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Arbeitgeber-Knigge: "Unsere Stärken? Äh..."

Top-Leute können sich ihre Arbeitgeber aussuchen. Ungewohnt für die Chefs: Sie müssen um Kandidaten werben - oft geht das schief. Passive Haltung, Angst vor Rivalen, Warteschleifen: Der erfahrene Headhunter Heiner Fischer beschreibt die fünf schlimmsten Fehler von Firmen auf Fachkräfte-Balz.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...769047,00.html
  1. #20

    Zum Artikel...

    ...soll man ja hier diskutieren:

    Entweder will SPON bewusst den Arbeitsmarkt "schönschreiben" (wann ist hier mal die Rede von gestandenen Fachkräften, die per Leiharbeit ins Luxusprekariat gedrängt werden ?) oder 80% der Artikel zum Thema "Arbeitsmarkt" betreffen nur die 5% Spitzenkräfte, die sich die Stellen mit sechsstelligem Jahresgehalt aussuchen können.
  2. #21

    Titel

    Zitat von das_dunkle_Orakel Beitrag anzeigen
    Zitat von sponner_hoch2
    Was soll diese Gleichmachereri? Fachkraft ist nicht gleich Fachkraft. Sowohl was Angebot und Nachfrage angeht als auch die KOsten-Nutzen-relation.

    Lidl wird sicher nicht mit dem gleichen Aufwand eine Kassiererin von Aldi abwerben, mit dem Nordex um einen Entwicklungsleiter von Vestas buhlt.
    Ich habe nun schon ein paar Arbeitsjahre bei verschiedenen Firmen abgerissen, aber ich habe in keiner Firma von einem Kollegen gehört, dass irgendwer mal abgeworben wurde hier in D-land. Abwerben kenne ich nur aus den USA.
    Das ist natürlich mal eine statistisch valide Erhebung, die sie da gemacht haben.
    Logischerweise erlebt man das auch nicht jeden Tag bei jedem Kollegen, die Mühe nimmt man logischerweise nur für die besonders gesuchten (aus welchem Grund auch immer) auf sich.

    Ich habe es im Bekanntenkreis mehrfach erlebt, in verschiedenen Branchen bzw. für verschiedene Arten der Tätigkeit. Und der letzt "sehr gute Bekannte" der das erlebt hat... bin ich selbst.

    ALso was will ich damit sagen: Es ist ja schon fast kindlich zu behaupten es gibt etwas nicht, nur weil man es selbst noch nicht (im näheren Umfeld) erlebt hat.
  3. #22

    Das kleine Fritzchen

    Zitat von MaxiScharfenberg Beitrag anzeigen
    Schlimm ist das falsche Wort für diesen wirklichkeitsfernen Blödsinn. Ach, Du lieber Schreck, so stellt sich das kleine Fritzchen also die Welt vor.

    Maxi Scharfenberg
    Willkommen in der Realität. Ich habe erst letzte Woche eine Bewerbung für eine Management Position bei einem der grössten Onlinehändler Global zurückgezogen, da sich die Personalabteilung mehr als 3 Tage Zeit gelassen hat mich über den Ausgang des Interviews zu informieren.

    Auch intern lehne ich immer wieder angebotene Positionen ab da sie nicht meinem Karierreziel entsprechen.

    Ihr "Klein Fritzchen"
  4. #23

    Fachkraft vs. Führungskraft

    Zitat von das_dunkle_Orakel Beitrag anzeigen
    Ich denke, wir haben Fachkräftemangel.
    Dann sollte das aber für alle Fachkräfte gelten, oder?
    Nennen Sie es "Fachkraft mit Führungsqualitäten". Und nein es gilt natürlich nicht für alle Fachkräfte sondern nur für bestimmte Branchen. Die "Fachkraft" in Bezug auf das Thema des Artikels in Verbindung zu bringen halte ich für falsch.
  5. #24

    nichts ist nichtssagender als "Key Account Manager"

    Zitat von martin280 Beitrag anzeigen
    Abgesehen davon gibt einem die Höhe des Gehalts auch eine grobe Einschätzung darüber, ob die Stelle der eigenen Qualifikation entspricht und für wie wertvoll die Position im neuen Unternehmen erachtet wird. Der Titel und die Jobbeschreibung sind nicht immer aussagekräftig. Ich kenne bspw. Angebote für den Job eines "Key Account Managers" mit 25K Jahresgehalt - was das für ein "Key Account Manager" ist kann sich wohl jeder denken :-)
    Das liegt daran, dass Key Account Manager ja auch nichts anderes bedeutet als "Vertreter für Großkunden" und die Bedeutung dieser Funktion ist von Branche zu Branche sicherlich höchst unterschiedlich. Dieser inflationäre Gebrauch von Anglizismen, um den Jobs eine höhere Wertigkeit zu verpassen ist ohnehin nervig. Da wird jeder Vertreter zum "Sales Manager" und ein Techniker zum "Engineer" aufgewertet. Dass es bei dieser Verwässerung schwer fällt Bewerber zu finden, die wirklich passen, ist nicht weiter verwunderlich.
  6. #25

    können? - sollen!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Top-Leute können sich ihre Arbeitgeber aussuchen. Ungewohnt für die Chefs: Sie müssen um Kandidaten werben [...]
    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...769047,00.html
    Was für eine verengung!
    JEDER kann sich seinen arbeitgeber aussuchen!
    Was man so von schlecker und Consorten hört ... das ist ja nur die Spitze des Eisberges. Ich schätze mal, dass in 8 von 10 Firmen eine Unternehmenskultur herrscht, in der vernunftbegabte Menschen freiwillig nicht arbeiten würden.

