Ich denke man kann sich in Berufe hineindenken auch ohne sie auszuführen, vor allem wenn man Freunde hat die Schauspieler, Ingenieure oder Krankenpfleger sind und ich selber semi-professionel mit Musik Geld verdiene und einen Designberuf ausübe.
Man kriegt ja mit wie der Alltag von diesen Menschen abläuft, wie viel Herzblut sie in ihre Projekte stecken, wie Erwartung und Ergebnis oft auseinanderklaffen, wie manche Glück haben, wie manche bereit sind nach Jahren des Nomandelebens nach China zu ziehen, ob einer Anstellung bei einem Orchester (für fünf Jahre wohlgemerkt).
Bin ganz ihrer Meinung: Krankenpfleger kann ein sehr harter Job sein, wie Lehrer und Ingenieur auch. Als Musiker wird man sich weniger mit dem Tod herumschlagen als ein Arzt oder Pfleger und das Produkt seiner eigenen Leistung ist unmittelbar genießbar...
Und doch bin ich überzeugt, dass künstlerische Berufe keine normalen Berufe sind. Sie verlangen viel mehr Eigeninitiative, "das gewisse Etwas" das man hat oder nicht, mehr Selbstaufgabe, weniger Trennung zwischen Privatleben und Beruf, usw. Außerdem ist schon ein gewisser Wahnsinn dabei sich so einer großen Konkurrenz zu stellen und das bei Verzicht auf Arbeitssicherheit und Stabilität. Manche lieben diese Freiheit. Viele scheitern daran.
Ich denke Deutschland ist nicht die Ausnahme was das Prestige von manchen Berufen angeht...

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