Attacke auf Verlage: Wie*Amazon den Buchmarkt erobern will

Amazon startet eine Großoffensive. Bisher hatte das Versandunternehmen*nur Händler im Visier - jetzt funkt*es auch Verlagen ins Geschäft. Immer mehr Autoren*veröffentlichen ihre Bücher direkt über das Online-Kaufhaus, sie werden angelockt von mehr Geld und mehr Mitsprache.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...792364,00.html
  1. #1

    Die Zeiten ändern sich eben!

    Es gab mal eine Zeit, da war der Beruf des Nachtwächters, der des NAchts durch die Straßen zog und verkündete, dass alles ruhig ist, etwas völlig normales. Unvorstellbar, dass es den irgendwann nicht mehr geben könnte.

    Aber das ist geschehen.

    Wissen wird zu Papier gebracht und unter das Volk gebracht. Das Vokk wurde größer und es wurde die Druckerpresse erfunden. Diese Waren teuer und auch die Verteilung des Produktes "Buch" wurde komplizierter - die Geburtsstunde der Verlage. Unvorstellbar, dass es diese irgendwann nicht mehr geben könnte.

    Aber das geschieht gerade.

    Welches Existenzrecht haben Verlage heute noch? Sie sind ein Großhändler in einem Markt, der den Großhandel nicht mehr braucht. Drucken auf Papier ist genauso anachronistisch wie das meißeln von Buchstaben in Steinplatten - eben Geschichte. Gibt es hier einen, der noch glaubt, das in 20 Jahren noch irgend jemand so etwas wie "Papier" zu Hause hat? Abgesehen vom WC natürlich...

    Das es im Bereich "Buch" wohl Amazon sein wird, der fürs erste die Nase vorn ist nur ein Beweis dafür, dass dieses Unternehmen die neue Realität als erster erkannt und auch aktiv gefördert hat - so was nennt man Schaffung eines Marktes. Das dabei andere Gewerke in die Opferrolle kommen ist, historisch gesehen, das normalste auf der Welt.

    Buch-Verlage sind zu Opfer geworden, weil sie im grunde nichts produzieren. Sie wandeln lediglich ein existierendes Produkt in ein anderes Medium um. Hier leigt wohl auch die Rettung der Zeitungs- und Magazinsverlage: Die erschaffen ihr Produkt wirklich selbst - und das genutzte Medium ist nicht von Wichtigkeit. Dem "Spiegel" ist es doch völlig egal, ob es ihn in 10 Jahren noch gedruckt gibt oder nicht - solange er in seiner E-Ausgabe da ist.
  2. #2

    Schlimm, schlimm

    Jeder zweite Artikel heute ist angefüllt mit Fehlern.
    Feiert man bei SPON eine verfrühte Weihnachtsfeier oder ist dort wirklich keiner in der Lage die Artikel vor der Veröffentlichung noch einmal Korrektur zu lesen?

    "der den Deal kurz vor der aus dem Hut zog"
    Hmm, vor der was? Vor der Konkurrenz? Vor der Abenddämmerung?
    Vor der Regenzeit?

    Liebe Leute, gebt euch doch mal etwas mehr Mühe.
    Danke.
  3. #3

    Polemischer Artikel

    Im Artikel wird nicht gerade mit Polemik gegeizt. Kannibalismus, Wildern, ...

    Wie furchtbar auch, dass ein Unternehmen sich erdreisten konnte, die Entwicklung der Medienlandschaft und des Internets zu nutzen und den Autoren bessere Bedingungen anzubieten! Wie unverfroren, dass Amazon vom Dauerschlaf der Verlage profitiert hat, die sich an die veränderten Bedingungen nicht anpassen wollten!

    Hier passiert etwa dasselbe wie mit der Musikindustrie. Fehlt nur noch, dass die Verlagslobby genauso bockt und mit aller Macht versucht, irrwitzige Gesetzesänderungen durchzudrücken, um sich nicht anpassen zu müssen. Oder tut sie das schon?
  4. #4

    Verwerflich

    wäre das Geschäftsgebaren von Amazon nur, wenn sie ausschließlich Erfolgsautoren mit besseren Konditionen und besseren Verlagsbedingungen ködern würden.
    Solange aber Amazon keine Sonderbedingungen für erfolgreiche Autoren schafft, solange kann ich das nicht für verwerflich halten.

    Die meisten Autoren verdienen mit Ihren Büchern bei normalen Verlagen sehr wenig. So wenig, dass in Deutschland nur eine Hand voll von Romanautoren von der Arbeit leben kann.
    Wenn Amazon bessere Konditionen bietet, muss man die Autoren verstehen, dass vielleicht der eine oder andere so vielleicht doch als Autor leben kann.

    Verlage sind schließlich kein Selbstzweck. Und wenn die angeboten Gegenleistungen im Marketing und Lektorat von den Autoren nicht als angemessen für die hohen Verlagsmargen gesehen werden, dann ist es deren gutes Recht sich nach besseren Bedingungen umzusehen.
  5. #5

    gelauncht?

    "...sowie das erst vergangene Woche gelaunchte 47North (Science-Fiction, Horror, Kultromane)."

    'Diskutieren Sie diesen Artikel'
    Aber gerne doch.
    Schrecklich, dieses Denglish! Scheußlich! Nach Lektüre dieses Artikels überaus schlecht gelaunt!
    Was die Spon-Schreiberlinge heutzutage alles so vom Stapel lassen. Liegt wohl zu nah am Hafen, die Redaktion, hä?
    Könnt Ihr denn kein deutsch mehr?
  6. #6

    .

