Forum


 

Atheisten-Treffen: Unter Gottlosen

buskampagne.deWäre Atheismus eine Konfession, wäre sie in Deutschland die zahlenstärkste. Doch die Nichtgläubigen waren bisher eine stille Mehrheit: Nur wenige äußerten sich öffentlich. Nun könnte sich das ändern - Atheisten fordern das Moral-Monopol der Religionen heraus.

Atheisten: Gottlose fordern Moral-Monopol der Kirche heraus - SPIEGEL ONLINE
  1. #500

    Das ist doch der Punkt

    Zitat von antwortgeber Beitrag anzeigen
    Sie setzen voraus, dass diese problematischen Dinge auch in dieser Form wörtlich gelehrt werden, das trifft nicht zu. In der ev Kirche deutlich weniger als in der kath Kirche und auch dort werden Ihnen die Priester, zumindest eine ganze Reihe andere Deutungen von Jungfrauengeburt, Abendmahl usw geben....Dies ist schon lange so, nur hält sich in atheistischen Kreisen gern ein anderes Bild....Das Problem ist nur, die Beschreibungen der Kirchen und der Christen, bei allem was es da an Mist gibt, gehen meist an der Realität vorbei und sehen gar nicht wo die tatsächlichen Schwierigkeiten liegen.
    Das ist doch der Knackpunkt. Wenn es tatsächlich so ist, wie Sie sagen, müssten die entsprechenden Stellen doch geändert werden, oder? Ich erinnere mich, dass mein ev Religionslehrer zum Thema Jungfrauengeburt sagte, es würde sich um einen Übersetzungsfehler handeln, es müsste heißen "...eine junge Frau (nicht eine Jungfrau) bekam ein Kind." Und da frage ich mich als denkender Mensch, warum es dann beibehalten wird, wenn es eigentlich weder stimmt noch gelehrt wird?
    Und Sie haben Recht, ich habe auch den Eindruck, dass vieles an der Realität vorbei geht. Ich wäre dafür, dass sich die Kirchen wieder mehr auf ihre sozialen Aufgaben konzentrieren und tatsächlich den Menschen helfen, anstatt sie nur zu belehren.
  2. #501

    Ihr Glaubensbekenntnis

    Zitat von antwortgeber Beitrag anzeigen
    Sie setzen voraus, dass diese problematischen Dinge auch in dieser Form wörtlich gelehrt werden, das trifft nicht zu. In der ev Kirche deutlich weniger als in der kath Kirche und auch dort werden Ihnen die Priester, zumindest eine ganze Reihe andere Deutungen von Jungfrauengeburt, Abendmahl usw geben....Dies ist schon lange so, nur hält sich in atheistischen Kreisen gern ein anderes Bild....Das Problem ist nur, die Beschreibungen der Kirchen und der Christen, bei allem was es da an Mist gibt, gehen meist an der Realität vorbei und sehen gar nicht wo die tatsächlichen Schwierigkeiten liegen.
    sollten sie sich nochmal durchlesen: "geboren von der Jungfrau Maria...auferstanden von den Toten"

    Zumindest von katholischer Seite ist das meines Wissens eine nicht verhandelbare Glaubenswahrheit (oder, wie es wohl korrekt heissen muss: exegierbar, vgl. dazu die Definition der Häresie im Codex iuris canonicus: "Die beharrliche Leugnung einer kraft göttlichen und katholischen Glaubens zu glaubenden Wahrheit oder einen beharrlichen Zweifel an einer solchen Glaubenswahrheit"). Auch die Kirchenlehrer machen eines ganz klar: ohne eine tatsaechlich stattgefundene leibhaftige Auferstehung des Gruenders ist das Christentum sinnlos. Falls sie da persoenlich anderer Meinung sind, kann ich ihnen aus der Perspektive eines allerkatholischen nichteuropaeischen Landes, in dem ich lebe, versichern, dass sie da in einer verschwindenden Minderheit sind, selbst wenn alle deutschen Christen ihrer Meinung waeren.

