ARD-Talk über "Mein Kampf" als Schulbuch: Schrecklich komisch

dapdGehört Hitlers "Mein Kampf" als Unterrichtslektüre in deutsche Schulen? Bei Anne Will stritten die Talk-Gäste über das Für und Wider. Der Text dürfe nur mit Kommentar verbreitet werden, meinten die einen. Ist nicht nötig, sagten die anderen - das Buch sei schließlich nur eine Lachnummer.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,831053,00.html
  1. #20

    Zitat von nurmeinsenf Beitrag anzeigen
    Wenn tatsächlich einige Neonazis es sich "unkommentiert "kaufen, wird es wohl dasselbe Schicksal erleiden wie damals schon - weitgehend ungelesen im Regal verstauben.
    Ich glaube, gerade darin liegt die Gefahr. Der /dev/standard/Neonazi liest die ersten 10 Seiten, pennt ein oder kapiert nichts mehr, stellt das Buch ins Regal, behauptet, es gelesen zu haben und verbreitet über den Inhalt das gleiche bezugslose glorifizierende Geschwurbel, wie es jetzt schon der Fall sein dürfte.
  2. #21

    Ich habe leider die Sendung nicht sehen können, aber ich habe den größten Teil des Buches gelesen. Es war die größte Herausforderung meines Lebens und ich bin sicher, richtig aufgearbeitet würde die Pflichtlektüre manche potentiellen Neonazis kurieren. Aber, trotzdem finde ich, man sollte höchstens in Auszügen die Bearbeitung in den Schulen zulassen. Die Gefahr, das die Lehrer gerade mit diesem Text nicht angemessen umgehen können ist doch sehr groß.
  3. #22

    Ich bin dafür dass Mein Kampf in den Schulen gelesen wird und denke nicht, dass die Leser gleich Nazis werden, schon nicht, wenn man Orthographie und Interpunktion betrachtet. Schon gar nicht wenn man auf den Stil achtet, gar nicht mal so auf den verqueren Inhalt.
    Werden denn die Leser von "Das Kapital" gleich Kommunisten??
    Meinungsbildung ist alles! Unsere Schüler sind klug genug sich ein eigenes Bild zu machen. Geben wir Ihnen doch die Chance. Sie haben bzgl Nationalsozialismus erhebliche Defizite.
    Übrigens ich habe "Mein Kampf "auszugsweise gelesen und ich habe "Mein Kampf" auszugsweise in meinem Roman "Mimikry oder Sarahs Verwandlung" zitiert und kann von mir sagen, dass ich kein Nazi geworden bin.
    Herzliche Grüße Peter Kaul
  4. #23

    Halt!

    Zitat von widower+2 Beitrag anzeigen
    Diese überaus langweilige und durchweg schlecht geschriebene Schwarte macht niemanden zum Nazi. Sie könnte höchstens einige Nazis bekehren, die sich diese 700 Seiten wirklich antun.

    Dieses "Unbuch" sollte eigentlich seit Jahrzehnten frei verkäuflich sein. Die bisherige Strategie des Quasiverbots dient nur der Mystifizierung.
    Eine kleine Ergänzung möchte ich anbringen. Dieses Unbuch ist nicht langweilig, nicht schlecht geschrieben und auch keine Schwarte. Es ist noch viel schlimmer. Es ist so schlimm, dass es nicht mal den Namen Buch tragen dürfte. Dieses unglückliche Verbot bewirkte tatsächlich nur eine Mystifizierung. Ich habe nicht zwei Seiten von dieser abstrusen Aneinandereihung von Buchstaben und Worten geschafft. Deshalb ist es auch als Pflichtlektüre vollkommen ungeeignet. Man darf jetzt nicht ins andere Extrem fallen. Das dürfen wir unseren Kindern einfach nicht antun. Die deutsche Sprache hat solch wundervolle Werke, wir sollten unseren Nachwuchs in die schöne und spannende Welt der Literatur einführen und ihm nicht zeigen, dass es Geisteskrankheit auch aufs Papier schafft.
  5. #24

    Das Buch wird dringend gebraucht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gehört Hitlers "Mein Kampf" als Unterrichtslektüre in deutsche Schulen? Bei Anne Will stritten die Talk-Gäste über das Für und Wider. Der Text dürfe nur mit Kommentar verbreitet werden, meinten die einen. Ist nicht nötig, sagten die anderen - das Buch sei schließlich nur eine Lachnummer.

    ARD-Talk: Anne Will zu "Mein Kampf" im Schul-Unterricht - SPIEGEL ONLINE
    und zwar als Vergleichsbild des Bösen Bösen in der tiefen Vergangenheit, damit die meisten nicht merken, dass die gleichen demagogischen Ansätze in moderneren und total medienfreundlichen Formen wieder auftauchen.
    Viele Talk Shows heutzutage bzsw. zur Verumglimpfung von h4 Empfängern sind demagogischer und wirksamer als diese Schwarte.

    Deswegen wird das Buch gebraucht, als Buhmann. Damit keiner merkt, dass die Monster unter uns sind.

