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Arm trotz Arbeit: "Soziale Isolation lässt die Menschen zerbrechen"

DPASie verdingen sich für minimalen Lohn als Erntehelfer oder am Fließband. Leiharbeiter stehen in der Beschäftigungshierarchie ganz unten. Bestsellerautor Günter Wallraff beklagt im Interview die massive Zunahme dieser Jobs. Am schlimmsten aber sei der Verlust der Solidarität untereinander.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...823887,00.html
  1. #30

    Informiert euch doch vor dem Posten

    Zitat von u.loose Beitrag anzeigen
    Keine große Firma wäre bereit für einen Leiharbeiter erheblich MEHR an die Verleihfirma zu bezahlen als ein "Fest" Angestellter kostet. Es ist allerdings die einzige Möglichkeit auf schwankende Nachfrage zu reagieren. Das ist eben der Preis für den "hart erkämpften" fast Beamtenstatus!Ulrich
    Informieren Sie sich doch zuerst. Zwar zahlt jede Firma mehr für Leiharbeiter, aber die Kosten sind steurlich absetzbar, wie eine Betriebsaufwendung. Warum posten hier so viele ohne grundlegende Informationen zu wissen?
  2. #31

    Das ist Unrichtig...

    Zitat von Obi-Wan-Kenobi Beitrag anzeigen
    das ist eben falsch gedacht.
    Leiharbeiter stehen in Deutschland erheblich schlechter da als in den Nachbarländern.

    Während anderswo Leiharbeiter, Mitarbeiter sind um Spitzen abzufangen werden sie in Deutschland rein zum Lohndumping missbraucht.

    z.B. Zitat:
    "So stünden etwa in Frankreich Leiharbeiter deutlich besser da als in Deutschland, teilte der DGB mit. Die Arbeitskräfte bekämen den gleichen Lohn und einen Risikoaufschlag von zehn Prozent wegen der Unsicherheit ihrer Stelle."
    ...
    Leiharbeit: Schlechtes Beispiel Deutschland - Berufsleben - FOCUS Online - Nachrichten

    Die Industrie KANN akzeptable Löhne bezahlen. Sie will es nur nicht und die Politik hält die Klappe, weil man im Nebeneffekt damit die Arbeitslosenzahlen so schön runterechnen kann.
    Eine große Firma wie z.B. VW zahlen an die Verleihfirmen MEHR als ein Festangestellter pro Stunde erhält. Was die Verleihfirma dann an den Verliehenen zahlt, geht VW nichts mehr an. Könnte VW Leute Anstellen OHNE eine Verleihfirma zu konsultieren, würden sie das sicher tun und dabei würden alle Beteiligten besser fahren. VW zahlt WENIGER als bei einer Verleihfirma und der Arbeiter bekäme MEHR als ein fest Angestellter. Das ist eben der Preis für den nicht vorhandenen Kündigungsschutz.
    Erklärt wird das dann damit, dass die Verleihfirma den Arbeitwer auch bei nicht vorhandener Leiharbeitsstelle unterhält. Das hat sich allerdings als Unwahr erwiesen - die 19.000 freigestellten Leiharbeiter wurden schnellstens Arbeitslos.

    Ich gehe da noch einen Schritt weiter: gerade bei VW sind die Leiharbeiter die Fußabtreter der dortigen Festagestellten. Die rümpfen die Nase und behandel die Leute extrem schlecht.

    Selbst die den angeblich so sozialen Staaten wie Dänemark gibt es keinen annähern so beamtenähnlichen Kündigungsschutz wie in Deutschland. Da ist eher Hire & Fire angesagt und alle fahren besser damit!


    Ulrich
  3. #32

    Richtig

    Zitat von KaWiDu Beitrag anzeigen
    Ich schätze mal, dass 80% aller Leser sich über diese Ausbeutung empören.