    Es wird also tatsaechlich so woertlich gelehrt, nur ist man in den Gemeinden an der Basis mehr und mehr dazu uebergegangen, das zu ueberhoeren, weil ansonsten wirklich gar keiner mehr da waere, und hofft, dass dieser "Glaube des gebremsten Schaums" nach oben durchsetzt. Oder warum denken sie, gaebe es sonst diese ganzen "Kirsche von unten" Bewegungen?
  3. #502

    Zitat von vhe Beitrag anzeigen
    Also on der DDR war das einfach: Physik, Deutsch und den ganzen Kram gabs in der Schule und Christenlehre im Pfarrhaus.
    Hab ich zumindest so mitgemacht (fruehe 80er Jahre, in Sachsen).
    Waer das ein akzeptables Modell?

    Man muss sich natuerlich noch ueberlegen, wie man mit Ethik und so umgeht. Die geht auch zwar ohne Religion, sollte aber nicht religionsfeindlich unterrichtet werden.
    Richtig, Wissen wird in der Schule vermittelt, wer zusätzlich noch glauben möchte, kann das meinetwegen in der Kirche tun.
  4. #503

    Zitat von cassandros Beitrag anzeigen
    Bertrand Russell: Essays in skepticism
    Tja, Russel hat sich redlich bemüht, die Welt lückenlos rational zu erklären. Dabei ist die großartige Principia Mathematika herausgekommen. Nur leider, leider ist das Gebäude, das er errichten wollte nicht lückenlos und kann es nie sein. Dass er sich dann von der Wissenschaft in sarkastische Essays flüchten musste könnte man auch seiner Frustration über seinen gescheiterten Ansatz zuschreiben. Aber zweifellos ein großer Denker.
  5. #504

    Zitat von antwortgeber Beitrag anzeigen
    Die Diskussion dreht sich im Kreis. Wieso muss Gott nachweisbare Eigenschaften besitzen?
    Weil Existenz an sich keine Eigenschaft ist
    und nur existentes Eigenschaften hat.

    (beispiel für ersten Teilsatz: Es existiert z61256y, so und was sagt uns das nun?)

    Behauptungen von Gotteseigenschaften, die mit All- beginnen, sind meist sehr schnell zu widerlegen.

    Und wenn behauptete Eigenschaft widersprüchlich sind oder sich nicht nachweisen lassen, ist die behauptete attributierte Entität eben nicht existent
  6. #505

    Unbedingt lesenswert.

    Zitat von duschinabuschi Beitrag anzeigen
    Tja, Russel hat sich redlich bemüht, die Welt lückenlos rational zu erklären. Dabei ist die großartige Principia Mathematika herausgekommen. .
    Sein schönstes literarisches Werk ist aber "Why I am not a christian".
  7. #506

    Leipziger All-Lerlei

    Zitat von sprechweise Beitrag anzeigen
    Weil Existenz an sich keine Eigenschaft ist
    Kann man drüber streiten.
    Zitat von sprechweise Beitrag anzeigen

    (beispiel für ersten Teilsatz: Es existiert z61256y,
    Diese Symbolfolge hat eine ganze Menge Eigenschaften.
    Zitat von sprechweise Beitrag anzeigen
    Behauptungen von Gotteseigenschaften, die mit All- beginnen, sind meist sehr schnell zu widerlegen.
    All-es Quatsch?


    "Der Atheist ist das größte Kompliment, das Gott sich selbst zollt: Er schafft ein Wesen, das stark genug ist, von ihm abzusehen."
    Ernst Eschmann, 1904-87
  8. #507

    Zitat von Dark Enginseer Beitrag anzeigen
    Die besten Definitionen für Gott:

    "Ich bin, der Ich sein werde" [Exodus 3,14]
    Der erste Satz besagt etwas direkter:
    "Ich existiere nicht", denn was heute ist, was es morgen wird, wird nie existieren.

    (denn was ist, was wird, wird nie, für die Gläubigen, die Tilgungen lieben).

    Zitat von Dark Enginseer Beitrag anzeigen
    Die besten Definitionen für Gott:

    "Ich bin der Seiende" [Septuaginta]
    Der Satz sagt direkt: ich bin ich. Identität, A=A, trifft auch mich und Sie zu.
    (Ausser mit "Seiende" was der "Abseihende" gemeint)


    Dem ersten Satz könnte ich als Atheist durchaus was abgewinnen.

    Nur als Gottesdefinitionen taugen beide Sätze nichts


TOP



TOP