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ARD-Großereignis "Dreileben": Gier im Blick, Trauer im Herzen
Feindliche Übernahme des ARD-Programms: Drei der*radikalsten deutschen Regisseure haben sich für das*Krimi-Panorama "Dreileben" zusammengetan. Der*viereinhalbstündige Koloss der Fernsehkunst stellt die Primetime-Sehgewohnheiten*auf*eine harte Probe.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,781656,00.html
- #50 30.08.2011 16:51 von
Kunst
Gepflegte Langeweile.
Aber geht einigermaßen durch bei mir. Wenigstens keine Volksmusiksendung.
Meint man beim ÖRR, daß nur Leute ohne Arbeit (wie auch immer) überhaupt diese Sender noch schauen? Anders ist mir die Sendezeit nicht erklärlich. - #51 30.08.2011 19:47 von
Spannende Kunst
Ich fand den ersten Teil der Trilogie im Gegensatz zu den meisten Kommentatoren hier spannend. Vielleicht weil ich mir zu selten Thriller und Krimis anschaue? Es lag die ganze Zeit eine subtile Bedrohung über der Liebesgeschichte - Bedrohung durch die Personen selbst (Übersensibilät der Protagonistin, die immer wieder drohte die Beziehung abzubrechen), Bedrohung durch die Motorradgang/den Exfreund, die immer wieder durch die idyllische Szenerie knatterte, Bedrohung vor allem durch den Mörder, den man fast nie sah, dessen Gegenwart aber durch die geradezu hysterisch durch die Landschaft fahrenden Polizeiwagen bzw. Polizeihubschrauber beschworen wurde. Die Bedrohtheit des menschlichen Glücks und der Liebe war die ganze Zeit fast schmerzlich spürbar. Auch durch die Musik, deren zuweilen fast parodistisch romantisch-märchenhafter Klang oft ins Dissonante kippte.
Psychologisch sehr interessant fand ich auch die Tatsache, dass die mörderische Bedrohung durch eine Nachlässigkeit des Protagonisten entstanden war, der eine Tür nicht verschlossen hatte, so dass der Mörder aus der Klinik fliehen konnte. Es schwebte somit die ganze Zeit zusätzlich das Damoklesschwert einer möglichen Mitschuld an einem erneuten Frauen-/Mädchen-/Geliebten-Mord über der Story - von dem ich bis jetzt nicht weiß, ob es zugeschlagen hat, weil nicht klar wurde, ob die Verfolgung der Protagonistin durch den Mörder gegen Ende des Films ein Albtraum ihres Ex-Geliebten war oder "Realität". Auf jeden Fall wurde die "Schuld" des Protagonisten, der seine Liebe gegen seine Karriere eingetauschte, somit seine Ex-Liebe "tötete", somit auf metaphorischer Ebene gespiegelt.
Wer diesen Film an seiner puren Handlung misst, kann ihn natürlich nur langweilig finden. Ein wenig Kunst-Sinn braucht es schon, um ihn zu würdigen. - #52 30.08.2011 23:26 von
mit oder ohne
Ich bab nur den ersten Teil(fast bis zum Ende,glaube ich... bin bei eingeschlafen) gesehen und fand es fade. Die Idee an der Sache(drei Regissure bekommen einen Plot und nu mach ma was draus) ganz gut. Vielleicht das nächste(?) Mal unterschiedlichere Herangehensweisen.
- #53 01.09.2011 14:05 von
Mutiges Experiment ... aber das Publikum
Wie mutig, erkennt man an den Reaktionen hier. In einem Umfeld von Publikum, dass kaum über den eigenen Tellerrand hinausschauen kann oder will, dass den eigenen Geschmack für den einzig seligmachenden hält kann man mit Experimenten nur scheitern.
Also müssen wir feststellen, dass wir abseits solcher ungewöhnlichen Programme einfach das Programm haben, dass wir als Publikum verdienen: einfältig damit wir nicht zu viel denken müssen, berieselnd weil es vom Alltag ablenken soll, überdreht spannend weil wir sonst einschlafen und vor allem schnell weil wir keine Geduld mehr haben.
Ein Programm, dass sich Zeit lässt eine Handlung zu entwickeln, Querverweise einbaut für die man ein aktives Hirn braucht um ihnen folgen zu können, welches Menschen beobachtet statt sich auf spektakuläre Szenen zu verlassen hat in dieser "Masse", die das Publikum darstellt keine Chance.
Und dann gibt es natürlich noch die "Hochgebildeten", für die Fernsehen per se kein en Anspruch hat, egal welcher Inhalt.
Und die "Haar-in-der-Suppe-Sucher" die sowieso nur in Geldkategorien denken können, also nur noch Preise und keine Werte mehr kennen.
Und die Presse, die tagein tagaus über die miese Qualität des TVs schreibt, aber nach so einem Wagnis plötzlich wieder die Quotenkeule rausholt und das vorher hochgelobte Experiment damit als gescheitert niederknüppelt. - #54 02.09.2011 06:56 von
Mein lieber Mann
[QUOTE=j-d;8612303]...ich hab ja auch einiges zu bemängeln an den drei Filmen, aber Kurosawa als Vergleich heranzuziehen ist schon etwas seltsam. Der Mann war Genre und Stilbildend und gehört wahrscheinlich für alle drei Regisseure in die "Vorbilder"-Kategorie. Das paßt irgendwie nicht, da hängt die Messlatte sonst zu hoch.
Gerade weil davon auszugehen ist, dass Rashomon allen bekannt ist, hätte man sich entweder von einem solcherart geplanten Schrott wie Dreileichen distanzieren oder aber sich dagegen stemmen und etwas mehr anstrengen müssen, nicht wahr. Es gilt wohl aber für ehedem Hippe Generalamnestie. Sie als Apologet waren wohl auch mal en vogue und nun, nun ist alles vorbei?
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