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Architektur-Spektakel in Singapur: Vom Bauhaus zum Wowhaus

World Architecture FestivalWer hat den Bau des Jahres entworfen? Tausende Architekten aus aller Welt bewerben sich in Singapur um diese begehrte Auszeichnung. Ihre Beiträge sind spektakulär - vom Ski-Hotel in Iran bis zur Wolken-Villa in Australien. Nur deutsche Baumeister machen sich rar. Sind sie zu geizig?

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-859012.html
  1. #1

    Deutsches Baurecht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer hat den Bau des Jahres entworfen? Tausende Architekten aus aller Welt bewerben sich in Singapur um diese begehrte Auszeichnung. Ihre Beiträge sind spektakulär - vom Ski-Hotel in Iran bis zur Wolken-Villa in Australien. Nur deutsche Baumeister machen sich rar. Sind sie zu geizig?

    World Architecture Festival in Singapur beginnt - SPIEGEL ONLINE
    Naja, es dürfte eher so sein, dass das deutsche Baurecht (Bebauungspläne, die Korsetts gleichen, Einfügen im unbeplanten Innenbereicht, verstockte Nachbarn und Gemeinderäte) einem experimentierfreudigen Bauherrn schnell die Lust am Außergewöhnlichen vertreibt.
    Das deutsche Recht fordert und fördert den 08/15-Einheitsbrei. Gehen Sie mal in die Neubaugebiete und in die Innenstädte. Alles ist reglementiert.

    Wer hat denn da Lust, ein experiementelles Architektenhaus zu planen und umzusetzen, wenn zunächst Bauausschüsse überzeugt werden müssen. Oder noch schlimmer: Baubürgermeister und Baubehördenleiter, die meinen in ästhetischen Fragen unfehlbar zu sein und keine anderen Wege dulden.
    Furchtbares hässliches Deutschland.
  2. #2

    Quatsch!

    Wer schaffen will kann das tun in unserer Republik. Nur nicht so kleinlich auf die Vorschriften schauen!
    So mancher Bürgermeister lässt sich gern vom Singapur-Modell überzeugen, denn wir alle wissen: in Asien liegt die Zukunft das Häuslebaus!
  3. #3

    Bau statt Haus

    Das Reihenhäuschen, die Glasvilla, der Staatspalast, die Bretterbude, die schrägen Wolkenkratzer, die Fuller-Kuppel, all das sind eher Albträume. Die alten Städte sind gewachsen, die Neuen sind künstlich angelegt. Die „Moderne“ ist eine brutale Fehlentwicklung, von jeglicher Harmonie und Ökologie meilenweit entfernt. Es ist ein Glück, dass man noch das alte Europa findet, wenn man ein wenig sucht. Dort lässt es sich noch leben, im Gegensatz zu den Bunkern, Wohnsilos und Psychopathenpalästen der totalitären Architektur.
  4. #4

    Behördenwillkür

    Das Wolken-Haus gefällt mir sehr gut. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, so was in D bauen zu können. Hier wird ja schon die Farbe der Dachziegel und der Fassade durch Behördenwillkür festgelegt.
  5. #5

    Der Bauherr bestimmt die Musik ...

    und da wird in Deutschland zu wenig gewagt.
    Bei öffentlichen Gebäuden wird zusehens auf den Preis geachtet, was großer Architektur nur noch wenig Raum läßt. Der deutsche Privatman, der es zu etwas gebracht hat setzt auf Gemütlichkeit mit Walmdach und so bleiben eigentlich nur neue Firmenzentralen. Bei diesen sind aber ausländische Firmen rundum mutiger.

    Die großen Architekturblogs sind voll mit neuen Gebäuden aus aller Welt, nur Bauten aus Deutschland und Östereich sind dünn gesäht.
    An den deutschen Architekten liegt es nicht, die können, wenn man sie läßt. Das sieht man an den Werken, die sie im Ausland bauen. Leider reichen die paar Auslandsaufträge nicht, um in der Masse anzutreten.
  6. #6

    Überschrift "geklaut"

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer hat den Bau des Jahres entworfen? Tausende Architekten aus aller Welt bewerben sich in Singapur um diese begehrte Auszeichnung. Ihre Beiträge sind spektakulär - vom Ski-Hotel in Iran bis zur Wolken-Villa in Australien. Nur deutsche Baumeister machen sich rar. Sind sie zu geizig?

