Forum


 

Attentäter Breivik in der Vernehmung: Demontage des Bösen

DPAEr wollte aus seiner Aussage vor Gericht seinen großen Auftritt machen, doch die Staatsanwältin vermasselte Anders Behring Breivik die Tour. Sie demaskierte den Attentäter von Norwegen, stutzte sein übergroßes Ego. Zurück blieb ein Mann, der sich feiert - und doch vor allem selbst betrügt.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...828145,00.html
  1. #10

    Laien tun sich eben schwer

    Zitat von turo Beitrag anzeigen
    Warum kann SPON nicht einsehen, dass ein kranker Mensch, der an einer Krankheit aus dem schyzophrenen Formenkreis leidet nicht seine Lüge (die für uns zwar offensichtlich ist) als solche erkennen kann.
    mit psychiatrischen Erkrankungen. Das betrifft nicht nur SPON, sondern offenbar fast alle Schreiber und Kommentatoren über alle Medien.
    Das betrifft ja vor allem die dortige Staatsanwaltschaft, die sich einen willfährigen Gutachter suchte, nachdem der erste Gutachter (oder waren es sogar zwei ?) zu einem unerwünschten, aber fachlich korrekten Ergebnis kam. Die Staatsanwaltschaft hat damit Schuld auf sich geladen, ebenso das Gericht, das diesen Unsinn akzeptierte und jetzt gnadenlos durchzieht. Es ist in der Tat schwer erträglich zu sehen, wie individueller Wahnsinn offenbar reflektorisch kollektiven Wahnsinn erzeugen kann, irgendwie beängstigend. Aber war diese unselige Dynamik nicht schon oft so?


    ,
  2. #11

    Aber woher nehmen ...

    Zitat von darpan Beitrag anzeigen
    mit psychiatrischen Erkrankungen. Das betrifft nicht nur SPON, sondern offenbar fast alle Schreiber und Kommentatoren über alle Medien.
    Das betrifft ja vor allem die dortige Staatsanwaltschaft, die sich einen willfährigen Gutachter suchte, nachdem der erste Gutachter (oder waren es sogar zwei ?) zu einem unerwünschten, aber fachlich korrekten Ergebnis kam. Die Staatsanwaltschaft hat damit Schuld auf sich geladen, ebenso das Gericht, das diesen Unsinn akzeptierte und jetzt gnadenlos durchzieht. Es ist in der Tat schwer erträglich zu sehen, wie individueller Wahnsinn offenbar reflektorisch kollektiven Wahnsinn erzeugen kann, irgendwie beängstigend. Aber war diese unselige Dynamik nicht schon oft so?
    ,
    ... Sie nun die Gewissheit, dass der erste Gutachter richtig lag und der zweite falsch?

    Woher, bitteschön?

    Ich teile nicht so ganz und gar die Euphorie einiger Foristen, was das Verhalten "der Norweger" angeht. Es gab Forderungen nach der Todesstrafe, sogar einer der Schöffen hatte diese gefordert - wie man lesen konnte. Aber ich denke doch, dass "die Norweger" diese Sache insgesamt sehr gefasst und relativ sachlich angehen.

    Woher wissen Sie nun, dass ich da falsch liege?
  3. #12

    Es gibt immer Ausnahmen. Entscheidend ist aber, dass die Institutionen und auch die Mehrheit der Bevölkerung sehr rational mit dem Fall umgehen, zumindest viel rationaler, als das zum Beispiel in Deutschland denkbar wäre.
  4. #13

    Zitat von webflash Beitrag anzeigen
    Die Frage ist nicht, ob ein Psychopath Krankheitseinsicht hat, sondern ob er die Rechtswidrigkeit seines Tuns erkennen kann. Dies konnte B. offenbar, denn er fordert ja für sich die Todesstrafe. Er gibt zu, sich bewußt zu den schwersten Straftaten entschlossen zu haben. M. E. hat er durchaus die Steuerungsfähigkeit gehabt, davon abzulassen. Das unterscheidet ihn z. B. von der Lafontaine-Täterin Adelheid Streidel, die angab, von Jesus den Auftrag erhalten zu haben, einen Politiker zu töten.
    Das ist so meines Erachtens nicht ganz richtig dargestellt. Er selbst sagt ja eben nicht, dass sein Morden eine Straftat sei, sondern eine Notwehrreaktion. Daher plädiert er ja auch auf unschuldig - d. h. er ist sich eben nicht bewusst, eine Straftat begangen zu haben.
  5. #14

