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Aufbau Ost: Pleitestädte im Ruhrgebiet wollen Solidarpakt kündigen

DPAGeschlossene Schwimmbäder, kaputte Straßen, marode Gebäude. Seit Jahren leiden viele Kommunen unter massiven Schulden. Die Oberbürgermeister besonders betroffener Städte im Ruhrgebiet wollen nun handeln und den Solidarpakt für den Aufbau Ost kündigen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...822411,00.html
  1. #610

    Thema!

    Thema dieser Diskussion ist nicht die erschöpfend und ausführlichst vorab debattierte Frage "Was genau war nochmal die DDR?", sondern die Fragen rund um den Solidarpakt und den Umgang mit ihm.
  2. #611

    Zitat von blackkwood Beitrag anzeigen
    "Sehr gut ausgebildete Bevölkerung"?
    Wie bitte?

    Dann stellt sich aber die Frage, wieso jemand, der in der DDR einen Abschluss z. B. als Ingenieur hatte, in Gesamtdeutschland dann von der Ausbildung her bestenfalls als Techniker anerkannt wurde?

    Dass jemand, der immer nur mit Röhren gearbeitet hat (VEB Robotron), sich mit Transistoren oder gar Computerchips schwer tut, dürfte doch auf der Hand liegen, oder?
    Warum haben dann die Westbetriebe so viele Fachkräfte aus dem Osten angeheuert?
  3. #612

    Zitat von Schleswig Beitrag anzeigen
    Die Geburt des schnellen des schnellen Vergessen?
    "Wenn die DM nicht zu uns kommt, kommen wir zur ihr".
    Och menno, das ist doch die gleiche Klientel, die in Westdeutschland behauptet, wir wollen den Euro nciht mehr. Leider die breite Masse.
  4. #613

    Wobei ja...

    Zitat von homeuser Beitrag anzeigen
    Heutzutage heißt das über Religion geordnete Fach "Werte und Normen" und erfüllt genau ihre Ansprüche. Nämlich über den Religionen stehend Werte und Normen, sowie Ethik zu vermitteln und auch die einzelnen Religionen zu beleuchten.
    Ein solches neutrales Fach bei gleichzeitiger Abschaffung des Religionsunterichts wäre perfekt.

    Gerade weil sich die Schüler ihre Meinung selber bilden.....
    ...das Unterrichts- und Prüfungsfach Ethik in BY mit Absicht, so scheint es, um etlicheres höher gehalten wird als das Religionslehre, mit der Absicht die Schüler zum Religionsunterricht zu zwingen. So ist's in BY,s gibt nicht nur typische bayerische kriminalistischen Ermittlungsmethoden, Im hier im SPON beschrieben, BY ist da ganz anders als der Rest dieser Föderation.
  5. #614

    Zitat von blackkwood Beitrag anzeigen
    Dass jemand, der immer nur mit Röhren gearbeitet hat (VEB Robotron), sich mit Transistoren oder gar Computerchips schwer tut, dürfte doch auf der Hand liegen, oder?
    Gab es von Robotron Roehrengeraete? Ich glaube nicht.
  6. #615

    ...

    Zitat von zweifler001 Beitrag anzeigen
    Dort wurden zig Milliarden DM für die Kohle verschleudert, die schon damals nicht konkurrenzfähig war. Man sollte das Ruhrgebiet in Ehren sterben lassen anstatt es auf der Intensivstation dauernd am Tropf zu halten.
    Es wurde damals noch lange - auch vom Bund ausgehend - an der Kohle als einzigem heimischen Energieträger festgehalten, auch wenn der Abbau unrentabel war (Erdöl war damals soviel billiger).
    Der Abbau hätte schneller gehen können, ja, aber man fürchtete eine plötzlich anschwellende Massenarbeitslosigkeit. Schon etliche Zechenschließungen in den 60er Jahren hatten für Zündstoff gesorgt.

