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Arbeitsrecht: Bei hohem Gehalt sind Überstunden inklusive

40-Stunden-Woche? In manchen Branchen glänzt damit niemand. Wenn aber Firmen Angestellte üppig entlohnen, müssen sie für Überstunden nicht extra zahlen. Das hat das Bundesarbeitsgericht entschieden. Statt 40.000 Euro Nachschlag von einer Großkanzlei erhält ein Rechtsanwalt jetzt: nichts.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...800047,00.html
  1. #1

    schade

    20 Jahre zu spät, bei uns hiess es einfach, mit der Pauschale sind alle anderen Zuwendungen abgegolten! PASTA !
  2. #2

    Anderes Beispiel aus der Seefahrt unter deutscher Flagge

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    40-Stunden-Woche? In manchen Branchen glänzt damit niemand. Wenn aber Firmen Angestellte üppig entlohnen, müssen sie für Überstunden nicht extra zahlen. Das hat das Bundesarbeitsgericht entschieden. Statt 40.000 Euro Nachschlag von einer Großkanzlei erhält ein Rechtsanwalt jetzt: nichts.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...800047,00.html
    Der Verband Deutscher Reeder als Interessenverband deutscher Reeder hat - bei Drohung des Ausflaggens und des Verlustes von Steuereinnahmen - den Verkehrsminister so unter Dauerdruck, daß er letztlich bestimmt, wie Schiffe ministens zu besetzen seien.

    Die die Tarifverträge aushandelnde Gewerkschaft Verdi ist faktisch quasi inexistent oder gekauft; jedenfalls diktiert auch hier der Verband deutscher Reeder, was einem Besatzungsmitglied zu zahlen sei. Nichts mit Tarifautonomie.

    Das führt dazu, daß deutsche Nautik-Absolventen von deutschen Reedern nicht mehr eingestellt werden, sondern reihenweise auf der Straße stehen, obwohl genau diese Reeder massiv Subventionen vom deutschen Steuerzahler einstreichen und daß diese Reeder sich meist unfähige und/oder faule Russen/Ukrainer/Balten an Bord holen, für die man dann mitarbeiten kann.

    Im Ergebnis kommt man dann auf ca. 360 Arbeitsstunden pro Monat, fernab von jeglicher Arbeitszeitordnung, NATÜRLICH keine Vergütung von Überstünden, lediglich ein Kleinstsatz von Überstunden-Pauschale, und wenn man dann diese Stundenleistungen dem ausgezahlten Netto-Gehalt gegenüberstellt, kommt man auf einen Betrag, für den man keine Putzfrau, auch keine schwarzarbeitende polnische, mehr bekommt.

    Daneben subventioniert der deutsche Staat den deutschen Reeder, als er nur 30 Prozent des vom Arbeitnehmer erarbeiteten Lohnsteueranteils an den Fiskus abführen muß, mithin 70% einstreicht, also letztlich der Arbeitnehmer bei 360 Monatsstunden mit seinem Gehalt noch indirekt den Arbeitgeber unterstützt, der mittlerweile so viel Gekd hat, daß eine weltweite Übertonnage von Containerschiffen ins Haus steht, also wieder absehbar wird bzw bereits begonnen hat, daß Schiffe rumliegen und keine Beschäftigung mehr finden.

    Ursache ist der Gesetzgeber, der sich über den Staat aufgrund seiner hohen Verschuldung von der Industrie erpressen ließ und läßt, um für sich Arbeitsbedingungen zu schaffen, die an vorherige Jahrhunderte erinnern.

    Volksinteressen sind für den Gesetzgeber zu einer fremden Welt geworden, natürlich ist es da auch nicht verwunderlich, daß man in Kassel aus karrieregründen die Vorlagen liefert.

    Der Staat versagt, die Industrie nutzt das schamlos aus und die Rechtsprechung toppt das noch mit völlig irreführenden Entscheidungen.

    Wann treffen wir uns an der Mülltonne von Ackermann?
  3. #3

    Viele Überstunden können auch Abzüge bedeuten

    Es gibt Firmen, die verlangen für viele Überstunden einen Heizkostenzuschuss, da der Arbeitnehmer einen Entgeltvorteil hat für eingesparte Heizkosten zu Hause.
    Das Gleiche gilt für Wasserkosten auf Grund der erhöhten Toilettenbenutzung im Betrieb.

    Man sollte also bei vielen Überstunden dankbar sein, dass man nicht noch Abzüge erhält.
  4. #4

    na wo wären wir auch

    wenn ein Mensch für seinen Einsatz im Unternehmen fair beteiligt werden würde?