    World Architecture Festival in Singapur beginnt - SPIEGEL ONLINE
    Tom Wolfe schrieb einst: From Bauhaus to our house
  7. #7

    Zitat von W. Robert Beitrag anzeigen
    Das Reihenhäuschen, die Glasvilla, der Staatspalast, die Bretterbude, die schrägen Wolkenkratzer, die Fuller-Kuppel, all das sind eher Albträume. Die alten Städte sind gewachsen, die Neuen sind künstlich angelegt. Die „Moderne“ ist eine brutale Fehlentwicklung, von jeglicher Harmonie und Ökologie meilenweit entfernt. Es ist ein Glück, dass man noch das alte Europa findet, wenn man ein wenig sucht. Dort lässt es sich noch leben, im Gegensatz zu den Bunkern, Wohnsilos und Psychopathenpalästen der totalitären Architektur.
    Bin ich ganz Ihrer Meinung. Für sich gesehen gibt es einige interessante Bauwerke die von mir aus auch mal ein Gebiet "aufpeppen" können. Aber man stelle sich mal vor es gebe nur so auseinandergerissene, große oder auch kleine Gebäude. Obwohl ich der Meinung bin, dass die heutige Moderne schon mal besser ist als die der 50er bis 80er Jahre.
  8. #8

    Schöne Häuser dabei !

    Allerdings möchte/muss ich ein paar Sachen zur Diskussion stellen.
    Wir leben in Zeiten einer Klimaänderung (völlig wertfrei betrachtet !)
    Die Regenmengen nehmen zu, die Stürme erreichen höhere Geschwindigkeiten, der Schnee, wenn er denn fällt ist nasser und somit schwerer.
    Also frage ich mich, warum, auch mit neuesten Materialien gebaut, die Strukturen der Häuser/Gebäude trotzdem immer filigraner werden müssen. Das sieht super aus (!) keine Frage, aber trotzdem wird die Lebensdauer solcher Gebäude sinken und die Unterhaltskosten steigen.
    Kleines Beispiel: Man schaue sich einmal das "Gruner & Jahr" Haus in Hamburg an, welches noch gar nicht so alt ist. Gegen die uralten Kaufmannsbürohäuser die in der Zeit von 1890 bis 1930 gebaut wurden, sieht das "Gruner & Jahr" Gebäude aber bereits jetzt regelrecht vergammelt und vernachlässigt aus - eine Folge der "offenen, leichten, Architektur."
    Jeder Regenschauer, jeder Sturm, nimmt das Gebäude weiter mit und macht es unansehnlicher. Hätte man sich doch eigentlich denken können, oder ?
    Mein Tipp, für leichte aber trotzdem haltbare Architektur ist nach wie vor die geodätische Kuppel.
    Geodätische Kuppel
  9. #9

    ich glaube

    in den bisherigen kommentaren wird die lage etwas überspitzt dargestellt. die deutsche baulandschaft hat in der tat einige hervorragende gegenbeispiele zu bieten, zumal deutsche architekten nicht nur landesintern operieren, erschließt sich mir die bisherige darstellung nicht. dennoch ist der architekt hierzulande eher wirtschaftlich gebäutelt. wettbewerbe werden unlukrativer, da der arbeitsaufwand bei gleichen erfolgsaussichten/preisgeldern zunimmt. wer, wenn nicht die großen büros, hat da geld einfach mal so einen riesen batzen geld übrig? und wer zahlt bitte $900 dollar um im katalog eines weitgehend unbedeutenden wettbewerbs aufzutauchen. die großen haben das sicherlich nicht nötig. zumal die wahrschlichkeit, den geoßen stich zu landen eher gering ist. und selbst wenn, wer nimmt notiz bei einem gekauften wettbewerb?


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