Bei aller begründeten Kritik an der Praxis der Arbeitszeugnis-Schreibung: wer sich die vier "Expertenmeinungen" genau anschaut, muss erkennen, dass die Einschätzungen der vier Experten recht nahe beieinander liegen. Alle vier Experten sehen das Musterzeugnis aus guten Gründen deutlich kritisch!
Die Kurzdarstellung von Frau Tiedge suggeriert, dass die vier Beurteilungen zwischen "sehr gut" und "desaströs" liegen und diskreditiert damit die als "Experten" vorgestellten Personalprofis. Die so extrem unterschiedlichen Meinungen der Experten sind aber nur Resultat der unseriösen Zitierweise von Frau Tiedge: Sie nimmt einzelne Formulierungen aus dem jeweils komplexen Urteil der Experten und zieht aus diesen das für sie passende, weil provokative Fazit.
Abgesehen davon: Herr Adensam hetzt schon seit einem Jahr in allen Medien gegen das Arbeitszeugnis, um sich und seine Agentur bekannter zu machen. Keine schlechte Strategie, denn sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer hassen den Umgang mit Arbeitszeugnissen. Und allein die Wortwahl von Herrn Hesse zeigt hier recht deutlich, was von seinem Urteil zu halten ist. Für keinen der beiden Herren scheint das Thema eine ernsthafte Auseinandersetzung wert zu sein.
Mit ernsthaften Auseinandersetzungen mit dem Sinn oder Unsinn der Zeugnisschreibung, z.B. der 2008 publizierten Studie "Arbeitszeugnisse aus personalpolitischer Perspektive" von Monika Huesmann, will sich keiner beschäftigen, denn das wäre zu schwierig. Lieber ein paar griffige, provokante Parolen ... Das Journalisten dieses Spiel mitspielen, anstatt erstmal ordentlich zu recherchieren, ist mehr als ärgerlich.
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