Zitat von
tommm
Wenn Sie auf der Suche nach der absoluten Wahrheit sind sollten Sie in die Kirche gehen. Dort bekommen Sie ihr gewünscht unfehlbares Dogma. In der Wissenschaft werden Sie dies nicht finden. Das Beste, das Ihnen ein seriöser Wissenschaftler geben kann sind Belege, die seine Theorie stützen, mehr nicht.
Jeder Wissenschaftler wäre doch froh, wenn es ihm gelingen würde, eine bis dato akzeptierte Theorie zu widerlegen. Dafür gibt's in diesen Kreisen Anerkennung und, wenn man Glück hat und den Nobelpreis ergattert, sogar noch eine Menge Geld. Daher kann ich absolut nicht nachvollziehen, wie Sie auf den Titel "Wissenschaft widerlegt sich selbst" kommen.
Mitte dieses Jahres haben italienische Limnologen im Sediment des Mittelmeeres eine Tierart (wieder)gefunden, die das gesamte Leben unter anaeroben Bedingungen verbringt, eine Leistung, die bis zu diesem Zeitpunkt auch noch nie beobachtet wurde. Hat sich die Wissenschaft dort auch "selbst widerlegt"?
Wenn von "Grundbausteinen" des Lebens die Rede ist, wie Sie es ansprechen, so bezieht man sich auf bisher bekannte und untersuchte Lebensformen, ist doch ganz klar, oder? Abgesehen davon ist sozusagen der Kohlenstoff der rudimentäre Gerüstbaustein, auf dem die Biomasse des uns bekannten Lebens basiert. Wenn nun ein Bakterium ein auf Arsen basierenden Metabolismus besitzt bzw. dieses anstatt Phosphor als Baustein der DNS nutzt, ist das doch kein Widerspruch zu wissenschaftlichen Theorien, es ist eine wilkommene Erweiterung unseres Wissens.
Nicht falsifizierbare Hypothesen sind per se nicht wissenschaftlich zu bearbeiten. Man könnte höchstens mit Wahrscheinlichkeiten antworten. Eine Frage an Sie: Wofür bitte sollte die Wissenschaft denn offen sein, das sich nicht widerlegen lässt (diese Frage ist durchaus ernst gemeint)?