DPASie verdingen sich für minimalen Lohn als Erntehelfer oder am Fließband. Leiharbeiter stehen in der Beschäftigungshierarchie ganz unten. Bestsellerautor Günter Wallraff beklagt im Interview die massive Zunahme dieser Jobs. Am schlimmsten aber sei der Verlust der Solidarität untereinander.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...823887,00.html
Eine große Firma wie z.B. VW zahlen an die Verleihfirmen MEHR als ein Festangestellter pro Stunde erhält. Was die Verleihfirma dann an den Verliehenen zahlt, geht VW nichts mehr an. Könnte VW Leute Anstellen OHNE eine Verleihfirma zu konsultieren, würden sie das sicher tun und dabei würden alle Beteiligten besser fahren. VW zahlt WENIGER als bei einer Verleihfirma und der Arbeiter bekäme MEHR als ein fest Angestellter. Das ist eben der Preis für den nicht vorhandenen Kündigungsschutz.
Erklärt wird das dann damit, dass die Verleihfirma den Arbeitwer auch bei nicht vorhandener Leiharbeitsstelle unterhält. Das hat sich allerdings als Unwahr erwiesen - die 19.000 freigestellten Leiharbeiter wurden schnellstens Arbeitslos.
Ich gehe da noch einen Schritt weiter: gerade bei VW sind die Leiharbeiter die Fußabtreter der dortigen Festagestellten. Die rümpfen die Nase und behandel die Leute extrem schlecht.
Selbst die den angeblich so sozialen Staaten wie Dänemark gibt es keinen annähern so beamtenähnlichen Kündigungsschutz wie in Deutschland. Da ist eher Hire & Fire angesagt und alle fahren besser damit!
Ulrich
Die Analyse ist voll zutreffend!
Richtig ist das die Menschen für geringe Löhne arbeiten müssen, aber wäre der Arbeitsmarkt nicht "reformiert" worden, wäre wahrscheinlich heute die gesamte Produktion in "China, Indien oder sonstwo" wo die sozialen Standards noch schlechter sind, weil wir als Verbraucher das so wollen.
Und auch die traurigsten Reportagen werden die Menschen und die Regeln nicht ändern, insofern müssen sie sich anpassen.
Die Würde des Menschen hat m.E. durchaus etwas damit zu tun, ob er ein ausreichendes Einkommen hat. Essen und Trinken kosten nun Mal Geld. Ich halte es für würdelos, wenn Menschen gezwungen werden, nur das Billigste an Lebensmitteln zu kaufen. Kulturelle Teilhabe kostet auch. Am vergangenen Sonntag sas ich in der Berliner Staatsoper neben einer älteren Dame, die hat sich die 22,50 Euro für die Eintrittskarte förmlich "vom Mund" abgespart, weil die Rente so mickrig ist. Vergünstigung für Rentner? Fehlanzeige. So geht es auch den Menschen, die zu Hungerlöhnen arbeiten. Ich halte Kultur für ein unverzichtbares Überlebensmittel.
Zur Würde des Menschen gehört auch, in einer anständigen Wohnung zu wohnen, sich gut zu kleiden, in Urlaub fahren, Ausflüge machen, im Cafe eine Tasse Kaffee trinken und ein Stück Kuchen essen (kostet etwa 5 Euro). Bücher lesen, CDs hören, ja selbst sich einen Blumenstrauss auf den Tisch zu stellen - das hat etwas mit Würde zu tun. Ich bin zornig, weil ich weiss, dass das vielen Menschen Vieles nicht möglich ist. Und wir leben in einem sehr reichen Land.
