Armutsrisiko in Deutschland: OECD empfiehlt weniger Stütze für Geringverdiener

Die schwarz-gelbe Hartz-IV-Reform hat einen Proteststurm ausgelöst, jetzt kritisiert auch die OSZE die Bundesregierung: Nach Erkenntnissen der Organisation ist das Armutsrisiko in Deutschland besonders hoch. Aber nicht weil Geringverdiener zu wenig Geld bekommen - sondern zu viel.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...719926,00.html
  1. #1

    Das kann nur ein Witz sein

    ...wenn auch nur ein schlechter. Egal wie man es dreht und wendet, mit der Hartz-IV-Regelung schneidet man den Nachwuchs dieser Menschen von jeder Chance auf eine bessere Bildung ab - und die Bildung der Kinder von Hartz-IV-Empfängern muss definitiv besser werden als die ihrer Eltern, damit sie wenigstens noch eine reelle Chance auf eine vernünftige Berufsausbildung und somit einen Job haben.

    Hartz IV ist eine subtile Form der Ghettoisierung und Ausgrenzung von Langzeitarbeitslosen und Bildungsfernen. Und wer heute immer noch menschenverachtend behauptet, Hartz-IV-Empfänger säßen nur faul auf ihrem Ar... und verbrächten ihre Zeit mit Saufen und Qualmen, beteiligt sich aktiv weiter an der Ausgrenzung dieser Menschen.
  2. #2

    Mich interessiert nur eines:

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die schwarz-gelbe Hartz-IV-Reform hat einen Proteststurm ausgelöst, jetzt kritisiert auch die OSZE die Bundesregierung: Nach Erkenntnissen der Organisation ist das Armutsrisiko in Deutschland besonders hoch. Aber nicht weil Geringverdiener zu wenig Geld bekommen - sondern zu viel.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...719926,00.html
    Was verdient Herr Immervoll von der OECD und von wem wird sein gehalt bezahlt??
  3. #3

    Da rennen die hier alle offen Türen ein

    Die Regierung bastelt ja noch an den Hinzuverdienstregeln.
    Diese müssen dringend revidiert werden.
    So aus dem Gedächtnis gibt es 1.3 Mio. Aufstocker.

    Davon arbeiten 700.000 im Minijob-Bereich und davon gut 50% bis max. 200 Euro.
    Wenn man dann noch die 300.000 Alleinstehenden-Vollzeit-H4-Berechtigten abzieht, bleiben für den restlichen Midi-Vollzeitbereich 300.000 überig.

    Mehr braucht man nicht zu wissen, um der OECD zuzustimmen.
    Von daher sollte man für den Minibereich ein anrechnungsfreie Pauschale von 40 Euro andenken, und für den Minijob-Sektor 80 Euro. Wer höhere Werbungskosten hat, kann diese ja beantragen.
    Die eingesparten Mittel sollten dann zur stärkeren Förderung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung umgeleitet werden.

    Scheitern wird es wahrscheinlich, weil kein Politiker seine Putzfrau und/oder Kindermädchen verärgern will.
  4. #4

    Dafür ist es aber...

    Zitat von der_Pixelschubser Beitrag anzeigen

    Hartz IV ist eine subtile Form der Ghettoisierung und Ausgrenzung von Langzeitarbeitslosen und Bildungsfernen. Und wer heute immer noch menschenverachtend behauptet, Hartz-IV-Empfänger säßen nur faul auf ihrem Ar... und verbrächten ihre Zeit mit Saufen und Qualmen, beteiligt sich aktiv weiter an der Ausgrenzung dieser Menschen.
    .. ein ausgezeichnetes Instrument für die Umverteilung von unten nach oben: wenn nun die Zuverdienstgrenze erhöht werden wird, wächst damit auch der Anreiz wenig Lohn zu zahlen und en Rest vom Steuerzahler holen zu lassen. Ackermann muß sich schließlich lohnen, Ausbeuten aus Leidenschaft!
  5. #5

    Hartz 4 ist und bleibt...

    ... das unsozialste und ungerechteste Regelung der deutschen Geschichte.

    Arbeitsverweigerer und Hartz4/Sozialhilfe-Dynastien /-Großfamilien profitieren und werden tatsächlich in Watte gepackt. Da traut sich zudem kein Sachbearbeiter heran, die Justiz schützt solche Schmarotzer ebenso.
    Leistungsbereite Menschen, Menschen, die lange Jahre gearbeitet hatten, Alleinerziehende werden bestraft und ihrer Existenzgrundlage beraubt.
    Die beste H4-Reform: abschaffen!
  6. #6

    Titel

    Hmm, es geht um "OECD empfiehlt weniger Stütze für Geringverdiener", und dann fällt im Bericht der Name Sommer, Gewerkschafter, der sich an der Höhe von Hartz 4 stört, und dass Genussmittel mit abgedeckt werden sollten (gehts noch?).

