DPABildung lohnt sich - doch wie sehr? Das hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ausgerechnet. Fazit: Jedes Jahr, das jemand zusätzlich in Schule, Ausbildung oder Studium steckt, bringt später fünf Prozent mehr Lohn. Woanders in Europa ist die Bildungsrendite noch größer.
http://www.spiegel.de/unispiegel/job...825783,00.html
Fazit: Bologna ruiniert unsere Einkommenschancen! Sofort abschaffen! Früher konnten man mit erwas "Ehrgeiz" so ein Studium locker auf 20-30 Semester strecken, was der Studie zufolge fantastische 50-75% mehr Lohn bedeutet. Lebenslang! Das ist dank Bologna nicht mehr so einfach möglich :(
Ja, genau in dieser Kombination wohl im jetzigen Augenblick (offensichtlich sucht ja Ihre Firma wohl jemanden). Wer aber zuletzt in irgendeiner anderen Kombination von solchen Technologien gearbeitet (Navis statt Smartphones, C++ statt Java, 5 Jahre alte Linux-Kernel gefolgt von längerer Arbeitsphase mit Windows u.ä.) hat leider verloren. Der muss das fehlende Wissen nacharbeiten, nachdem er bei der Anforderungsliste im Bewerberlotto es eben wiederholt maximal auf "5 Richtige" geschafft hat, d.h. er bringt sich z.B. jetzt Java bei. Danach ist er aber weder für die C++- noch Java-Firmen interessant, weil die nicht jemanden suchen, der sich eine Sprache (hier Java) selbst beigebracht oder zuletzt vor 1-2 Jahren innerhalb von großen Industrieprojekten angewandt hat (hier C++), sondern Top-Spezialist mit jahrelanger exklusiver Industrieerfahrung in Großprojekten der jeweilig eigenen Sprache ist, an denen er nicht nur mit anderen zusammen entwickelt hat, sondern die er notfalls auch auf dem Papier (ohne praktischen Check, wo der Compiler meckert, oder Nachschlagen von esoterischeren Sprachkonstrukten) selbst nochmal aufschreiben könnte ...
Klar heißt es immer, dass Allround-Talente gesucht werden, die auch mal über den Tellerrand eines kleinen Spezialgebiets herausschauen können und kompetent mitreden/-arbeiten können. Aber im Realitätscheck nehmen die meisten Firmen gerade denen übel, dass sich auf jedem ihrer Fachgebiete jeweils nach genügend langer Suche doch noch irgendwann ein Exklusiv-Experte finden lässt, der das ein bisschen besser und schneller hinkriegt... (Dann wird der Exklusiv-Experte, aka Fachidiot, eingestellt, und hinterher jammern dieselben Firmen wieder, dass es keine Leute gibt, die jenseits ihrer fachlichen Scheuklappen auch mal links und rechts schauen können...)
Da der durchschnittliche Arbeitnehmer mit längerer Bildung in der Praxis davon wenig zu merken scheint (s. z.B. dieses Forum), ist diese Studie recht befremdlich. Aber vermutlich bildet die hauptsächlich ein paar Top-Verdiener ab (die i.d.R. wohl auch eine überdurchschnittlich lange Ausbildung hinter sich haben), die das Gesamtbild beherrschen. Ob die breite Masse der Normalverdiener irgendeinen Effekt von Bildung sehen, fällt dagegen praktisch nicht ins Gewicht...
Wer die sinnlosen und inhaltsleeren Aussagen des Artikels zu verantworten hat, ist für mich nicht ganz klar. Ist es tatsächlich der ursprünglichen Studie anzulasten, wenn ein Journalisten eine solchen Unfug zu Papier gebracht hat?
Selbst wenn sich die zitierte Arbeitsmarktstudie tatsächlich auf unterirdischem Niveau bewegt hat, wie es nach Lektüre des Artikels den Anschein hat, wäre es doch am Journalisten, dies kritisch zu würdigen.
Ich wünsche mir Journalisten, die generell kompetent im Umgang mit statistischen "Erkenntnissen" sind, und nicht der Versuchung erliegen, auf Banalitäten basierende Artikel am Fließband zu produzieren, die eigentlich nur Vorurteile bedienen und das sogar mit fadenscheinigen Argumenten.
Natürlich gibt es genausowenig eine "Bildungsrendite", wie eine "Bücherlese-Rendite" oder eine "Museums/Kulturveranstaltungs-Besuchs"-Rendite. Obwohl man eine Einkommens-Korrelation auch auf Basis solcher Messgrößen problemlos herstellen könnte.
Genauso banal ist es im Übrigen, das Gegenteil behaupten zu wollen. Natürlich verdienen vermeintlich "ungebildete" Handwerker bezogen auf ihre Lebensarbeitszeit durchschnittlich mehr, als beispielsweise Linguisten oder Diplom-Übersetzter.
