Forum


 

Attac und die Krise: High Noon für die Hedgefonds-Hasser

Alarm schlagen ist ihr Geschäft: Ungezügelter Kapitalismus werde die Welt ins Unglück reißen, die Finanzwelt gehöre hart reguliert, warnen Globalisierungskritiker seit Jahren. Doch jetzt, da diese Sätze Allgemeingut sind, hadern sie trotzdem mit ihrer Rolle - ein Besuch bei der Basis von Attac.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...626491,00.html
  1. #80

    So, so.

    Zitat von Anarchocapitalist Beitrag anzeigen
    Die Ursache der Krise ist zweifelsfrei die Sozialpolitik unter Bill Clinton. Er hat Banken dazu gezwungen Subprime-Kredite auszugeben, damit sich jeder ein Eigenheim kaufen kann. Er hat damals sogar richtig vorausgesagt, dass dadurch das Wirtschaftswachstum angeregt wird, leider vergaß er zu erwähnen, dass die Blase mal platzen wird. Eine Teilschuld trifft natürlich auch die Menschen, die diese Kredite in Anspruch genommen haben. Das sind aber nicht Banker und Manager gewesen, sondern Menschen aus der Unterschicht. Dass die Hypothekenbanken diesen Mist, den sie produzieren mussten, hübsch verpackt weiterverkauft haben, kann man ihnen wohl kaum vorwerfen. Jeder hätte so gehandelt. Weitere Krisen dieser Art kann man in Zukunft nur durch komplette Liberalisierung der Finanzmärkte verhindern, damit Politiker die Wirtschaft nicht erneut aus wahltaktischen Gründen (persönliche Macht) ruinieren können.
    Lustig, die ursprünglich als Verschwörungstheorie der Republikaner gestartete Umdeutung der Krise hat auch hierzulande eine Reihe Anhänger gewonnen.

    Isbesondere allerdings unter denen, die in der Vergangenheit von diesem Ponzi-System profitiert haben und hoffen, es könnte irgendwie eine neue Runde geben.

    Ist ja nur allzu menschlich nur hat es sehr wenig mit der Realität zu tun.
  2. #81

    Was für ein Quatsch

    Zitat von john mcclane Beitrag anzeigen
    Anstatt ihre Schüler das Durchbrechen von Polizeiketten und das "richtige" Verhalten bei Sitzblockaden üben zu lassen, sollten die Waldorfschulen lieber mal einen praxisnahen Wirtschaftsunterricht einführen, wo man die ganz grundlegenden Dinge über das alltägliche Wirtschaften lernt. Z. B. "Was ist ein Dispokredit", "Was ist die SCHUFA", "Richtiges Verhalten bei Zahlungsverzug und drohender Überschuldung", etc. Das würde einigen die Vorstellung nehmen, das "Wirtschaft" etwas per se Böses ist, das mit aller Macht bekämpft werden muß.

    Aber in den Verdacht, sinnvolles zu lehren, sind die Waldorf-Schulen ja noch nie geraten...
    Es geht nicht gegen Dispokredite und SCHUFA.
    (Wobei ich 12% Zinsen für einen Überziehungskredit für Sittenwidrig halte und die SCHUFA mit Ihren Bewertungskriterien auch für mehr als fragwürdig - drei Anfragen von Banken beim Hauskredit und man ist unten durch usw.)
    Viel mehr geht es um Hedge-Fonds und Heuschrecken. Gegen diese Zustände sollte man etwas tun.
    Aber das dumme Wahlvolk versteht ja nicht, dass es diese Ausgeburten des Turbokapitalismus gerade mit Schwarz-Gelb im Lissaboner Vertrag festgeschrieben hat.
  3. #82

    Let's face it

    Ich entnehme dem Verlauf der Diskussion, dass Attac nicht mehr wirklich interessiert. Dem zugehörigen Bericht entnehmen wir, dass es wohl ein unschlüssiger Haufen ist, der sich in Waldorfschulen herumtreibt und sektenähnliche Seminare konsumiert, alles in leicht gehobenem Ambiente.

    Wahrscheinlich ist das eine jener Organisationen, die durch das Internet schwer an Relevanz eingebüßt haben. Es war auch etwas seltsam, dass Heiner Geissler dort mitmischen soll. Und Pax Christi. Verhauen die Cops jetzt schon CDU-Politiker?
    Ich kann mich vage erinnern, in Zusammenhang mit den Heiligendamm-Protesten von Attac gehört zu haben. Globalisierungsgegner also. Wo doch alles so global ist heutzutage.

    http://www.attac.de/was-ist-attac/

    „Wir setzen uns ein für eine ökologische, solidarische und friedliche Weltwirtschaftsordnung“

    Na dann ist ja alles klar, weiter so. Yes we can face it.
  4. #83

    Wo sind Ihre Argumente?