    So ein Urteil ist ein Witz, denn es sorgt wieder mal für starke Ungerechtigkeit.

    Während der Chef so einer Kanzlei mal eben pro Stunde 300 Euro abrechnet, gelangt davon wieder mal nichts an die Mitarbeiter, die aber die ganze Arbeit leisten.

    Ob hohes Grundgehalt oder nicht - wieso sollte ein Mensch kostenlos seinen Chef noch reicher machen, als dieser eh schon ist?
  5. #5

    Sehr interessant und nachvollziehbar, schicken Sie das

    Zitat von Sapientia Beitrag anzeigen
    Der Verband Deutscher Reeder als Interessenverband deutscher Reeder hat - bei Drohung des Ausflaggens und des Verlustes von Steuereinnahmen - den Verkehrsminister so unter Dauerdruck, daß er letztlich bestimmt, wie Schiffe ministens zu besetzen seien.
    ...
    Wann treffen wir uns an der Mülltonne von Ackermann?
    doch mal an die "richtige Stelle", die Antwort wäre interessant. Ich bin gerne behilflich (bitte P-Mail an mich). MfG dro
  6. #6

    Ueberstunden bezahlen!

    Wir arbeiten 58/ std die Woche. Bekommen ab der 40std. doppelte Bezahlung nur so laesst sich neben der harten und langen Arbeit das Leben versuessen. Wenn Ich fuer Ueberstunden nicht bezahlt werden wuerde bliebe Ich zu Hause.
    Ich habe kein Problem damit 60 std/ Woche zu Arbeiten aber wenn ein Arbeitgeber dieses ohne Mehrbezahlung erwartet ist er ein Sklaventreiber. Dieser Mann wurde offensichtlich ver******, schade das die Richter es nicht so erkannt haben.
  7. #7

    Das ist

    ärgerlich.
    Zum einen, weil unbekannte Leistung mit bekanntem Geld entlohnt wird. 80.000 EUR gegen wie viel Stunden sind welcher Stundensatz? Man sollte sich als Angestellter also gut überlegen, ob man einer Gehaltsreduktion durch die Hintertür zustimmt, sprich unbezahlte Überstunden leistet.
    Ein weiteres Beispiel für "Leistung lohnt sich nicht", denn am Ende ging der Angestellte leer aus und der AG hat die Überstunden für lau bekommen.
  8. #8

    wo?

    Zitat von Sapientia Beitrag anzeigen
    [...] Volksinteressen sind für den Gesetzgeber zu einer fremden Welt geworden, [...]
    Der Staat versagt, [...]
    ... und wo haben Sie, ja: Sie ganz persönlich, Ihr kreuzchen bei der letzten wahl gemacht? Mit wem haben Sie so diskutiert, dass derjenige bei der letzten wahl nicht sein kreuzchen beim politischen einheitsbrei CDUCSUSPDFDPB90G gemacht hat?

    "Der Staat" versagt nicht: l'etat, c'est nous! Der Staat sind wir, auch Sie persönlich und ich. Und ich lasse mich nicht beleidigen, versagt zu haben.

    Statt einem ominösen "Staat" eine Schuld zuzuschieben: Wählen Sie konsequent! Besser noch: engagieren Sie sich selbst! Auch hier gilt der spruch "Wenn du willst, dass was ordentlich getan wird, mach' es am besten gleich selbst"!
  9. #9

    Mal ganz allgemein

    Zitat von mitleserb Beitrag anzeigen
    ärgerlich.
    Zum einen, weil unbekannte Leistung mit bekanntem Geld entlohnt wird. 80.000 EUR gegen wie viel Stunden sind welcher Stundensatz? Man sollte sich als Angestellter also gut überlegen, ob man einer Gehaltsreduktion durch die Hintertür zustimmt, sprich unbezahlte Überstunden leistet.
    Ein weiteres Beispiel für "Leistung lohnt sich nicht", denn am Ende ging der Angestellte leer aus und der AG hat die Überstunden für lau bekommen.
    Überstunden in der Höhe gehören schlicht verboten: Sie sind im höchsten Maße asozial.

    1) Kenne ich genug Wracks, die dann ab dem 50zgisten Lebensjahr wegen totalem Verschleiss der Allgemeinheit auf der Taschew rumliegen (oh wie schön sind die Sozialversicherungen doch für skrupellose Arbeitgeber)

    2) behindern sie eine effektive Arbeitsweise (nachweislich bei 60 Std Arbeit die Woche sinkt die Stundenproduktivität erheblich)Also nicht rumsitzen, Kaffee saufen und dumm quatschen, sondern arbeiten...

    3) Blockiert man so die Jungen erheblich, die keinen bezahlten job finden.


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