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Atomunfall in*Fukushima: Reaktor 3 verbrennt Uran-Plutonium-Mischung
Die Situation im Atomkraftwerk Fukushima wird immer bedrohlicher. Der Druck in Reaktor 3 steigt, die*Regierung warnt vor einer weiteren Explosion. Ausgerechnet in diesem Meiler wird seit einigen Monaten neben Uran auch Plutonium verwendet - was die Risiken zusätzlich erhöht.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...750668,00.html
- #140 13.03.2011 16:15 von
Kohle und das Atom
ZITAT Wikipedia - Artikel "Strahlenbelastung"
Von kerntechnischen Unfällen einmal abgesehen, ist die Strahlenbelastung des Menschen durch Gewinnung und Einsatz von Kohle deutlich höher als diejenige durch Kernkraftwerke. In Kohle sind Spuren verschiedener radioaktiver Substanzen enthalten, vor allem von Radon, Uran und Thorium. Bei der Kohleförderung, vor allem aus Tagebauen, über Abgase von Kraftwerken oder über die Kraftwerksasche werden diese Substanzen freigesetzt und tragen über ihren Expositionspfad zur künstlichen Strahlenbelastung bei. Dabei ist vor allem die Bindung an Feinstaubpartikel besonders kritisch. In der Umgebung von Kohlekraftwerken können z. T. sogar höhere Belastungen gemessen werden als in der Nähe von Kernkraftwerken. Die weltweit jährlich alleine für die Stromerzeugung verwendete Kohle enthält unter anderem etwa 10.000 t Uran und 25.000 t Thorium.[4] Nach Schätzungen des Oak Ridge National Laboratory werden durch die Nutzung von Kohle zwischen 1940 bis 2040 weltweit 800.000 t Uran und 2 Mio. t Thorium freigesetzt werden.
ZITAT ENDE
Und nun? - #141 13.03.2011 16:16 von
Weiter so!
...und gerade erklärt ein Experte auf Phoenix das die japanische Regierung wahrscheinlich wieder neue AKW's mit verschärften Sicherheitstandards bauen wird.
Und gerade fällt das dritte AKW aus... - #142 13.03.2011 16:18 von macmarine
Exorbitanter Blödsinn
Keines dieser Probleme ist auch nur im entferntesten mit den Gefahren durch den Betrieb kerntechnischer Anlagen zu vergleichen, weil u.a. keine radioaktiven Substanzen mit Halbwertszeiten bis hin zu 4.5 Milliarden Jahren (U238, abgereichertes Uran) produziert werden. Wobei natürlich die Produkte mit kürzeren HWZ um die 24.000 Jahre (PU239), 87 Jahre (PU238) bis hinab zu ca. 12 Jahren (Tritium) oder auch nur einigen Tagen (Phosphor, Jod131, Radon) viel gefährlicher, da stärker aktiv sind. Bedenkt man, dass als Abschätzung für die Zeitdauer bis zur Bedeutungslosigkeit einer radioaktiven Strahlenquelle die zehnfache Halbwertszeit gilt, wird die Dimension des Problems deutlich: Das Zeug kann zigtausende menschlicher Generationen gefährden!
Das Grundübel der Atomkraft ist und bleibt, dass Mensch und Umwelt selbst bei "Normalbetrieb" in allen Phasen (Uranabbau, Anreicherung, AKW-Betrieb, "Aufbereitung", Endlagerung) radioaktiv belastet werden.
Durch den Betrieb eines einzigen "modernen" AKWs fallen pro Jahr ca. 650.000t strahlender Abraum aus dem Uranabbau an, deren sichere Endlagerung ungelöst ist.
Ein Ausfiltern einiger beim AKW-Betrieb anfallender radioaktiver Gase ist technisch nicht möglich, also werden sie einfach in die Biosphäre entlassen, mit den bekannten Folgen erhöhter Leukämieraten im Umfeld kerntechnischer Anlagen. Bei der Wiederaufbereitung fallen große Mengen flüssiger radioaktiver Abfälle an, die einfach ins Meer verklappt werden (Sellafield, La Hague) – wie gesagt, alles im Normalbetrieb! Was bei Störfällen passiert, dürfen wir gerade wieder einmal in Japan mitverfolgen; wir können nur noch hoffen, dass es nicht zur Freisetzung größerer Mengen von Radionukliden kommen wird.
Bei fast allen von Ihnen genannten "Gefahrstoffen" existieren dagegen technische Verfahren zur Ausfilterung und sicheren Endlagerung, wenn man denn bereit ist, die Kosten dafür zu tragen. Naja, einmal freigesetztes CO2 läßt sich auch nicht wieder einfangen, aber das CO2-Problem ist ja zum Glück ein frei erfundenes, mit dem den Öko-Spiessern die Atomkraft wieder schmackhaft gemacht werden sollte. - #143 13.03.2011 16:18 von
Kernschmelze - ja oder nein?