    Zitat von Andreas Heil Beitrag anzeigen
    Lustig, die ursprünglich als Verschwörungstheorie der Republikaner gestartete Umdeutung der Krise hat auch hierzulande eine Reihe Anhänger gewonnen.

    Isbesondere allerdings unter denen, die in der Vergangenheit von diesem Ponzi-System profitiert haben und hoffen, es könnte irgendwie eine neue Runde geben.

    Ist ja nur allzu menschlich nur hat es sehr wenig mit der Realität zu tun.
    Wie kommen Sie auf Verschwörungstheorie? Es gibt zahlreiche alte Presseberichte, die das beweisen. Vermutlich glauben Sie, die bösen Kapitalisten sind mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit gereist, um Presseberichte zu fälschen. Ist der im Interview zu erkennende Obama vielleicht sogar Josef Ackermann mit einer Maske?
    Mich amüsiert es einfach immer wieder, mit welcher Energie Linke die Tatsachen verdrängen können. Dabei ist es natürlich auch Hilfreich, dass die Opfer still halten müssen, weil sie wegen der Fehler von Politikern Staatsknete brauchen. Heutzutage gibt es aber das Internet, Informationen lassen sich nicht mehr so einfach kontrollieren.
  5. #84

    wie auch

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alarm schlagen ist ihr Geschäft: Ungezügelter Kapitalismus werde die Welt ins Unglück reißen, die Finanzwelt gehöre hart reguliert, warnen Globalisierungskritiker seit Jahren. Doch jetzt, da diese Sätze Allgemeingut sind, hadern sie trotzdem mit ihrer Rolle - ein Besuch bei der Basis von Attac.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...626491,00.html
    wie soll die attack sagen, was die LÖSUNG für das PROBLEM ist, welches sie verhindern wollten?
    das aktuelle Problem kann nicht behoben werden, indem man in die jüngeren Stadien der Vergangenheit zurückreist und etwas anderes machen lässt.

    Ich habe auch keine ahnung, wie man den Frontalcrash der US-Wirtschaft rückgängig machen könnte?
  6. #85

    Attac

    Zitat von W. Robert Beitrag anzeigen
    ... Verhauen die Cops jetzt schon CDU-Politiker?
    Ich kann mich vage erinnern, in Zusammenhang mit den Heiligendamm-Protesten von Attac gehört zu haben. Globalisierungsgegner also. Wo doch alles so global ist heutzutage. ...
    Witzig.

    Ja, die mediale Umdeutung hat den Globalisierungsgegener geboren, richtig ist Globalisierungkritiker. Alles andere wäre unter bekennenden Internationalisten auch völlig absurd. Das sind diejenigen, die schon vor Jahren mit den Mitteln hausieren gingen, die heute zaghaft und zögerlich auch von den Funktionseliten als Krisenbehebungsstellschrauben immerhin in Erwägung gezogen werden, wenn sie aus einer Sackgasse gar nicht anders herauskommen.

    Einem der fähigsten deutschen Köpfe unter den Attacies, Sven Giegold, hat das immerhin direkt ein Abgeordnetenmandat und federführenden Zugriff auf das ökonomische Programm der Grünen gebracht.

    Im letzten Herbst hatte ich das Vergnügen, den grünen "New Deal" live vorgestellt zu bekommen. Da saß der Sven noch neben Ortwin R. und Marko B., zwei Spezialdemokraten, die das Denken auch noch nicht eingestellt haben.
  7. #86

    Von VTs

    Zitat von Anarchocapitalist Beitrag anzeigen
    Wie kommen Sie auf Verschwörungstheorie? Es gibt zahlreiche alte Presseberichte, die das beweisen. Vermutlich glauben Sie, die bösen Kapitalisten sind mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit gereist, um Presseberichte zu fälschen. Ist der im Interview zu erkennende Obama vielleicht sogar Josef Ackermann mit einer Maske?
    Mich amüsiert es einfach immer wieder, mit welcher Energie Linke die Tatsachen verdrängen können. Dabei ist es natürlich auch Hilfreich, dass die Opfer still halten müssen, weil sie wegen der Fehler von Politikern Staatsknete brauchen. Heutzutage gibt es aber das Internet, Informationen lassen sich nicht mehr so einfach kontrollieren.
    Mich amüsiert eher, wie sich die Rechten (oder für was auch immer Sie sich halten), ihnen zupass kommende Versatzstücke zu einer Erklärung zusammenfriemeln, bei der vorne und hinten nichts stimmt, nur damit an ihrem Weltbild nicht gekratzt wird.

