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Auffällige Jugendliche: Wohin mit wilden Schülern?
Nina BraunMichael, 12, gilt als auffällig. Er prügelt sich oft, hat eine lange Reise durch den Jugendhilfe-Dschungel hinter sich. Als er seinen Lehrern zu anstrengend wird, schließen sie ihn vom Unterricht aus. Dabei müssen in Deutschland alle Kinder gemeinsam lernen - doch viele Schulen sind überfordert.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...814149,00.html
- #90 24.02.2012 18:51 von
Tja...
- #91 24.02.2012 19:35 von
- #92 24.02.2012 19:35 von
In den Schulen fehlen oft Strukturen und regelmäßige Abläufe für ADHS-Kinder
Sie sprechen einen wichtigen Punkt an: ADHS-Kinder brauchen einen geregelten Tagesablauf – zu Hause und in der Schule. Diese Voraussetzungen sind - nicht nur bei ADHS-Kindern - in vielen Familien nicht mehr gegeben.
Spätestens in der weiterführenden Schule sind diese Voraussetzungen gar nicht mehr gegeben.
ADHS-Kinder brauchen gleichmäßige Tagesabläufe, täglich wiederkehrende Rituale und feste in ihrem Verhalten konsequente Bezugspersonen. Einen solchen äußeren Rahmen und eine/n ständig anwesende Klassenlehrer/in kann bestenfalls die Grundschule bieten. Feste Rahmenbedingungen und Abläufe bedeuten für ein ADHS-Kind Verlässlichkeit und Sicherheit. Ein Kind, das sich sicher fühlt, wird allmählich seine Unruhe ablegen.
Spätestens in der Sekundarstufe, insbesondere am Gymnasium, ist das nicht mehr möglich. Allein der Fachlehrerwechsel nach fast jeder Stunde bedeutet eine Überforderung für das ADHS-Kind, denn bestenfalls unterrichtet der Klassenlehrer zwei Fächer in einer Klasse und ist dadurch vielleicht 2 Stunden am Tag anwesend. Ansonsten unterrichten wechselnde Fachlehrer (das können 8 bis 10 sein) teilweise in wechselnden Fachräumen. Jeder Lehrer hat eine andere Art, die Klasse bzw. dieses spezielle Kind zu unterrichten, es anzusprechen, zu loben, zu maßregeln. Oft stellt jeder Lehrer für seinen Unterricht eigene Regeln auf und zeigt sich bei Nichteinhaltung der Regeln mehr oder weniger konsequent.
Ständiger Wechsel der Personen, der Fachräume und damit der Sitznachbarn, überfordert das ADHS-Kind, bei dem eine Reizüberflutung einsetzt und sein Wahrnehmungsvermögen auf das Wesentliche, nämlich den Unterricht, beeinträchtigt.
Hilfe könnte eine ständig anwesende Bezugsperson, also die ständige Anwesenheit eines Sonderpädagogen, bieten. Dieser könnte dazu beitragen, die Aufmerksamkeit des Kindes auf seine Arbeit zu fokussieren bzw. er könnte in kritischen Situationen mit dem Kind kurzzeitig den Raum verlassen.
Sonderpädagogische Unterstützung wird jedoch nur für maximal für 3 Std./Wo. gewährt.
Zu solchen Rahmenbedingungen kann die Inklusion verhaltensauffälliger Schüler nicht funktionieren und es ist in meinen Augen nicht gerechtfertigt, über „Abschiebung“ zu reden, wenn allein gelassene Lehrer es nicht schaffen, den größten Teil der Woche mit 25 bis 30 Schülern incl. ADHS-Kind Unterricht und Erziehung unter einen Hut zu bringen.
Eltern sind damit zu Hause oft mit ein bis zwei Kindern schon überfordert. - #93 24.02.2012 19:40 von
danke für Ihren Beitrag
In meiner 2. Heimat Khon Kaen (Thailand), gibt es eine Schule für Blinde, eine für taube, eine taubstumme und mit Sicherheit auch eine für verhalteneauffälige (weiß ich aber nicht so genau). Was mir aber nicht bekannt ist eine für ADHS. Gibt es scheinbar nicht. Warum?
