was für eine zynische Überschrift, mußte sie sein??
NDRDas Geiseldrama bei der Münchner Olympiade 1972 macht einer Vision den Garaus. Das von SPIEGEL TV für die ARD produzierte Doku-Drama "Vom Traum zum Terror" schafft es, das Versagen der Sicherheitskräfte zu schildern, ohne dabei die Idee von friedlichen Spielen zu denunzieren.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,845456,00.html
was für eine zynische Überschrift, mußte sie sein??
...denn einfach und billig ist es, sich heute hinzustellen und die Händer über den Kopf zusammenzuschlagen. Aber auch nur mit dem Wissen von heute.
Mein Großvater war Wettkampfrichter im Schwimmstadion, er war bis zu seinem Tod voll von den Erlebnissen bei diesen Olympischen Spielen, er hatte glänzende Augen und er war tieftraurig wenn er vom 5. September erzählte.
Ich fande es damals sehr interessant, dass nach der missglückten Geiselbefreiung (Gladbeck) auf der Autobahn, ausgerechnet in München die Szene nachgestellt wurde. Mit dem Hinweis, die damals im Auto erschossene Frau hätte überleben können.
Und sehr geehrter Herr Twickel: Die Olympiade ist die Zeit zwischen den olympischen Spielen!
Man kann die Vorgänge bei dem Terroranschlag nur verstehen, wenn man sie im Kontext des damaligen Umfeldes sieht.
Die kleine BRD 1972, wollte der Welt damals nach dem verlorenen Krieg mit den Olympischen Spielen zeigen "We are not longer Nazis", was bedeutete, alles zu unterlassen, was an Militarismus, Kesselschlachten, Auschwitz etc. erinnern könnte. Dazu gehörte auch nach außen als friedfertiger Staat aufzutreten ohne Waffen, Militärs usw.
Es war die Zeit, als die BRD-Sportler ständig gegen die DDR den Kürzerern zogen und die BRD-Politiker bedröppelt dreinschauten.
Der Minderwertigkeitskomplex nagte an den Nerven von kalten Kriegern, die sich in München tummelten.
Dass diese Situation von den Palästinensern ausgenutzt wurde, lag auf der Hand. Der Dilentantismus bei der versuchten Geilselbefreiung durch brave bayerische und schlecht besoldete Schupos tat ein Übriges. Viele waren weder des Hochdeutschen und schon gar nicht des Englischen mächtig. Die Ballerei in Fürstenfeldbruck war ein Fiasko.
Was ist die Lehre aus allem? Deutschland sollte niemals mehr wie Olympia austragen. Man kauft sich alles Probleme der Welt
in das eigene Land ein.
Nur gut, dass die Pleite des Euros so was jetzt ohnehin verhindert.
Vor über zehn Jahren habe ich zum selben Thema Kevin Macdonalds ausgezeichneten Dokumentarfilm "One Day in September" gesehen. Der Kommentar der englischsprachigen Fassung wurde von Michael Douglas gelesen, und Kevin Macdonald hat seitdem mehrere wichtige Spielfilme gemacht. Sie sollten zumindest auf diesen Film hinweisen.
...ist doch - wie sich speziell im Spiegel-Online-Forum mit seinen viel zu oft viel zu ultraspießigen Kommentatoren immer wieder aufs Schönste belegen lässt - die Meckerei.
Auf Dauer kann das wirklich ermüdend sein, wenn man es nicht schafft, es mit einem gewissen Humor und einer gehörigen Portion Zynismus zu betrachten.
Schönes Wochenende.