    Hinzu kommt nunmal die technische Seite, dass Bergwerke nicht einfach zugemacht werden können und gut ist. Für die nach und nach erfolgenden Stilllegungen sind die Kosten ebenfalls enorm und leider dauerhaft, wenn das Ruhrrevier nicht zum Erdbebengebiet werden soll.
    Verkompliziert wird die Angelegenheit durch die EU, die ja schonmal einen Vorstoß gemacht hatte, die Kohlesubventionen 2014 statt 2018 auslaufen zu lassen. Das wären das 4 Jahresraten Subventionen, die nach Brüssel geflossen wären, während hierzulande die Ausfälle am Steuerzahler hängen.

    Ein Rumpfbergbau zur Produktentwicklung wird möglicherweise sogar weiter bestehen. In der Region gibt es über 100 Unternehmen, die High Tech-Produkte (Fördertechnik etc) sehr erfolgreich exportieren.
  7. #616

    Zitat von blackkwood Beitrag anzeigen
    "Sehr gut ausgebildete Bevölkerung"?
    Wie bitte?

    Dann stellt sich aber die Frage, wieso jemand, der in der DDR einen Abschluss z. B. als Ingenieur hatte, in Gesamtdeutschland dann von der Ausbildung her bestenfalls als Techniker anerkannt wurde?

    Dass jemand, der immer nur mit Röhren gearbeitet hat (VEB Robotron), sich mit Transistoren oder gar Computerchips schwer tut, dürfte doch auf der Hand liegen, oder?
    Dummheit möchte ich Ihnen hier nicht unterstellen, eher Unwissenheit.
    Kennlinienfelder und CMOS Technologie waren in den Lehrplänen der Berufsschulen in der DDR seit 1983 Prüfungsfächer.
    Es war eher so, dass die Facharbeiter aus der DDR vom westdeutschen Arbeitsmarkt ab 1989 regelrecht aufgesogen wurden, da der Westen damals schon mit Stolz auf seine unzähligen, hervorragend akademisch ausgebildeten Sozialpädagogen, Sozialanthropologen, Sozialtherapeuten, Sozialpsychologen, Sozialpolitologen und Soziologen blicken konnte.
    Da konnte selbstverständlich ein rückständiger ostdeutscher Facharbeiter nicht mithalten.
  8. #617

    Selbst nach zwanzig Jahren sind wir noch nicht ein Volk

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Geschlossene Schwimmbäder, kaputte Straßen, marode Gebäude. Seit Jahren leiden viele Kommunen unter massiven Schulden. Die Oberbürgermeister besonders betroffener Städte im Ruhrgebiet wollen nun handeln und den Solidarpakt für den Aufbau Ost kündigen.

    Aufbau Ost: Pleitestädte im Ruhrgebiet wollen Solidarpakt kündigen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    lächerlich, baut die Mauer wieder auf, wenn der OSSI oder der WESSI der böse ist. Entweder wir sind ein Volk oder zwei, was solls denn nun sein ?
    Liebe Mitfioristen lassen Sie keinen Keil zwischen uns treiben. Nicht die asozialen Solidaritätsverweigerer und auch nicht die faulen Subventionsjäger. Der Staat spart sich kaputt, weil er nicht ausreichend Steuern generiert und sich von allen Seiten abzocken lässt.
    Zu diesem Zeitpunkt wird man asozial und versucht sich durch die Diffamierung des Solidarpartners jeglicher Verantwortung zu entziehen.
    Das ist doch immer so, soll bspw. den H4lern das Einkommen erhöht werden, leiden Sie an spätrömischer Dekadenz. Prinzip: Der Elende hat an seinem Elend selber Schuld, daher ist es legitim ihm die Solidarität zu verweigern.

    Ich hab auch keinen Bock Steuern oder den Soli zu zahlen, aber wenn Wir beschlossen haben ein Volk zu sein müssen wir auch dazu stehen. Hätte man mich damals gefragt, wäre ich dagegen gewesen, aber man muss auch mal etwas akzeptieren, das man nicht mehr ändern kann.

