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Atomwende in Deutschland: Turbo-Ausstieg würde 230 Milliarden Euro kosten

Die Fukushima-Katastrophe befeuert die deutsche Energiedebatte: Viele wollen nur noch raus aus der Atomkraft. Aber wie schnell geht das? Laut einem Szenario des IWES für SPIEGEL ONLINE*wäre der Turbo-Ausstieg bis 2020 möglich. Er wäre allerdings teuer - und würde die Landschaft total verändern.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...751293,00.html
  1. #630

    Obendrein...

    Zitat von inko.gnito Beitrag anzeigen
    Zu einer objektiven Diskussion würde gehören, den angeblichen Kosten eines Umstieges, die Kosten der Alternative gegenüberzustellen.

    Unsere Kernkraftwerke wurden für eine bestimmte Laufzeit konzipiert. Da geistern ca. 40 Jahre herum. Irgendwann sind die Teile jedenfalls einfach im Eimer. Alle verwendeten Materialien altern. Warum wollte der gute Deutsche denn sonst alle 5 Jahre ein neues Autowägelchen...

    Wir müßten uns also daran machen, die bestehenden Meiler durch neue zu ersetzen. Gesetzt den Fall, dies wäre überhaupt ohne Bürgerkrieg möglich, entstünden auch so Kosten im dreistelligen Milliardenbereich. Und wir hätten übrigens schon längst mit der Planung beginnen müssen...

    Ganz nebenbei sollten wir den Erfindungsreichtum unserer Ingenieure und auch unserer Hobby-Bastler nicht unterschätzen. Auch muß es nicht zwingend notwendig sein, Nahrungsmittel zu BioGas zu vergären und somit noch mehr Mais-Monokulturen zu erzeugen. Mit dem Abfall der Biotonne geht das mittlerweile auch ganz gut. Das Fraunhofer Institut soll einen Hefepilz auf der Pfanne haben, der auch den Ernte-Abfall recht gut in Gas umwandelt.

    Ein Umstieg hin zu Wind, Wasser und Biomasse hätte auch den großen Vorteil, daß wir zu immer größerem Teil unabhängig von Importen werden. Uran wird qauch nicht billiger...
    ...werden ja die Folgekosten der Kernkrafft wie Rückbau der Werke und Endlagerung nicht im ganzen Umfang der Kosten mitgerechnet. Das ist in den leider zum Teil geheimen Verträgen großenteils dem Steuerzahler aufgebürdet (wäre mal ein Thema für Wikileaks oder Openleaks. Ebenso werden Kosten, die durch Havarien entstehen können nicht dem Betreiber allein aufgebürdet. Bisher sind bei der Rechnerei noch etliche Milchmädchen am Werk.
    Wir haben heute schon die Möglichkeit 18% des Stroms mit regenerativen Energien herzustellen. Das passiert deshalb nicht in vollem Umfang, weil die Windkraftanlagen immer wieder bei starkem Wind wegen der Möglichen Überlastung abgeschaltet werden müssen, während der Atomstrom fließt.
  2. #631

    Wagners Biogas

    Zitat von T. Wagner Beitrag anzeigen
    Wieso ist es für Sie so abwegig, dass Langzeitsarbeitlose künftig dazu beitragen, daß umweltfreundlich Energie erzeugt wird? Das erschliesst sich mir so nicht. Es ist weitaus besser, als irgendwelche Hilfsarbeiten zu erledigen, die sowieso nicht wirklich benötigt werden. Wieso die Leute dann nicht für eine Atom-freie Zukunft auf dem "Fahrrad" strampeln lassen? Ich muss mich ehrlich wundern. Auch Langzeitarbeitslose erzeugen Kosten. Selbst beim Nichtstun. Diese Kosten können sie ruhig zumindest teilweise durch ein wenig körperliche Arbeit ersetzen.

    Warum füllen Sie Ihre mentalen Fürze eigentlich nicht einfach ab und verkaufen sie als Biogas. Packen Sie Ihren falschen Genetiv im Titel gleich noch mit ein, dann sparen wir uns noch jede Menge Paperpack-Altpapier von Spiegel-Freund Zwiebelfisch.
  3. #632

    .