Klassenstärken bis zu 50 Schülern, Schuluniform, Lehrerhelfer (keine Sozio/ Phisologen) woran liegts? - #94 24.02.2012 19:50 von
Theorie vs Realität
Ab einem gewissen Alter kann man sich offensichtlich nicht mehr erinnern, wie es in der Schule wirklich zu geht. Realität ist: Selbst verhaltensunauffällige Kinder werden teilweise in der Pubertät zu kleinen Monstern. Da wird jeder gemobbt, der irgendwie "anders" ist, geistig, körperlich oder sozial. Das läuft nicht wie im Berufsleben, wo sich der Mitarbeiter schon gemobbt fühlt, wenn der Chef nicht grüßt. Schlägereien auf dem Pausenhof kommen täglich vor, auch in wohlbehüteten Gymnasien außerhalb von Problembezirken. Die Kinder selbst empfinden das alles meist als normal und würden nie auf den Gedanken kommen, dass das Beschimpfen des Klassenbesten als Streber schon Mobbing ist.
Im Laufe meines Schülerdaseins hatte ich einige "verhaltensauffällige" Mitschüler, die mich entfernt an den beschriebenen Michael erinnern. Oft verbrachten Klassenlehrer ganze Schulstunden damit, Probleme des Schülers mit anderen Schülern und umgekehrt mit der ganzen Klasse auszudiskutieren. Gebracht hat das nie etwas. Die Schüler haben sicher von der Integration profitiert, am Ende irgendwie ihr Abi geschafft und vielleicht sind sogar am Ende noch respektable Akademiker aus ihnen geworden. Aber sie haben anderen Schülern und auch einigen Lehrern das Leben schwer gemacht. Insbesondere bei aggressivem Verhalten hört die Toleranz auf, egal ob das Kind nun geistig behindert ist oder einfach nur von Grund auf verdorben.
Hier glaubt doch niemand ernsthaft die Geschichte, der Junge würde sich nur wehren, weil er von den anderen provoziert wird?! Deswegen wird bestimmt kein Kind von der Schule ausgeschlossen; da muss schon erheblich mehr vorgefallen sein, was die Eltern natürlich nicht gern zugeben. Das heißt nicht, dass diesen Kindern das Abitur verwehrt werden soll, aber wenn eine Schule ein Kind ausschließt, hat das meistens gute Gründe und dann muss es eben auf anderen Wegen seine Bildung erhalten. - #95 24.02.2012 20:32 von
...
Hierzulande immer sehr beliebt: Jede psychologische Diagnose, gleich welcher Art, wird mit geistiger Behinderung gleichgesetzt. Ab in die Förderschule mit denen. Neuigkeit: Man kann eine ganze Reihe von psychischen "Störungen", "abweichenden" Charakterzügen und "unnormalen" Verhaltensweisen haben und trotzdem eine normalen IQ, oft sogar einen über Durchschnitt. Konformismus führt nicht umsonst in die Mittelmäßigkeit. Aber dieser Einheitsbrei ist wahrscheinlich alles, was diese Gesellschaft will. Eine brave Herde Schafe, bloß keinen, der irgendwie aus der Rolle fällt. An dem dürfen die Schafe dann ihre überschüssigen Agressionen abbauen.
- #96 24.02.2012 20:36 von
- #97 24.02.2012 20:54 von
- #98 24.02.2012 21:14 von
Tatsächlich
bekommen die Kinder bei uns keine freundlicheren Noten. Aber Sie sprechen einen wichtigen Punkt an - und der ist brutal. Es gibt tatsächlich Eltern, die bei jedem ihrer Kinder, das kurz überdreht, diese Diagnose vom Arzt will. Und es gibt auch viele Ärzte, die diese Diagnose sofort stellen. Da werden Kinder sehr schnell mit Ritalin vollgedröhnt - es gibt bis heute keine erwiesene Diagnose, dass dieses Mittel irgendwie hilft. Es stellt ruhig und hat Nebenwirkungen. Aber ob es irgendwie hilft weiss kein Mensch. Diese Diagnose ist oft ein großes Problem...
- #99 24.02.2012 21:29 von
Inclusiose: Eine durch Stoffwechselstörungen hervorgerufene, zwanghafte Neurose, deren häufigstes Symptom das Zitieren von imaginären sogenannten „Studien“ ist. Im Anfangsstadium treten die imaginären Studien einzeln oder in kleinen Clustern auf, beim Fortschreiten der Krankheit werden es „viele“, „unzählige“ oder gar „alle“. Während dieser Phase ist das Infektionsrisiko bei Personen, die sich im gleichen Diskurs befinden und dem Erkrankten geistig nahestehen, durch unbedachtes Kopieren und Nachplappern von Argumenten ohne Realitätsfilter am größten. Ein besonders hohes Infektionsrisiko besteht bei ungeschütztem beruflichem Verkehr mit infizierten Berufungskommission.
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