    Ich schätze weiterhin, dass (andere?) 80% der Leser sich genauso empören, wenn das Duschgel 20 Cent teurer wird, die Kassiererin ein kurzes Schwätzchen hält und die Geschäfte nicht bis 24 Uhr geöffnet haben.
    Die Analyse ist voll zutreffend!

    Richtig ist das die Menschen für geringe Löhne arbeiten müssen, aber wäre der Arbeitsmarkt nicht "reformiert" worden, wäre wahrscheinlich heute die gesamte Produktion in "China, Indien oder sonstwo" wo die sozialen Standards noch schlechter sind, weil wir als Verbraucher das so wollen.

    Und auch die traurigsten Reportagen werden die Menschen und die Regeln nicht ändern, insofern müssen sie sich anpassen.
  4. #33

    Die Würde des Menschen an sich

    Zitat von dhanz Beitrag anzeigen
    Wenn sich die Würde tatsächlich an den finanziellen Möglichkeiten eines Menschen festmachen ließe, dann liefe wirklich etwas schief.

    Ein BGE mag einige Probleme lösen (und dafür andere schaffen), aber das BGE löst mit Sicherheit nicht das Problem von fehlender 'Würde'.

    Glauben Sie tatsächlich, 'Würde' ließe sich für ein paar Silberlinge mehr käuflich erwerben? Wieviel kostet denn bei Ihnen ein paar Gramm ''Würde', 50 EURO, 100 EURO, 250 EURO?
    Die Würde des Menschen hat m.E. durchaus etwas damit zu tun, ob er ein ausreichendes Einkommen hat. Essen und Trinken kosten nun Mal Geld. Ich halte es für würdelos, wenn Menschen gezwungen werden, nur das Billigste an Lebensmitteln zu kaufen. Kulturelle Teilhabe kostet auch. Am vergangenen Sonntag sas ich in der Berliner Staatsoper neben einer älteren Dame, die hat sich die 22,50 Euro für die Eintrittskarte förmlich "vom Mund" abgespart, weil die Rente so mickrig ist. Vergünstigung für Rentner? Fehlanzeige. So geht es auch den Menschen, die zu Hungerlöhnen arbeiten. Ich halte Kultur für ein unverzichtbares Überlebensmittel.
    Zur Würde des Menschen gehört auch, in einer anständigen Wohnung zu wohnen, sich gut zu kleiden, in Urlaub fahren, Ausflüge machen, im Cafe eine Tasse Kaffee trinken und ein Stück Kuchen essen (kostet etwa 5 Euro). Bücher lesen, CDs hören, ja selbst sich einen Blumenstrauss auf den Tisch zu stellen - das hat etwas mit Würde zu tun. Ich bin zornig, weil ich weiss, dass das vielen Menschen Vieles nicht möglich ist. Und wir leben in einem sehr reichen Land.
    Dem Millionär, der über Ostern zu den Festspielen nach Salzburg fährt und sich für 960 Euro eine Eintrittskarte für das Konzert der Berliner Philharmoniker kauft, mögen diese Probleme am Allerwertesten vobei gehen. Mir nicht! (Nur nebenbei: Ich würde da übrigens auch gerne mal hin, doch selbst als relativ gut verdienender Freiberufler kann ich mir das nicht leisten. Da bin ich auch gar nicht neidisch. Es interessiert mich nur. Doch lieber gege ich in Berlin p.a. zehn Mal in die Oper und 10 Mal ins Konzert. Das kostet mich in etwa so viel, wie dem Millionär seine eine Eintrittskarte in Salzburg. Stoff zum nachdenken, wie ich finde.)
  5. #34

