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Armutsfalle Schauspielerei: Willkommen in der Rollenlotterie

Ninja Böhlke Ruhm und Glamour? Von wegen: Auf die meisten Schauspieler warten mickrige Gagen und ein unstetes Leben. Wie es in der Traumbranche wirklich zugeht, zeigen Gespräche mit Jungstars wie David Kross und Max Riemelt, mit erfahrenen Darstellern wie Christian Kahrmann und Florian David Fitz.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...838053,00.html
  1. #20

    Toll welche Alternativen die im Kopf haben

    Hebamme: Streiken schon seit Jahren wegen den miesen Bedingungen.

    Grafikdesigner oder Musik: Genau so miess wie Schauspieler und andere 'irgendwas mit Medien'-Berufe.

    Eine echte Alternative wäre was Handwerkliches oder ein Industrieberuf aber dort macht man sich ja die Hände schmutzig und Bürojob ist uncool für die Künstlernatur.

    Von richtiger Arbeit halten die 'Künstler' alle nix. Dann sollen sie sich auch nicht wundern wenn sie nur Wasser und Brot als Bezahlung bekommen.
  2. #21

    Jammern..

    Es kommt mir vor wie Jammern auf hohen Niveau. "Ich musste noch nie hungern, aber reich bin ich auch nicht", sagt der Vater einer Tochter

    Wer wird denn von einem ich sage mal, normalen Job reich? Wirklich Farbe bekennen was rueberkam tut auch keiner und wenn man sich aufgrund unbequemer Fragen nicht mehr Arbeitslos meldet, kann es alles nicht so schlimm sein.
  3. #22

    Überfüllt

    Vielleicht ist die Branche einfach überfülltt. In Zeiten von TV-Castingshows fühlen sich vielleicht zu viele mit zu wenig Talent oder Durchhaltevermögen als Schauspieler berufen.
  4. #23

    Es ist bei allen Gewerken so

    Auch die, die dafür sorgen, dass das Licht passt, der Ton steht und die Schauspieler im Bild dargestellt werden; allen geht es genauso! Ich habe Respekt vor Schauspielern, allerdings geht es Schauspielkollegen immernoch besser als so ziemlich allen Gewerken, die in einem solchen künstlerisch, darstellenden Prozess involviert sind.

    Man sollte sich mal Kameraleute, Tonkollegen anschauen - es wird nur noch gedumpt, gedrückt, ausgespielt; "der machts aber für 20€uro günstiger!", wird einem oft gesagt. Wenn man dann Nein sagt, weil jeder von uns seine Miete und Kosten bezahlen muss, genauso wie Versicherungen und Altersvorsorge, dann ist es oft genug so, das die jeweilige Firma eben den Billigeren anruft. Das der damit eine Branche kaputt macht, Kollegen in den Rücken fällt und diesen Teufelskreis weiter anheizt, dass kommt vielen nicht in den Sinn!
    Wie auch, wenn jeder nur an sich selbst denkt?

    Schlimm sind junge Menschen, die idealisiert aus diversen Privatakademien purzeln, mit schlechten und unfairen bishin zu arbeitsrechtlich sehr fragwürdigen Verträgen konfrontiert sind. Aber auch keine Ahnung von dem Markt, der Branche haben, Geld verdienen müssen ohne praktische Berufserfahrung und dann alles annehmen und sich billigst verkaufen und so auch wieder ihren Teil zu dieser Entwicklung beitragen. Und das ist faktisch so!

    Man kann vieles schön reden und mit tollen Kampagnen für ein gutes Image sorgen. Tatsache ist, es sieht ziemlich bitter aus in diesen Branchen. Den Wenigen, die groß rauskommen, stegeb hunderte Existenzen gegenüber, die oft besser sind, aber eben nicht alles mit sich machen lassen und nicht zu allem Ja und Amen sagen.