    Die Wirkung der von in ihrer Geschichte durchaus richtig genannten Indizien - richtig im Sinne, es gab diese Sachverhalte im Grundsatz tatsächlich - ist nur nicht mal im Ansatz so, wie von Ihnen dargestellt, dargestellt als eine Entlastungsgeschichte, die den zusammengebrochenen Mythos der effizienten Kapitalmärkte versucht in die Zukunft zu retten.

    Ackermann und sein Chefvolkswirt Walter sind wesentlich weiter, die posaunen das nur nicht in die Öffentlichkeit, wäre ja auch äußerst dämlich, während die Politentourage und die Weberfraktion in der europäischen Notenbank immer noch realitätsautistisch ihren vergangenen Träumen nachhängt.

    Den Versuch, diese ursprüngliche republikanische Verschwörungstheorie so zu professionalisieren, dass die Indizien mit Theorien zu kausalen Mechanismen unterlegt werden, die immerhin denkbar sind, habe ich das erste mal auf einer Tagung im Februar von Leander Hollweg gehört. Obwohl die gut gemacht war, war sie immer noch leicht zu zerlegen. Den zweiten Versuch habe ich vor wenigen Wochen vom hiesigen Lehrstuhlinhaber für risk control gehört, die war schon weitaus simpler und ebenso falsch, richtete sich aber auch nur an gewöhnliche BWL-Studenten und nicht an eine hochkompetente Professorenriege.

    Der Gouverneur der österreichischen Nationalbank, der im Februar auch auf der Tagung war, war dagegen schon damals gänzlich anderer Meinung als die Weberfraktion.

    Schon die Mär vom billigen Geld trägt nicht als Krisenursache, weil dieses "billige" Geld ja gerade Realinvestitionen gegenüber Finanzinvestitionen bevorzugt. Wenn man versteht, wie Geldschöpfung funktioniert und den Prozess genau analysiert, stellt man fest, dass die niedrigen Nominalzinsen im kurzfristigen Bereich beinahe irrelevant waren. Gerade die 2/28-Finanzierung im Subprime-Bereich hat den wahren hohen Marktzinssatz ja verschleiert, während bei den relativ kurzen reinen Finanzmarkttransaktionen die Zinsen relativ zu den einsetzbaren Hebeln auch nur eine marginale Rolle gespielt haben.

    Die spätere moderate Zinserhöhung hat lediglich den unweigerlichen Zusammenbruch geringfügig forciert.

    Und weil ich nicht nur in Annalüstenmanier im Nachhinein plausible Geschichten erfinden kann, verweise ich auf ältere Beiträge. Im Sommer 2007 war mir der Zusammenbruch klar, mit der Konsequenz, dass ich allen im Bekanntenkreis - etwas, wo ich mich sonst vornehm heraushalte - dringend nahegelegt habe, ihre Finanzanlagen in Sicherheit zu bringen. ...
  8. #87

    Typisch

    Zitat von john mcclane Beitrag anzeigen
    Anstatt ihre Schüler das Durchbrechen von Polizeiketten und das "richtige" Verhalten bei Sitzblockaden üben zu lassen, sollten die Waldorfschulen lieber mal einen praxisnahen Wirtschaftsunterricht einführen, wo man die ganz grundlegenden Dinge über das alltägliche Wirtschaften lernt. Z. B. "Was ist ein Dispokredit", "Was ist die SCHUFA", "Richtiges Verhalten bei Zahlungsverzug und drohender Überschuldung", etc. Das würde einigen die Vorstellung nehmen, das "Wirtschaft" etwas per se Böses ist, das mit aller Macht bekämpft werden muß.

    Aber in den Verdacht, sinnvolles zu lehren, sind die Waldorf-Schulen ja noch nie geraten...
    Blöder geht's nicht.

    Gerade Waldorf-Schüler sind mit Sicherheit die letzten, die der Kreditindustrie hier auf dem Leim gehen. Ursache und Wirkung sind exakt umgekehrt, wie von Ihnen zusammengeschwurbelt.








TOP



TOP