    Zitat von MasterFoo Beitrag anzeigen
    Nur weil vernuenftige Verfahren zum Umgang mit den Nebenprodukten der Kernenergie systematisch verhindert wurden. Recycling der Aktinide reduziert das Endlagerproblem auf ~300 Jahre, wirtschaftliche Nutzung der stabilen (Xenon, Edelmetalle, seltene Erden, Tellurium) und einiger radioaktiver Spaltprodukte (Sr-90 in Isotopenbatterien, Cs-137 zur Desinfektion) laesst es praktisch verschwinden. Machen wir aber nicht, Recycling ist naemlich gut, nur Recycling von Nuklearmaterial ist boese.
    Bei der Transmutation handelt es wieder mal nur um blinden Technikglaube. Schon seit den 60er Jahren hieß es, Transmutation sei in 20 Jahren einsatzbereit. Zur Diskussion um die Laufzeitverlängerung letztes Jahr veröffentlichte die Welt einen Artikel, der behauptete, die Transmutation sei in 20 Jahren einsatzbereit und in 20 Jahren wird es wieder heißen, Transmutation sei in 20 Jahren einsatzbereit. (Wir können ja in 20 Jahren diesen Blog wieder ausgraben ;) )

    Und was passiert denn, wenn ich ein Material, dessen Halbwertszeit mehrere Hunderttausend Jahre beträgt, auf eine Halbwertszeit von 30 Jahre bringe. Genau: Massive Radioaktivität durch den - ich nenn das jetzt mal - beschleunigten Zerfall.

    Unrealistische Utopien brauchen wir bei einer Atomdiskussion nicht. Da ist ja die Enterprise-D noch realistischer...
  4. #633

    Wie immer verrechnet sich der Spiegel...

    ...wenn es um die Berechnungen von Strom-Erzeugungskosten geht. Das liegt einfach und allein daran, dass volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen in diesem Bereich praktisch nie zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen können.

    Der SPIEGEL lässt es an keiner Stelle aus, auf die „immensen Kosten“ der Erneuerbaren hinzuweisen. Atomausstieg 230 Milliarden! Dabei hängt es einzig davon ab, welche Attribute einbezogen werden und das Ergebnis ändert sich je nach berücksichtigter Opportunitäts- bzw. Folgekosten schnell um Milliardenbeträge.

    Die aktuellen Geschehnisse zeigen, dass unser Lebensraum nicht mehr an den Grenzen des europäischen Wirtschaftsraums aufhört und so möchte ich im polemischen Stil des SPIEGELS oder der Regierung noch einmal auf folgende Punkte aufmerksam machen:

    - Subventionen für Forschung und Entwicklung von herkömmlicher Energieerzeugung
    - Behördeneinsätze bei Demonstrationen gegen Lagerung, Transport und Herstellung
    - Weiterverarbeitungskosten für radioaktiven Abfall (Transport und Lagerung)
    - Behandlungskosten Strahlenopfer und durch Präventionsmedizin
    - Kosten für Versiegelung, Wiederaufbau und verlorener Lebensraum
    - Industrieller Produktionsausfall bei Störfällen
    - Kosten für Hilfseinsätze und Spenden
    - Wirtschaftswachstum im gesamten Bereich der Erneuerbaren Energien
    - Arbeitsmarktverschiebungen
    - weitere nicht beachteter Einflüsse

    Ergebnis: 230 Milliarden?

    Sicher nicht. Hoffentlich kommt dem Leser der Ekel bei dieser wirtschaftlichen Betrachtung und er entsinnt sich wieder auf das was eigentlich zählt: Die Vermeidung von all dem Elend, welche ohne diese kriminelle Energieform möglich wäre.

    In meinen Augen sind diese Berechnungen von DIW, RWI und anderen Lobbyorganisationen nicht mehr wert, als ein tiefer Blick in eine Glaskugel. Mich ärgern diese populistischen und schlichtweg dummen Schlagzeilen, in denen mit Milliardenbeträgen um sich geworfen wird und welche grundsätzlich einer nachvollziehbaren Berechnungsgrundlage entbehren.

    Liebe SPIEGEL Autoren - Wie gerne würde ich nach diesen tragischen Geschehnissen eine Schlagzeile wie: „Atomausstieg - Gesundheit steht über Profit!“ lesen.
    Trotzdem danke für die Zahlen.
  5. #634

    Glauben Sie wirklich

    Zitat von asimo Beitrag anzeigen
    Ich bin dabei, wenn in Gegenzug ich von *allen* Atomstromkosten/-folgen befreit werde (keine Endlagerungskosten, keine Rückbaukosten, keine Asseksoten,keine Entschädgungskosten, im Falle eines GAUs ein garantiert nichtverseuchtes Erstzlandstück etc pp.).
    das eine Regierung das was sie mal hat zurücknimmt? Ich nicht.
  6. #635

    Entsorgung via Raumfahrt

    Zitat von xhoch2 Beitrag anzeigen
    Frage eines Laien: Ist es möglich, den Atommüll zur Sonne zu katapultieren und was würde das kosten?
    Einmal Challenger oder ähnliches und das wird gleich noch teurer.