Vermutlich verdienen Handwerker lebensarbeitsbezogen durchschnittlich sogar mehr, als Jurisiten (Gehaltsreport: Die wahren Gehälter der Juristen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL). Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit, ein überdurchschnittliches Einkommen (> 100k) als Jurist zu erzielen, viel, viel höher, als dies beim Handwerker der Fall wäre.
Was sagt uns das alles?
Nichts, wie ich meine.
Dr. Jennings
Ihr Beitrag gefällt mir, weil er nicht so "sozialpolitisch" aufgepumpt ist.
Nicht nur, dap eine lineare beziehung fehlt: Es kommt auch auf das Fach an! Viele junge Leute wollen nur "irgend etwas Kreatives mit Kommunikation oder Medien" machen. da können sie so lange studieren, wie sie wollen! der markt ist dicht! Es wäre besser, wenn jeder der studieren will vorher erst mal einen Beruf erlernt. Man studiert dann gezielter, hat eine Basis für die Semesterferien und kann schon mal Berufspraxis vorweisen, wenn man(frau) dann fertig ist.
Eines sollte klar sein: Wenn nunmehr >30% eines Altersjahrgangs über einen "akademischen" Abschluß verfügen, dann gibt es keinen Arbeitsmarkt, auf dem diese Qualifikationen unter zu bringen sind. Die Studie bezieht sich auf eine Zeit, in der max. 15 % eines Altersjahrgangs einen Hochschulabschluß hatten.
Insofern lassen sich die Ergebnisse nicht so einfach extrapolieren. Und noch etwas: Mit zunehmender Anzahl von Studenten steigt ja nicht die angebotene Durchschnittsintelligenz und auch nicht der Durchschnittsfleiß. Im Grund werden nur mit steigender Abgängerzahl die Abschlüsse inflationiert!
Numerik ist einfach! Außerdem, wie viele Absolventen brauchen denn bitte schön später wieder Numerik? Wenn man einen Beruf mit Bezug zum Studium ergreifen möchte, so wird man entweder Lehrer, Dozent oder aber man geht in die industrielle Forschung, aber NUR wenn man davor promoviert hat (ansonsten hat man keine Chance auf eine solche Stelle).
Dann: Von welchen "Erfahrungen" aus dem Studium sprechen sie eigentlich? Von irgendwelchen angeblich erworbenen Kompetenzen? Diese Kompetenzen muss man VOR Studienbeginn mitbringen, sonst kommt man nicht weit!
Und zu Audi: Scheinbar kommt man nur mit Vitamin B dort hin. Einer der Schlechtesten an meiner ehemaligen Uni arbeitet heute dort (fast jede Klausur gerade noch geschafft, in jeder zweiten Klausur durchgefallen,...)
Das würde ich so nicht sagen. Immerhin liefert doch alleine schon die Aussage der Überschrift allen Langzeitstudierenden und Ausbildungsverzögerern endlich eine Grundlage zur Legitimierung ihres Tuns.
Selbst "Weiterbildungsmassnahmen" der Agentur für Arbeit haben zwar immer noch keinen Nutzen, aber jetzt immerhin einen Sinn.
Man muss nur lange genug "ausgebildet werden" und verdient aus dem Stand und nur aufgrund der Ausbildungsdauer direkt mehr Geld (und das kann man sogar prozentual exakt vorhersehen), Abschlüsse und Qualifikationen spielen dabei keine entscheidende Rolle.
Das ist doch mal ne Message, das motiviert doch junge Menschen und gibt ihnen das Gefühl, das Richtige zu tun.
Sollte jetzt vielleicht jemand meinen, daß ich den Artikel nur oberflächlich anhand der Überschrift bewertet habe, der hat völlig Recht.
Mit den sicherlich streng wissenschaftlichen, seriös erarbeiteten und fundierten Fakten aus dem Artikel konnte und wollte ich mich, aufgrund einer bei solchen Studien reflexartig einsetzenden "kognitiven Aufnahmeblockade", leider nicht zusätzlich langweilen. ;)
http://www.kmk.org/fileadmin/pdf/Pre...-LangFinal.pdf
Students Tertiär A und Tertiär B
das ist alles Tertiär A:
Bachelor of Oral Health (BOH), University of Otago, New Zealand
Bachelor of Podiatry / Program Handbook / The University of Newcastle, Australia
Welding Engineering Technology Degree - Bachelor Degree Welding Engineering Technology, College Major Welding Engineering Technology, Welding Engineering Technology Degree Michigan College
Bachelor of Applied Technology (Automotive Engineering) courses, study for an undergraduate degree
alles Fächer, die in DE Ausbildung sind. Eingangsniveau ist immer Hauptschule. Das sind die vermissten Akademiker! Das ist der Mangel!
Ich behaupte, ein Großteil der Politiker in DE hat das nie verstanden -- in meinem Bundesland verstehen die das immer noch nicht weil die die Plätze ausbauen wollen in Fächern die nachher weit über Bedarf ausbilden werden. Das ist ein kulturelles Missverständnis gewesen.