    Rentabilität

    Zitat von R4mbo Beitrag anzeigen
    Die Arbeitsagentur sollte eine staatliche Alternative zu den freien Leiharbeitsfirmen entwickeln. Warum übernehmen die nicht die Aufgabe? Eine Institution anstatt viele kleine ist viel weniger Verwaltungsaufwand, viel weniger Personalkosten die den Arbeitnehmern durch die freien Leiharbeitsfirmen unnötig abgezogen werden. Ich würde der staatlichen Leiharbeitsfirma auch mehr trauen. Ein Freund von mir wurde über eine Leiharbeitsfirma im Ausland beschäftigt, nach 2-3 Monaten ohne Lohnzahlung kehrte er nach DE zurück um festzustellen dass die Firma verschwunden war.... sowas kann mit der Arbeitsagentur nicht passieren! Also, EINE staatliche Alternative schaffen, wenn das ordentlich gemacht wird verschwinden die ganzen anderen Leiharbeitsfirmen von selbst, außer sie sind wirklich besser.
    Das funktioniert nicht, das die Leiharbeitsfirmen hochprofitabel sind (EBIT/Umsatz >20%) mit einem hohen Cash Flow bei niedrigen Betriebskosten. Nicht umsonst habe viele Private Equity Firmen in solche Firmen investiert. Das überlässt man nicht einer staatlichen Organisation.
  6. #35

    ?

    Zitat von smartphone Beitrag anzeigen
    ...so sie möglicherweise existiert

    wie wir hören können , sind über 86% der Piratenwähler unzufrieden mit der "Politik"

    Es ist klar daß man diesem System hier nur mit massiven Umstellungen der Geldflüsse begegnen kann

    der Erste Schritt ist ein BGE ,also ein bedigungsloses Grundeinkommen in höhe von mind 1500 Euro (netto) + Krankenkasse ....

    Es ist schon interessant ,wenn Hochqualifizierte ,die angeblich lt VDI so gesucht seien mit
    Wir liegen unter dem Tisch vor Lachen ,wenn sich ein H bei uns bewirbt .... Überhaupt ist man mit 39 eh net mehr arbeitsfähig sagt ein Chef einer mittelständischen Firma ( selbst isser aber schon 55.... )

    Die Qualität der Arbeit interessiert auch nicht mehr , der AN "will ja nur das Geld von uns(Firma) sagt ein MSP Chefredakteur...

    Und der Typ ist selbst "nur" Angestellter ,also lt Clement sog beliebig austauschbares Verbrauchsmaterial ....
    Und wo nehmen Sie das Geld für das Grundeinkommen her?
  7. #36

    Ganz ehrlich,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie verdingen sich für minimalen Lohn als Erntehelfer oder am Fließband. Leiharbeiter stehen in der Beschäftigungshierarchie ganz unten. Bestsellerautor Günter Wallraff beklagt im Interview die massive Zunahme dieser Jobs. Am schlimmsten aber sei der Verlust der Solidarität untereinander.

    Arm trotz Arbeit: "Soziale Isolation lässt die Menschen zerbrechen" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    wenn sich jemand noch für Minilöhne versklaven läßt weil er meint ohne Arbeit keinen Selbstwert generieren zu können, dann tut mir diese Person leid. Wer geht, nach gesundem Menschenverstand, für einen Euro arbeiten oder läßt sich sonstwie tagtäglich erniedrigen. Dann doch lieber H 4 und Ruhe ist. Und wenn die ARGE was will, eine Krankschreibung über den Arzt seines Vertrauens. NIEMAND Dankt einem Eurojobber seine Aufopferung. Dann lieber einen netten Tag im Park.
  8. #37

    eben nicht!

    Zitat von hödr Beitrag anzeigen
    Auch wenn ich es Anfangs für eine Spinnerei gehalten habe: Ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte viele Probleme lösen und die Menschen endlich wieder in Würde leben lassen.
    Dem muss ich entschieden widersprechen. Bei aller sozialer Ungerechtigkeit, die jene "untersten" Jobs auch ausgesetzt sind - die Teilhabe am Berufsleben ist imemr besser, als staatliche Fürsorge.
  9. #38

    Imitatarbeiter

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie verdingen sich für minimalen Lohn als Erntehelfer oder am Fließband. Leiharbeiter stehen in der Beschäftigungshierarchie ganz unten. Bestsellerautor Günter Wallraff beklagt im Interview die massive Zunahme dieser Jobs. Am schlimmsten aber sei der Verlust der Solidarität untereinander.
    Herr Wallraff war/ist bekannt als Imitator von Arbeitern. Es erscheint bedauerlich, dass er es nie geschafft hat, über die Imitation hinauszukommen und sich inhaltlich mit denjenigen Personen zu beschäftigen, die er ohne große Lust, aber dauerhaft imitiert hat.