    So ein Spaceshuttle kann einige wenige Tonnen Nutzlast in einen Orbit schießen (da fehlt noch was, um auch bis zur Sonne zu kommen), es fallen aber wie hier anderweitig geschrieben jährlich 12000 Tonnen radioaktiver Abfall an. Das wären dann wohl ca. 2000 Spaceshuttleflüge - und das nur für Deutschland.

    "Beam this up and away, Scotty..."

    Uli
  7. #636

    Elektroautos

    Zitat von uligrepel Beitrag anzeigen
    Zumindest gedanklich kann ich den Sprit für die Autos in zusätzlichen Kraftwerken zu Strom verfeuern, mit denen ich dann die Akkus der Autos lade. Durch höhere Effizienz spart das ingsesamt ein - Autos sind da fürchterlich.

    Ja, es wird dann mehr Strom verbraucht, aber noch mehr Öl gespart.

    Uli
    Also ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber dass die Nutzung von Oel/Benzin ueber den Umweg eines Kraftwerks (mit Wirkungsgrad von ca. 50%) fuer die Fortbewegung eines Auto effizienter sein soll als der heutige Motor, leuchtet mir noch nicht ein. Ich lasse mich aber gerne aufklaeren.
    Trotzdem nochmal die Frage: Wenn wir alle den Umstieg auf Elektromobilitaet wollen, wieviele neue Kraftwerke brauchen wir, wenn nur 10% der jetzigen Benzin/Diesel PKW auf Elektroantrieb umstellen? Kann mir da jemand weiterhelfen?
  8. #637

    Kann auch mal eine gute Investition sein

    230 Milliarden EUR für einen raschen Ausstieg aus der Atomenergie mögen zwar auf den ersten Blick als ungeheure Ausgabe erscheinen - aber der Betrag könnte, auch für künftige Generationen - ausnahmsweise einmal eine sehr sinnvolle Schuldenaufnahme sein. Die sich möglicherweise sogar ziemlich schnell amortisiert, durch Wegfall von Lebensrisiken und den Gewinn von know-how bei der Erzeugung umweltverträglicher Energien.
  9. #638

    Mal wieder FUD

    Zitat von Hermes8 Beitrag anzeigen
    Wird noch lustig, wenn man sich irgendwann mal anschaut, was für tolle Schwermetalle und sonstigen Gifte in den preiswerten chinesischen Solarzellen verbaut sind, wenn man die irgendwann mal entsorgen muss. Oder weniger lustig, wenn man sie einfach so entsorgt und das Zeug dann im Grundwasser wiederfindet. Bin gespannt, ob die Energie, die die Teile im Laufe ihres Lebens erzeugen, dazu ausreichen wird, ein ordungsgemäßes Recycling durchzuführen.
    Dünnschichtsolarzellen enthalten Schwermetalle. Dünnschichtsolarzellen sind aber in D. auf Grund des geringeren Wirkungsgrades nicht sehr interessant. CN produziert heute übrigens erstklassige Solarzellen, ich würde aber im Sinne der Binnenkonjunktir vorschlagen lieber auf deutsche Produzenten zu setzen, die das ganz gut können (ich denek noch haben deustceh Firmen einen geringen technischen Vorsprung vor China, aber er ist nicht mehr groß). U.a. Solarworld ist übrgens im Recycling auch ganz vorne dabei.
    MAchen sie sich mal kundig.
  10. #639

    Wagner's wahre Worte

    Zitat von masc672 Beitrag anzeigen
    unmenschlich ist. Ist ja auch witzig das die Regierung die das eingeführt hat jetzt gerade so beliebt ist :-) Damals war halt die atomare Gefahr nicht so hoch.
    Es ist "unmenschlich", wenn Hartz-Bezieher eine leicht erlernbare, gesund-erhaltende Tätigkeit ausüben, die noch dazu in öffentlichem Interesse ist? Sagen Sie mal, geht's noch? Es ist keineswegs "unmenschlich", von Beziehern von Sozialleistungen eine körperliche Gegenleistung zu verlangen. In jeder Stadt werden künftig EnergieCenter stehen.








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