Ich war mehr als 20 Jahre als Trainer/Ausbilder für Umschulungsmaßnahmen des Arbeitsamtes bundesweit unterwegs. Meine Erfahrungen konsequent und permanent:
- Das Arbeitsamt sucht sich den billigsten Anbieter für eine Umschulungsmaßnahme aus. Ob ein entsprechendes Know How vorhanden ist, ist zweitrangig.
- Man bittet mich einen Aufnahmetest mit den potentiellen Teilnehmern durchzuführen um zu sehen, ob sie für die Maßnahme überhaupt geeignet sind. Dieser wird zwar durchgeführt, hat aber keine Konsequenzen, da der Bildungsträger alle Teilnehmer benötigt um auf seine Kosten zu kommen. Wenn trotzdem im Konsens mit dem Bildungsträger aus wichtigem Grund ein Teilnehmer abgelehnt wird, ruft am nächsten Tag das Arbeitsamt an und fordert diesen doch aufzunehmen. Diese Leute ziehen mir dann im späteren Unterricht 60 % meiner Zeit ab. Ich muss die Schulung deshalb auf ein Niveau reduzieren, mit dem man in der freien Wirtschaft keinen müden Euro mehr verdienen kann.
- So sitzen in den Maßnahmen Leute die von vornherein keine Aussicht haben, später in diesem Beruf tätig zu werden und/oder keinen Bock haben. Falls ich es als Trainer trotzdem wagen sollte, einen Unterricht zu machen, der auf guten Niveau ist bekomme ich von solchen Leuten dermaßen Druck, dass der Bildungsträger erwägt sich von mir zu verabschieden.
- Nach Abschluss der Maßnahme stellt sich heraus, dass nur 20 % der Leute eine Stelle finden. 80 % ist zum Fenster hinaus geworfen.
- Die Anschlussprüfungen der IHK sind so verquer, dass kaum jemand mit akzeptablen Noten davon kommen würde, wenn mir die IHK nicht vorab die Prüfungsaufgaben zukommen ließe, damit ich sie mit den Teilnehmern bespreche. Dadurch schneiden selbst solche Teilnehmer gut ab, die das eigentlich nicht verdient hätten. Deshalb nehmen Arbeitgeber Leute mit solchen Zertifikaten nicht gerne an. Das Image ist futsch.
Hier müssen Änderungen erfolgen:
1. Fortbildungsmaßnahmen nur an solche Bildungsträger vergeben, die schon entsprechende Erfahrungen haben.
2. Bezahlung nicht pro Köpfe der Teilnehmer, sondern eine konstante Summe über den gesamten Maßnahmezeitraum.
3. Nur Leute teilnehmen lassen, von der nach Aufnahmeprüfung der kompetente Lehrgangsleiter überzeugt ist.
4. Keine Aufnahme von Leuten mit massiven Problemen mit er deutschen Sprache.
5. Falls regional nicht genug Teilnehmer zusammen zu bekommen sind, Durchführung der Maßnahme bundesweit. Dazu muss natürlich der Wille kommen, den Teilnehmern die Fahrtkosten sowie die Unterbringung zu erstatten.
6. Anpassung des Curriculum an Anforderungen der Wirtschaft.
7. Anpassung der Abschlussprüfungen an das Curriculum.
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