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Attentäter von Norwegen : Wahnsinn schützt vor Strafe nicht

Anders Breivik tötete mindestens 76 Menschen - perfide, hinterhältig. Er räumte die Taten ein, hält sich aber für nicht schuldig. Reicht das, um ihn als geisteskrank einzustufen? Mitnichten. Denn Wahnsinn macht die Täter nicht zu schuldunfähigen Opfern ihrer eigenen*seelischen Gestörtheit.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...776807,00.html
  1. #1

    Wer ist nicht wahnsinnig?...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Anders Breivik tötete mindestens 76 Menschen - perfide, hinterhältig. Er räumte die Taten ein, hält sich aber für nicht schuldig. Reicht das, um ihn als geisteskrank einzustufen? Mitnichten. Denn Wahnsinn macht die Täter nicht zu schuldunfähigen Opfern ihrer eigenen*seelischen Gestörtheit.

    http://www.spiegel.de/panorama/justi...776807,00.html
    ... Es gibt Wahnideen, und zwar menschenfreundliche und menschenfeindliche, liebevolle und hasserfüllte. Die Wandlung von Wein in Jesu Blut und Brot in Jesu Leib ist eine Wahnidee wie die Jungfrauengeburt und die Auferstehung. Diese Gedanken tun niemandem weh. Auch die Idee, dass Indianer, Schwarze, Tutsi, Juden etc keine Menschen sind, tun für sich niemandem weh. Weh tut er sich in Taten ausdrückende Hass der Wahnideeninhaber. Wer meint, alle töten zu müssen, wer die Auferstehung, Wandlung, Jungfrauengeburt und Göttlichkeit Jesu ablehnt, handelt im Wahnsinn. Seine Steuerungsfähigkeit ist dadurch aber nicht gemindert, denn die Gedanken sind frei. Das Tötungstabu gilt bei allen Menschen aller Kulturen. Auch die Tricks, Ethnien nicht als Menschen anzuerkennen, mindern nicht die Steuerungsfähigkeit. Denn das sind Selbstsuggestionen von Menschen, denen das Tötungstabu wohl bewußt ist. Das Bewußtsein, sich irren zu können, ist bei all diesen Wahnsinnigen vorhanden. Dieses Bewußtsein reicht.
  2. #2

    Nicht wahnsinnig

    Zitat von natterngesicht Beitrag anzeigen
    Wer ist nicht wahnsinnig?...
    Nicht wahnsinnig ist, wer Fantasie und Realität auseinander halten kann.

    Und anscheinend kann Breivik das nicht, zumal er ein fürchterlich primitives, verschwörerisches Weltbild hat. Ein paar Stichproben seines Pamphlets genügen, um zu erkennen, dass da jemand in einer in einer World-Of-Warcraft-Fantasie-Welt lebt und die Realität in ihrer Vielschichtigkeit und Komplexität zu begreifen nicht imstande ist.
  3. #3

    Warum die Ehre?

    Sie sind doch seiner wahnhaften Propagande-Idee auch schon selbst auf den Leim gegangen, indem Sie ihn in einen Zusammenhang mit Hitler und Stalin bringen.

    Das würde ihn bestimmt stolz und glücklich machen, wäre er nicht in Isolationshaft und könnte er es erfahren.

    Er ist ein namenloses Nichts, ein Niemand. Die schlimmste Strafe für ihn würde sein, würde er weggesperrt werden - ganz gleich ob in Psychiatrie oder Knast - ohne jede Chance der Kommunikation. Kein TV, Radio, Internet, Zeitungen, Besuche, Mitgefangene, nur mal ab und zu sein Rechtsanwalt oder ein Vertreter von amnesty international. In 6 Monaten würde über ihn keiner mehr reden. Und Norwegens community würde sich langsam regenerieren und auf ihre alten Werte besinnen.

    So wie bei uns gerade mit dem Bremer Kindermörder verfahren wird. Keine News mehr und er ist faktisch tot. Keine Todesstrafe, keine Folter, das wäre doch nur eine nicht angemessene Gnade für alle solchen Menschen.
  4. #4

    Schuld als Wahnidee

    Der Artikel ist von dem verbreiteten, naiven Versuch geprägt, für auf den ersten Blick unverständliche Grausamkeiten einen Verantwortlichen zu finden, "Schuld" zuzuweisen. Aber Schuld existiert nicht unabhängig von der Gesellschaft, es ist eine vom Menschen zur Bewältigung solcher Ereignisse geschaffene Kategorie. Darum ist es auch völlig müßig, hier darüber zu diskutieren, ob der eine oder andere Täter "schuldig" oder "schuldfähig" ist. Es gibt keine allgemeingültige Definition von Schuld. Das kann jeder für sich selbst ausmachen - oder eben auch nicht (siehe Nietzsche).

