Asylantrag des WikiLeaks-Gründers: Assange preist Ecuador als Hort der Wahrheit

AFPFrieden, Wahrheit, Gerechtigkeit? WikiLeaks-Gründer Assange lobt Ecuador -ein Land, in dem Journalisten wegen Präsidentenbeleidigung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt werden. Ecuadors Präsident zeigt sich beeindruckt von diesen Worten, man prüfe Assanges Asylantrag ausführlich.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...840110,00.html
  1. #140

    Zitat von Lütt_Matten Beitrag anzeigen
    Versteh ich nicht - Bedeutet das nicht eine absolute (blaue) Wundertüte für Assange? So nach dem Motto mit dieser Auslieferung kann dich von einer Freisprechung bis hin zur Todesstrafe alles erwarten???
    Wäre das für S I E eine ernstzunehmende "Perspektive"???
    Offenbar haben Sie so einiges nicht ganz verstanden:

    Die Wahrscheinlichkeit für Assange, von GB aus in die USA augeliefert zu werden, ist sehr viel größer als von Schweden aus. In GB gibts nämlich keine "blaue Wundertüte" in Form eines solchen Gesetztes, sondern ein Auslieferungsabkommen und Ende.

    Was ihm in Schweden droht ist also nicht die wahrscheinlichere Auslieferung in die USA - das ist eine Nebelkerze, die seit Beginn der Affaire von den fanatischen Fans Assanges mit direktproportional zum Ausmaß der Peinlichkeit ihres Verehrungsobjektes wachsender Begeisterung herumgeschwenkt wird - sondern eine mögliche Anklage wegen Vergewaltigung bzw. Nötigung.
    Und da SChwenden nicht zu den Ländern gehört, die für Schauprozesse bekannt sind, könnte er dem gelassen entgegen sehen.
    Wenn... ja wenn da nicht was wäre... Hybris?
  2. #141

    Zitat von talackova Beitrag anzeigen
    (...)
    Und wer Guantanamo betrachtet, weis, wie es um die Demokratie und das Grundrecht der Menschenwürde in den USA steht. Dort droht ihm die Totesstrafe, was immer ein Grund für Asyl ist.
    Einer der interessantesten Aspekte dieser ganzen Affaire ist zweifellos die psychologisch aufschlußreiche Angstlust, mit der die Fans von Assange ihr Idol leidend in Guantanamo evozieren.

    Allerdings ist alles was ihm vorerst droht, eine unter Märtyreraspekten eher unglamouröse Anklage wegen Vergewaltigung in einem Land, das man getrost als Rechtsstaat bezeichnen kann.
  3. #142

    Zitat von sophistocat Beitrag anzeigen
    Die Wahrscheinlichkeit für Assange, von GB aus in die USA augeliefert zu werden, ist sehr viel größer als von Schweden aus. In GB gibts nämlich keine "blaue Wundertüte" in Form eines solchen Gesetztes, sondern ein Auslieferungsabkommen und Ende.
    Schlechtes Argument. Schweden und die gesamte EU haben ebenfalls solche Abkommen abgeschlossen.
    Im Moment besteht von GB aus gar keine Gefahr da es keinen Haftbefehl von Interpol auf Basis einer US-Anklage gibt. Das wid sich ändern sobald die "Sache" in Schweden "erledigt" ist.

    Gründe hierfür wurden genug genannt. Die einzige Gegenargumentation ist meistens "Assange Jünger denken sich das aus weil Assange ja nich der Böse sein kann etc. pp.". D.h. es fehlen tatsächliche Argumente dafür das Schweden Assange 100%ig niemals an die USA "weiterreichen" wird. Das wird auch im Artikel genannt.

    Assange kann auch durchaus als politisch verfolgter gelten. In fast jedem Land dürfte die Offenlegung von Informationen welche "unbequem" für die Regierung sind strafbar sein. Wenn durch Lücken des Schweigens herauskommt das in China/Nordkorea/Iran/Irak etc. Menschen gefoltert werden ist es für D ein Skandal, bei den USA (selbst getan oder geduldet, spielt keine Rolle)... naja, da gehört der Veröffentlicher natürlich hinter Gitter.

