Aufbau Ost: Pleitestädte im Ruhrgebiet wollen Solidarpakt kündigen

DPAGeschlossene Schwimmbäder, kaputte Straßen, marode Gebäude. Seit Jahren leiden viele Kommunen unter massiven Schulden. Die Oberbürgermeister besonders betroffener Städte im Ruhrgebiet wollen nun handeln und den Solidarpakt für den Aufbau Ost kündigen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...822411,00.html
  1. #460

    Ja genau

    Zitat von blackkwood Beitrag anzeigen
    Genau so ist es - danke für Ihren Beitrag!

    Irgendwann sollten doch auch linke Sozialromantiker mal die Realität erkennen, dass man nur etwas verteilen kann, was auch vorher erwirtschaftet wurde - denn das weiß sogar jede Hausfrau und jeder Familienvater, der seine family ernähren muss.

    Konsum und Verteilung auf Dauer auf Pump zu finanzieren, muss zwangsläufig in die Katastrophe führen (Peter Zwegat lässt grüssen!).
    und ohne Lohn wird nigs erwirtschaftet und deshalb sind wir auch sicher, brauchen unsere Kinder nicht mehr im Schwimmbad schwimmen zu lernen. Also unsere Kinder sowieso nicht, weil ja jeder selber verantwortlich ist, überhaupt Kinder zu bekommen.
  2. #461

    Zukunftsvisionen

    Zitat von zweifler001 Beitrag anzeigen
    Kohlesubventionen erhalten, obwohl bereits vor mehr als 50 Jahren klar war, daß die Kohle nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Darunter hat der ganze Rest von NRW gelitten. Man hat sich über Jahrzehnte geweigert, neue Branchen anzusiedeln. Auch heute machen sich die einzelnen Ruhrgebietsstädte gegenseitig Konkurenz. jede Subvention für das Ruhrgebiet ist rausgeworfenens Geld. Man sollte höchstens den Fortzug aus dem Ruhrgebiet in Gegenden fördern, wo Arbeitskräftemangel herrscht, oder Eingemeindungen im ganz großen Stil. Städte, bzw, Dörfer wie Bochum, Gelsenkirchen u. s. w. braucht kein Mensch.
    Na ja, wenn eines Tages infolge deutscher Angst und Technikfeindlichkeit dass Geld so knapp werden sollte, dass all die Pumpen, die das Grubenwasser nach oben befördern, abgeschaltet werden müssen, dann wird die ganze Gegend ohnehin ein Sumpf.

    Vielleicht sogar ein subtropischer Malariasumpf, wenn es auf diesem Planeten noch etwas wärmer wird. :-)
  3. #462

    Zitat von blackkwood Beitrag anzeigen
    "Sehr gut ausgebildete Bevölkerung"?
    Wie bitte?

    Dann stellt sich aber die Frage, wieso jemand, der in der DDR einen Abschluss z. B. als Ingenieur hatte, in Gesamtdeutschland dann von der Ausbildung her bestenfalls als Techniker anerkannt wurde?
    Das ist schlichtweg falsch.
    Mein Abschluss als Dipl.-Ing. wurde selbstverständlich im wiedervereinigten Deutschland als solcher anerkannt. Andere, die mit mir zusammen auf dieser Hochschule waren, haben inzwischen Lehrstühle an der RWTH Aachen und der TU Braunschweig.

    Zitat von blackkwood Beitrag anzeigen
    Dass jemand, der immer nur mit Röhren gearbeitet hat (VEB Robotron), sich mit Transistoren oder gar Computerchips schwer tut, dürfte doch auf der Hand liegen, oder?
    Röhren?! Das würde doch voraussetzen, dass das Prinzip des elektrischen Stroms im Osten bekannt war. Dort wurden die Maschinen immer noch mit großen Laufrädern angetrieben.
  4. #463

    >|-)

    Zitat von Sharoun Beitrag anzeigen
    Das war ein Mahnmal, Sie Ignorant!
    Oder ist Ihnen nicht aufgefallen, daß drumherum kein Schutt lag.

    Ansonsten kann ich von unserer Region hier nur sagen: die war vor dem Krieg von Ackerbau und Viehzucht geprägt; dann kam mit der DDR die Industrialisierung: große Werften, Schiffselektronik, Nahrungsgüter (Fischereiwesen), Maschinenbau (Schiffsdiesel), Möbelindustrie, Bauindustrie, sogar Bekleidung (JuMo) und und in den 80ern dann chemische Industrie.
    Und das jetzt nur in einer Stadt...

