ARD-Doku "Stasi auf dem Schulhof": Mobben mit Marx

Zwischen Zickenkrieg und Staatsterror: Die ARD-Dokumentation "Stasi auf dem Schulhof" zeichnet nach, wie*Margot Honecker und Erich Mielke die Schüler der DDR überwachen ließen. Ein Film über den verzweifelten Versuch der Polit-Greise, die Jugend gefügig zu machen.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,806070,00.html
  1. #20

    sachlich

    Zitat von leberknecht Beitrag anzeigen
    mir kommt auch die Galle hoch!-und das wegen ihren beitrag!
    es mag sein ,daß so etwas passiert ist! ABER, leute wie sie!welche nazideutschland mit der ddr vergleicht gehört zu den ewiggestrigen!!
    und viel "spaß" ,wenn sie morgen an der rommelkasrne in ulm vorbeilaufen!
    wie wäre es mit sachlichen Argumenten in verständlicher deutscher Sprache?
  2. #21

    Zitat von alexausroßlau Beitrag anzeigen
    Kennen Sie diesen Unrechtsstaat? Haben Sie ihn erlebt? Es gab in der DDR Menschenrechtsverletzungen, Folter und schlimmeres, Umweltverschmutzung etc. Ich muß Ihnen aber auch sagen, daß ich (Baujahr 72) kaum etwas von all diesen Sachen erlebt habe. Was die Stasi war, wußte man oder bekam das mit, der Mangelwirtschaft ist man mit Erfinderreichtum begegnet. Sicher, man schaute auch ARD und die Werbung, nur waren wir schon glücklich, wenn Oma aus dem Westen oder Intershop kam.

    Sollten Sie andere Erfahrungen haben (und es wird viele Leute geben, welche die Stasihölle durchmachen mußten, das will ich nicht bestreiten), tut mir es sehr leid für Sie. Ich habe die DDR zumindestens nicht (bewußt) als Diktatur erlebt.

    ich kann zu diesem thema nur die unterlagen der bstu empfehlen. dort findet sich ungeschöntes und nicht übertriebenes in form von kopien von stasiunterlagen.

    die ddr nicht als diktatur erlebt zu haben, kann nur jemand sagen, der sich nie damit beschäftigt hat, was die diktatur im alltag bedeutet hat.....was ist eingeschränkte reisefreiheit? was ist kontingentierung der lebensmittelgeschäfte? was ist mangelnde meinungsfreiheit? was ist die stasi und welchen zweck hatte sie? was sind fahnenappelle? was sind pionierveranstaltungen und die pflichteilnahme an der 1. mai-demo? was ist der weitgehende zwang, ein kind in die kita zu geben? wovon ist das bewusstsein abhängig, genau zu wissen, nicht alles sagen zu dürfen? was sind staatliche beschränkungen hinsichtlich kleidung (insbesondere jeans) und musik? was ist die ständige bewusstmachung, dass der westen schlecht ist? was sind lehrpläne, die sich von rostock bis zwickau exakt gleichen? was sind demonstrationen, die niedergeknüppelt werden? was hat es mit menschen auf sich, die gern woanders leben möchten und dafür bestraft/umgebracht werden? usw. usf.

    klingt doch alles total nach demokratie...*ironieaus*

    über nordkorea und china wird allgemeinhin gelästert....man möge sich einfach mal die mühe machen, parallelen zu ziehen....
    und wer es dann immer noch nicht begriffen hat, möge einfach mal einen stasi-knast besuchen....vielleicht hilft das ja so manch einem auf die sprünge....
  3. #22

