Dem deutschen Luftverkehr droht der absolute Stillstand: Die Airlines sind mit ihrem Versuch gescheitert, einen Streik der Fluglotsen per Eilantrag zu stoppen, ein Gericht erlaubte den geplanten Arbeitskampf. Rund 3000 Flüge werden am Dienstag wohl ausfallen, rund 400.000 Passagiere sind betroffen.
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/...779041,00.html
Mal eine eventuell naiv klingende, aber enstgemeinte, Frage:
Wäre es nicht sogar billiger für die Arbeitgeber, neue Fluglotsen zu 60.000€ /Jahresbrutto einzustellen und die alten Verträge auslaufen/streiken zu lassen?
Zum Fluglotsen reicht eine 1,5 jährige Ausbildung (m.W.), da ist das doch immernoch mehr als genug - und auch andere Berufsgruppen tragen enorme Verantwortung. 60.000 Euro schaffen selbst mit Studium die Allerwenigsten in den ersten 10 Berufsjahren.
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Das Durchschnittseinkommen in Deutschland JE HAUSHALT beträgt ca. 2.600 Euro/Monat Netto. Je HH heißt damit natürlich auch das Single-HH in diesem Vergleich rel. schlechter gestellt sind als DINKs oder Familien mit Kindern. Da der Median aufgrund der Verteilung unter dem Schnitt liegt ergibt sich geschätzte (die letzten beiden sind fixe Werte, Quelle: Spiegel) Abstufung:
ab 3.000 Euro/HH netto - top 40% der dt. Bevölkerung
ab 4.000 Euro/HH netto - top 20%
ab 5.300 Euro/HH netto - top 7%
ab 7.500 Euro/HH netto - top 2,7%
Fluglotsen liegen selbst da drüber.
...ist es.
Schade, dass es diese Solidarität nur noch so selten gibt, in Deutschland wird viel zuwenig gestreikt!
Besonders schön - weil von dem deutschtypischen Sozialneid geprägt - die Beiträge hier, die davon sprechen, wie gut es den Fluglotsen geht.
Sorry, warum sind denn diese Sozialneider nicht Fluglotse geworden? Hat es nicht ganz gereicht...?
Die Privatisierungs-, die Wettbewerbs-, die Wachstums-Euphorie hat dazu geführt, dass es zwischen dem wahren Wert eines Produkts oder einer Dienstleistung und dem Preis keinerlei Beziehung mehr gibt, sondern dass der Preis ausschließlich vom Markt bestimmt wird. Cledvere Leute nutzen das eben aus, und daher die Verwerfungen.
Doch das kann man - vorausgesetzt man ist in der richtigen Position. Das heißt man hat etwas anzubieten was knapp ist und stark nachgefragt wird.
Genau das ist hier offenbar der Fall. Trotz der zugegeben nicht gerade kargen Entlohung der Fluglotsen scheinen ja nicht so viele Leute für diesen Beruf Schlange zu stehen.
Wäre dies der Fall, dann würde es der Gewerkschaft schwerer fallen ihrer Forderungen durchzusetzen.
Ob diese nun berechtigt sind, steht einem Außenstehenden gar nicht an zu beurteilen. Es gibt in Deutschland Tarifautonomie, d.h. die Tarifverträge werden zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern ausgehandelt und niemand sonst. Das ist das Grundprinzip einer Marktwirtschaft.
Allen die sich hier über die Fluglotsen aufregen, kann ich nur empfehlen selbst Fluglotse zu werden. Soweit ich weiß sucht die Deutsche Flugsicherung immer wieder nach geeignetem Nachwuchs...
In Deutschland werden Realarbeiter, der unteren Arbeitssegmente
mit ihren Löhnchen ins lächerliche gezogen, nur weil sie real arbeiten,
sich nicht über Jahr und Tag akademisch durchschnorren, um in
Degradierung, Etablierung, isoliert dahin zu vegetieren, was das ist ?
politischer Stillstand in Kulturuniform.
Wo bleibt unser Recht auf Gleichberechtigung ?
Reiche; Haus, Nachwuchs studieren lassen, Vermögen angehäuft, Riesenrente, 3x geschieden
Arme; Miete, Nachwuchs studieren lassen, glücklich-unvermögend,
Rentner, 3x gescheiter, 40 Jahre Bau, Rehab, no, no, no
oder andersrum:Sorry, warum sind denn diese Sozialneider nicht Fluglotse geworden?
warum sind denn die lotsen lotsen geworden, wenn man doch so arg schlimm ausgebeutet wird?! das wusste man ja wohl vorher...
Solange jemand mehr hat als Sie, darf er also nicht streiken? Denken Sie doch bitte mal ein bisschen weiter! Die Konsequenz wäre, dass niemand streiken darf, bis alle dasselbe haben. Das ist Gleichmacherei! Nehmen Sie sich in Acht! Sie landen noch bei den Linken, und dann werden Sie vom Verfassungsschutz beobachtet und eventuell sogar verboten!
Aber ganz so schnell werden Ihre kommunistischen Ziele mit Ihrer Methode nicht erreicht, schließlich verteilen sich die angebotenen 5 % oder die geforderten 6,5 % auf mehrere Jahre.
Damit bleiben die Lotsen unter der Inflation. Am Ende sind dann also mit Ihrer Methode die Gehälter nicht nur alle gleich, sondern auch noch gleich niedrig. Das ist dann kein Kommunismus, sondern real existierender Sozialismus. Wo stehen Sie, Herr Michel?