    Zitat von Atermortuus Beitrag anzeigen
    Es gab mal eine Zeit, da war der Beruf des Nachtwächters, der des NAchts durch die Straßen zog und verkündete, dass alles ruhig ist, etwas völlig normales. Unvorstellbar, dass es den irgendwann nicht mehr geben könnte.

    Aber das ist geschehen.

    Wissen wird zu Papier gebracht und unter das Volk gebracht. Das Vokk wurde größer und es wurde die Druckerpresse erfunden. Diese Waren teuer und auch die Verteilung des Produktes "Buch" wurde komplizierter - die Geburtsstunde der Verlage. Unvorstellbar, dass es diese irgendwann nicht mehr geben könnte.

    Aber das geschieht gerade.

    Welches Existenzrecht haben Verlage heute noch? Sie sind ein Großhändler in einem Markt, der den Großhandel nicht mehr braucht. Drucken auf Papier ist genauso anachronistisch wie das meißeln von Buchstaben in Steinplatten - eben Geschichte. Gibt es hier einen, der noch glaubt, das in 20 Jahren noch irgend jemand so etwas wie "Papier" zu Hause hat? Abgesehen vom WC natürlich...

    Das es im Bereich "Buch" wohl Amazon sein wird, der fürs erste die Nase vorn ist nur ein Beweis dafür, dass dieses Unternehmen die neue Realität als erster erkannt und auch aktiv gefördert hat - so was nennt man Schaffung eines Marktes. Das dabei andere Gewerke in die Opferrolle kommen ist, historisch gesehen, das normalste auf der Welt.

    Buch-Verlage sind zu Opfer geworden, weil sie im grunde nichts produzieren. Sie wandeln lediglich ein existierendes Produkt in ein anderes Medium um. Hier leigt wohl auch die Rettung der Zeitungs- und Magazinsverlage: Die erschaffen ihr Produkt wirklich selbst - und das genutzte Medium ist nicht von Wichtigkeit. Dem "Spiegel" ist es doch völlig egal, ob es ihn in 10 Jahren noch gedruckt gibt oder nicht - solange er in seiner E-Ausgabe da ist.
    ein buch ist auch ein haptisches erlebnis und wird es immer geben. genauso wie es papier immer geben wird, trotz des siegeszuges der computer.
  7. #7

    Find ich gut

    denn von den gegenwaertigen Verlagen wird man als Author nur beschi... es sei den man ist schon ein ganz Beruehmter. Ich kann mich noch recht gut erinnern an meine erste Begegnung mit diesen Leuten, die boten mir einen Anteil von 5% von den verkauften Buechern sont nichts, das ist Ausbeutertum, hoffe das Amazon diesen Typen virtuell den Staub zum fressen gibt.
  8. #8

    stimmt

    Zitat von Atermortuus Beitrag anzeigen
    Welches Existenzrecht haben Verlage heute noch? Sie sind ein Großhändler in einem Markt, der den Großhandel nicht mehr braucht.
    Ich stimme voll und ganz zu. Die Zeiten ändern sich und gewohnte Geschäftspraktiken ändern sich eben auch. Da gibt es immer jemanden, der auf der Strecke bleibt.

    Amazon hat seine Marktmacht genutzt und wird noch mächtiger. Hätte es Amazon nicht gemacht, würde es andere Online-Firmen geben, die den veraltetem Verlagssytem das Geschäft wegnehmen.

    Die Verlage haben sich auf ihrem goldenen Thron ausgeruht und alle Anzeichen eines Trendwechsels verschlafen. Das wundert mich nun tatsächlich. Wie kann man nur so blind sein.
    Aber anderen Sparten wird es ähnlich gehen. Banken, so wie wir sie heute kennen, wird es in absehbarer Zeit auch nicht mehr geben.
  9. #9

    Relativierer denken wieder einmal zu kurz

    Die Gefahr steckt nicht in der Entwicklung des Mediums Buch, sondern im Verlust an Pluralität durch Konzentration auf einige Mediengiganten.
    Es wird ein Verlagesterben einsetzten mit dem Effekt daß die thematische und ideologische Bandbreite schrumpfen wird. Wer weiß ob jemand noch ein Buch über Evolutionstheorie verlegt bekommt, und ob man ihm nicht nahelegt eines über die Schöpfung zu schreiben. Wird Scholl-Latour abgewiesen, gleichzeitig ein Buch erscheinen "Der nahe Osten- wo Satan, Ökoterroristen und Sozialisten wohnen"?
    Dadurch wird unerwünschtes Geschriebenes in Marktnischen gedrängt, und diese Marktnischen werden medial zum Spinner- bzw. Feindesareal erklärt, einfach zu Unrecht mit in die bereits existente Ecke geschoben, die schon jetzt mit Verschwörer- und Aufklärerkram die Extremisten aller Sorten bedient.
    Die Entwicklung an sich ist technisch betrachtet unvermeidlich und in Ordnung, sie muß aber genau beobachtet werden daß eine Ausgewogenheit entstehen kann und nicht durch die Wahl des Angebotes die Denke der Allgemeinheit in eine ungesunde Richtung manipuliert wird.

    Erinnern wir uns bitte daran, daß erst kürzlich PayPal die Konten von ebay-Händlern gesperrt hat, weil diese mit kubanischen Zigarren gehandelt haben.