Archäologie: Warum*die Wikinger aus Grönland flohen

Lange lebten die Wikinger in Grönland. Warum jedoch zogen sie sich*Ende des 14. Jahrhunderts zurück? Neben verlassenen Siedlungen der Nordmänner haben Wissenschaftler nun Hinweise auf die Ursachen*der Flucht gefunden.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...765774,00.html
  1. #30

    Jared Diamond

    hat sicherlich zu sehr aus dem Blickwinkel eines Forschers geschrieben, für den die komplexen Beziehungen Klima-Umwelt-Gesellschaft hauptsächlich durch das Klima gesteuert wurden, um die Gesellschaften von heute anzustoßen, *etwas* zu tun, anstatt abzuwarten und weiter zu machen - der Wutschrei eines intellektuellen Anderswissers. Was er dabei außer acht läßt ist, daß die Wikinger womöglich garnicht für die Ewigkeit auf Grönland bleiben wollten. Der erste Auswanderer dorthin war verbannt worden (aus Island) und hatte danach andere Gefolgsleute mit dem Versprechen zum Nachziehen gebracht, sie könnten dort Landbesitz ohne Grenzen haben und bestehenden gesellschaftlichen Zwängen in Island entfliehen. Denken Sie an den alten Spruch über Neusiedler "Den Eltern den Tod, den Kindern die Not, den Enkeln das Brot".

    Nach dem Tod der 1. Generation der Einwanderer klang das Alles u.U. gar nicht mehr so verlockend angesichts des harschen Klimas - und der Hoffnung, vielleicht 'Vinland' und südlichere Gefilde besiedeln zu können, was dann ja aus weitgehend unbekannten Gründen aufgegeben wurde. Diese Generation war in der Lage, nach Island oder Norwegen zurück zu gehen, wozu sollten sie sich gesellschaftlich umstellen, anpassen oder gar den Inuit angleichen? Auch heute mag oder kann das keine andere Volksgruppe, auch nicht die nördlichen Indianerstämme Nordamerikas. Die Lebensweise der Inuit -der traditionell lebenden Inuit und Tschuktschen- dürfte bei Tageslich betrachtet nicht sonderlich erstrebenswert und romantisch sein, wenn man bereits den technischen und wissenschaftlichen Stand der Wikinger erreicht hatte.

    Betrachten Sie dazu als Parallele das Verhältnis der Bantustämme zu Pygmäenvölkern oder das Umfeld der San in Botswana - perfekt an ihre Umwelt angepaßt und dennoch zum Untergang verurteilt, weil die Nachbarn diesen Lebensstil eben nicht annehmen mögen.
  2. #31

    Normannen sind Wikinger

    Zitat von Koda Beitrag anzeigen
    nämlich um das Jahr 1000; Erik der Rote besiedelte um das Jahr 975 Island; Leif Eriksen, dessen Sohn, segelte um das Jahr 1000 nach Grönland oder sogar nach Neufundland (Vinland);

    Im Übrigen werden selbst die Hauteville den Normannen zugerechnet, weil sie eben von Normannen /Wikingern abstammen, die von einem westfränkischen König an der Küste angesiedelt wurden und ihr so erst den Namen "Normandie" gaben.
    wenn unklar ist, wer die Hauteville waren => googeln.
    Es ist müßig darüber zu streiten ob und ab wann es Wikinger oder Normannen heißt.
    Sie haben sich wohl nicht mal selber so bezeichnet, sondern wurden von den anderen Völkern so genannt.
    In Russland wurden sie übrigens Waräger oder Rus genannt. Bis zur Herausbildung von Königreichen und der
    damit verbundenen Christianisierung kann man diese Stämme, denn nichts anderes waren sie, die sich
    zwecks Raubzügen auch mal zusammenschlossen, als Wikinger bezeichen und dann als Schweden, Dänen, Norweger.
    p. s. Ich glaube nicht, dass die Normandie freiwillig den "Normannen" überlassen wurde, sondern wie
    andere Gebiete auch von ihnen eingenommen wurde.
  3. #32

    ee

    Zitat von n.holgerson Beitrag anzeigen
    Lesen sie doch bitte den Text aufmerksam durch. Auch einem einfachen Menschen sollte doch dann klar werden, was man bisher "angenommen" hat bzw. was "sehr wahrscheinlich" einer der Gründe war und was man nur "beweisen" konnte...

    Wie gesagt, lesen sie den Text und haben sie dabei immer zwei Wörter im Hinterkopf "Vermutung" bzw "Nachweis"....
    Was kann man nun beweisen? Mit Sedimentproben kann man rein gar nichts beweisen, nur Schlüsse ziehen, also vermuten....

    Ein Nachweis wurde damit wohl nicht geführt.
  4. #33

    Wiking

    Zitat von flummiflu Beitrag anzeigen
    Es ist müßig darüber zu streiten ob und ab wann es Wikinger oder Normannen heißt.
    Ein bewaffneter Plünderzug wurde in Skandinavien "Wiking" genannt, also Einkaufen ohne zu Bezahlen. Diese Schiffe waren recht hoch angesehen und wurden deshalb als Wikinger bezeichnet. Die anderen (Händler z.b.) nannte man Normannen, wobei die Sprachgrenzen fliesend gewesen sein dürften, schließlich kannte nicht jeder die feinen Unterschiede.

    Im Spätmittelalter sagte man z.b. auch Freibeuter zu Seefahrern die im Auftrag des Landes unterwegs wahren.