    Er erweckt heute den Eindruck eines lange pensionierten Sozi-Intellektuellen, der tapfer den Kampf weiterkämpft, den er einst erdachte, und der sich einen Feuchten darum schert, was das Volk, was die Straße, was der Arbeiter jetzt will oder denkt.

    Wallraff ist seit 30 Jahren Vergangenheit. Man sollte ihn ruhen lassen.
  10. #39

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Firmen nutzen Leiharbeiter laut einer Studie für Lohndumping: Zeitarbeiter bekommen in Unternehmen bei vergleichbaren Tätigkeiten teils nur die Hälfte des Lohns von Stammkräften, berichtet die "FAZ". Die Aushilfen seien aber keine Gefahr für die Festangestellten.

    Studie: Firmen nutzen Leiharbeiter als Billigkräfte - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Leiharbeit ist die moderne Form von Sklaverei und gehoert verboten oder zumindest stark reguliert. Ich fuer meinen Teil habe entschieden nie wieder die SPD zu waehlen, weil die nach meiner Einschaetzung an der Misere schuld sind.
    Ich hoffe, Schroeder kann Nachts noch gut schlafen und es quaelen ihn hoffentlich keine Gewissensbisse, wenn ihm bewusst wird das er zum Grossteil fuer dieses Elend des einfachen Mannes verantwortlich ist.


    Ich habe im letzten Jahr freiberuflich gearbeitet, da wollten die Firmen nicht mal meine Sozialabgaben, Urlaub und Rentenbeitraege zahlen. Ok es war nicht im niedrig Lohn Sektor, aber von den Rechten her auch schrecklich. Es standen zwei Firmen zwischen mir und dem Unternehmen in dem ich gearbeitet habe. Die Firmen haben sich mehr als die haelfte meines Gehalts abgezweigt, ich hatte Zugriff auf die Information bei meinem Arbeotgeber. Das ganze nennt man Scheinselbststaendigkeit und es scheint keinen zu interessieren.


    Ich habe bei einem grossen deutschen Unternehmen gearbeitet und habe in meiner E-Mail Adresse vor meinem Namen immer ein extern.name@xxx.xx stehen gehabt. Firmen interne Mitarbeiter, nicht gerade das Management eher die einfachen Angestellten, haben oft diesen Unterschied betont. Ich persoenlich hab ein bisschen ans dritte Reich denken muessen, allerdings bin ich ganz gut mit allen zurecht gekommen. Ach und wer kuemmert sich um mich, wenn ich 12 Std am Tag arbeiten soll. Mein Arbeitgeber wollte es ja und einen Betriebsrat hatte ich nicht.


    Naja ich Hake das ganze unter Erfahrung ab und mache soetwas nie wieder mit. Ich moechte gar nicht wiessen wie sich jemand fuehlt der dabei noch nicht mal genug Geld verdient um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.


    Das ganze gehoert verboten!!!!
    Ich hab neulich irgendwo gelesen, es soll nun Pflicht werden, dass diese MItarbeiter wenigstens Rentenbeitraege zahlen sollen. Damit alleine ist einem aber auch nicht geholfen.


    Der Markt wird diese Misstaende nicht von alleine korriegieren, der Markt ist immer nach noch mehr Profit aus, die Wirtschaft muss ja wachsen, und nun hat die Regierung SChroeder den Unternehmen eine tolle Moeglichkeit gegeben.


    Wie gesagt, ich hoffe sehr dass die Regierung hier etwas unternimmt.








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