Was ich nicht verstehe – dass nach fast zwei Tagen immer noch nicht klar ist, oben in den beiden Reaktorblöcken gerade eine Kernschmelze abläuft oder nicht. Wenigstens müssten die Verantwortlichen inzwischen festgestellt haben, welche Probleme tatsächlich vorliegen. Außerdem, wie muss man sich denn eine „Teil-Kernschmelze“ vorstellen? Nach meiner Vorstellung müsste sich jede Teil-Kernschmelze zwangsweise in eine Total-Kernschmelze verwandeln, weil die Hitzentwicklung enorm ist. Auch wäre wichtig zu wissen, wann bei einer Kernschmelze damit gerechnet werden muss, dass sie sich durch alle Schutzhüllen hindurchgefressen hat – darüber gibt es nach meinem Eindruck nirgendwo Informationen.
Mir scheint, die japanische Regierung betreibt hier eine Abwiegelungstaktik, um von der gegebenen Gefahr abzulenken, in der auch der Großraum Tokio schwebt. Der Wind ist ein himmlisches Kind – solange ihn der Teufel nicht in die falsche Richtung lenkt. Schlimmstenfalls werden die Winde ausgerechnet dann ungünstig, wenn einer der wahrscheinlich schmelzenden Reaktorkerne nach außen oder ins Erdreich durchbricht. - #144 13.03.2011 16:18 von
Über diese Brücken müsst ihr gehen...
Tanja Gönner (Umweltministerin BaWü): "Nach den Ereignissen in Japan erweise sich der in Deutschland eingeschlagene energie- und klimapolitische Kurs als richtig, sagte Gönner am Samstag. „Es macht Sinn, Kernenergie lediglich als Brückentechnologie zu nutzen und nicht dauerhaft auf Atomstrom zu setzen.“
Hans-Peter Villis (Vorstand EnBW): "Eine politische Diskussion in Deutschland um die Zukunft der Kernkraft hilft weder den Menschen in Japan, noch kann sie aufgrund der noch ungesicherten Fakten jetzt technisch fundiert geführt werden."
Norbert Röttgen (Bundesumweltminister): “Wir gehen davon aus, dass eine Gefährdung Deutschlands praktisch ausgeschlossen werden kann”
Deutsches Atomforum: "Eine Verkettung eines derart schweren Erdbebens und eines schweren Tsunamis ist in Deutschland nicht vorstellbar".
Gerd Jäger (RWE-Vorstand): "Deutschlands Atomkraftwerke sind die sichersten der Welt." - #145 13.03.2011 16:20 von Aragorn
Atomstrom ist teuer, kein Sicherheitsnachweis für Deutsche Reaktoren
Durch den geplanten Atomausstieg gab es eine Menge kleiner Anbieter - Stadtwerke, etc. - die neue Kraftwerke bauen wollten.
Ein modernes Gaskraftwerk hat einen deutlich höheren Wirkungsgrad als die alten Wärmekraftwerke (und AKWs).
Grundlastkraftwerke haben wir aktuell ohnehin zuviel, Gas lässt sich schnell herunter und hochfahren.
Siedewasserreaktoren sind immerhin Mittellastfähig, Druckwasserreaktoren mit ihrer kaum vorhandenen Regelfähigkeit sind ein Klotz am Bein.
Aber wie dem auch sei, wenn man den Ausstieg will wird er kein Problem sein.
Eine schöne Idee sind auch die kleinen Bolockheizkraftwerke die Lichtblick mit VW zusammen baut, die sich jeder in sein Haus einbauen lassen kann - damit wird Heizung/Warmwasser erzeugt und nebenbei Strom in den Zeiten wo Spitzenlast gefordert ist oder die EEGs wenig Leistung bringen.
Das ganze hat einen Wirkungsgrad von bis zu 95% da die Wärme auch genutzt wird. Da es Verbrauchernah erzeugt wird belastet es das Stromnetz nicht.
Übrigens: Auch Solaranlagen helfen ab April die Netzstabilität zu verbessern.
Und das STrompreise billiger werden durch Atomstrom haben uns ENBW,RWE und EOn eindrucksvoll gezeigt!: Nach der Laufzeitverlängerung sind die Preise bei den Atomkonzernen massiv gestiegen.
Zumal wurde im Gesetz festgeschrieben das es keine Sicherheitsnachrüstung (über500mio) geben muss.
Wurde die Sicherheit vorher noch eingespart weil die AKWs sowieso vom Netz gehen sollten ist auch jetzt keine Nachrüstung mehr möglich ohne das der Steuerzahler dafür aufkommt.
