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Attacke auf Verlage: Wie*Amazon den Buchmarkt erobern will
Amazon startet eine Großoffensive. Bisher hatte das Versandunternehmen*nur Händler im Visier - jetzt funkt*es auch Verlagen ins Geschäft. Immer mehr Autoren*veröffentlichen ihre Bücher direkt über das Online-Kaufhaus, sie werden angelockt von mehr Geld und mehr Mitsprache.
http://www.spiegel.de/kultur/literat...792364,00.html
- #40 18.10.2011 14:26 von E. Bär
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Wenn es für Autoren wirklich einfacher und lohnender ist, ihrer Werke direkt über Amazon zu publizieren und zu vertreiben, warum sollten sie es dann nicht tun?
Was eine gewisse Monopolstellung des Versandhandels betrifft, da schießt sich der Buchhandel teils selbst ins Bein. Gerade auf dem "platten Land" finden sich in Buchhandlungen meist nur noch ein paar Kochbücher und vielleicht eine Hand voll aktueller Bestseller. Für den restlichen Bedarf des Lesers heißt es: "Das können wir ihnen bestellen." Ja, danke, das kann ich inzwischen auch selbst, und dafür muss ich nicht ein einziges Mal vor die Tür. Wozu ist eine Buchhandlung gut, in der es außer Kochbüchern nichts zu erstöbern und zum Probelesen gibt? Allenfalls zum Weinen über den Untergang einer Kultur. - #41 18.10.2011 14:26 von
Übersetzungsfehler
Mein Eindruck ist offen gestanden, dass SPON sich gelegentlich ganz einfach bei der ausländischen Presse bedient und dabei schlecht übersetzt. Oder mögen die vielleicht indische Leihschreiber haben? Das ist mir heute schon einmal aufgefallen, als der erste Satz eines Artikels hieß "Gestartet hat alles mit..." Genau genommen werden auf Deutsch nur Maschinen oder Rennen gestartet. Artikel, Ereignisse oder Geschichten "beginnen" im allgemeinen. Oder sie "fangen an". "Everything started with..." ist eher eine englische Annäherung an einen Anfang und so ist es ja wohl auch mit den gelaunchten Firmen.
Ob Amazon das wohl in den von Ihnen gelaunchten Romanen bereinigt hätte oder startet da gerade eine Zeit des unfreiwilligen Esperanto? - #42 18.10.2011 14:27 von
Keine Titel mehr auf dem Markt
Die Sorgfalt im Lektorat lässt aber scheinbar auch zunehmend nach, gleiches gilt für sprachlich überzeugende Übersetzungen. Bei Verlagen mit einem Schwerpunkt im Massengeschäft ist manchmal von einem Lektorat fast gar nichts mehr wahrzunehmen.
Falls der Zeitpunkt einmal erreicht sein sollte, zu dem ein vielfältig strukturierter Medienmarkt nicht mehr existiert, werden vielleicht auch einige derer, die ihn jetzt gerade für nutzlos oder überflüssig erklären, einen echten Verlust bemerken. Bis dahin können sie ja den Weg von Marktführern zu Monopolisten frenetisch bejubeln.
Bis in die Neunziger Jahre hinein hat nur eine verschwindend kleine Anzahl Menschen den Siegeszug des Internets vorhergesehen. Ein Großteil von Prognosen, gerade sozialer und technischer Entwicklungen, erwies sich in der Realität als Unsinn. Ebensolcher Unsinn sind Aussagen wieOb man die Prognose in Form einer rhetorischen Frage stellt oder eine Entwicklung die sich in kaum mehr als einem Jahrzehnt vollzogen hat, mit der Antike zu vergleichen versucht, Unsinn bleibt Unsinn. Was aber auch nicht erstaunt, wenn man von Medien-, Buch- und Schriftgeschichte offensichtlich weitgehend unberührt geblieben ist.Drucken auf Papier ist genauso anachronistisch wie das meißeln von Buchstaben in Steinplatten - eben Geschichte. Gibt es hier einen, der noch glaubt, das in 20 Jahren noch irgend jemand so etwas wie "Papier" zu Hause hat?
Über steinerne Inschriften können wir uns übrigens austauschen, weil diese immerhin einen Zeitraum von mehreren Tausend Jahren in einer Form überstanden haben, die bis heute ein Lesen der Texte ermöglicht. Wie die Welt nach weiteren Jahrtausenden aussehen wird, keiner von uns weiss es. Es besteht zumindest eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass etwa eine römische Inschrift auch dann noch lesbar sein wird. Während wiederum praktisch alles, was wir derzeit elektronischen Formaten oder auch Papier anvertrauen ganz einfach nicht mehr existieren könnte. - #43 18.10.2011 14:29 von
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Da sehe ich kein Problem für amazon - sofernb es sich um neue Werke handelt.
amazon tritt als Verlag auf. Damit gelten die Bestimmungen des Gesetzes für amazon. Und? Da die dann ohnehin als Monopol vertreiben, haben dann in der Tat alle Bücher denselben Preis. Sogar ganz ohne Gesetz.
