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ARD-Doku "Stasi auf dem Schulhof": Mobben mit Marx
Zwischen Zickenkrieg und Staatsterror: Die ARD-Dokumentation "Stasi auf dem Schulhof" zeichnet nach, wie*Margot Honecker und Erich Mielke die Schüler der DDR überwachen ließen. Ein Film über den verzweifelten Versuch der Polit-Greise, die Jugend gefügig zu machen.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,806070,00.html
- #20 03.01.2012 15:00 von
- #21 03.01.2012 15:14 von
ich kann zu diesem thema nur die unterlagen der bstu empfehlen. dort findet sich ungeschöntes und nicht übertriebenes in form von kopien von stasiunterlagen.
die ddr nicht als diktatur erlebt zu haben, kann nur jemand sagen, der sich nie damit beschäftigt hat, was die diktatur im alltag bedeutet hat.....was ist eingeschränkte reisefreiheit? was ist kontingentierung der lebensmittelgeschäfte? was ist mangelnde meinungsfreiheit? was ist die stasi und welchen zweck hatte sie? was sind fahnenappelle? was sind pionierveranstaltungen und die pflichteilnahme an der 1. mai-demo? was ist der weitgehende zwang, ein kind in die kita zu geben? wovon ist das bewusstsein abhängig, genau zu wissen, nicht alles sagen zu dürfen? was sind staatliche beschränkungen hinsichtlich kleidung (insbesondere jeans) und musik? was ist die ständige bewusstmachung, dass der westen schlecht ist? was sind lehrpläne, die sich von rostock bis zwickau exakt gleichen? was sind demonstrationen, die niedergeknüppelt werden? was hat es mit menschen auf sich, die gern woanders leben möchten und dafür bestraft/umgebracht werden? usw. usf.
klingt doch alles total nach demokratie...*ironieaus*
über nordkorea und china wird allgemeinhin gelästert....man möge sich einfach mal die mühe machen, parallelen zu ziehen....
und wer es dann immer noch nicht begriffen hat, möge einfach mal einen stasi-knast besuchen....vielleicht hilft das ja so manch einem auf die sprünge.... - #22 03.01.2012 15:16 von
Typische Denkausschalter-Keule. Ich nehme - in dubio pro reo - an, dass Sie diese rhetorische Peinlichkeit unbewusst eingesetzt haben.
So, so - von der Umweltverschmutztung in der DDR wollen Sie nichts mitbekommen haben? Wo haben Sie denn dort gelebt?
Und dass Sie von den Menschenrechtsverletzungen, Foltern usw. nichts mitkriegten, gehört zum Mechanismus jeder Diktatur. Keine Diktatur wird sagen: "Wir sind eine Diktatur". Nicht die kommunistische (mit einer historisch-theoretischen Ausnahme…), nicht die nationalsozialistische.
Zu einer Diktatur gehört fehlende Öffentlichkeit: Medien komplett im Staatsbesitz, disponierbare Journalisten, Zensur, Blockieren des freien Informationslflusses. Hätten Sie allen Ernstes geglaubt, eine solche Presse würde über psychische Foltern in Hohenschönhausen schreiben? Über die an der deutsch-deutschen Grenze ermordeten Deutschen? Kommen Sie.
Aus oben genannten Gründen. Was nichts an der Tatsache ändert, dass die DDR, genauso wie alle anderen kommunistischen Länder, Diktaturen waren.
Zum Schluss eine Frage: wenn die DDR so toll war - warum strömten die Flüchtlinge nicht unentwegt in dieses vermeintliche Paradies? Warum war die Fluchtrichtung stets gen Westen? - #23 03.01.2012 15:18 von
- #24 03.01.2012 15:26 von
Das sind Ihre Erfahrungen, meine sind andere. Nur will ich meine Erfahrungen nicht als die Allgemeingültigen, Einzig wahren hinstellen.
Ich wollte nie Russischlehrer oder Berufsoffizier werden, war nicht nicht herausragend "rot", meine Eltern waren nicht in der Partei, außerdem "Intelligenzler", und ich wurde trotzdem zur EOS zugelassen. Die Kinder von streng katholischen Bekannten übrigens auch.
Was man allerdings nicht vergessen sollte, ist die Tatsache, dass nur ein relativ geringer Teil der Schüler die EOS (=Gymnasium) besuchen konnte, bei mir waren es ca. 10 % (3 von 30). Und auch, dass es neben der EOS noch einen anderen Weg zum Abitur gab, die Berufsausbildung mit Abitur. - #25 03.01.2012 15:32 von
Forum schliessen....
....und Leser-Texte von vor 10 oder vor 20 Jahre reinkopieren, wir sind keinen Schritt weiter und werden es auch nicht kommen.
- #26 03.01.2012 15:35 von
Bitte Bezug lesen!
Wenn Sie sich die Mühe gemacht hätten und den Bezug meines Beitrages auch gelesen hätten, hätten Sie festgestellt, dass sich meine Äußerung auf die geschichtsverklärende Behauptung bezog, dass die Bildungschancen und -abschlüsse in der DDR in keinem Zusammenhang mit der "Staatstreue" (von einem selbst oder von mir aus auch den Eltern) standen.