    Aber wie gestern schon in einem anderen Artikel gefragt, was hat das miteinander zu tun??? Hier wird doch wieder nur Werbung für einen Gewerkschafter gemacht und das hat nix mit der OECD zu tun! Also Spiegel-Redakteure, wenn ihr ein Thema aufstellt, bleibt doch auch beim Thema. Und nicht weniger als die Hälfte ums Thema, der Rest geht dann um eure eigenen Interessen.
  7. #7

    Tabak/Alkohol

    >>Sommer setzte sich auch dafür ein, in die Berechnung des Hartz-IV-Satzes Genussmittel mit einzubeziehen. "Man muss doch schauen: Unter welchen Bedingungen wird in Deutschland gelebt? Dazu gehören im Zweifelsfalle auch Genussmittel wie Zigaretten. Ich kann nicht nachvollziehen, warum Schwarz-Gelb das nicht berücksichtigt", sagte er.<<

    SCHLUSS es reicht! Wer Geld hat für Suchtmittel, hat auch Geld für seine Kinder. Wer so leben will wie in Deutschland generell gelebt wird,muss auch so Arbeiten wie der durchschnitt. In Deutschland fahren die meisten auch keinen Toyota Aygo wie ich und trotzdem möchte ich vom Staat kein größeres Auto, weil ich mich ja sonst diskriminiert fühle. Was ein Schwachsinn!

    Lustig find ich, dass Gabriel erst sagt man müse die Statistik abwarten die Regierung würde eine böse Überraschung erleben und jetzt wo die Statistik seine Thesen nicht stützt sagt er, dass diese nichts Aussagen würde und man eine Gesellschaftliche Debatte führen muss. Auf welchen Grundlagen soll man eine Debatte führen wenn jeder sachliche Beweis, was Zahlen nun einmal sind, nur beachtet wird insofern Gabriels Politik gestützt wird?

    Außerdem hat er gut Reden mit der Debatte führen. Vor 2 Tagen hat er selbst noch gesagt, dass die Zeit drängt wegen dem Verfassungsgericht Urteil und heute will er eine Gesellschaftlichen Diskurrs mit Elefantenrunden, runden Tischen und Kaffee und Kuchen
  8. #8

    Oecd == Insm?!

    Es spricht im Allgemeinen nicht für ein gutes Diskussionsniveau, Witze über die Namen der Beteiligten zu reißen. Aber, Entschuldigung, "Immervoll" zu heißen und solch dämliche Stammtischparolen abzusondern -- diese Steilvorlage muss man einfach verwandeln.

    Zum Thema selbst: Dieser Herr Immervoll ist ein typischer neoliberaler Dummschwätzer, wie es sie zu Tausenden aus Politik, Wirtschaft und deren Propagandaorganisation INSM gibt. Wer ernsthaft vorschlägt, Menschen noch unter den ohnehin zu kargen Hartz-IV-Satz zu drücken, um den "Anreiz zur Arbeitsaufnahme" zu erhöhen, obwohl diese Arbeit gar nicht vorhanden ist, der betreibt in Wirklichkeit Euthanasie durch Unterlassung. Es kann höchstens noch sein, dass er bei einigen derjenigen, die dann erst recht nichts mehr zu verlieren haben, den Anreiz zur Kriminalität steigern. Ärgerlicherweise sind die Opfer dieser Kriminalität dann jedoch meist nicht solche Herrenreiter mit immervollen Villen und Kühlschränken (weil sie sich Nachtwächter und Wachhunde leisten können), sondern Menschen wie du und ich, die jederzeit selbst von "Hartz IV" oder -- wenn es nach Immervoll & Co. ginge -- noch Schlimmerem bedroht sind.

    Abschließend noch eins: Diese "Erhöhung" um 5 EUR reicht nicht einmal ansatzweise, um die Teuerungsrate seit Einführung von Hartz IV auszugleichen und ist eine bodenlose Frechheit. Die Heuchler aus SPD und Grünen, die den ursprünglichen Satz beschlossen hatten und nun darüber wettern, finde ich aber fast genauso unverschämt.
  9. #9

    Die Überschrift ist eine krasse Fehlinterpretation!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ... ist das Armutsrisiko in Deutschland besonders hoch. Aber nicht weil Geringverdiener zu wenig Geld bekommen - sondern zu viel.
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...719926,00.html
    Das ist eine sehr eigenwillige Interpretation und wahrscheinlich eher das Wunschdenken eines neoliberal gepolten SPIEGEL-Redakteurs.

    Tatsächlich hat die OECD gefordert, die Anreize zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu verbessern und damit hat sie natürlich recht. Und das bedeutet zu allererst, dass das Geld, das ein Hartz-IV-Bezieher sich dazuverdient, möglichst vollständig in seinem Portemonnaie landet.

    Wenn man die OECD-Aussage mit eigenem Wunschdenken so frisiert wie der Autor des Spiegels, dann könnte man sogar behaupten, die OECD habe ein bedingungsloses Grundeinkommen gefordert, auf das es keinerlei Zusatzverdienstanrechnung gibt. Das stimmt so natürlich auch nicht, wäre aber auch eine Möglichkeit, die Forderungen der OECD zu erfüllen.