    Was es in diesem Land braucht, wären Gewerkschaften, die nicht nach lobbyistischen Prinzipien handeln, sondern sich an den praktischen und faktischen Notwendigkeiten und Anforderungen der jeweiligen Gewerke orientieren - das ist übrigens auch im Falle des Journalismus so!
  5. #24

    ..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ruhm und Glamour? Von wegen: Auf die meisten Schauspieler warten mickrige Gagen und ein unstetes Leben. Wie es in der Traumbranche wirklich zugeht, zeigen Gespräche mit Jungstars wie David Kross und Max Riemelt, mit erfahrenen Darstellern wie Christian Kahrmann und Florian David Fitz.

    Wie Schauspieler in der Armutsfalle landen - SPIEGEL ONLINE
    wenn man sich einen solchen Beruf aussucht, dann weiß man was einem blühen kann. Das gilt im Grunde für alle künstlerischen Berufe und für die wissenschaftlichen der eher "weichen" Disziplinen.

    Da dürften etliche Leute voller Naivität und in dem Glauben dass es schon werden wird wenn man nur ordentlich daran glaubt, reingeschlittert und teilweise gescheitert sein. Man kann halt nicht von Träumen und guten Absichten leben und letztlich wird doch die Realität immer wieder maßgebend, egal wie man es findet. Gut also, wenn man bei der Berufswahl rational und realitätsbezogen vorgegangen ist. Den Ponyhof gibt es nicht.
  6. #25

    So isses halt

    Der Aufwand zur Auftragsaquirierung fällt unter Unternehmerischges Risiko, so isses halt bei Freiberuflern.
    Warum sollte jemand mahr als H4 zur Unterhaltsicherung bekommen. Wenn ihm das zu wenig ist, muss er/sie eben in unbeliebten Produktionen mitwirken, wie Werbung, Pornos oder Serien. Gab übrigens genug mittlerweile bekannte Schauspieler die das so gemacht haben, Til Schweiger als Stöhnknecht zum Beispiel.
    Ausserdem kann die künstlerische Leistung von Schauspielern nicht so gross sein, wenn erst nach Name und dann nach Aussehen gecastet wird und dann nochmal ums Geld gefeilscht wird.
    Einfach weil sie offensichtlich ohne Probleme ersetzbar sind.
  7. #26

    Zitat von sappelkopp Beitrag anzeigen
    ...sind ja soviele Menschen krank. Weil sie das machen, was sie halbwegs können und was Geld bringt. Dann haben sie Herzinfarkte, Bluthochdruck und Burn-Out und sind über Jahrzehnte unzufrieden, sitzen abends mit 'nem Bier vor dem Fernseher und meinen sie würden leben.

    Aber das, was sie wirklich gern machen würden, würden sie sogar mit Spaß machen, wären wahrscheinlich glücklicher.

    Ich habe lieber Spaß und weniger Geld, als nur des Geldes wegen ein Job zu machen, um Dinge zu kaufen, die man eh nicht wirklich braucht.
    Das ist auch gut so, der Punkt ist nur: man hat eine Wahl, die man aus völlig freien Stücken trifft - und für das Ergebnis dieser Wahl kann man eben nicht die Gesellschaft verantwortlich machen, sondern nur sich selbst. Jammern ist dann also keine Option.
  8. #27

    Nackte Zahlen

    Nach Auskunft der DSA (Deutsche Schauspieler Agentur) gab es im Jahre 2002 (letzte Erhebung) in Deutschland etwa 21.000 Leute, die sich Schauspieler nennen, bzw. als solche bei deutschen Finanzämtern veranlagt waren. Es darf sich nämlich ein JEDER "Schauspieler" nennen, da es sich hierbei um eine ungeschützte Berufsbezeichnung handelt. Hierunter fallen beispielsweise auch Musikanten in der Fußgängerzone, Klinikclowns auf Kinderkrebsstationen, Kabarettisten, Parodisten, Puppenspieler und Alleinunterhalter bei Privatfesten (Schubiduah-Fraktion).

