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Arbeitskampf: Gericht erlaubt Fluglotsen-Streik am Dienstag

Dem deutschen Luftverkehr droht der absolute Stillstand: Die Airlines sind mit ihrem Versuch gescheitert, einen Streik der Fluglotsen per Eilantrag zu stoppen, ein Gericht erlaubte den geplanten Arbeitskampf. Rund 3000 Flüge werden am Dienstag wohl ausfallen, rund 400.000 Passagiere sind betroffen.

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/...779041,00.html
  1. #40

    Trost

    Da will ich Sie mit einer Aussage eines GDF-Funktionärs von voriger Woche trösten, sinngemäß: "Wir haben den Streik ja früh genug angekündigt... und außerdem sind es ja nur 6 Stunden... da fliegt man halt 1 oder 2 Tage später in Urlaub!"
    Hat Sie doch jetzt getröstet, oder?

    Zitat von peter555 Beitrag anzeigen
    Ich bin so verfrustet...
    Ich arbeite 14std+ am Tag, fliege morgen zum ersten Mal seit 14 Jahren mit Frau in Urlaub;und dann kommen mir so verwixte Fluglotzen (da könnt ich das "l" gegen "v" austauschen) ins Gebäck!?
    Meine Fluggesellschaft hat heut nationalen Feiertag, ist also nicht mal über die 2,79€/min teure Hotline zu erreichen.
    Ich weiß nicht was Ihr euch einbildet, Ihr verweichlicht/verwöhnten und dekadenten Mitbürger. Sind 100000€/Jahr nicht genug? Nein.. ARRGG. Ich fühle mich als ob fette dumme Leute auf meinem gesellschaftlichen Kopf rumtrammpeln. Wäre es die DB gewesen... Ich sauf jetzt und ertrage weiter.
  2. #41

    Neueinstellungen zu halbierten Bezügen - selbst dann noch Bestverdiener

    Mal eine eventuell naiv klingende, aber enstgemeinte, Frage:

    Wäre es nicht sogar billiger für die Arbeitgeber, neue Fluglotsen zu 60.000€ /Jahresbrutto einzustellen und die alten Verträge auslaufen/streiken zu lassen?

    Zum Fluglotsen reicht eine 1,5 jährige Ausbildung (m.W.), da ist das doch immernoch mehr als genug - und auch andere Berufsgruppen tragen enorme Verantwortung. 60.000 Euro schaffen selbst mit Studium die Allerwenigsten in den ersten 10 Berufsjahren.

    __


    Das Durchschnittseinkommen in Deutschland JE HAUSHALT beträgt ca. 2.600 Euro/Monat Netto. Je HH heißt damit natürlich auch das Single-HH in diesem Vergleich rel. schlechter gestellt sind als DINKs oder Familien mit Kindern. Da der Median aufgrund der Verteilung unter dem Schnitt liegt ergibt sich geschätzte (die letzten beiden sind fixe Werte, Quelle: Spiegel) Abstufung:

    ab 3.000 Euro/HH netto - top 40% der dt. Bevölkerung
    ab 4.000 Euro/HH netto - top 20%
    ab 5.300 Euro/HH netto - top 7%
    ab 7.500 Euro/HH netto - top 2,7%

    Fluglotsen liegen selbst da drüber.
  3. #42

    Genauso...

    Zitat von probstheida Beitrag anzeigen
    Hier erleben wir exemplarisch die Auswirkungen der von den Arbeitgebern forcierten Entsolidarisierung der Gesellschaft. SIE haben den Flächentarifverträgen (und dme Beamtentum) den Krieg erklärt! Mit dem gewünschten Ergebnis, daß die Masse der "austauschbaren" Arbeitnehmer seit Jahren Null- und Minusrunden hinnehmen muß, oder gar keiner Tarifbindung mehr unterliegt. Im Osten 62%, im Westen 44% (Stand 2009). Mit dem bekannten Ergebnis des Niederhaltens der Binnenmarktnachfrage die am längeren Hebel sitzen. Und sie nutzen das aus.
    ...ist es.

    Schade, dass es diese Solidarität nur noch so selten gibt, in Deutschland wird viel zuwenig gestreikt!

    Besonders schön - weil von dem deutschtypischen Sozialneid geprägt - die Beiträge hier, die davon sprechen, wie gut es den Fluglotsen geht.
    Sorry, warum sind denn diese Sozialneider nicht Fluglotse geworden? Hat es nicht ganz gereicht...?
  4. #43

    Politisch gewollt

    Zitat von Charles_Waldorf Beitrag anzeigen
    Es ist ein GmbH im ausschließlichen Eigentum der Bundesrepublik. Ging 1993 aus der Bundesanstalt für Flugsicherung hervor.
    Tja, die Bundesrepublik hatte es in der Hand. Hätte sie die Bundesanstalt 1992 nicht privatisiert, dann hätte sie auch das Mitspracherecht nicht aus der Hand gegeben. Nun muß damit gelebt werden, daß die Mitarbeiter auch ihre Rechte wie in anderen Wirtschaftsunternehmen einfordern. Und das ist auch gut so.
    Die Privatisierungs-, die Wettbewerbs-, die Wachstums-Euphorie hat dazu geführt, dass es zwischen dem wahren Wert eines Produkts oder einer Dienstleistung und dem Preis keinerlei Beziehung mehr gibt, sondern dass der Preis ausschließlich vom Markt bestimmt wird. Cledvere Leute nutzen das eben aus, und daher die Verwerfungen.
  5. #44

    Werden Sie doch auch Fluglotse

    Zitat von nickname123 Beitrag anzeigen
    Man kann aber auch nicht alle zwei Jahre und öfter in den Streik gehen...entweder einen richten Vertrag aushandeln oder mal mit den 5-10% zufrieden sein...es gibt da ganz andere Branchen. Das ist einfach nur geldgeil und assozial!
    Doch das kann man - vorausgesetzt man ist in der richtigen Position. Das heißt man hat etwas anzubieten was knapp ist und stark nachgefragt wird.