    Zwei Autobahnen wurden gebaut, Bahnstrecken ertüchtigt für schweren Güter- und Schnellzugverkehr .. und ebenfalls in den 80ern elektrifiziert (noch weit vor gleichbedeutenden Strecken im Westen).
    ((..und alles ohne mit heute vergleichbarer Verschuldung..))

    Ist so etwas in Ihrer Welt alles ist null und nichtig?!
    Weil ohnehin nur zählt, woran Sie glauben wollen?

    Heute gleicht sich die Region hier wieder dem Vorkriegsniveau an (inklusive dramatisch sinkender Einwohnerzahl), wie immer jeder einzelne das bewerten mag...
    Es ist schon schön, das es Leute wie Sie gibt, die in Ihrer Aufklärungsaufgabe aufgehen...>off< ;-)
  5. #464

    Freiheit? Aha.

    Naja, Horch und Guck gibt's ja hier auch. Gibt doch nichts, was nicht abgehört oder ausspioniert wird.
    Die Drohnen sind keine Ostdeutsche Erfindung, die Überwachung des Internets, der Bundestrojaner, Rasterfahndung, biometrischer Pass – all das stellt doch die Stasi in den Schatten.
    Oder doch nicht? Weil so viele ehemalige Stasimitarbeiter einfach abgeworben wurden?

    Und die Freiheit? Mhm, also zu Ostzeiten durfte man seine Wohnungstür streichen, wie man Lust hatte. Auch die Fenster usw. Heute ist alles Privatbesitz, da geht das nicht. Und dann die vielen Regeln, eine ungeheure Bürokratie und vielen fehlt das Geld für die Freiheit des Konsums.

    Und die Demokratie: Volksabstimmungen? Fehlanzeige. Ja, ab und an, aber wen interessiert das schon, da wird dann nach Wirtschaftslage auch mal locker drüber weg gehandelt.

    Also Leute, hier ist nichts besser als in der DDR, es ist nur bunter und anstrengender.







    Zitat von tatortreiniger Beitrag anzeigen
    Nach all den Lobpreisungen für die Errungenschaften des früheren Osten Deutschlands (Horch, DKW und so weiter) fehlt jetzt eigentlich nur noch der Hinweis auf den ersten Deutschen im All, der – selbstredend – aus der DDR stammte.

    Leute, wir hätten das andersrum machen sollen: Die BRD aufgelöst und in die DDR eingegliedert. Mann was würde es uns heute gut gehen – und die Parteivorsitzende wäre die Gleiche....
  6. #465

    titel

    Zitat von mirror2000 Beitrag anzeigen
    Natürlich ist die Lage in Bayern nicht so angespannt. Bayern hat ja auch jahrelang die Finanzen aus dem Länderfinanzausgleich bekommen. Unter anderem aus NRW, lange vor der Wende übrigens.

    Also müsste Bayern zum Beispiel Nordrhein Westphalen helfen.
    Und wo ist die Hilfe?
    Also bitteschön, nur zu. Das wäre nämlich fällig. Viel Spaß!
    Das hätten Sie auch schnell bei Wikipedia nachlesen können. Es gibt 5 Länder, die über die gesamte Laufzeit des LFA gesehen Geberländer sind (in absteigender Reihenfolge): Ba-Wü, Hessen, NRW, Hamburg, Bayern.
    Bayern war in der Tat früher Nehmerland, aber eigentlich kann man nur jedem Land, dass ständig darauf hinweist raten: Nachmachen! (...wenn die Bayern es können, könnt ihr es doch sicher auch, oder?)
  7. #466

    Zitat von Peter Gabriel Beitrag anzeigen
    Ja aber alles mind. 20 Jahre zu spät!
    Ja, da haben Sie wohl Recht (Politik eben) - letztlich ist es aber, mehr oder weniger gelungen, denn das war wirklich eine Herkulesaufgabe.
  8. #467

    Sigmund Jähn

    Zitat von tatortreiniger Beitrag anzeigen
    Nach all den Lobpreisungen für die Errungenschaften des früheren Osten Deutschlands (Horch, DKW und so weiter) fehlt jetzt eigentlich nur noch der Hinweis auf den ersten Deutschen im All, der – selbstredend – aus der DDR stammte.

    Leute, wir hätten das andersrum machen sollen: Die BRD aufgelöst und in die DDR eingegliedert. Mann was würde es uns heute gut gehen – und die Parteivorsitzende wäre die Gleiche....
    Wie konnte ich den nur vergessen. Jetzt haben Sie mich ertappt. Bin halt dumm und faul. *grins*
  9. #468

    Zitat von blackkwood Beitrag anzeigen
    "Sehr gut ausgebildete Bevölkerung"?
    Wie bitte?