Dem Millionär, der über Ostern zu den Festspielen nach Salzburg fährt und sich für 960 Euro eine Eintrittskarte für das Konzert der Berliner Philharmoniker kauft, mögen diese Probleme am Allerwertesten vobei gehen. Mir nicht! (Nur nebenbei: Ich würde da übrigens auch gerne mal hin, doch selbst als relativ gut verdienender Freiberufler kann ich mir das nicht leisten. Da bin ich auch gar nicht neidisch. Es interessiert mich nur. Doch lieber gege ich in Berlin p.a. zehn Mal in die Oper und 10 Mal ins Konzert. Das kostet mich in etwa so viel, wie dem Millionär seine eine Eintrittskarte in Salzburg. Stoff zum nachdenken, wie ich finde.)
wenn sich jemand noch für Minilöhne versklaven läßt weil er meint ohne Arbeit keinen Selbstwert generieren zu können, dann tut mir diese Person leid. Wer geht, nach gesundem Menschenverstand, für einen Euro arbeiten oder läßt sich sonstwie tagtäglich erniedrigen. Dann doch lieber H 4 und Ruhe ist. Und wenn die ARGE was will, eine Krankschreibung über den Arzt seines Vertrauens. NIEMAND Dankt einem Eurojobber seine Aufopferung. Dann lieber einen netten Tag im Park.
Herr Wallraff war/ist bekannt als Imitator von Arbeitern. Es erscheint bedauerlich, dass er es nie geschafft hat, über die Imitation hinauszukommen und sich inhaltlich mit denjenigen Personen zu beschäftigen, die er ohne große Lust, aber dauerhaft imitiert hat.
Er erweckt heute den Eindruck eines lange pensionierten Sozi-Intellektuellen, der tapfer den Kampf weiterkämpft, den er einst erdachte, und der sich einen Feuchten darum schert, was das Volk, was die Straße, was der Arbeiter jetzt will oder denkt.
Wallraff ist seit 30 Jahren Vergangenheit. Man sollte ihn ruhen lassen.
Leiharbeit ist die moderne Form von Sklaverei und gehoert verboten oder zumindest stark reguliert. Ich fuer meinen Teil habe entschieden nie wieder die SPD zu waehlen, weil die nach meiner Einschaetzung an der Misere schuld sind.
Ich hoffe, Schroeder kann Nachts noch gut schlafen und es quaelen ihn hoffentlich keine Gewissensbisse, wenn ihm bewusst wird das er zum Grossteil fuer dieses Elend des einfachen Mannes verantwortlich ist.
Ich habe im letzten Jahr freiberuflich gearbeitet, da wollten die Firmen nicht mal meine Sozialabgaben, Urlaub und Rentenbeitraege zahlen. Ok es war nicht im niedrig Lohn Sektor, aber von den Rechten her auch schrecklich. Es standen zwei Firmen zwischen mir und dem Unternehmen in dem ich gearbeitet habe. Die Firmen haben sich mehr als die haelfte meines Gehalts abgezweigt, ich hatte Zugriff auf die Information bei meinem Arbeotgeber. Das ganze nennt man Scheinselbststaendigkeit und es scheint keinen zu interessieren.
Ich habe bei einem grossen deutschen Unternehmen gearbeitet und habe in meiner E-Mail Adresse vor meinem Namen immer ein extern.name@xxx.xx stehen gehabt. Firmen interne Mitarbeiter, nicht gerade das Management eher die einfachen Angestellten, haben oft diesen Unterschied betont. Ich persoenlich hab ein bisschen ans dritte Reich denken muessen, allerdings bin ich ganz gut mit allen zurecht gekommen. Ach und wer kuemmert sich um mich, wenn ich 12 Std am Tag arbeiten soll. Mein Arbeitgeber wollte es ja und einen Betriebsrat hatte ich nicht.
Naja ich Hake das ganze unter Erfahrung ab und mache soetwas nie wieder mit. Ich moechte gar nicht wiessen wie sich jemand fuehlt der dabei noch nicht mal genug Geld verdient um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Das ganze gehoert verboten!!!!
Ich hab neulich irgendwo gelesen, es soll nun Pflicht werden, dass diese MItarbeiter wenigstens Rentenbeitraege zahlen sollen. Damit alleine ist einem aber auch nicht geholfen.
Der Markt wird diese Misstaende nicht von alleine korriegieren, der Markt ist immer nach noch mehr Profit aus, die Wirtschaft muss ja wachsen, und nun hat die Regierung SChroeder den Unternehmen eine tolle Moeglichkeit gegeben.
Wie gesagt, ich hoffe sehr dass die Regierung hier etwas unternimmt.