    Solidarisch wäre, wenn die Gemeinden im Osten, denen es auch ohne Soli gut geht Gemeinden im Westen die den Soli nicht schultern können aushelfen.

    Aber so ist das eben mit der Solidarität, kaum einer ist freiwillig solidarisch, wenns was kostet, besonders nicht Beamte.

    Fricklerzzz
  9. #618

    Zitat von frontmann22 Beitrag anzeigen
    Die desolate Optik, der damals abbruchreifen Häuser wurde hier im Thread von einem 'Ossi' bestritten und ich habe lediglich auf die wahre Situation hingewiesen.
    Dass es in der Tiefe des DDR-Staats genauso marode aussah weiss ich aus eigener Anschauung, weil nämlich meine Verwandtschaft im Osten aufgewachsen ist. Was man bei den Kontaktversuchen und beim Versuch Päckchen rüberzuschicken erleben musste spottet jeder Beschreibung.
    Da muss man leider Worte wie "abartig" und "menschenundwürdig" andenken.
    Meine Güte! Sie sind wahrlich zart besaitet. Das Verschicken eines Päckchens war für sie "abartig" und "menschenunwürdig"? Dann entschuldige ich mich natürlich bei Ihnen. Oder muss ich dafür barfuss nach Canossa laufen, denn andernfalls dürfte mein Gesuch in den Ohren Eurer Durchlaucht verhallen, oder?

    Scherz beiseite. Klar ist die DDR untergegangen, weil sie marode war. Aber doch nicht, weil die Menschen in heruntergekommenen Häusern leben mussten und es keine Bananen gab! Sie sind das Musterbeispiel eines kapitalistisch erzogenen Menschen, der Konsum als den Hauptgrund für Freiheitsstreben ansieht. Die DDR ist an ihrer eigenen Erstarrung gestorben, weil sie die Menschen in ein Korsett stecken wollte. Sie versuchte Angst und Schrecken zu verbreiten, aber zum Glück gab es Menschen, die sich nicht einschüchtern liessen. Und diese mutigen Frauen und Männer gingen auf die Straße. Ich war beim Fall der Mauer gerade mal 10-11 Jahre alt, aber selbst ich konnte spüren, wie es den Menschen damals ging. Sie hatten es einfach satt, diesen Stillstand, das falsche Lächeln und Zustimmen.

    Meiner Meinung nach kann es den mutigen Menschen in Ost - und West! - nicht hoch genug angerechnet werden, dass sie das gesamte System des Ostblocks gestürzt haben. Und ich bin den Zahlern im Westen dankbar, dass sie über so viele Jahre den Irrsinn des Unsummentransfers mitgemacht haben, ohne die Leute zu ermorden, die daran schuld sind. Aber auch ich sage, es ist genug. Wer in einer Stadt zu Schule gegangen ist, wo der Marktplatz innerhalb von 20 Jahren fünfmal (!) aufgerissen und umgestaltet wurde und anstatt den Kindergarten zu fördern, lieber eine vollkommen idiotische Videowand für knapp 60.000 Euro installiert wurde, die keine Sau interessiert, der weiß genau, warum sich der Unmut in den alten Bundesländern regt.

    Was ich verlange (sic!), ist gegenseitiger Respekt und kein Wiederaufflammen der bescheuerten Ossi-Wessi-Talkshow-Inhalte.
  10. #619

    Zitat von karlgutknecht Beitrag anzeigen
    Wäre hier eine Volksabstimmung nicht angebracht und warum denken weigert sich die Bundesregierung so vehement dieses basisdemokratische Instrument einzuführen?
    Gute Idee und gute Frage.

    Die CDU war ja schon immer eine Generation hintendrann, wenn es um neues Gedankengut ging. Und mit Frau Merkel scheint es nicht besser zu werden.


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