    Genau das ist hier offenbar der Fall. Trotz der zugegeben nicht gerade kargen Entlohung der Fluglotsen scheinen ja nicht so viele Leute für diesen Beruf Schlange zu stehen.
    Wäre dies der Fall, dann würde es der Gewerkschaft schwerer fallen ihrer Forderungen durchzusetzen.

    Ob diese nun berechtigt sind, steht einem Außenstehenden gar nicht an zu beurteilen. Es gibt in Deutschland Tarifautonomie, d.h. die Tarifverträge werden zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern ausgehandelt und niemand sonst. Das ist das Grundprinzip einer Marktwirtschaft.

    Allen die sich hier über die Fluglotsen aufregen, kann ich nur empfehlen selbst Fluglotse zu werden. Soweit ich weiß sucht die Deutsche Flugsicherung immer wieder nach geeignetem Nachwuchs...
  6. #45

    Die Bahn nicht …

    Zitat von mm01 Beitrag anzeigen
    stimme ich Ihnen zu. Allerdings bin ich, zugegeben, etwas verärgert. Es betrifft zwar keinen Urlaubsflug nach "Malle", sondern ein sehr wichtiges Geschäftsmeeting. Und für alle die empfehlen mit der Bahn zu fahren: Die Bahn bietet bisher noch keine Direktverbindung über den Atlantik an.
    … aber skype (u.a.)
    99% der Geschäftsreisen dürften der eigenen Eitelkeit dienen und sich per Video-Gespräch erübrigen. Aber man muss sich ja beweisen, dass man "wichtig" ist … ohne dabei zu bedenken, dass "wichtig" von "Wicht" kommt :-)
  7. #46

    .

    Zitat von michael-2010 Beitrag anzeigen
    kann sich diese Berufsgruppe der 9000 Fluglotsen mit einem 6-stelligen Jahresgehalt nennen. Zum finalen Glück - das haben Sie nicht erwähnt - gehört, dass diese Herrschaften bereits im zarten Alter von mindestens 55 ( in Worten: fünfundfünfzig!! )Jahren vollen Rentenanspruch erlangen, während Millionen anderer Berufstätiger bis ca. 67 arbeiten müssen. Soziale Gerechtigkeit sieht anders aus...
    Es steht ihnen frei Fluglotse zu werden...
  8. #47

    nicht nur Fluglotsen müssten schon lange streiken

    Zitat von Fluglotse Beitrag anzeigen
    Ich weiss nicht zum wievielten Mal ich das jetzt erkläre. Das Angenot der DFS lautet: Erhöhung des Lohns um 5,2%, bei einer gleichzeitigen Erhöhung der Wochenarbeitszeit um 2 Stunden, was ebenfalls 5,2% entspricht. Das ist für mich eine Nullrunde, bei der angebotenen Laufzeit von 29 Monaten sogar eine Minusrunde. Von den geforderten 250 Überstunden gar nicht zu reden.

    In Deutschland werden Realarbeiter, der unteren Arbeitssegmente
    mit ihren Löhnchen ins lächerliche gezogen, nur weil sie real arbeiten,
    sich nicht über Jahr und Tag akademisch durchschnorren, um in
    Degradierung, Etablierung, isoliert dahin zu vegetieren, was das ist ?
    politischer Stillstand in Kulturuniform.

    Wo bleibt unser Recht auf Gleichberechtigung ?

    Reiche; Haus, Nachwuchs studieren lassen, Vermögen angehäuft, Riesenrente, 3x geschieden

    Arme; Miete, Nachwuchs studieren lassen, glücklich-unvermögend,
    Rentner, 3x gescheiter, 40 Jahre Bau, Rehab, no, no, no
  9. #48

    es heißt lotse und nicht lotze!

    Sorry, warum sind denn diese Sozialneider nicht Fluglotse geworden?
    oder andersrum:

    warum sind denn die lotsen lotsen geworden, wenn man doch so arg schlimm ausgebeutet wird?! das wusste man ja wohl vorher...
  10. #49

    Solange...

    Zitat von michel65 Beitrag anzeigen
    Unglaublich.
    Die Raffzähne bekommen über 5% Lohnerhöhung angeboten und schlagen das Angebot aus.
    Das ist eine Unverschämtheit die ihresgleichen sucht.
    Und der kleine Urlauber wird in Geiselhaft genommen weil die Damen und Herren der Flugsicherung den Hals nicht voll genug bekommen.
    Aber ca 500€ monatliche Lohnerhöhung ist ja auch extrem wenig.
    Solange jemand mehr hat als Sie, darf er also nicht streiken? Denken Sie doch bitte mal ein bisschen weiter! Die Konsequenz wäre, dass niemand streiken darf, bis alle dasselbe haben. Das ist Gleichmacherei! Nehmen Sie sich in Acht! Sie landen noch bei den Linken, und dann werden Sie vom Verfassungsschutz beobachtet und eventuell sogar verboten!
    Aber ganz so schnell werden Ihre kommunistischen Ziele mit Ihrer Methode nicht erreicht, schließlich verteilen sich die angebotenen 5 % oder die geforderten 6,5 % auf mehrere Jahre.
    Damit bleiben die Lotsen unter der Inflation. Am Ende sind dann also mit Ihrer Methode die Gehälter nicht nur alle gleich, sondern auch noch gleich niedrig. Das ist dann kein Kommunismus, sondern real existierender Sozialismus. Wo stehen Sie, Herr Michel?








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