hat sicherlich zu sehr aus dem Blickwinkel eines Forschers geschrieben, für den die komplexen Beziehungen Klima-Umwelt-Gesellschaft hauptsächlich durch das Klima gesteuert wurden, um die Gesellschaften von heute anzustoßen, *etwas* zu tun, anstatt abzuwarten und weiter zu machen - der Wutschrei eines intellektuellen Anderswissers. Was er dabei außer acht läßt ist, daß die Wikinger womöglich garnicht für die Ewigkeit auf Grönland bleiben wollten. Der erste Auswanderer dorthin war verbannt worden (aus Island) und hatte danach andere Gefolgsleute mit dem Versprechen zum Nachziehen gebracht, sie könnten dort Landbesitz ohne Grenzen haben und bestehenden gesellschaftlichen Zwängen in Island entfliehen. Denken Sie an den alten Spruch über Neusiedler "Den Eltern den Tod, den Kindern die Not, den Enkeln das Brot".
Nach dem Tod der 1. Generation der Einwanderer klang das Alles u.U. gar nicht mehr so verlockend angesichts des harschen Klimas - und der Hoffnung, vielleicht 'Vinland' und südlichere Gefilde besiedeln zu können, was dann ja aus weitgehend unbekannten Gründen aufgegeben wurde. Diese Generation war in der Lage, nach Island oder Norwegen zurück zu gehen, wozu sollten sie sich gesellschaftlich umstellen, anpassen oder gar den Inuit angleichen? Auch heute mag oder kann das keine andere Volksgruppe, auch nicht die nördlichen Indianerstämme Nordamerikas. Die Lebensweise der Inuit -der traditionell lebenden Inuit und Tschuktschen- dürfte bei Tageslich betrachtet nicht sonderlich erstrebenswert und romantisch sein, wenn man bereits den technischen und wissenschaftlichen Stand der Wikinger erreicht hatte.
Betrachten Sie dazu als Parallele das Verhältnis der Bantustämme zu Pygmäenvölkern oder das Umfeld der San in Botswana - perfekt an ihre Umwelt angepaßt und dennoch zum Untergang verurteilt, weil die Nachbarn diesen Lebensstil eben nicht annehmen mögen.
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