ausprägung heute nicht mehr gibt.
    ...
    Wenn dem mal so wäre ...
    Lehrkräfte, die SuS herabwürdigen, haben in der Regel nicht viel auszustehen. Sie werden gefürchtet. Später sagt man über sie, sie wären zwar "Hardliner" gewesen, aber bei ihnen hätte man jedenfalls etwas gelernt.
    Diejenigen Lehrkräfte, die was man gemeinhin als nett bezeichnet sind, bekommen das herabwürdigende Verhalten mancher SuS zu spüren.








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