Aufbau Ost: Pleitestädte im Ruhrgebiet wollen Solidarpakt kündigen

DPAGeschlossene Schwimmbäder, kaputte Straßen, marode Gebäude. Seit Jahren leiden viele Kommunen unter massiven Schulden. Die Oberbürgermeister besonders betroffener Städte im Ruhrgebiet wollen nun handeln und den Solidarpakt für den Aufbau Ost kündigen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...822411,00.html
  1. #660

    Zitat von zweifler001 Beitrag anzeigen
    das Rheinland und Westfalen, nicht wahr?
    Nein, ich meine Den "Osten" und Deutschland.
  2. #661

    Hö ma Rudi_Rostock

    Zitat von Robert_Rostock Beitrag anzeigen
    Das hier zum Beispiel:
    Braunschweiger Schloss
    Wer hat den die Landschaft auf Rügen verbrochen... waren dat Ossis? >::)
  3. #662

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Nicht die Maschine, aber deren Bediener. Die Arbeitsproduktivität im Osten ist zwar gestiegen, beträgt aber immer noch lediglich die Hälfte von der im Westen. Die Kapitalproduktivität im Osten liegt sogar nur bei einem Drittel. Das sind nun einmal die harten Daten und Fakten, und Lamentieren hilft da leider auch nicht weiter.
    Die Produktivitätslücke existiert und sie ist auch das zugrundeliegende Problem - wenn sie auch nicht so groß ist, wie sie behaupten.

    Das liegt aber nicht daran, dass der Ossi-Arbeiter die Tasten an der Maschine langsamer drückt.
  4. #663

    Kleinstaaterei

    Zitat von zweifler001 Beitrag anzeigen
    Das DDR-Schulsystem war keinesfalls besser als das bundesrepublikanische. Es wurde zwar mehr Wert auf Mathematik und Naturwissenschaften gelegt, aber Geschichte incl Kunstgeschichte wurde nur einseitig und Religion garnicht gelehrt. Religion wie Geschichte gehören zur Allgemeinbildung. Ich habe bei vielen Ossis festgestellt, daß Allgemeinbildung und Diskutierfähigkeit nur unzureichend vorhanden sind. letzteres mag auch zum Unwohlsein vieler ex-DDR-Bürger beitragen. Es mag bei vielen auf Widerspruch stoßen, daß ich Religion für sio wichtig halte, aber Sie können kaum ein europäisches Museum gewinnbringend besuchen, wenn Sie nicht wenigstens die wichtigsten biblischen Geschichten kennen.
    Für Religion gab es Ethik. Anderer Name, der gleiche christlich-fokusierte Unsinn. Und Kunstgeschichte? Naja. Essentiell nicht, eher ein "nice to have". Eigentlich ein richtig unsinniges Laberfach, das keinerlei Mehrwert bietet - und niemanden weiterbringt. Sowas gehört als Teilbereich zu Kunsterziehung (Malen).

    Allgemeinbildung? Da musste sich in den 90ern kein "Ossi" verstecken.
    Und Diskussionskultur? Lassen Sie es mich so ausdrücken: wo ist denn die intellektuelle Elite, die noch Diskussionskultur vorzuweisen hat? Wo ist überhaupt Diskussionskultur?
    Merken'se was? Die heutige Diskussionskultur gibt's nicht. 22 Jahre nach Ende der DDR gibt's keine mehr. Zufall?
    Bitte, bitte, bitte urteilen Sie nicht über etwas, was Sie nicht verstehen. Ich kenne BEIDE Systeme sehr gut. Und kenne die "Segnungen" des "Westsystems": unnütze Laberfächer, nix konkretes, stiefmütterlich vernachlässigte Naturwissenschaft. Alles, was irgendwie den Forschergeist von Schülern hätte wecken können, wurde gnadenlos zusammengestrichen: Astronomie? Fehlanzeige. Statt dessen Religion.

    Und über all dem Graus weht der schreckliche Geist des Föderalismus und der Kleinstaaterei.

    DAS haben wir heute.

    Guten Tag.
  5. #664

    erdrückende Schulden

    Es mag sein, dass es in der DDR nach dem Zweiten Weltkrieg ganz schrecklich war und man hohe Reparationen an die Russen zahlen musste. Aber das ist nun vorbei, Gott sei Dank. Es herrscht Demokratie, und jedes Bundesland kann seine eigenen Geschicke in die Hand nehmen und finanziell auf eigenen Füßen stehen. Man könnte für Tourismus und Ansiedlung von Firmen sorgen, die Arbeitsplätze schaffen.

    Es ist ein Unding, dass andere Städte und Kommunen Schulden aufnehmen müssen, um den Solidarbeitrag zu bezahlen. Man kann doch nicht von anderen verlangen, Geld zu zahlen, das diese gar nicht haben.
  6. #665

    Zustimmung

    Zitat von egbert_sass Beitrag anzeigen
    Und was ich zusätzlich noch gern wüsste: Zu Ost-Zeiten dachte ich immer, die DDR-Bürokratie wäre nicht zu toppen. Nach der Wende wurde ich eines besseren belehrt. Und selbst renommierte Wirtschaftsunternehmen agieren ähnlich. Wenn ich Ihnen hier ausführlich schildern könnte, wie sich der Ablauf zur Erlangung eines VDSL-50-Anschlusses der Telekom gestaltet, wäre kafkaesk die naheliegendste Bezeichnung.

