Aufbau Ost: Pleitestädte im Ruhrgebiet wollen Solidarpakt kündigen

DPAGeschlossene Schwimmbäder, kaputte Straßen, marode Gebäude. Seit Jahren leiden viele Kommunen unter massiven Schulden. Die Oberbürgermeister besonders betroffener Städte im Ruhrgebiet wollen nun handeln und den Solidarpakt für den Aufbau Ost kündigen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...822411,00.html
  1. #260

    Zitat von Robert_Rostock Beitrag anzeigen
    Soweit ich weiß, ist der Anteil der Wessis, die noch nie im Osten waren, deutlich größer als umgekehrt der Anteil der Ossis, die noch nie im Westen waren.

    Was wollen Sie uns mit Ihren "ausgesprochen guten Beitrag" sagen?
    Ich kenne beide Seiten sehr gut!
    Und die Westkommunen haben recht.
    ....z.B. Gelsenkirchen muss einen Kredit aufnehmen um den Soli zahlen zu können. Was in dieser Stadt dann noch Großartiges an Investition passiert, können Sie sich denken.
  2. #261

    Nein,

    Zitat von David K. Beitrag anzeigen
    ENDLICH - als Ur-Gelsenkirchener kann man sowas nur unterstützen. Der Strukturwandel ist schon hart genug für den "Pott". Ich habe nie verstanden, warum die marode Wirtschaftsregion tief im Westen, die marode (und menschenleere) Region im Osten unterstützen soll. Das hat nichts mit Solidarität zu tun, sondern ist einfach nur schwachsinnig.
    das ist keineswegs schwachsinnig. Sie haben sich mutwillig selber kaputtgewirtschaftet.
  3. #262

    nach wuppertal will auch kaum jemand

    Zitat von dumedienopfer Beitrag anzeigen
    Ok, dann wollen wir unsere jungen Menschen und Fachkräfte zurück...
    sie meinen die heutigen "zonenflüchtlinge", jene aktiven und mutigen jungen menschen, die chancen wahrnehmen wollen, die sich nur außerhalb ihrer region auftun?

    reise- und niederlassungs(un)freiheit wie zu honies zeiten, das wäre doch mal was - endlich wieder platz auf der autobahn und vor allem genügend freie liegestühle am hotelpool. ;-)
  4. #263

    Zitat von Mariga Beitrag anzeigen
    Wie der Vorredner von Ihnen bereits erklärte. Gerne können sie die gleichen Löhne haben, dann wäre es aber auch nett, wenn die Mieten angeglichen werden, die nötigsten Lebenshaltungskosten, Grundstücksabgaben, öffentliche Verkehrsmittel, etc. Mal abgesehen davon, dass bei Fachkräften in abgelegeneren Regionen, die im allgemeinen niedrigere Gehälter zahlen in der Praxis sogar höhere Gehälter gezahlt werden, um sie überhaupt dazu zu bekommen dorthin zu ziehen.
    Guten Tag,
    als gebürtiger Westdeutscher (Rheinisch Bergischer Kreis), der 2006 nach Mittelsachsen gezogen ist, kann ich folgendes zur sachlichen Debatte beitragen:
    Warmmiete unserer 4 Raum Wohnung (110 qm) an einer Durchgangsstraße in einer kleinen Stadt zwischen Chemnitz, Leipzig und Dresden:
    860 Euro
    Preise im Discounter:
    die selben wie in ganz Deutschland

    Tanken:
    Diesel aktuell auf 1,56 €/ l, das ist wohl der Provinzzuschlag

    Internet und Telefon:
    Doppelflat (Festnetz und Internet) mit 6000er Anbindung und Regiozuschlag: 29,99 / Monat

    Und ja, es gibt ein Schwimmbad, das nicht kommunal finanziert ist und es gibt (für mich erstaunlicher Weise) ein Theater, welches (wie kulturelle Betriebe in ganz Deutschland) bezuschusst wird.
    Selbst ein Kino ist vorhanden, aber das nächste Kino ist mindestens eine dreiviertel Autostunde entfernt, weshalb es wohl rentabel ist.

    Die Kinderbetreuung ist qualitativ hochwertig und besser als die mir bekannten Angebote (direkter Vergleich durch Kinder meiner Geschwister).