    Anders ist es bei den Juristen. Da Schuld eine zentrale Voraussetzung des staatlichen Strafanspruchs ist, können sich Juristen nicht um eine Entscheidung drücken. Die juristische Schuld ist aber wie gesagt auch nur ein abstraktes Gebilde, eine Zuschreibung, die das Rechtssystem vornimmt.
  5. #5

    Zitat von aotearoa! Beitrag anzeigen
    Der Artikel ist von dem verbreiteten, naiven Versuch geprägt, für auf den ersten Blick unverständliche Grausamkeiten einen Verantwortlichen zu finden, "Schuld" zuzuweisen. Aber Schuld existiert nicht unabhängig von der Gesellschaft, es ist eine vom Menschen zur Bewältigung solcher Ereignisse geschaffene Kategorie. Darum ist es auch völlig müßig, hier darüber zu diskutieren, ob der eine oder andere Täter "schuldig" oder "schuldfähig" ist. Es gibt keine allgemeingültige Definition von Schuld. Das kann jeder für sich selbst ausmachen - oder eben auch nicht (siehe Nietzsche).

    Anders ist es bei den Juristen. Da Schuld eine zentrale Voraussetzung des staatlichen Strafanspruchs ist, können sich Juristen nicht um eine Entscheidung drücken. Die juristische Schuld ist aber wie gesagt auch nur ein abstraktes Gebilde, eine Zuschreibung, die das Rechtssystem vornimmt.
    Well said.
  6. #6

    Hallo liebe Gisela, was ist denn mit dir los?

    Ansonsten stelltest du dich doch immer in "unverbrüchlicher Freundschaft" auf die Seite der unfair angeklagten, armen "Opfer der Gesellschaft"? Heute mal nicht? Ei, wieso? Willst du denn nicht auch diesmal als DifferenziererIn und VersteherIn mit Tremolo in den Zeilen, die Mutter aller Fragen in den Raum zu stellen: "Wie verzweifelt müssen Menschen sein, die so etwas tun?" und "Welche Schuld „wir“, daran haben, dass „er“ uns so hassen muss?" Na? Also, im Fall der ehrermordeten Hatun Sürücü hattest du als Labershowgast im ZDF ja doch noch ganz anders geklungen und mit engierten moralischen Zeigefinger angemahnt, dass das "Gefängnis schließlich Kriminelle ja noch vieeel krimineller" machte und das "Wegsperren ja schließlich auch keine Lösung" sei. Woher also der plötzliche Sinneswandel?
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Anders Breivik tötete mindestens 76 Menschen - perfide, hinterhältig. Er räumte die Taten ein, hält sich aber für nicht schuldig. Reicht das, um ihn als geisteskrank einzustufen? Mitnichten. Denn Wahnsinn macht die Täter nicht zu schuldunfähigen Opfern ihrer eigenen*seelischen Gestörtheit.

    http://www.spiegel.de/panorama/justi...776807,00.html
    die Tatausführung zeigt, dass der Täter zu planvollem Handeln fähig ist und wer dazu in der Lage ist, der ist auch verantwortlich für sein Tun. Egal welchen Stempel er aufgedrückt bekommt, er hat in der Freiheit nichts zu suchen, weil er andere gefährdet.
  8. #8

    Hitler war psychisch gesund und schuldfähig

    Natürlich ist der Täter wegen einer krankhaften seelischen Störung unfähig, das Unrecht der Tat einzusehen - und daher schuldunfähig. Er hat recht eindeutig eine Psychose. Und die führt selbstverständlich zu mangelnder Einsichtsfähigkeit in das eigene Handeln.

    Hitler hatte keine Psychose, sondern war psychisch vermutlich kerngesund und schuldfähig. Der Vergleich hinkt also ziemlich.

    Ich muss mal schimpfen. Von seriöser Berichterstattung kann nicht die Rede sein bei diesem Artikel.
  9. #9

    wow

    Frau Friedrichsen wird im Alter ja noch richtig radikal :D

    Vielleicht werden ja bald alle psychisch kranken Straftäter hingerichtet wie in den USA ja auch ... spart ja auch Kosten und man muss sich nicht ein Leben lang mit deren wirren Ideen herumplagen. Hmm, wie wärs, Frau Friedrichsen ?

    Nein, im Ernst, ich finde der Attentäter von Norwegen sollte öffentlich ausgestellt werden in einem Panzerglaskäfig auf dem Marktplatz von Oslo. Dann könnte er in den Gesichtern der Menschen sehen, was er angerichtet hat und in einigen Wochen, wenn niemand mehr stehen bleibt und ihm Aufmerksamkeit schenkt, hätte er seine Strafe bekommen, denn keine Aufmerksamkeit mehr zu bekommen für seine wirren Ideen und einfach ignoriert zu werden wäre sicher das schlimmste für ihn.








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