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Assessment Center: Schluss mit der Prüfung von der Stange!

CorbisAssessment Center sind das große Angstinstrument der Personaler. Dumm nur, dass der Ringelpietz mit Bewerbern oft nichts bringt. Personalberaterin Ulla von Boyen erklärt, wie die aufwendigen Prüfverfahren allen weiterhelfen: Unternehmen wie Bewerbern.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...844149,00.html
  1. #1

    Dünnbrettbohrer

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Assessment Center sind das große Angstinstrument der Personaler. Dumm nur, dass der Ringelpietz mit Bewerbern oft nichts bringt. Personalberaterin <i>Ulla von Boyen </i>erklärt, wie die aufwendigen Prüfverfahren allen weiterhelfen: Unternehmen wie Bewerbern.

    Assessment Center: Keine Prüfung von der Stange - SPIEGEL ONLINE
    Zitat:
    "Der zweite Fehler, der in Verbindung mit ACs und DCs häufig in zu beobachten ist: Man prüft nur abstrakte Soft Skills ab und lässt die "harten Faktoren" außen vor. So wichtig Sozialkompetenzen in der heutigen Arbeitslandschaft sind: Allein mit Empathie, Teamspirit und Präsentationstechnik einem gewinnenden Auftreten kann niemand zum Leistungsträger werden. Hard Skills sind unumgänglich, um erfolgreich zu arbeiten. Spezifisches Fachwissen spielt vor allen auf den unteren Hierarchieebenen eine sehr wichtige Rolle, während für die oberen Ränge Methodisches und Überfachliches von besonderer Bedeutung ist, zum Beispiel Projektmanagement, Strategie oder Branchenkenntnis."

    Irgendwie typisch für die Personalauswahl Deutscher Unternehmen. So gewinnen die kommunikationsstarken Dünnbrettbohrer, und dann beklagt man sich, dass man keine fähigen Fachkräfte findet.

    Einfach nur peinlich!
  2. #2

    Sorry,
    aber ich halte ihre Kritik für unangemessen. Wendet man das AC, wie in dem Artikel erwähnt, richtig an, ist es das beste Auswahlinstrument das es gibt. Das belegen alle Studien. Dabei sollte man sich vergegenwärtigen, für was das AC entwickelt wurde: Nämlich zur Erfassung der sogenannten "weichen Faktoren", die ich über den Lebenslauf oder das persönliche Gespräch nicht unmittelbar erfassen kann. Zudem zählen neben Intelligenz und Integrität diese "weichen Faktoren" zu den erfolgsrelevantesten Kriterien. Auch dies ist durch Studien belegt. Das soll nicht bedeuten, dass Fachkompetenz keine Rolle spielt. Allerdings ist die "Halbwertzeit" von Fachwissen äußerst gering, ich kann mir Fachwissen relativ schnell neu aneignen (ganz im Gegensatz zu Empathie) und es gibt deutlich einfachere Indikatoren, Fachwissen zu erfassen, als das AC (Lebenslauf, Noten...)
  3. #3

    optional

    "Irgendwie typisch für die Personalauswahl Deutscher Unternehmen. So gewinnen die kommunikationsstarken Dünnbrettbohrer, und dann beklagt man sich, dass man keine fähigen Fachkräfte findet. Einfach nur peinlich!"
    Das ist zu kurz gedacht. Sozialkompetenz betrachtet viel mehr Aspekte als die eines "Dünnbrettbohrers". Präsentationstechnik gehört da auch nur untergeordnet rein.
    Teamfähigkeit, Sorgfalt, Motivationsfähigkeit für sich und für Mitarbeiter. Das sind Social Skills die jeder brauch. Das Fachkompetenz auch gefragt ist, ist außer Frage. Klar. Aber diese Skills werden meist VOR dem AC geprüft. D.h. wer diese skills nicht hat brauch garnicht seine Soft skills beweisen. Leider wird das im Artikel nicht gesagt, da sonst ein grundlegender Kritikpunkt wegfallen würde.
  4. #4

    Zitat von Diskutierender Beitrag anzeigen
    Zitat:
    "Der zweite Fehler, der in Verbindung mit ACs und DCs häufig in zu beobachten ist: Man prüft nur abstrakte Soft Skills ab und lässt die "harten Faktoren" außen vor. So wichtig Sozialkompetenzen in der heutigen Arbeitslandschaft sind: Allein mit Empathie, Teamspirit und Präsentationstechnik ......
    Absolut richtig. Durch die Tests kommt nur unterer Durchschnitt. Flexible Individual-Talente mit Ecken und Kanten brauchts - eben komplette Menschen, der ganze Feelie-Dreck ist für nichts. Personaler sind leider auch nicht gerade Koryphäen. Da gibts ganz irren Bodensatz.
  5. #5