    Tatsächlich LEBEN können von den 21.000 selbsternannten "Schauspielern" nach DSA Schätzung gerade einmal 1.500, wobei ein sehr starkes Entlohnungsgefälle zwischen einer Handvoll selbsternannter Topstars und Down-to-Earth Schauspielern besteht. So fordert und bekommt Götz George beispielsweise 500.000 Euro bis zu einer Million Euro pro Film, unabhängig von den Drehtagen - andernfalls braucht man bei ihm überhaupt nicht erst anzuklopfen --- Mario Adorf gibt sich mit 15.000 bis 25.000 Euro pro Drehtag zufrieden - im Vergleich hierzu muss ein "namenloser" no-name Schauspieler, also die Dreiviertel-Mehrheit, mit 250-1000 Euro pro Drehtag vorlieb nehmen, je nach zugeteilter Werte-Schublade bei den Besetzungsbüros.

    98 Prozent aller Schauspieler rutschen in die Altersarmut. Unstete Einkünfte (und deshalb Doppeltveranlagung bei den Sozial-Versicherungen) und eine ohnehin schon miserable Versicherungssituation in dieser Berufssparte beschleunigen den sozialen Abstieg. Viele Schauspieler müssten für eine solide Kranken- und Rentenversicherung zeitweise HÖHERE BEITRÄGE entrichten, als sie überhaupt verdienen.

    Ich empfehle allen Schauspielern immer, sich nach Möglichkeit in jungen Jahren eine Immobilie entweder vom Mund abzusparen, sofern ihnen dies überhaupt möglich ist, oder vererbt bekommen. Dann fällt im Alter wenigstens schon einmal die Miete weg. Allerdings, so meine persönliche Erfahrung, sind die meisten Schauspieler recht realitätsuntauglich und verdrängen derlei "Kasualien des Lebens" hinter ihren narzistoiden Wunschträumen. Die wenigsten, mit denen ich als Filmschaffender zu tun hatte, wollen an das Morgen denken ... und das aus gutem Grunde.
  9. #28

    Zitat von freebird6 Beitrag anzeigen
    Amateure in Nebenrollen, die aus Spaß für ein Handgeld spielen, will keiner sehen.
    Genau das ist das Problem der professionellen: Die Kunden aka Zuschauer wollen diese sehr wohl sehen bzw. ist es denen piepegal die zu sehen
  10. #29

    Bei allem Respekt...

    ...hartholz365, aber die Meisten derer, die einen "künstlerischen" Beruf ausüben, werden Ihnen entgegnen, dass der Unterschied zwischen Schauspielerei, Design, Musik (setzen Sie ein, was Ihnen gefällt) und einem klassischen Handwerk keinesfalls so riesig ist, wie die dem Irrglauben an so etwas wie "Talent" als entscheidendem Faktor anhängende aussenstehende Masse denkt. Das Einzige, was auf Dauer funktioniert, ist harte Arbeit.
    Wenn man in irgendwas gut sein will, sei es im Hobeln oder im Spielen eines Instrumentes oder im Verkörpern einer Rolle, erfordert das viel Zeit und viel Einsatz. Als jemand, der zum Lebensunterhalt ein Instrument spielt, weiss ich, dass das bedeutet, dass ich eben diesem Tun 4 Stunden am Tag nachgehen sollte, jeden Tag, wohlgemerkt ohne Bezahlung (denn wer soll einen schon fürs Üben bezahlen).
    Verstehen Sie mich nicht falsch, ich beschwere mich nicht über meine Lebensbedingungen oder Bezahlung (ich wusste, worauf ich mich einlasse). Ich finde es nur den Künstlerkollegen gegenüber einigermassen respektlos, zu behaupten, das, womit sie versuchen, über die Runden zu kommen, sei keine "richtige Arbeit". Oder versuchen Sie, witzig zu sein?








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