    Zitat von alexausroßlau Beitrag anzeigen
    Kennen Sie diesen Unrechtsstaat? Haben Sie ihn erlebt?
    Typische Denkausschalter-Keule. Ich nehme - in dubio pro reo - an, dass Sie diese rhetorische Peinlichkeit unbewusst eingesetzt haben.
    Zitat von alexausroßlau Beitrag anzeigen
    Es gab in der DDR Menschenrechtsverletzungen, Folter und schlimmeres, Umweltverschmutzung etc. Ich muß Ihnen aber auch sagen, daß ich (Baujahr 72) kaum etwas von all diesen Sachen erlebt habe.
    So, so - von der Umweltverschmutztung in der DDR wollen Sie nichts mitbekommen haben? Wo haben Sie denn dort gelebt?
    Und dass Sie von den Menschenrechtsverletzungen, Foltern usw. nichts mitkriegten, gehört zum Mechanismus jeder Diktatur. Keine Diktatur wird sagen: "Wir sind eine Diktatur". Nicht die kommunistische (mit einer historisch-theoretischen Ausnahme…), nicht die nationalsozialistische.

    Zu einer Diktatur gehört fehlende Öffentlichkeit: Medien komplett im Staatsbesitz, disponierbare Journalisten, Zensur, Blockieren des freien Informationslflusses. Hätten Sie allen Ernstes geglaubt, eine solche Presse würde über psychische Foltern in Hohenschönhausen schreiben? Über die an der deutsch-deutschen Grenze ermordeten Deutschen? Kommen Sie.
    Zitat von alexausroßlau Beitrag anzeigen
    Ich habe die DDR zumindestens nicht (bewußt) als Diktatur erlebt.
    Aus oben genannten Gründen. Was nichts an der Tatsache ändert, dass die DDR, genauso wie alle anderen kommunistischen Länder, Diktaturen waren.

    Zum Schluss eine Frage: wenn die DDR so toll war - warum strömten die Flüchtlinge nicht unentwegt in dieses vermeintliche Paradies? Warum war die Fluchtrichtung stets gen Westen?
  4. #23

    Zitat von ElCmd Beitrag anzeigen
    Stimmt. Die ganzen ehrlichen, weltoffenen und streng demokratischen Schüler, die gute Dinge wie "Freundschaftspionierleitung" studierten - wer könnte da denken, dass diese Schüler die Abschlüsse für etwas anderes als ihre hervorragenden (sozialistischen) Leistungen .....
    Klar, in der DDR konnte man nur "Freundschaftspionierleiter", Russischlehrer oder Ofizier studieren. Wenn Sie es sagen, muss es ja stimmen.
    Und wer es anders erlebt hat, war entweder Teil des Systems oder naiv oder beides. Weil Sie ja die eizig wahre Wahrheit kennen.
  5. #24

    Zitat von bifa Beitrag anzeigen
    Das stimmt leider nicht! Ich habe die 10. Klasse zu DDR-Zeiten mit einem Durchschnit von 1,3 beendet und bekam keinen Abiturplatz, weil ich nicht vor hatte hinterher Russischlehrerin zu werden. Das wäre meine einzige Chance auf einen Platz an einer EOS gewesen. Ich habe abgelehnt. Es gab in meinem Freundes- und Schulkreis sehr viele solcher Fälle. Nach der 10. Klasse bekamen 2 Schüler aus meiner Klasse eine Zulassung. Russischlehrerin und Berufssoldat waren die Berufswünsche dieser beiden.................
    Das sind Ihre Erfahrungen, meine sind andere. Nur will ich meine Erfahrungen nicht als die Allgemeingültigen, Einzig wahren hinstellen.

    Ich wollte nie Russischlehrer oder Berufsoffizier werden, war nicht nicht herausragend "rot", meine Eltern waren nicht in der Partei, außerdem "Intelligenzler", und ich wurde trotzdem zur EOS zugelassen. Die Kinder von streng katholischen Bekannten übrigens auch.

    Was man allerdings nicht vergessen sollte, ist die Tatsache, dass nur ein relativ geringer Teil der Schüler die EOS (=Gymnasium) besuchen konnte, bei mir waren es ca. 10 % (3 von 30). Und auch, dass es neben der EOS noch einen anderen Weg zum Abitur gab, die Berufsausbildung mit Abitur.
  6. #25

    Forum schliessen....