    Typisch deutsche Doppelmoral.
  4. #143

    Zitat von talackova Beitrag anzeigen
    (...)
    Ob das eine bewußte Falle, ein nachträgliches Motivationssystem für die Frauen, oder eine reale klassische gewaltbehaftete Vergewaltigung war(...)
    Die "klassische" Vergewaltigung - das können Sie in polizeilichen Statistiken nachlesen - ist nicht im klassischen Sinne "gewaltbehaftet" sondern geschieht unter Ausnutzung eines Vertrauensverhältnisses. Das kann bedeuten, daß sich Täter und Opfer schon länger kennen - oder daß jemand, den man z. B. aus politischen Gründen unterstützt sich menschlich als nicht ganz so nobel heraus stellt.
  5. #144

    Zitat von Freiheitsdenker Beitrag anzeigen
    Assange hat ja leider kaum eine andere Wahl.
    Sobald er sich den schrägen Sexualgesetzen des sonst angeblich so freien und freizügigen Schwedens unterwirft und sich einer (wahrscheinlich) von der USA angestifteten Anklage aussetzt wird danach das Auslieferunsszenario anlaufen. Er nutzt seine Chancen clever und rettet erst mal seinen Hintern, auch wenn der Ruf erstmal leidet.
    Jeder, der sich in seine Lage versetzt, wird zum gleichen Schluß kommen, außer man ist so naiv, an ein System der Rechtsstaatlichkeit zu glauben.
    Warum ist es eigentlich für einige Leute so schwer zu ertragen, daß jemand, der mal eine ganz gute Idee hatte, ansonsten sehr banal und schäbig sein kann?

    Und naiv sind natürlich auch all jene, die die Kaution für Assange aufgebracht haben - die jetzt flöten ist, wie man so sagt.
    Sie hätten natürlich wissen müssen, daß Assange seinen "Hintern rettet" - ohne falsche Sentimentalitäten. Naiv ist Mme. Khan, die allen Ernstes twittert, daß sie erwartet hätte, Assange würde sein weiters Handeln mit ihr oder irgendwem sonst abstimmen.
    Die Geschichte ist voll von Leuten, die "gar keine andere Wahl hatten".
  6. #145

    Zitat von talackova Beitrag anzeigen
    So etwas heißt in der freien Marktwirtschaft Verdrängungswettbewerb. Der Zweck heiligt die Mittel.
    Schlußfolgerungen wie diese heißen unter unvoreingenommener Betrachtungsweise im allgemeinen und bei Betrachtung der ganzen Affaire Assange im Besonderen Meinungskonserve.
    Oder: Die Binse lebt.
  7. #146

    Zitat von pompelmo Beitrag anzeigen
    Hört doch auf, ständig dieses Gesetz zu zitieren! Wann wurde es denn schon einmal angewandt? Und das liegt sicher nicht daran, dass sich niemand traut, den Bundespräsidenten zu "verunglimpfen". Schon mal (zum Beispiel) die Heute-Show geschaut? Oder die Titanic gelesen? Also wenn Wulff (oder auch Köhler, Gauck etc.) da mal nicht "verunglimpft" wurde... interessiert aber keinen, die sind alle noch auf freiem Fuß. Ein Gesetz aus alter Zeit, das wohl vor allem dem Präsidenten einen besonderen Schutz vor Verleumdung und Rufmord einräumen sollte. Ob das jetzt sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt, als Argument taugt das aber trotzdem nicht.
    So ist es.
    Wie es aussieht muß man sich schon sehr ausgesuchte Beleidigungen ausdenken und sich obendrein noch einer elaborierten Fäkalsprache bedienen, um für eine Anklage auf Grund diesens ominösen § in Frage zu kommen.
    Im GEgensatz zu Ecuador, wo es offensichtlich reicht, Korruption einfach mal Korruption zu nennen, um in den Knast zu kommen.
    Aber diese Diskrepanz haben die Relativierer schon längst rationalisiert.
  8. #147

    Zitat von sven17 Beitrag anzeigen
    Würde keinen Unterschied machen. Das sind Fakten und die werden von diesen Leuten gern unterschlagen^^
    Von welchen Leuten wird jetzt genau was unterschlagen???
  9. #148

    Zitat von GROLENIUM Beitrag anzeigen
    haben schon ihren Zweck aber es kommt auch auf die Qualität an... ein Grossteil der Dokumente waren tatsächlich irrelevant also hätte es auch gereicht den Fokus auf die wirklich interessanten und schockierenden Dinge zu legen...
    Da gebe ich Ihnen recht, jedoch konnte Wikileaks diese Unmengen von Daten ja nicht alleine auswerten und hat daher unter Anderem den Spiegel mit eingebunden. Das die Presse ja nicht nur ausschließlich Relevantes gebraucht um die Leser zu bespaßen liegt wohl auch auf der Hand. Im Großen und Ganzen hat es sich aber gelohnt, da eine Menge Schweinereien sonst wohl nie ans Licht gekommen wäre...
    Kriegsverbrechen gehören nun einmal aufgeklärt und bestraft - völlig egal wer Diese begeht...
  10. #149

    @2023

    Naja man sieht schon welche politische Orientierung die Presse hat. CDU Politiker, die in die Wirtschaft gehen sind nur auf ihren Vorteil bedacht - aber Herr Schröder der den Gasdeal einplompt um dann zu Gazprom zu gehen nicht. Wenn dann bitte alle kritisieren und nicht nur das politische Lager, das einem nicht allzu nahe steht.