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Architekturmodelle: Klein, kleiner, Kunst

Andreas Kretzer / Dennis Röver, TU KaiserslauternBonsai-Architektur oder eigenständige Kunstform? Das Frankfurter Architekturmuseum widmet zum ersten Mal weltweit dem Modell eine eigene Schau. Die Mini-Exponate sind dabei nicht nur überaus schön - ein Modell hat sogar eine halbkriminelle Vergangenheit.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...834662,00.html
  1. #1

    Ein sehr interessanter Beitrag über Wesen und Funktion des "Modells an sich". Wobei sich natürlich die Frage stellt, ob der Weg vom Modell zum eigenständigen Objekt stets vorgezeichnet oder ausgeschlossen ist: denkbar wäre zum Beispiel, dass ein Modell gleichzeitig sein eigenes Kunstwerk wird - alleine deswegen, weil in den Phasen des Ausprobierens und Suchens zwar der Weg das Ziel ist, sein Ende jedoch weder erstrebt noch gefürchtet wird. Gerade Gips und Ton eignen sich hervorragend für diesen Prozess der Ideenfindung - und werden doch immer noch stark unterschätzt. Wie sehr man sich da täuschen kann, kann man hier z. B. entdecken: http://bergerslichtwerk.de
    Kunst ist eben immer mehr, als der Rahmen, in den man sie verfrachtet.
  2. #2

    Modelle bleiben sinnvoll

    Es ist ja durchaus interessant, dass das Modell "aus seinem Stellvertreterdasein heraustritt und im DAM eine großangelegte Schau bekommt", klar scheint mir aber, dass "seine Eigenständigkeit gegenüber dem Entwurfszweck" nicht von sich aus gegeben ist, sondern entschieden wurde - nicht geboren, sondern gekoren ist.

    "Problematisch sind Architekturmodelle aber auch, weil sie Bauten zwar im Ganzen erfassbar machen, aber gerade nicht aufzeigen können, wie Menschen sie erleben würden", was allerdings auch für aktuelle Weisen der Veranschaulichung gilt - und es gibt ja auch Teil- bzw. Detailmodelle. Mit Simulationen und Modellen können halt nur Teilaspekte der späteren realen Verhältnisse und Erlebniswelten abbgebildet werden. Für diese Grenzen des Modells, aber auch der Simulation, wird man immer sensibel bleiben müssen. Insofern sind die neuen Möglichkeiten eine Erweiterung, aber nicht unbedingt ein vollständiger Ersatz. Der Punkt, an dem der Aufwand für ein Modell gegenüber einer Entwurfs-Software unwirtschaftlich wird, hat sich allerdings stark zu Ungunsten von Modellen verschoben.
  3. #3

    Zitat von catcargerry Beitrag anzeigen
    Es ist ja durchaus interessant, dass das Modell "aus seinem Stellvertreterdasein heraustritt und im DAM eine großangelegte Schau bekommt", klar scheint mir aber, dass "seine Eigenständigkeit gegenüber dem Entwurfszweck" nicht von sich aus gegeben ist, sondern entschieden wurde - nicht geboren, sondern gekoren ist.

    "Problematisch sind Architekturmodelle aber auch, weil sie Bauten zwar im Ganzen erfassbar machen, aber gerade nicht aufzeigen können, wie Menschen sie erleben würden", was allerdings auch für aktuelle Weisen der Veranschaulichung gilt - und es gibt ja auch Teil- bzw. Detailmodelle. Mit Simulationen und Modellen können halt nur Teilaspekte der späteren realen Verhältnisse und Erlebniswelten abbgebildet werden. Für diese Grenzen des Modells, aber auch der Simulation, wird man immer sensibel bleiben müssen. Insofern sind die neuen Möglichkeiten eine Erweiterung, aber nicht unbedingt ein vollständiger Ersatz. Der Punkt, an dem der Aufwand für ein Modell gegenüber einer Entwurfs-Software unwirtschaftlich wird, hat sich allerdings stark zu Ungunsten von Modellen verschoben.
    Haptisch-optische Modelle bleiben im Entwurfs- und Gestaltungsprozess weiterhin unersetzlich. Visualisierungen, die wir, wenn beauftragt, auch vermehrt einsetzen, stellen halt nur 3D in 2D dar. Zeigen dann oft zuviel oder zu früh zu genau, wecken Erwartungen beim Laienbetrachter/Bauherren, die der Bau dann nicht 100% erfüllen kann.
    Wir lassen uns Modelle (real oder virtuell) von den Bauherren wenn möglich als besondere Leistungen vergüten, ansonsten lassen sie sich leider im Honorar nach HOAI nicht wirtschaftlich darstellen.
    Bauen tun wir die Realmodelle für den internen Gebrauch meist trotzdem, auch wenn wir leider immer öfter auf den Kosten sitzen bleiben.
    Modell, ob real oder virtuell ist beides unwirtschaftlich, aber für gute Architektur bleibt zumindest das Realmodell unersetzlich.


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