    Dann stellt sich aber die Frage, wieso jemand, der in der DDR einen Abschluss z. B. als Ingenieur hatte, in Gesamtdeutschland dann von der Ausbildung her bestenfalls als Techniker anerkannt wurde?

    Dass jemand, der immer nur mit Röhren gearbeitet hat (VEB Robotron), sich mit Transistoren oder gar Computerchips schwer tut, dürfte doch auf der Hand liegen, oder?
    Komisch, dass in den wirtschaftlichen Zentren -das Ruhrgebiet zählt nicht dazu - hunderttausende Ossis herumlungern, bei BMW, bei der Allianz, bei Siemens, MAN, Mercedes, BASF und Co.
    Sie haben einfach keine Ahnung, Sie Pöttler.

    Die DDR hat z.B. eine eigene Chip-Produktion aus dem NICHTS aufgebaut. Gezwungenermaßen, da die COCOMO-Listen den Import von Speicherchips (kalter Krieg!) nicht erlaubten. Ein Grund für die überaus diversifizierte Volkswirtschaft. Es mussten schlicht viele Produkte (insbesondere Vorprodukte) mit geringsten Mitteln selbst hergestellt werden, da Importbeschränkungen des Westens günstigere Importe schlicht verhinderten. Völlig unabhängig davon, wie teuer es war.

    Unter diesen bedingungen ist in der DDR schier Unglaubliches geleistet worden - auch wegen dem, dem heutigen Deutschland gegenüber - wesentlich besseren Bildungssystem. Nicht umsonst sind die Bundesländer des Ostens, die ihr Bildungssystem nicht vollständig okkupieren liessen, auch ganz oben in den entsprechenden Studien.

    Insofern sind Ihre Beiträge eher einfältiges Stammtischgewäsch.
  10. #469

    Zitat von blackkwood Beitrag anzeigen
    Ich bin sicher alles andere als ein Kohl-Fan, aber ich denke, dass man trotzdem bei der historischen Wahrheit bleiben muss.
    Kohl hatte bis 1989 keineswegs abgewirtschaftet - im Gegenteil:
    Ohne die Wiedervereinigung hätte es nur noch 2-4 Jahre gedauert bis er es geschafft gehabt hätte, den (damals schon) riesigen Schuldenberg, der unter Brandt und Schmidt in der BRD angehäuft worden war, so gut wie ganz abzubauen!
    Wenn ich sowas lese, sträuben sich mir die Nackenhaare. Unter Kohl war die alte BRD auf dem Weg ins Mittelmaß, die Blutauffrischung durch 17 Millionen Neukonsumenten hat den Abstieg abgefedert. Ihr wart echt schlecht vorbereitet auf das Unerwartete.

    Kennen Sie Walter Romberg (SPD)? Der war Finanzminister der letzten DDR-Regierung und hat im Sommer 1990 den Finanzbedarf des Beitrittsgebiets auf 140 Milliarden DM pro Jahr geschätzt (der Mann war Mathematik-Professor). Und mußte daraufhin noch im Juli 1990 zurücktreten. Denn solche Realisten konnte die "Allianz für Deutschland", welche im Frühjahr 1990 wie ein Hurrikan über die ostdeutschen Marktplätze gefegt war, nicht gebrauchen.

    Ich bin sicher, ohne die friedliche Revolution hätte Kohl die Wahl 1990 auch gegen Donald Duck verloren. Sein Verdienst ist, das er (bzw. seine Berater) die historische Chance erkannt und genutzt haben. Ich meine die Chance zum Machterhalt.

    Zum Thema dieses Threads. Natürlich muß der Solidarpakt in der heutigen Zeit anders organisiert werden. Auch im Westen wird es bald entvölkerte Gebiete geben (bzw. gibt es schon). Der Wanderarbeiter zieht in die Ballungsgebiete. Irgendwann leben dann im Großraum München 10 Millionen Menschen die Mietpreise von 20 EURO pro qm bezahlen. Wer es nicht kann, es ist genügend Platz in der Provinz.

    Unser Problem ist nicht Ost/West sondern das neoliberale Wirtschaftssystem. Warum sind eigentlich in einem der reichsten Länder der Erde (immer noch) nahezu alle Kommunen pleite? Doch nicht wegen der 15 Millionen Ossis. Aber mit dieser Frage beschäftigt sich niemand ernsthaft. Und das aus gutem Grund.