Das wäre wie wenn ich mit meinem Auto zum TÜV fahre und ich vorher eine Garantie bekomme das ich Reparaturen über 100€ nicht machen muss.
Zumal seit vielen Jahren ohnehin kein Sicherheitsnachweis der Kernkraftwerke besteht - das einigermassen wahrscheinliche Problem der Reaktorsumpfverstopfung im Fehlerfall ist bis heute nicht nachweislich abgestellt.
Dadurch kann es jederzeit durch einen Rohrbruch oder ein Riss irgendwo im Kühlkreislauf zum Ausfall der Kühlung des Reaktorkerns führen.
Erfolgte Nachrüstungen haben das Problem nachweislich nicht aus der Welt geschaft.
Deshalb gibt es keinen Sicherheitsnachweis mehr und die Kraftwerke dürften längst nicht mehr laufen.
Das ist wie wenn ich mit einem Auto ohne TÜV fahre.
Aber wenn man in Deutschland die richtigen Leute schmiert, dann darf man das. - #146 13.03.2011 16:20 von
Vorschlag:
Die Fakten:
1. Die Kernkraftfrage muss politisch mit "ja" oder "nein" beantwortet werden. Nicht die private Wirtschaft darf (und kann) diese Entscheidung treffen.
2. Kernkraftwerke werfen Gewinne ab. Nicht zuletzt deshalb werden sie betrieben.
3. Die große Mehrheit der Bürger in Deutschland ist gegen Kernenergie.
4. Es gibt aber Menschen und Politiker, die davon überzeugt sind, dass es sich in Deutschland um sichere Anlagen handelt und Kernkraft unverzichtbar sei.
Ein Vorschlag:
Unstrittig sollte sein, dass die Parteien entscheiden müssen. Da diese nach wenigen Jahren aber aus der Verantwortung gewählt werden können, und dieser Umstand dazu führt, dass vorherige Oppositionsparteien dann oft nur mit Häme und Schuldzuweisungen reagieren, wenn die schwarzen Peter im Falle irgendwelcher "Probleme" und "Störfälle" hin und her geschoben werden.
Dieser Tatsache muss man Rechnung tragen: Man könnte Nachhaltigkeit in der Frage ganz einfach (so) erlangen:
1. Betreiber von AKWs dürften künftig nur noch (selbstredend aufgrund freiwilliger Überzeugungen) politische Parteien sein, die auch im Bundestag vertreten sein müssten.
2. Dafür stünden aber dann nur diesen Parteien (im Falle von Koalitionen auch anteilsmäßig etc.) einzig alle Gewinne zu, die diese "Parteikernkraftwerke" erwirtschafteten.
3. Die einzige Bedingung: Diese "Betreiberparteien" müssten das Risiko, das von den von ihnen betriebenen Anlagen ausgeht, alleine und selber tragen. Finanziert kann diese Forderung ja von den Erträgen werden, die halt dann die Gewinne für diese Partein schmälerten.
Meine Prognose:
1. Kernkraft "stirbt" in Deutschland aus.
2. Der Staat hätte bewiesen, dass er der "bessere" weil verlässlichere Unternehmer in Sachen Kernkraft wäre. - #147 13.03.2011 16:21 von
- #148 13.03.2011 16:22 von anin
Krisenmanagement
Das frage ich mich auch. Sind wir Deutschen schon so voller Angst, dass wir uns lieber von einer Tsunami-Welle dahinraffen lassen, als uns 2 Wochen einer 10 fach erhöhten Strahlung auszusetzen? Sind wir schon so verwöhnt, dass wir nicht mal mehr in der Lage sind, Risiken abzuwägen?
Zur japanischen Informationspolitik: Ich denke die Verantwortlichen in Japan haben derzeit etwas anderes zu tun als die Menschen in selbst theoretisch nicht betroffenen fernen Ländern "ausreichend" zu informieren. Bezogen auf die eigenene Bevölkerung ist bei der Information immer abzuwägen, ob nicht durch die "schonungslose Wahrheit" unabsehbare Panik mit noch schlimmeren Folgen hervorgerufen wird.
Mein Eindruck bisher (insbesondere durch die Berichterstattung amerikanischer und britischer Journalisten) ist, dass die Japaner, gemessen an Wucht dieser Naturkatastrophe, sehr besonnen und gelassen reagieren und die Sache relativ gut im Griff haben.
Solch ein Krisenmanagement traue ich unserer "Elite" schon längst nicht mehr zu. Deshalb sollten wir uns wirklich von jeglicher gefährlichen Technik fernhalten und Biomais auf den Feldern anbauen! - #149 13.03.2011 16:23 von
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