    Ja, das ist ja die Krux

    Zitat von kjartan75 Beitrag anzeigen
    Das ist so meines Erachtens nicht ganz richtig dargestellt. Er selbst sagt ja eben nicht, dass sein Morden eine Straftat sei, sondern eine Notwehrreaktion. Daher plädiert er ja auch auf unschuldig - d. h. er ist sich eben nicht bewusst, eine Straftat begangen zu haben.
    dieser Erkrankung, die Täter stehen für Ihre Taten ein, haben sich aber
    einen Rechtfertigungs zurechtgezimmert, von dem sie nicht abweichen können, weil sie davon überzeugt sind.
    Darum wollen sie als Strafttätere in die Haft des verhassten Staates gehen und nicht
    in die Psychatrie eingewiesen werden.
  6. #15

    Ja, das ist ja die Krux

    Zitat von kjartan75 Beitrag anzeigen
    Das ist so meines Erachtens nicht ganz richtig dargestellt. Er selbst sagt ja eben nicht, dass sein Morden eine Straftat sei, sondern eine Notwehrreaktion. Daher plädiert er ja auch auf unschuldig - d. h. er ist sich eben nicht bewusst, eine Straftat begangen zu haben.
    dieser Erkrankung,
    Die Täter stehen für Ihre Taten ein, haben sich aber
    einen Rechtfertigungsgrund zurechtgezimmert, von dem sie nicht ablassen können, weil sie vom Recht ihres Tuns überzeugt sind.

    Darum wollen sie als Strafttäter in die Haft des verhassten Staates gehen , wenn schon nicht freigesprochen, und nicht
    in die Psychatrie eingewiesen werden.
  7. #16

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er wollte aus seiner Aussage vor Gericht seinen großen Auftritt machen, doch die Staatsanwältin vermasselte Anders Behring Breivik die Tour. Sie demaskierte den Attentäter von Norwegen, stutzte sein übergroßes Ego. Zurück blieb ein Mann, der sich feiert - und doch vor allem selbst betrügt.

    Attentäter Breivik in der Vernehmung: Demontage des Bösen - SPIEGEL ONLINE
    " Demontage des Bösen"
    Nichts für ungut, aber dieser Artikel ist des Spiegels " unwürdig" ;)
    Breivik ist also vielleicht gar das Böse in Person ?
    Vielleicht gar der Teufel in Menschengestalt persönlich?
    Und das wird demontiert durch den Prozess??
    sorry, aber so wirkt für mich dieser Artikel.

    Wenn man schon solche Ausdrücke benutzt als Journalist, darf man nicht vergessen das dem tatsächlich "Bösen" oft zugejubelt wurde.
    Diktatoren der Vergangenheit, Hitler, Stalin, Pol Pot, Mao..etc.
    Nicht nur diktatorischen Volksvertretern auch demokratische Volksvertreter haben durch ihre Entscheidungen mehr Menschenleben auf dem Gewissen als ein Anders-Behring Breivik.


    Der Unterschied nur solche Menschen haben andere ja nur "indirekt" umgebracht.

    Stalin hat mehere Millionen Unschuldiger auf seinem Konto , Hitler ebenso - wobei Hitler niemals auch nur einmal in einem KZ war obwohl er verantwortlich war ( unter anderem an dem Tod an sechs Millionen Juden)
    Solche "Menschen" sind trotz allem weit schlimmer als es ein Breivik jemals sein konnte.
    Solche Menschen haben Millionen getötet und sich nicht mal die Hände schmutzig gemacht dabei.

