DPASie verdingen sich für minimalen Lohn als Erntehelfer oder am Fließband. Leiharbeiter stehen in der Beschäftigungshierarchie ganz unten. Bestsellerautor Günter Wallraff beklagt im Interview die massive Zunahme dieser Jobs. Am schlimmsten aber sei der Verlust der Solidarität untereinander.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...823887,00.html
das ist eben falsch gedacht.
Leiharbeiter stehen in Deutschland erheblich schlechter da als in den Nachbarländern.
Während anderswo Leiharbeiter, Mitarbeiter sind um Spitzen abzufangen werden sie in Deutschland rein zum Lohndumping missbraucht.
z.B. Zitat:
"So stünden etwa in Frankreich Leiharbeiter deutlich besser da als in Deutschland, teilte der DGB mit. Die Arbeitskräfte bekämen den gleichen Lohn und einen Risikoaufschlag von zehn Prozent wegen der Unsicherheit ihrer Stelle."
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Leiharbeit: Schlechtes Beispiel Deutschland - Berufsleben - FOCUS Online - Nachrichten
Die Industrie KANN akzeptable Löhne bezahlen. Sie will es nur nicht und die Politik hält die Klappe, weil man im Nebeneffekt damit die Arbeitslosenzahlen so schön runterechnen kann.
...so weit würde ich nicht gehen. Denn das System ist nicht für die Tat verantwortlich, sondern der Abteilungsleiter, der sie begehen würde. Immerhin hat er ja die Wahl, selbst wenn er entlassen werden würde. Die Entscheidung zwischen richtig und falsch liegt immer bei uns und die Verantwortung dafür tragen auch nur wir.
Da sich die von ihnen geschilderte Situation hier im Land permanent verschlimmert, wird es in Zukunft immer mehr Bürger geben, die endgültig die Nase voll von diesem Ausbeutersystem haben und darüber berichten werden.
Ich kenne selbst zahlreiche Firmen, in denen die dort herrschenden Missstände kaum noch mit Worten zu beschreiben sind.
Also ich bewundere Herrn Wallraff schon lange und halte seine Arbeit für extrem wichtig! Nur leider funktioniert es hierzulande so: Kaum hat man irgendwo einen Missstand entdeckt und beseitigt, wuchern woanders die gravierendsten Missstände fröhlich weiter.
Ganz besonders deutlich wird das übrigens in der Banken- und Energiebranche, allerdings auch in der Immobilien- und Gastronomiebranche...
Das ganze Land entsolidarisiert sich immer schneller. Winzige Teilerfolge für die Betroffenen können das gesamte Übel keineswegs kompensieren, sondern ganz im Gegenteil sogar.
Es ist trotzdem wichtig, dass man Missstände artikuliert und auch öffentlich anprangert. Ansonsten ändert sich für die Betroffenen nämlich nichts und es werden schliesslich immer mehr.
Der Mindestlohn wird kommen aber im gleichen Maß das Aushebeln ebenso!
Wenn ich- wie heute gelesen- erst nach den 3. Monat Equal Pay für Leiharbeiter gezahlt wird, dann ist doch die Reise schon wieder vorprogrammiert.
Da werden die Leiharbeiter wohl noch mehr rotieren müssen!
Wichtiges Thema, wichtiges Interview. Probleme aufzeigen ist das eine, die Lösung der Probleme zu nennen das andere. Mit der jetzigen Ordnung, die sich immer mehr zu einem Hyperchaos und einer korrupten Selbstverständlichkiet entwickelt hat, ist das Problem nicht zu lösen.
Als Wert sage ich einmal, dass Mann oder Frau mit 20 Stunden in der Woche Arbeit sich vollständig ernähren können müssen. 80 Stunden Arbeit müssen 800 bis 1.200 Euro netto entsprechen. Wir leben nicht mehr im Mittelalter, wo Wäsche am Waschbrett gewaschen werden muß und ein Pferd den Pflug zieht. Und eben das soll nicht möglich sein. Und zu mehr als 20 Stunden Arbeit in der Woche darf niemand gesetzlich verpflichtet sein oder werden. Reich sein, reich werden wollen, ist für die, die es sein und werden wollen. Reich kann man sein wollen, arm dagen will niemand freiwillig sein, so arm, dass er - mit Ausnahme von Bettelmönchen - sich nicht einmal ernähren kann von der Arbeit, die er tut.
Das ist dann eben der klassische Freelancer... Aber halt - den will Ursula ja per Gesetz für 500 Euro im Monat in die Rentenkasse zwingen...
Im Grunde ist das ganze System nur noch Pfusch. So wie beim Autofahren jeder Km/h mehr die Kosten exorbitant in die Höhe treibt, ist der Wunsch nach 100% Sicherheit und Kündigungsschutz mittlerweile unbezahlbar geworden. Bei - sagen wir mal - 80% Sicherheit müsste wohl nicht der halbe Bundeshaushalt im Sozialhaushalt versenkt werden.
Ulrich
als man noch regelmäßig 6 Wochen zum Quartalende kündigen konnte - sowohl als Arbeitgeber als auch als Arbeitnehmer.
Leiharbeit ist keineswegs die einzige Möglichkeit, auf schwankende Nachfrage zu reagieren. Es gibt z.B. noch befristete Arbeitsverträge. Die haben zumindest den Vorteil, dass den befristet tätigen Arbeitnehmern nicht mehr mindestens die Hälfte dessen, was sie erarbeiten, von einem Sklavenhalter weggenommen werden kann.
Zur Zeit tourt ja Fr. merkel mit ihrem Bürgerdialog durchs Land un der Frage : Wie wollen wir leben? Stattdessen müsste es eher heissen: "Von wem werden wir gelebt ?" von anonymen Finanzmärkten, von der Leiharbeitsfirma, von der Firma die zum x-ten mal Praktika statt Job bietet, von Iphone-Jüngern und "social media" Gurus usw. usw.
Was für eine Gesellschaft wollen wir?
Die Frage stellt sich v.a. an die Wähler in diesem Jahr und dem Nächsten. Schwarz-Gelb hat keine Antwort auf die Frage.
Eine Reform-SPD - vielleicht.
Zur Zeit haben wir allerdings eine Politikerverdrossenheit (nicht unbedingt Politikverdrossenheit) die die Wahlbeteiligungen schrumpfen lassen.
Ideale Bedingungen der Propagierer des "Weiter so..." in allen Bereichen.
Zudem wer in seiner privaten Hölle kämpft, ist mit Existenzkampf beschäftigt - eine Lobby haben die Abgehängten in der Gesellschaft jedenfalls nicht. Durchlässig ist das System nur noch nach unten, nach oben kapselt man sich ab (mittels Einfluss, Geld) und hofft das die "Sinflut" nicht kommt (oder an einem vorbeirauscht)