    Wie valide kann das sein

    Ich halte das testen von "softskills" in einer testsituation wo man von mehreren beobachtet wird einfach für unpraktikabel.
    Jeder mensch kann rollen einnehmen und diese auch spielen, so kann jeder egomane sich für 2 stunden als teamplayer darstellen.
    Nächste frage welche softskills sind denn notwendig und woran macht man das fest?
    Und Menschen lassen sich nicht durch irgendwelche Seminare oder Weiterbildungen in ihrem wesen ändern, das geht nur in sehr kleinen teilschritten über einen sehr langen zeitraum - also wenn er jetzt nicht zur führungskraft geeignet ist aufgrund irgendwelcher bewertungsmaßstäbe wird er dies auch nicht in absehbarer zukunft sein.
    Fazit - es läßt sich valide nur das fachwissen prüfen, gibt auch diverse studien die dies belegen. Obwohl ich hier vorsichtig bin, denn vertraue nicht der statistik die du nicht selbst gefälscht hast:)
  6. #6

    Vielleicht sollte man die Test mit denen machen, die sie veranlassen...

    Ich habe kürzlich mein Masterstudium abgeschlossen und bereits bei einem AC mitgemacht. Leider muss ich sagen, dass ich das Fazit des Artikel für ungeeignet halte. "Aus pädagogischer Sicht führt die gängige Einstellungstestpraxis mit ihren häufigen Ablehnungsbescheiden oft zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Selbstbewertgefühls des Bewerbers. Die pseudo-objektiven Testverfahren mit ihrem scheinbar wissenschaftlichen Charakter erwecken gerade bei jungen Bewerbern schnell den Eindruck, ein Nichtbestehen bedeute, man sei für den Beruf zu dumm." (Hesse/Schrader. 2011. Testtraining 2000plus. Berlin: Stark)
  7. #7

    .

    Es gab eine Zeit vor den ACs. Da hat die Personaleinstellung auch funktioniert, vielleicht sogar besser als heute. Die heutigen Personaler wollen aber nichts mehr riskieren (das könnte nachteilig für die eigene Karriere sein) und arbeiten daher mit den Methoden, die alle anderen auch verwenden. Das würden die Personaler auch so machen, wenn sich die Methoden als wenig geeignet erweisen bzw. erwiesen haben.

    Wenn man dies jahrzehntelang so macht, dann kann man sich ein Personal heranzüchten, das sich sicherlich stark unterscheiden wird von dem Personal früherer Zeiten, was die "Fähigkeiten" anbelangt.

    Ist das vielleicht die wahre Ursache der Finanzkrise?
  8. #8

    Unrealistisch...

    Tatsächlich sieht die Situation doch so aus, dass man in der Regel das "Feedback" bekommt, dass es leider nicht gereicht hat, man aber aus Zeitgründen nicht ins Detail gehen kann, man habe so viele Teilnehmer, da könne man nicht... das müsse man doch verstehen.... Dazu kommt, dass man ggf. die Softskills in unrealistischen Situationen unter "Beweis" stellen muss. Wenn ich erst dann mit einem Mitarbeiter rede, wenn er bereits innerlich gekündigt hat, dann ist über Monate, wenn nicht Jahre, eine Fehlentwicklung unentdeckt oder zumindest ungehindert fortgeschritten. Einen AC-Kandidaten mit einer solchen Situation zu konfrontieren ist eher Stresstest als Management-Talent. Wenn eine derartige Situation tatsächlich für das Unternehmen realistisch sein sollte, dann spricht das nicht für die Personalabteilung des Unternehmens....
  9. #9

    AC sind gut

    1. Man lernt SEHR viel im AC selbst
    2. Hard Skills? Nach denen wird in den Bewerbungsmappen geguckt, beim AC sind nur noch geeignete Kandidaten da.
    3. Auch wenn allgemein Testmethoden bekannt sind ist es EXTREM schwierig eine AC über die Bühne zu bringen. Also nur weil man gelesen hat dass es den Test A und B gibt und wie der läuft, ist es ihn wirklich zu absolvieren was ganz anderes.


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