    ....und Leser-Texte von vor 10 oder vor 20 Jahre reinkopieren, wir sind keinen Schritt weiter und werden es auch nicht kommen.
  7. #26

    Bitte Bezug lesen!

    Zitat von Robert_Rostock Beitrag anzeigen
    Klar, in der DDR konnte man nur "Freundschaftspionierleiter", Russischlehrer oder Ofizier studieren. Wenn Sie es sagen, muss es ja stimmen.
    Und wer es anders erlebt hat, war entweder Teil des Systems oder naiv oder beides. Weil Sie ja die eizig wahre Wahrheit kennen.
    Wenn Sie sich die Mühe gemacht hätten und den Bezug meines Beitrages auch gelesen hätten, hätten Sie festgestellt, dass sich meine Äußerung auf die geschichtsverklärende Behauptung bezog, dass die Bildungschancen und -abschlüsse in der DDR in keinem Zusammenhang mit der "Staatstreue" (von einem selbst oder von mir aus auch den Eltern) standen.

    In diesem Zusammenhang liegen Sie richtig: meine Aussage spiegelt die einzig wahre Wahrheit wieder, auch wenn Sie (wobei ich Ihnen das nicht unterstellen möchte - ich vermute Sie haben den Zusammenhang meiner Aussage einfach nur verkannt) oder die Geschichtsbücher und Demagogen dieser Republik weiterhin das Bild vom sozialistischen Ideal zeichnen.
  8. #27

    Zitat von ElCmd Beitrag anzeigen
    Wenn Sie sich die Mühe gemacht hätten und den Bezug meines Beitrages auch gelesen hätten, hätten Sie festgestellt, dass sich meine Äußerung auf die geschichtsverklärende Behauptung bezog, dass die Bildungschancen und -abschlüsse in der DDR in keinem Zusammenhang mit der "Staatstreue" (von einem selbst oder von mir aus auch den Eltern) standen..
    ...
    Wenn Sie sich diese Mühe ebenfalls gemacht hätten, dann hätten Sie vielleicht festgestellt, dass die von Ihnen unterstellten Behauptungen in dem Beitrag von flekko überhaupt nicht enthalten waren.
  9. #28

    Meine Erfahrung ...

    ist die, dass ich Abitur machen konnte, ohne versprechen zu müssen Pionierleiter oder Russischlehrer oder Offizier werden zu müssen.
    Das mussten nur die Leistungsschwachen tun. Und selbst die konnten sich Anfang der 12. Klasse bewerben auf was sie wollten. Und bekamen ihren Leistungen entsprechend Zu- oder Absagen.

    Und wenn das System mit einen zum Lügen zwingt, dann macht man es doch. Was ist für Jungs dabei mit 15 oder 16 irgendwas zu unterschreiben, dass man evtl. 3 oder 4 Jahre "dienen" wird. Ist doch nicht rechtsverbindlich (auch in der DDR nicht). Mit 18 oder zur Studienbewerbung muss man dann Farbe bekennen, und da kann dann aus dem Dunkelrot ein Rosa geworden sein. Ein dickes Fell wegen der folgenden persönlichen Gespräche und die entsprechenden Leistungen sollte man schon gehabt haben, um sich soetwas zu erlauben.

    Eine Ablehnung ist dann jedoch auch drin. Dann mit den Zu-/Absagen der Mitschüler in Relation zu deren Noten vergleichen und ggf. Einspruch gegen die Ablehnung erheben. Keine Uni und erst recht nicht die darbende Volkswirtschaft der DDR konnte und wollte auf gute Leute verzichten. All das ist nicht ausgedacht sondern genau so gemacht worden.

    Man sollte natürlich nicht und niemanden gegenüber erklären, nach dem Studium das Land verlassen zu wollen und wenn das nicht klappt eine "Konterrevolution" organisieren zu wollen ... wer das tat endete tatsächlich in einer unbequemen Sackgasse. Auch sollte man sich nicht gegen den "Lehrplan" auflehnen, der damals eben auch ein paar Tage Ferienlager mit verkleiden und marschieren (vormilitärische Ausbildung) enthielt.

