APDie EU weitet ihren Einsatz gegen Piraten in Somalia aus. Zum ersten Mal griff die Atalanta-Mission nun Ziele in Küstennähe aus der Luft an. Die Einsatzleitung sprach von einer "gezielten, präzisen und angemessenen" Attacke gegen Seeräuber.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...833208,00.html
Anscheinend hat Spiegel Online bloß das übernommen, was die EU erzählt hat. Dementsprechend klingt das Gerede von einer "erfolgreichen Operation" (Zit. nach Catherine Ashton, EU-Außenbeauftragte) etwas zu sehr nach Propaganda, denn nach Fakten.
Wo bitte wird erwähnt, was genau bei dem Einsatz gemacht wurde?
Oh, ich vergaß... "Erfolgreiche Operation gegen logistische Lagerplätze".
Das erklärt alles. Jetzt weiß ich natürlich, was zerstört wurde. "Logistik" schließt einiges ein. Also was bitte wurde jetzt zerstört?
Boote? Jeeps? Treibstoff?
Schön, immerhin ist niemand ums Leben gekommen (schickt man Militär nicht in der Regel, UM jemanden zu töten?).
Womit wurde es durchgeführt? Da die USA nicht dabei waren, schließe ich den Einsatz von Jagdbombern von Flugzeugträgern aus.
Fregatten haben in der Regel nur U-Jäger an Bord, aber mit Torpedos und Sonar kann man keine Landziele angreifen (an Land sollte ein Torpedo Schwierigkeiten haben, zu schwimmen).
Also wüsste ich gerne, WAS eingesetzt wurde.
Und zum Thema "Bekämpfung von Piraterie" allgemein:
Es hat keinen Sinn, dort eine stabile Regierung zu errichten. Das wurde schon in den 90er Jahren versucht und es endete damit, dass ein toller Kriegsfilm gedreht wurde mit dem Titel "Black Hawk Down".
Erreicht wurde übrigens nicht viel, womöglich sogar gar nichts.
Solange die Somalis sich tagsüber mit Kath zudröhnen, kann man mit denen keine vernünftige, argumentative Diskussion führen, also sollte man es bleiben lassen. Korruption und Fehden wird es d aimmer geben.
Genauso wenig sollte man nur mit militärischen Mitteln gegen die Piraten vorgehen, denn so gesehen sind die westlichen Industrien, die dort Giftmüll verklappen und Fischvorkommen ausrotten auch irgendwo Schuld daran.
Also sollte man folgendes tun: Giftmüll von der somalischen Küste entfernen, Reedereien daran hindern, dort Giftmüll abzuladen (Luftüberwachung, wie es vor der deutschen Küste auch gemacht wird), Lebensmittel für diejenigen bereitstellen, die nichts haben (sofern auch sichergestellt wird, dass die Lebensmittel da ankommen, wo sie ankommen sollen, was sich allerdings nach den Erfahrungen der 90er Jahre wohl etwas schwierig gestalten wird), und etwas härter gegen die Piraten selbst vorgehen (ihnen also eine Chance geben, aber auf der anderen Seite mit der Pistole drohen).
Dies alles zusammen sollte mehr Wirkung erzielen, als die momentanen halbherzigen Versuche.
Ihre Vorstellung, die EU könnte da einfach mal so eine Regierung installieren und das ganze noch ohne bösen militärischen Schutz ist lächerlich. Da brauchen sie nur mal nach Afghanistan zu schauen, das ist im Prinzip dasselbe. Diese failed states müssen von allein wieder auf die Beine kommen, das wird aber Jahrzehnte wenn nicht Jahrhunderte dauern.
Bis dahin müssen aber die Seewege geschützt werden. Das Raubfischen sollte parallel dazu ebenfalls bekämpft werden, da der somalische Staat oder was davon übrig ist das nicht leisten kann.
Aber selbst wenn sich die Fischgründe wieder erholen sollten, glauben Sie ernsthaft dass die Piraten wieder zu friedlichen Fischern werden?
Genau, sind ja alles nur durch die bösen Europäer arbeitslos gemachte Fischer. Die lokalen Warlords haben mit diesem Geschäft absolut nichts zu tun. Und wenn die Fischbestände sich dort erholen, dann hören die mit diesem höchst lukrativen Geschäft wieder auf und widmen sich wieder friedlich Makrele und Thunfisch. Mein Gott, glauben Sie das allen Ernstes?
Ursache der Piraterie ist nicht die angebliche Überfischung somalischer Fanggründe, sondern daß Somalia ein Failed State ist, in dem sich lokale Warlords bekriegen - denen sich mit Piraterie und Lösegelderpressung eine lukrative Geldquelle zur Finanzierung ihrer Truppen bietet. Wo sollten denn auch verarmte Fischer das Geld für schwere MGs und tragbare Raketenwerfer haben? So billig ist das Zeug dann auch wieder nicht...
Somalia ist ein von Bürgerkrieg in Clans zerrissen Land. Und der von Ihnen verbreite Mythos des armen Fischers ist ein schlechter Witz. Der Großteil der Piraten sind die schon immer aggresiven und gewaltbereiten Milizen eins lokalen Warlords, der sich über die Piraterie neue Waffenlieferungen sichert. Der veramte Fischer, wird höchstwahrscheinlich gerade von diesen zusätzlich geplündert, wenn er seinen halbe, kargen Fang bei seinem lokalen Kriegsherrn noch "freiwillig" abgeben muß!
Ja sie haben Recht, wenn sie sagen ein leerer Bauch fördert die Gewaltbereitschaft. Nur die Piraterie hemmt nicht nur unseren Handel, sonder verhindert DORT auch, dass irgendwelche Entwicklungsmaßnahmen überhaupt greifen können. Piraterie SORGT für leere Bäuche! Den, eben dies ist die Machtbasis der lokalen Warlords, das Elend der anderen!
Praterie ist und war schon immer ein Krebsgeschwür a la Wallenstein "Der Krieg ernährt den Krieg!". Wenn wir nichts tun wird es sich ausbreiten und eben NOCH MEHR von den Somalis hungern lassen.