    P.S. In der DDR gab es offiziell Vollbeschäftigung. Da wurden Mitarbeiter eben für ihre Anwesenheit alimentiert. Heute werden Arbeitslose dafür alimentiert, dass sie zuhause vor der Glotze hängen. Was besser ist, mag ich nicht beurteilen.
    Bei beiden Argumenten stimme ich Ihnen zu!
    Fakt ist aber auch, dass sowohl die inzwischen absolut überbordende Bürokratie als auch die in den 90ern stetig steigende Arbeitslosigkeit sich erst nach der Wende richtig ausgebreitet hat.

    Vielleicht liegt es ja auch daran, dass Gesamtdeutschland doch noch mehr schlechte Eigenschaften aus dem System der DDR übernommen hat (wie z. B. die Bürokratie - von der Wiege bis zur Bahre ...) als wir wahrhaben wollen und als uns jetzt leib ist.
  7. #666

    Solidarpakt und Ruhrgebiet

    Zitat von karlgutknecht Beitrag anzeigen
    Nokia in Bochum hat sich genau an die Absprachen mit dem Land NRW bzw. mit der Stadt Bochum gehalten und vorab angekündigt, nach dem vereinbarten Zeitraum den Standort zu verlegen.

    Im Übrigen ist auch das Werk von Nokia in Rumänien von der Schließung bedroht, weil Nokia die Entwicklung der Smart-Phones versäumt hat, es ......
    Siemens ist nicht das beste Beispiel. Siemens war eine Berliner Firma, deren konzenrzentrale 1949 von Berlin nach München umgesiedelt wurde. Da kann das Bundesland Bayern nix für. Das hatte rein wirtschaftpolitische Gründe.
  8. #667

    Zitat von frontmann22 Beitrag anzeigen
    Sie haben sich über die dunklen Seite der DDR wohl gar nicht informiert.
    Es geht nicht darum, dass wir Päckchen geschickt haben, sondern darum, wie sie deklariert werden mussten und dass trotzdem auffällig oft der Kaffee fehlte oder der Zucker, was die ostdeutsche Zollbesetzung eben selbst gebrauchen konnte.

    Wie es an den.....
    Wieder ein paar Wahrheiten umhüllt von einer Menge Quark. Die Stasi hat geklaut, soviel ist sicher. Wer etwas in den Osten schaffen wollte, musste schon persönlich kommen. Aber was zum Geier hat das mit "den Ossis" zu tun? Ich kenne eine ganze Menge Leute, die heute noch den Stasi-Leuten den Hals umdrehen würden, wenn man sie denn greifen könnte.

    Und es ist ein Skandal, wie miserabel die Aufarbeitung der Stasi-Akten vonstatten ging. Noch heute sind in Brandenburg Beamte in leitenden Positionen der Polizei und Justiz, die damals Unschuldige in den Knast schickten. Aber diese "Subjekte" würde ich niemals mit Ostdeutschen gleichsetzen. Genauso gut könnte ich dann an meiner Stelle sagen, dass viele "eurer" Bürgermeister Nazis waren. Beide Sachverhalte stimmen, wie sie nachlesen können.

    Aber ist das ein Grund, warum sich die Opfer darum streiten sollten, wer mehr Leid ertragen musste? Genau darum geht es bei der Diskussion um den Soli. Eigentlich wäre er ein gutes Instrument, um die Regionen zu fördern, die schlechter dastehen. Aber wenn man dann sieht, wie die Oberen es für die "Nikolausdecke" (Straßenbauarbeiten am Ende des Jahres, damit die letzten Fördermittel verbraucht sind) ausgeben, dann weiß der Normalbürger: das Geld ist nicht das Problem, es fehlt einfach an der Kompetenz. Und da unterscheiden sich Ost und West leider nicht.

    Oder um es mit Norbert Blüm zu sagen. "Man wird erst aufhören von Ost und West zu sprechen, wenn man anfängt, von Nordis und Südis zu reden."
  9. #668

    Zitat von zweifler001 Beitrag anzeigen
    Abgesehen davon, daß ich mir unter Werte und Normen nichts vorstellen kann.
    Als Normen dienen uns Gesetze und sie sind in den entsprechenden Gesetzbüchern nachlesbar. Sie regeln die Basis unseres Zusammenlebens. Bei Überschreitung drohen Sanktionen. Sie sind einer permanenten Überprüfung und Anpassung unterworfen. (siehe: Gesetzgebungsverfahren)

    Zitat von zweifler001 Beitrag anzeigen
    Es geht um solide Bibelkenntnisse, weil die eine Grundlage unserer Kultur sind.
    „Unsere“ Kultur ist sehr vielfältig und reich an Grausamkeiten. Hexenverbrennung und Judenverfolgung gehören dazu. Auf die christlichen Traditionen muss man also nicht gerade stolz sein.

    Zitat von zweifler001 Beitrag anzeigen
    Von staatlich verorneten Werten halte ich garnichts.
    Werte können grundsätzlich nicht verordnet werden. In einer Demokratie spiegeln sie idealerweise die Vorstellung der Mehrheit wieder und unterliegen entsprechender Änderungen.
  10. #669

    Zitat von egbert_sass Beitrag anzeigen
    Und ein paar weitere werden Sie in diesem Thread auch noch finden.
    Vielen Dank für die Erwähnung. Sie hingegen bleiben uns Ihre Kompetenz für den Vergleich Ost und West weiterhin schuldig...