In diesem Zusammenhang liegen Sie richtig: meine Aussage spiegelt die einzig wahre Wahrheit wieder, auch wenn Sie (wobei ich Ihnen das nicht unterstellen möchte - ich vermute Sie haben den Zusammenhang meiner Aussage einfach nur verkannt) oder die Geschichtsbücher und Demagogen dieser Republik weiterhin das Bild vom sozialistischen Ideal zeichnen. - #27 03.01.2012 15:43 von
- #28 03.01.2012 15:44 von
Meine Erfahrung ...
ist die, dass ich Abitur machen konnte, ohne versprechen zu müssen Pionierleiter oder Russischlehrer oder Offizier werden zu müssen.
Das mussten nur die Leistungsschwachen tun. Und selbst die konnten sich Anfang der 12. Klasse bewerben auf was sie wollten. Und bekamen ihren Leistungen entsprechend Zu- oder Absagen.
Und wenn das System mit einen zum Lügen zwingt, dann macht man es doch. Was ist für Jungs dabei mit 15 oder 16 irgendwas zu unterschreiben, dass man evtl. 3 oder 4 Jahre "dienen" wird. Ist doch nicht rechtsverbindlich (auch in der DDR nicht). Mit 18 oder zur Studienbewerbung muss man dann Farbe bekennen, und da kann dann aus dem Dunkelrot ein Rosa geworden sein. Ein dickes Fell wegen der folgenden persönlichen Gespräche und die entsprechenden Leistungen sollte man schon gehabt haben, um sich soetwas zu erlauben.
Eine Ablehnung ist dann jedoch auch drin. Dann mit den Zu-/Absagen der Mitschüler in Relation zu deren Noten vergleichen und ggf. Einspruch gegen die Ablehnung erheben. Keine Uni und erst recht nicht die darbende Volkswirtschaft der DDR konnte und wollte auf gute Leute verzichten. All das ist nicht ausgedacht sondern genau so gemacht worden.
Man sollte natürlich nicht und niemanden gegenüber erklären, nach dem Studium das Land verlassen zu wollen und wenn das nicht klappt eine "Konterrevolution" organisieren zu wollen ... wer das tat endete tatsächlich in einer unbequemen Sackgasse. Auch sollte man sich nicht gegen den "Lehrplan" auflehnen, der damals eben auch ein paar Tage Ferienlager mit verkleiden und marschieren (vormilitärische Ausbildung) enthielt.
Der letzte Satz meiner Beurteilung war: " ... sein Klassenstandpunkt war in Ansätzen (ansatzweise ?) erkennbar." Im Westen wird man mit diesen nicht viel anfangen können. Im Osten wird man das als schon recht drastische Worte erkennen, die übersetzt soviel heissen könnten wie: "... er lügt nur soviel mit, wie es notwendig ist um seinen Weg weiter gehen zu können." Moralisch sicher nicht einwandfrei, aber das war ja das System auch nicht immer.
Zur Relativierung: Ich habe auch in der Provinz mit Westfernsehempfang gelebt, was die ganz harte Tour etwas erschwerte. Mag sein das es in anderen Regionen/Städten etwas härter zuging.
Und zu den Spitzeln an der Schule: Viele vermutete man wegen Familie, Zielen, etc.. Manche wurden "weich" oder erpresst mitzumachen, von denen sagten das einige öffentlich: "Hört her, die Stasi hat mich in der Hand, ich weiss nicht zu was die mich benutzen werden/wollen." Die intelligenteren unter den "Erpressten" erzählten denen einfach Humbug ... die haben ja alle "verschriftet".
Übrigens haben solche "Erpressten" nach der Wende ggf. den größten Schaden, wenn irgendwo eine Unterschrift unter einer Bereitschaftserklärung zu finden war, war eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst/Verbeamtung evtl. nicht mehr möglich. Eine späte Rache der Stasi an Ihren Mitarbeitern, die nicht gut genug waren, den Untergang der DDR zu verhindern. Die Altnazis hatten es da in der BRD etwas leichter, oder?
- #29 03.01.2012 15:44 von
Beleidigend
Ist das nun Dummheit oder Verbohrtheit, dass sie mit diesem Statement jedem Ossi, der Abitur gemacht hat, unterstellen, er sei so etwas wie Pionierleiter geworden und arbeite heute als Abgeordneter der Linken? flekko, dem Sie mit diesem Beitrag widersprechen, hat sich schließlich nur erbeten, nicht auch die ehrlichen Schüler mit guten Leistungen zu diskreditieren.
Natürlich gab es auch staatstreue Abiturienten, und ja: Die wurden bevorzugt. Aber ich verwahre mich gegen die Unterstellung, dass jeder studierte Ossi jenseits der 35 (und dazu gehöre auch ich) ein Stasispitzel war, keine überdurchschnittlichen schulischen Leistungen bringen musste und später irgendwelche staatstragenden Larfari-Jobs ausgeübt hat.
Das impliziert nämlich automatisch, dass jeder DDR-Akademiker (die meisten Abiturienten haben tatsächlich studiert, das bundesrepublikanische "Abitur-für-jeden-der-mit-12-bis-100-zählen-kann" gab es in der DDR nicht) nicht nur ein Systemkriecher war, sondern auch ein beruflicher Nichtskönner. So etwas ist beleidigend. Aber ich schätze mal, das lag auch in Ihrer Absicht, nicht wahr?
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