    Wie dem auch sei...Breivik sollte selbst vor die Wahl gestellt werden, entweder ausnahmsweise wieder für ihn die Todesstrafe, oder geschlossene Anstalt oder lebenslang ins Gefängniss.
    raus kann er nicht mehr - irgendwo würde er erkannt und dann könnte es Lynchjsustiz geben - dann wäre er sowieso tot.
    Die Opfer macht es nicht mehr lebendig und den Schmerz der Angehörigen lindert es auch nicht, aber auch Breivik hat sein eigenes Leben damit endgültig zerstört , an dem Tag an dem er siebenundsiebzig Menschen eiskalt erschossen, ermordet hat , rauskommen kann der nicht mehr - sein ganzes Leben nicht mehr
    ( immerhin ist er erst 33 Jahre alt)
    Würde er ( hypothetisch gemeint natürlich) freikommen würde er nicht lange leben sobald ihn jemand erkennt.
    Das einzig trostvolle, anscheinend weiss er es aber nicht das er auch sein eigenes Leben zerstört hat.
  8. #17

    Zu viel Öffentlichkeit

    Der Mann ist ein Blender. Vielleicht auch ein Verblendeter, aber mit Sicherheit kein Kämpfer für "Irgendetwas". Wenn er das wäre und ein Zeichen hätte setzen wollen, wäre er mit seiner Waffe in der Hand gegen die Polizisten oder Militärs gefallen. Ist er aber nicht. Er hat sich sofort ergeben.
    Hätte er so gehandelt, könnte man ihm seine kruden Gedanken vielleicht noch als Überzeugung abnehmen. So nicht!
    Dieser mediale Hype gilt also einem, ich weiß nicht was, ist aber auf alle Fälle unangemessen und nicht sinnvoll.
    Wegsperren auf Lebenszeit um die Gesellschaft zu schützen.
    Und zum Vollzug: Eine Gemeinschaftszelle mit ein paar Gewaltkriminellen mit Migrationshintergrund wird sich doch finden lassen. Da kann er Erfahrung sammeln und mit ansehen, dasss deren Strafe irgendwann endet.
    Aber bitte in aller Stille. Dieser Hype treibt doch nur Andere zur Nachahmung an
  9. #18

    .

    Zitat von Dark Agenda Beitrag anzeigen
    Man würde sich wünschen, er verstünde am Ende, was er getan hat. Aber ich fürchte da ist er jenseits von.
    Es ist keine Schande zu versagen aber monströs, dutzende junge Menschen für den eigenen Stolz zu opfern.
    ein sehr schöner Beitrag, vollumfänglich sekundiert.
    Man kann die norwegische Gerichtsbarkeit weiterhin zu ihrem Vorgehen nur beeindruckt beglückwünschen. Diese Leute leben da ein Ideal, das ich für utopisch gehalten hatte.

    Wenn diese Frau es schaffen sollte, ihn dazu zu bringen, daß er begreift, wirklich begreift, was er da angerichtet hat, hat sie mehr erreicht und ihn schlimmer 'bestraft' als alle die Todesstrafe-Reflex-Kreischer hier und überall.

    Ach, Norwegen... woher nimmst du deine Weisheit?
  10. #19

    Alles richtig! Aber ...

    Zitat von Lorbeerblatt Beitrag anzeigen
    Ich weiß, man soll nicht verallgemeinern. Aber DIE Norweger wachsen mir in ihrer Reaktion auf diesen Massenmord richtig ans Herz.
    Als Gesellschaft stehen sie aufrecht und werden nicht zum Mob, der sein eigenes Rechtssystem in Frage stellt. Richterin und Staatsanwältin (btw. - gäbe es das in Deutschland, dass die beiden wichtigsten Figuren im wichtigsten Strafrechtsprozess des Landes weiblich .....
    Für Massenmörder gibt es keinerlei Entschuldigung. Man muss dieses Subjekt nicht analysieren -oder bloß stellen. Man muss sie aus der Gesellschaft, aus der sie sich selbst durch ihre Taten ausgeschlossen haben, entfernen.

    Sperrt solche Subjekte einfach in einen leeren und verlassenen Bergwerksstollen - min. 1 KM unter der Erde - ein. Füttert sie, tränkt sie, gebt ihnen 12 Stunden Licht - und überlasst sie ansonst der Natur.

    Mehr "Rechte", mehr "Bühne", mehr "Sozialisation" sollte man so etwas nicht einräumen. Keine Sonne - nie mehr!
    Und gut ist.
    Das bringt die Toten nicht zurück, leider, - aber der (die) Mörder werden vermutlich aus ihrer Traumwelt in die Realität geholt - und haben dann Zeit, sich selbst ein Urteil über ihre Taten zu bilden. Oder auch nicht. In this or any other case - who cares about them any more?








TOP



TOP