"The Artist"-Regisseur Hazanavicius: "Er ist das Schwarz. Sie ist das Weiß"
Es singt das Herz, es schweigt der Mund: Mit*"The Artist" hat Michel Hazanavicius eine formvollendete Stummfilm-Hommage in Szene gesetzt. Im Interview spricht er über beredtes Schweigen, die Liebe von Hunden - und wie man Männer und Frauen ins perfekte Licht setzt.
Leider ist dieser ansich wirklich sehenswerte Film von Anachrosnismen wohl durch viel Unachtsamkeit durchzogen und zerstörte mir fortwährend die Illusion sich in den späten 20ern/frühen 30ern zu befinden. Gleiches gilt für Peppys Limosine, die etwa vier Jahre vor ihrer Fertigung zu sehen ist.
Besonders stark fiel mir das im Soundtrack durch Benny Goodman's "Sing Sing Sing" auf, den Louis Prima aber erst 1936 komponiert hatte. In einer anderen Szene machte ich statt eines Grammophons eher einen Plattenspieler aus, der wohl eher den 40ern oder gar 50ern zuzuordnen ist. In Zeiten von Google und Co. ist so eine Recherche wirklich zumutbar.
Das Verbrennen eines Filmes hätte so damals auch kaum Funktioniert, da die in den 20ern verwendeten Nitratfilme eher explosionsartig in Flammen aufgingen.
Die Idee und schauspielerischen Leistung sind wirklich hervorragend und absolut gelungen, aber die immer wieder falsche zeitliche Einordnung hat mir die Athmosphäre doch immer wieder zerstört.
Die hier genannte Formvollendung hat leider doch mehrere unschöne Ecken und Kannten.