    Es gibt hier Löhne bis 3,5 €/h (Erdbeerpflücken, Anreise mit eigenem PKW), der Männerhaarschnitt kostet zwischen 7 und 14 euro.

    Brot ist beim Bäcker günstiger als im Westen und schmeckt trotzdem.

    Den Soli zahle ich auch.
    Und ich befürworte eine Neudefinition und Verteilung für Dinge, die man zum alltäglichen Leben braucht, die sich aber nicht wirtschaftlich rechnen: Kultur, Jugend- und Kinderarbeit, ÖPNV, Strukturmaßnahmen - das alles fallbezogen in ganz Deutschland.

    Ich bitte Sie darum, Ihre Vorurteile durch Fakten zu überprüfen:
    Verbringen sie mal einen Urlaub in Ostdeutschland und sehen sich nicht nur die Sanierungsprojekte an, sondern reden mit den Menschen über deren Lebenswirklichkeit, dann relativiert sich manches.

    Beste Grüße
  5. #264

    Peinlich was man hier liest.

    Da starten ein paar Provinzfürsten ein Wahlkampfmanöver, um von der eigenen jahrelangen Misswirtschaft abzulenken, und dann spingen auch noch alle reflexartig an wie die Hunde vorm Futternapf.

    Die traurige Wahrheit, dass man jahrelang auf ein totes Pferd gesetzt hat, und dafür selbst Millarden an Steinkohlesubventionen von Bund und EU eingeheimst und schließlich einfach den Strukturwandel verpennt hat, ist natürlich kein wahlkampfförderliches Thema.
  6. #265

    Ja

    Zitat von waldemar.l. Beitrag anzeigen
    ...eine vernünftige Initiative, als nächstes weg mit dem Soli.
    Das liegt an uns;auf ein Sperrkonto überweisen und nicht dem Staat,
    bzw. frau Merkel und Herrn Gauck zum Verplempern geben.
  7. #266

    Probefahrt gefällig?

    Zitat von tatortreiniger Beitrag anzeigen
    Sagen Sie das mal den ganzen Ossis, die mit Ihren dicken Schlitten unterwegs sind.
    Mit einem Melkus RS 200 brauchen sie auf der dreispurigen Autobahn von Chemnitz nach Dresden keine 20 Minuten. Die ursprüngliche Strecke gab es übrigens schon vor dem WK II. Hat damals mit einem Horch (aus Zwickau) oder dem DKW-Motorrad mit Ladepumpe (aus Zschopau) bestimmt auch richtig Spaß gemacht.
  8. #267

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Oberbürgermeister besonders betroffener Städte im Ruhrgebiet wollen nun handeln und den Solidarpakt für den Aufbau Ost kündigen.
    Sehr lobenswert! Ich hoffe, das lässt sich politisch und rechtlich auch durchsetzen. Ich drücke den Oberbürgermeistern sämtliche vorhandenen Daumen!
  9. #268

    Allright

    Zitat von blackkwood Beitrag anzeigen
    ... sind nun einmal keine sozialen Veranstaltungen, sondern auf die Maximierung des Profits ihrer Eigentümer ausgerichtet.
    Das ist ja auch der Grund dafür, dass sie - im Gegensatz zu unseren Verwaltungen, Behörden, Kommunen und Politikern - ständig an der Steigerung ihrer Effizienz arbeiten müssen, um im globalen Wttbewerb bestehen zu können.

    Allerdings haben Wirtschaftunternehmen gegenüber öffentlichen Einrichtungen einen großen Nachteil:
    Wenn sie überschuldet sind, gehen sie schlicht pleite ....
    Dann stehen die Wirtschaftsunternehmen eben nur und ausschließlich für sich selbst in der Verantwortung.
    Sehr archaisch zwar, aber dann kommt das eben so, wie es gerade kommt; denn eines ist eben Fakt: nur die Wirtschaft generiert die Mittel, die gebraucht werden.
    Ignoriert man das und entläßt sie aus ihrer Verantwortung, gibts keine Mittel, ganz einfach.
    Das ganze Rumgezanke mit der Ostförderung und son Krams ist da doch nur ein Nebelkerzenwerfen.
  10. #269

    Na das kommt jetzt aber ungelegen.
    Wo doch jetzt der "Aufbau PIIGS" beginnt.