    Der letzte Satz meiner Beurteilung war: " ... sein Klassenstandpunkt war in Ansätzen (ansatzweise ?) erkennbar." Im Westen wird man mit diesen nicht viel anfangen können. Im Osten wird man das als schon recht drastische Worte erkennen, die übersetzt soviel heissen könnten wie: "... er lügt nur soviel mit, wie es notwendig ist um seinen Weg weiter gehen zu können." Moralisch sicher nicht einwandfrei, aber das war ja das System auch nicht immer.

    Zur Relativierung: Ich habe auch in der Provinz mit Westfernsehempfang gelebt, was die ganz harte Tour etwas erschwerte. Mag sein das es in anderen Regionen/Städten etwas härter zuging.

    Und zu den Spitzeln an der Schule: Viele vermutete man wegen Familie, Zielen, etc.. Manche wurden "weich" oder erpresst mitzumachen, von denen sagten das einige öffentlich: "Hört her, die Stasi hat mich in der Hand, ich weiss nicht zu was die mich benutzen werden/wollen." Die intelligenteren unter den "Erpressten" erzählten denen einfach Humbug ... die haben ja alle "verschriftet".

    Übrigens haben solche "Erpressten" nach der Wende ggf. den größten Schaden, wenn irgendwo eine Unterschrift unter einer Bereitschaftserklärung zu finden war, war eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst/Verbeamtung evtl. nicht mehr möglich. Eine späte Rache der Stasi an Ihren Mitarbeitern, die nicht gut genug waren, den Untergang der DDR zu verhindern. Die Altnazis hatten es da in der BRD etwas leichter, oder?

    Zitat von ElCmd Beitrag anzeigen
    Stimmt. Die ganzen ehrlichen, weltoffenen und streng demokratischen Schüler, die gute Dinge wie "Freundschaftspionierleitung" studierten - wer könnte da denken, dass diese Schüler die Abschlüsse für etwas anderes als ihre hervorragenden (sozialistischen) Leistungen erhalten haben?

    Ernsthaft: Sie sind entweder Teil des Systems gewesen oder schrecklich naiv. (Und bitte: ich erwarte keine Antwort darauf!)
  10. #29

    Beleidigend

    Zitat von ElCmd Beitrag anzeigen
    Die ganzen ehrlichen, weltoffenen und streng demokratischen Schüler, die gute Dinge wie "Freundschaftspionierleitung" studierten - wer könnte da denken, dass diese Schüler die Abschlüsse für etwas anderes als ihre hervorragenden (sozialistischen) Leistungen erhalten haben? [...] Diese Menschen sitzen ja heute für "Die LINKE" im Bundestag. Das müssen ja Wohltäter sein...
    Ist das nun Dummheit oder Verbohrtheit, dass sie mit diesem Statement jedem Ossi, der Abitur gemacht hat, unterstellen, er sei so etwas wie Pionierleiter geworden und arbeite heute als Abgeordneter der Linken? flekko, dem Sie mit diesem Beitrag widersprechen, hat sich schließlich nur erbeten, nicht auch die ehrlichen Schüler mit guten Leistungen zu diskreditieren.

    Natürlich gab es auch staatstreue Abiturienten, und ja: Die wurden bevorzugt. Aber ich verwahre mich gegen die Unterstellung, dass jeder studierte Ossi jenseits der 35 (und dazu gehöre auch ich) ein Stasispitzel war, keine überdurchschnittlichen schulischen Leistungen bringen musste und später irgendwelche staatstragenden Larfari-Jobs ausgeübt hat.

    Das impliziert nämlich automatisch, dass jeder DDR-Akademiker (die meisten Abiturienten haben tatsächlich studiert, das bundesrepublikanische "Abitur-für-jeden-der-mit-12-bis-100-zählen-kann" gab es in der DDR nicht) nicht nur ein Systemkriecher war, sondern auch ein beruflicher Nichtskönner. So etwas ist beleidigend. Aber ich schätze mal, das lag auch in Ihrer Absicht, nicht wahr?