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ARD-Film über Lohndumping: Die Paketboten und der Milliardär
Ausbeutung in der Paketbranche: Der ARD-Film "Das Hermes-Prinzip" zeigt Zusteller, die für Hungerlöhne schuften. Das Unternehmen von Milliardär Michael Otto spricht von Einzelfällen - doch*treibt das Hermes-Geschäftsmodell die Subunternehmer zu drastischen Methoden?
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,778200,00.html
- #150 03.08.2011 23:19 von
- #151 03.08.2011 23:24 von
- #152 03.08.2011 23:24 von
Ausnahmen bestätigen die Regel
Komisch. Ich habe selbst bei Hermes gearbeitet und habe keine Ahnung. In der Reportage wurde von 1% Reklamationen durch Fahrer gesprochen. Ich hatte während meiner Tätigkeit bei der Hermes Hotline mindestens einen zwei Fahrer pro Monat am Telefon der verzweifelt war. Und weil die Otto Group nicht aktiv nach Missständen sucht, können die Fahrer bei Problemen nur die Telefonnummer der kostenpflichtigen (!) Hotline wählen, die auf Ihren blauen Klebezetteln steht. Das gibt es ja wohl nicht!
Und was ist mit Ihren Kollegen, die im Film auf Missstände aufmerksam gemacht haben? Die haben auch keine Ahnung? - #153 03.08.2011 23:27 von
bei 4 EUR Porto = 1 EUR Verdienst?
Als Unternehmer kann sich jeder selbst ausrechnen, was übrig bleibt. 4 EUR Paketporto ergeben nur 60 ct für den Fahrer! Ich selber habe bei Hermes gearbeitet: als 400 EUR Kraft, als Selbständiger und als Angestellter. Immer gab es (vor 5 Jahren) nur 40 ct pro ausgeliefertem Paket. Auch die DPD-Fahrer und die GLS-Fahrer "verdienen" ähnlich. UPS ist die große Ausnahme!
- #154 03.08.2011 23:36 von
Willkommen im Paket-Business
Ich werde mich hüten, noch mal für einen Paket-Dienstleister zu arbeiten. Wenn man dort nicht finanziell ausgebeutet wird, ist es der Psychodruck, der einen fertigmacht. Habe meine Erfahrungen bei UPS gemacht (wahrscheinlich ist es überall das Gleiche); wer sich interressiert, der gebe in seine Suchmaschiene "Netzwerk Galleere" ein. Von UPS-Mitarbeitern, für UPS-Mitarbeiter.
- #155 03.08.2011 23:36 von
Lechts und Rings
Als Linker ertrage ich ganz viel rechtes Zeugs im ÖRR und Sie sollten als Rechter etwas großmütiger sein, wenn hin und wieder für uns Linke etwas in der Nische übrigbleibt.
Sie sprechen von unternehmerfeindlichen Beiträgen. Ich spreche von arbeitnehmerorientierten Beiträgen. Haben Sie schon mal etwas vom Interessengegensatz zwischen Kapital und Arbeit gehört?
Ich habe keine Lust, ihnen ihre Unternehmergläubigkeit auszutreiben. Nur so viel: nehmen Sie es einfach hin, dass der Kapitalist ganz andere Interessen hat als der Arbeiter. Das ist so. Soweit gehen sogar die Freunde vom Arbeitnehmerflügel der CDU mit mir. Die im übrigen in meinem Arbeitsleben immer die verlässlicheren Bündnispartner waren als die von der SPD. Bis auf wenige Ausnahmen konnte ich mich auf die Sozis nie wirklich verlassen.
In einem haben Sie allerdings recht: so mache Honorare für Freiberufler im ÖRR sind mir auch zu hoch und die überborderte Dauerwerbesendungen, getarnt als Sportübertragung, gehen mir schon auch auf den Keks. Kennen Sie noch den Sportreporter Ernst Huberty? Der sagte nur das nötigste: "Müller kriegt den Ball. Er dreht sich. Schießt. Tor." Einfach Klasse war er, dieser Mann, äh, diese zwei Männer, Müller und Huberty. - #156 03.08.2011 23:36 von
Mitverantwortung
Auch der Kunde hat Verantwortung. Ich möchte nicht mitverantwortlich sein und weigere mich deshalb in Zukunft bei Unternehmen zu bestellen, die mit Hermes zusammenarbeiten, bis sich diese Zustände geändert haben. Und dazu muss man die Konzerne dort treffen, wo es weh tut, nämlich beim Gewinn.
- #157 03.08.2011 23:40 von juerv1
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Was sollen die Ablenkereien und Relativierungen?
Hier geht es um die Praktiken des Unternehmens Hermes und nicht um Maschmeyer oder Lierhaus. Zu diesen Personen wurde in anderen Threads schon zur Genüge diskutiert.
Bleiben Sie doch gefälligst beim Thema. Aber wahrscheinlich hat ihnen die rasende Angst vor der kommunistischen Weltverschwörung und dem Massenexodus so ehrenhafter Unternehmerpersönlichkeiten wie Maschmeyer ja den klaren Blick vernebelt.
Was hat die Aufdeckung skandalöser Zustände beim Unternehmen Hermes mit "Neidkultur" zu tun? Aber Hauptsache einen völlig ausgelutschten Klischeebegriff in die Diskussion werfen, dann muss man sich nicht inhaltlich mit dem Thema auseinandersetzen... Warum haben Sie eigentlich bislang auf den hochoriginellen Terminus "Gutmensch" verzichtet? - #158 03.08.2011 23:49 von
Otto
Er ist sogar so sozial, dass er vielen Leuten ganz tolle Praktikantenstellen gibt. In seiner Zentrale laufen knapp 50% Praktikanten rum.
Als Akademiler gibt es dann wahnsinnige 650 Euro im Monat für einen Vollzeitjob natürlich sind Überstunden da schon mit drin. Fachliche Qualifikationen kann man sich dann Abends und am Wochenende selber aneignen, natürlich nur wenn man nicht arbeitet.
Es wird vorher mehrfach erwähnt, dass eine Übernahme nciht stattfinden wird. Ein echter Motivationsschub. Dieser wird noch abgerundet von der Aussicht nicht nur nicht übernommen zu werden, sondern nach dem Praktikum das Projekt auf 400 Euro Basis bis zum Ende mitzumachen. Da kann keiner behaupten, dass Arbeit sich nicht lohnen würde (für Otto lohnt sich das richtig).
Von dem eingesparten Millionen kann er dann auch mal gepflegt 500.000 spenden und wird dann auch noch als Wohltäter abgefeiert. Otto: finde ich scheiße. - #159 03.08.2011 23:53 von
Physik
Ich wundere mich gar nicht. die zwischen Billiglohnländern und Deutschland existierenden kommunizierenden Röhren sorgen aufgrund simpler physikalischer Gesetze für den Lohnausgleich. Die Löhne in Asien steigen und hier fallen sie.
Das übelste daran sind die Zwischenmeister, die für die Lohnsklaverei anderer kassieren, die Zwangsselbstständigkeit und die Zwangsarbeit durch Hartz IV!
Das ist Versagen der Politik!
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