Was man von einem Monopolisten auf dem Buchmarkt hält (egal ob nun als Autor oder als Konsument), steht auf einem ganz anderen Blatt. Eine Weile wird das Vorteile bieten. Eine Weile... - #44 18.10.2011 14:29 von
Nur noch Leser und Autor...
...Jeder Autor kann mit seinem Server sein e-book verkaufen, im Eigenverlag - Amazon überflüssig, keine Buchpakete mehr, keine abgeholzten Wälder - und keine vollgerammelten Regale mit Büchern, die doch keiner mehr liest. Eine (verschlafene) Industrie verschwindet vollständig, dafür kommt ein neues Geschäftsmodell. Und sollte die Machtkonzentration zu groß werden bei Amazon - dann gibt´s halt wieder ein neues Geschäftsmodell.
- #45 18.10.2011 14:30 von
Lesen ohne Lektor
Sie wissen offenbar nicht, was ein (Buch-)Verlag ist bzw. was der genau macht und was dessen Part bei Herstellung eines Buches (allgemeiner: einer Publikation) ist/war. Und das würde ich gar nicht mal Ihnen vorwerfen (etwa als Bildungslücke), sondern es ist vielmehr ein Zeichen, dass die Zeiten sich in der Verlagsbranche bereits so sehr geändert haben, dass der Beruf des Lektors für viele heute in etwa so exotisch ist wie der des Sattlers.
Jedenfalls war die "Verteilung des Produktes Buch", wie Sie es nennen, von je her Aufgabe des Buchhandels, nicht die des Verlages. (Wobei der natürlich eine Vertriebsabteilung hat.) Und der größte Buchhändler heißt seit langem Amazon. Auch das Drucken ist nicht das Kerngeschäft von Verlagen (auch wenn die früher manchmal eine eigene Druckerei hatten); das machen die Druckereien, die in der Regel unabhängige Unternehmen sind. Nach Ihrer Argumentation müssten also (Groß-)Buchhändler und Druckereien verschwinden, nicht die Verlage.
Verlagen sollten eigentlich: Buchprogramme gestalten, Autoren betreuen, deren Manuskripte lektorieren. Man kann ihnen vorwerfen, dass sie das immer mehr vernachlässigt haben. Aber Amazon wird das erst recht nicht tun. Lesen heißt auf Lateinisch legere, und daher stammt auch das Wort Lektor. Ob der Leser ohne Lektor wirklich besser dran ist, wage ich zu bezweifeln. - #46 18.10.2011 14:33 von
... immer noch keiner...
Was Sie dabei geflissentlich übersehen: Ein identischer Laptop kostet z.B. beim Mediamarkt heute mehr als beim kleinen PC-Händler um die Ecke, der dazu sogar noch eine eigene Werkstatt betreibt.
@ qwertzuiop: Bei einem E-Book tritt der Verlag (oder Amazon oder der Autor im Selbstverlag) sehr wohl in Vorleistung. Lektorat/Korrekturen, Satz/Layout und die programmiertechnisch ansprechende Umsetzung verursachen sehr wohl Kosten - wenn auch weniger als ein gedrucktes Buch. Weshalb übrigens die Startauflagen in den vergangenen Jahren zwecks Risikominimierung immer kleiner geworden sind.
@ KarlRad: Kann nur zustimmen.
@ syracusa: dito.
Und von wegen künstliches Kartell will Buchpreisbindung erhalten für völlig überteuerte Produkte: Ein Roman mit 500 Seiten für 7,95 oder 8,95 im VK - bitte mal anhand der Zahlen von KarlRad und einem Angebot aus einer normalen Offset-Druckerei nachkalkulieren. Keiner derjenigen, die in diesem Forum auf die Verlagsbranche schimpfen, würde dieses Risiko freiwillig eingehen. Was das Verschlafen neuer Trends angeht - in der Tat, hier sollten sich viele Verlage wohl wirklich etwas mehr bewegen... - #47 18.10.2011 14:33 von
Sehe ich nicht so
In den 50er Jahren war bei uns Literatur staatlich zensiert, z.B. Bücher von Henry Miller. Hätte es damals Internet gegeben wären solche Verbote unwirksam gewesen. Heute sieht man das bei Computerspielen, die der staatlichen Zensur zum Opfer fallen. Kann man trotzdem kriegen. Sollte sich z.B. Amazon entscheiden wegen innenpolitischem Druck in den USA , keine Bücher über Evolution zu veröffentlichen, ist die Welt groß genug um sie woanders herzukriegen.
Zensur funktioniert nicht mehr im Internetzeitalter. Gerade bei kulturellen Produkten können Monopole leicht umgangen werden. - #48 18.10.2011 14:33 von
Schön, dass Sie Apple anführen ...
... weil genau Apple das so im allgemeinen nicht handhabt. Es gibt eine Reihe von Beispielen, bei denen Apple von seiner Marktmacht Gebrauch machte, und Apps, die nicht in das willkürlich gewählte Apple Weltbild oder Marketinginteresse passten, geblockt hat. Beispiel der Web-Browser Opera, um mal was ganz Harmloses zu nennen, wer Lust hat zu googlen erhält mehr Beispiele.
Also, warum sollten ähnlich marktbeherrschende "Verlage" sich zurückhalten, ihre Marktpositon zu "missbrauchen"? - #49 18.10.2011 14:37 von
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