    Bspw. Buch und Film "Die Welle". Und das ist auch schon wieder uralt.

    Also nehmen wir mal Hr. hartz und hr. Riester, dies geschafft haben ein Volk darauf einzustimmen, das Arbeitslose seit "Generationen" Schmarotzer sind.

    Auch eine tolle Leistung an Demagogie.

    Liebe Leute, macht euch nicht an einem Werk heiss, durchschaut lieber die Mechanismen.
  6. #25

    good old Qualtinger

    Zu diesem Thema kann ich "Helmut Qualtinger liest: Mein Kampf" empfehlen. Frei erhältlich seit 30 Jahren.
    Damit ist alles gesagt und keiner braucht sich selbst durch das Pamphlet quälen.
  7. #26

    Höchste Zeit

    Der Vorteil ist, sich mit der Original-Quelle "Mein Kampf" zu beschäftigen, der Person und ihren Vorstellungen möglichst nahe zu kommen. Diese Quellenforschung ist der übliche Arbeitsansatz eines Historikers.
    Es war aber lange in Deutschland ein Tabu, sich mit der Originalquelle auseinanderzusetzen. Das hat sicher auch damit zu tun, dass die ersten Nachkriegshistoriker selbst dieser Zeit noch sehr nahe standen und möglicherweise auch nicht mit der Scham umgehen konnten, die ein Werk wie "Mein Kampf" auslöst: Wer das Geschriebene mit den später folgenden Ereignissen vergleicht, muß und wird erkennen, das der weit verbreitete und über Jahrzehnte Aufrecht erhaltene Mythos "wir wußten davon nichts" so nicht bestehen konnte - richtig hätte es heißen müssen: Wir wollten nicht wissen!
    Letztendlich geht es bei der Beschäftigung mit "Mein Kampf" um die Frage der persönlichen Verantwortung und Einsicht - ein Schlüsselbegriff in jeder Gesellschaft. Sollte man Menschen, die selbst auf den Schritt ins eigene Leben wagen, diesen Schritt verwehren?
    Das wird um so wichtiger, je weniger noch Zeitzeugen leben, die davon aus eigener Erfahrung berichten.
  8. #27

    Peinliche Posse!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gehört Hitlers "Mein Kampf" als Unterrichtslektüre in deutsche Schulen? Bei Anne Will stritten die Talk-Gäste über das Für und Wider. Der Text dürfe nur mit Kommentar verbreitet werden, meinten die einen. Ist nicht nötig, sagten die anderen - das Buch sei schließlich nur eine Lachnummer.

    ARD-Talk: Anne Will zu "Mein Kampf" im Schul-Unterricht - SPIEGEL ONLINE
    Hand hoch (aber bitte die Linke), wer schon vor 10 Jahren wusste, dass das angebliche Verbot dieses Buches in Wirklichkeit eine Urheberrechtsfrage war.
    Jedenfalls werden alle, die das Buch lesen wollen, es sich nun im Internet herunterladen - Urheberrecht hin oder her. Der Freistaat wird dann wohl auf seinen kommentierten Fassungen sitzen bleiben.

    Aber wenn es schon in die Schule getragen wird, sollen die Schüler bitte selbst drauf kommen, dass es ein Schmarrn ist. Da wird mir eh schon viel zu viel vorgekaut und zu wenig selbst gedacht.
  9. #28

    ........

    ----das Buch sei schließlich nur eine Lachnummer. ----
    Eine Lachnummer ist es nicht, denn dieses Buch hat damals Wirkung gezeigt.

    In wirtschaftlich schwierigen oder schlechten Zeiten wurden immer schuldige für die Misere gesucht und meist in den Ausländern gefunden, die ja den „Einheimischen“ die Arbeitsplätze weg nehmen.
    Dass sie denen vorher den Dreck weg machen dürften oder Arbeiten verrichten die die „Einheimischen“ nicht mehr machen wollten, versteht ja -wenn Arbeitsplätze rar werden- niemand.

    Also ohne Erklärungen sollte man das Buch nicht im Schulunterricht lesen lassen. Es gibt viele Jugendliche die im Inhalt einen Weg für sich selbst sehen.
    Im Gegensatz zu Frau Barin kenne ich niemanden zwischen 0 und 60 Jahren der unter einer „Nazischuld“ leidet.
  10. #29

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gehört Hitlers "Mein Kampf" als Unterrichtslektüre in deutsche Schulen? Bei Anne Will stritten die Talk-Gäste über das Für und Wider. Der Text dürfe nur mit Kommentar verbreitet werden, meinten die einen. Ist nicht nötig, sagten die anderen - das Buch sei schließlich nur eine Lachnummer.

    ARD-Talk: Anne Will zu "Mein Kampf" im Schul-Unterricht - SPIEGEL ONLINE
    Es ist wie mit zensierten Spielen, je mehr Bohei drum herum gemacht wird, umso interessaner wird es für die Neugierigen. So geht der Schuß nach hinten los.