Zitat von
mardas
"Die zweite Holland'sche Ergänzung aber ist eine, die aus heutiger Sicht, mit Blick auf Facebook, Vorratsdatenspeicherung und Datenschutzdebatte nachgerade prophetisch klingt. Sie lautet: "Öffentliche Daten nützen, private schützen.""
Das ist sehr wichtig. Denn oftmals wird Transparenz der Regierungen mit Transparenz des Einzelnen gleichgesetzt, um diese völlig gegensätzlichen Dinge ineinanderzuformen und Ersteres in Misskredit zu bringen.
In Deutschland gilt das Volkssouverän, und daher hat eine Regierung überhaupt keine Rechte, wenn sie nicht im Sinne des Volkes handelt. Daher muss die Regierung vom Volke überwacht werden, beziehungsweise muss deren Informationen auch allen zugänglich gemacht werden, denn erst dann trägt sie dem Volkssouverän Rechnung.
Die private Tranparenz steht sogar gegen das Volkssouverän, denn sie ist gegen persönliche und bürgerliche Freiheiten eingestellt von der Seite von Staat oder Konzernen.
Bitte also nicht verwechseln. Die Stasi wusste alles über seine Bürger. Die Bürger wussten nichts über ihren Staat. Und hätten wir WikiLeaks vor Jahrzehnten schon gehabt, wäre uns Dolchstoßlegende, Hitlerdiktatur, Stalindiktatur und vieles mehr erspart geblieben. Was wäre denn, wenn die Norkoreaner auf einmal wüssten, was ihre Regierung treibt? Ist da Transparenz fehl am Platze? Nein.
Gut möglich, dass WikiLeaks viel zur Vermeidung von Propaganda und Regierungsrepressionen beitragen kann, aber das geht nur, wenn es weiterarbeiten kann.
Hoffentlich hat die globale Kampagne verschiedenster Regierungen gegen Assange keinen Erfolg...