Forum


 

Attentäter Breivik in der Vernehmung: Demontage des Bösen

DPAEr wollte aus seiner Aussage vor Gericht seinen großen Auftritt machen, doch die Staatsanwältin vermasselte Anders Behring Breivik die Tour. Sie demaskierte den Attentäter von Norwegen, stutzte sein übergroßes Ego. Zurück blieb ein Mann, der sich feiert - und doch vor allem selbst betrügt.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...828145,00.html
  1. #1

    Großer Respekt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er wollte aus seiner Aussage vor Gericht seinen großen Auftritt machen, doch die Staatsanwältin vermasselte Anders Behring Breivik die Tour. Sie demaskierte den Attentäter von Norwegen, stutzte sein übergroßes Ego. Zurück blieb ein Mann, der sich feiert - und doch vor allem selbst betrügt.

    Attentäter Breivik in der Vernehmung: Demontage des Bösen - SPIEGEL ONLINE
    Ich weiß, man soll nicht verallgemeinern. Aber DIE Norweger wachsen mir in ihrer Reaktion auf diesen Massenmord richtig ans Herz.

    Als Gesellschaft stehen sie aufrecht und werden nicht zum Mob, der sein eigenes Rechtssystem in Frage stellt. Richterin und Staatsanwältin (btw. - gäbe es das in Deutschland, dass die beiden wichtigsten Figuren im wichtigsten Strafrechtsprozess des Landes weiblich sind?) sind offenbar super vorbereitet.

    Gerade an der Staatsanwältin sollte sich manch deutscher Staatsanwalt, der sich in den letzten Jahren nicht mit Ruhm bekleckert hat, ein Vorbild nehmen. Nicht Mediengeilheit - sondern einen guten Job machen.

    Und so wird dieser Typ als das dargestellt, was er ist. Kein Held, sondern ein feiger Mörder, der keine Heldentat vollbracht hat, sondern auf wehrlose, unschuldige Kinder und Jugendliche losgegangen ist. Nicht Aug in Aug gekämpft, sondern sich nur mit Lüge und Hinterlist ins Vertrauen seiner Opfer schleichen konnte.

    Das, was bisher zu sehen ist, verdient aller größten Respekt. Ich wünsche mir wirklich, dass sich hier manch einer da mal was von abschneidet.
  2. #2

    Ja, ich habe den gleichen Eindruck. Ich bin zur Zeit in Norwegen und den Eindruck, den ich hier habe, ist dass die Norweger insgesamt viel zivilisierter reagieren, als das in Deutschland je denkbar wäre.
  3. #3

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er wollte aus seiner Aussage vor Gericht seinen großen Auftritt machen, doch die Staatsanwältin vermasselte Anders Behring Breivik die Tour. Sie demaskierte den Attentäter von Norwegen, stutzte sein übergroßes Ego. Zurück blieb ein Mann, der sich feiert - und doch vor allem selbst betrügt.

    Attentäter Breivik in der Vernehmung: Demontage des Bösen - SPIEGEL ONLINE
    Nichts für ungut, aber eine Demontage sieht für mich anders aus. Interessant auch, dass in diesen Tagen die lange überwunden geglaubte Rede vom "Bösen" wieder Hochkonjunktur hat.

    Ich habe das Gefühl, dass die Artikel gerade hier auf SPON von Angst geschwängert sind. Nicht so sehr vor der "Bestie", die nun festgesetzt wurde, sondern vor denen, die kommen könnten und, da bin ich Pessimist, auch kommen werden. Im Übrigen empfinde ich die Reaktion vieler Foristen ("Totschweigen!") als fatale, infantile Schwäche, denn sie verschließt die Augen vor der Frage, wie eine als so fortschrittlich und hochstehend erachtete Gesellschaft wie die norwegische ein solches Monster gebären konnte. Auch Breivik ist in allerletzter Konsequenz ein Produkt seiner Zeit und Umstände, das sollte man nicht vergessen und es ruft die Gesellschaft als Ganze in die Pflicht. Deutschland hat dabei übrigens erst neulich im Fall der NSU kläglich versagt.
  4. #4

    leider...

    Man würde sich wünschen, er verstünde am Ende, was er getan hat. Aber ich fürchte da ist er jenseits von.
    Es ist keine Schande zu versagen aber monströs, dutzende junge Menschen für den eigenen Stolz zu opfern.
  5. #5

    Warum kann SPON nicht einsehen, dass ein kranker Mensch, der an einer Krankheit aus dem schyzophrenen Formenkreis leidet nicht seine Lüge (die für uns zwar offensichtlich ist) als solche erkennen kann.
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er wollte aus seiner Aussage vor Gericht seinen großen Auftritt machen, doch die Staatsanwältin vermasselte Anders Behring Breivik die Tour. Sie demaskierte den Attentäter von Norwegen, stutzte sein übergroßes Ego. Zurück blieb ein Mann, der sich feiert - und doch vor allem selbst betrügt.

    Attentäter Breivik in der Vernehmung: Demontage des Bösen - SPIEGEL ONLINE
    Und so verpasst die Staatsanwältin Breivik die Höchststrafe, die Breivik am meisten weh tun muss: die Entlarvung als Hochstapler und somit die Versagung der Anerkennung. Jedem das Seine.
  7. #7

    Zitat von Luscinia007 Beitrag anzeigen
    Und so verpasst die Staatsanwältin Breivik die Höchststrafe, die Breivik am meisten weh tun muss: die Entlarvung als Hochstapler und somit die Versagung der Anerkennung. Jedem das Seine.
    Wobei es nicht darauf ankommt, was Breivik denkt, sondern seine heimlichen Bewunderer. Sollte er wahnkrank sein, ist sein Wahsystem sowieso hermetisch abgedichtet.
  8. #8

    Mich beeindruckt der zivilisierte Umgang des norwegischen Rechtssystems. Dass sie Breivik reden lassen u. sich mit ihm konfrontieren widerlegt seine Aussage, dass es in seiner Heimat keine Redefreiheit gebe.
  9. #9

    Die Frage ist nicht, ob ein Psychopath Krankheitseinsicht hat, sondern ob er die Rechtswidrigkeit seines Tuns erkennen kann. Dies konnte B. offenbar, denn er fordert ja für sich die Todesstrafe. Er gibt zu, sich bewußt zu den schwersten Straftaten entschlossen zu haben. M. E. hat er durchaus die Steuerungsfähigkeit gehabt, davon abzulassen. Das unterscheidet ihn z. B. von der Lafontaine-Täterin Adelheid Streidel, die angab, von Jesus den Auftrag erhalten zu haben, einen Politiker zu töten.


TOP



TOP