    Der angebliche Fachkräftemangel ist genauso eine Zeitungsente wie die seit Jahrzehnten geschürte Angststimmung von wegen "Arbeit ist alles".
    Wer kam eigentlich auf die bescheuerte Idee, dass Arbeitslosigkeit, gar Hartz4 zu beziehen ein Makel sei?

    - Wenn ich mir morgens die Gesichter der Menschen in der Straßenbahn oder in den Autos anschaue, wenn die Leute zur Arbeit fahren, glaubt man, kemand habe ihnen in den Frühstückskaffee gepinkelt und sie treten gerade den Gang in die Folterkammer an.

    Wir haben hierzulande eine derartige Unlust-Kultur bei der Arbeit geschaffen, dass genau diese inzwischen fast nirgends mehr erledigt wird.
    Dazu wurde eine Geldmaßstabskultur geschaffen, in der Konsum mit Lebensqualität gründlich verwechselt wird.

    Braucht das eigentlich irgendein vernunftbegabter Mensch?
    Nein, ich kann mir meinen Arbeitgeber nicht aussuchen, ich SOLLte mir meinen Arbeigeber aussuchen, und zwar sehr genau! Und der muss verdammt gute Gründe jenseits von "Gehalt" haben, damit ich meine Lebenszeit lieber mit ihm und seinem Schrunz verbringe, als mit meinen eigenen Interessen, Familie, Freunde, Projekten etc.
  7. #26

    ?

    Zitat von mws Beitrag anzeigen
    Trotzdem darf jeder erwarten, höflich und professionell behandelt zu werden.
    Und wovon träumen Sie in der Nacht?

    Das man potentielle Arbeitnehmer zumindest höflich behandelt ist keineswegs bei den meisten Firmen angekommen.
  8. #27

    Richtig

    Zitat von autocrator Beitrag anzeigen
    Was für eine verengung!
    JEDER kann sich seinen arbeitgeber aussuchen!
    Was man so von schlecker und Consorten hört ... das ist ja nur die Spitze des Eisberges. Ich schätze mal, dass in 8 von 10 Firmen eine Unternehmenskultur herrscht, in der vernunftbegabte Menschen freiwillig nicht arbeiten würden.

    Der angebliche Fachkräftemangel ist genauso eine Zeitungsente wie die seit Jahrzehnten geschürte Angststimmung von wegen "Arbeit ist alles".
    Wer kam eigentlich auf die bescheuerte Idee, dass Arbeitslosigkeit, gar Hartz4 zu beziehen ein Makel sei?

    - Wenn ich mir morgens die Gesichter der Menschen in der Straßenbahn oder in den Autos anschaue, wenn die Leute zur Arbeit fahren, glaubt man, kemand habe ihnen in den Frühstückskaffee gepinkelt und sie treten gerade den Gang in die Folterkammer an.

    Wir haben hierzulande eine derartige Unlust-Kultur bei der Arbeit geschaffen, dass genau diese inzwischen fast nirgends mehr erledigt wird.
    Dazu wurde eine Geldmaßstabskultur geschaffen, in der Konsum mit Lebensqualität gründlich verwechselt wird.

    Braucht das eigentlich irgendein vernunftbegabter Mensch?
    Nein, ich kann mir meinen Arbeitgeber nicht aussuchen, ich SOLLte mir meinen Arbeigeber aussuchen, und zwar sehr genau! Und der muss verdammt gute Gründe jenseits von "Gehalt" haben, damit ich meine Lebenszeit lieber mit ihm und seinem Schrunz verbringe, als mit meinen eigenen Interessen, Familie, Freunde, Projekten etc.
    Ich sehe das auch so: Zu anderen Bewerbern sage ich, dass die Unternehmen sich auch um die Bewerber bewerben. Und sobald man sich selbst so verhält, wird auch mit einem so umgegangen. Damit meine ich nicht Hochnäsigkeit, sondern Kontakt auf Augenhöhe. Wer zum Bewerbungsgespräch geht mit der Attitüde "Ich will nur einen Job", kriegt auch nur einen Job. Wer aber sagt: Ich stelle es mir wie folgt vor, wie ist es bei Ihnen, der kriegt auch etwas, was zumindest ähnlich der eigenen Vorstellung ist. Und im Prinzip unterstreicht das Verhalten die von Ihnen postulierte Attitüde: Wer sich zum Sklaven machen lässt, ist auch Sklave :). Wer sagt eigentlich, dass man einen Job braucht.

    Auf der anderen Seite sollte man Arbeit auch den Beigeschmack des "Schlimmen" nehmen. Ich zum Beispiel mache meinen Job gern, sehr gern. Sogar so gern, dass man mir sagt, ich sollte auch mal schauen, wo ich bleibe [ich glaube, da muss ich mir keine Sorgen machen...].

    Und ich kann mir auch vorstellen, dass Sie etwas in sich tragen, was Sie gern für andere Menschen machen, was Sie nicht als "Schrunz" bezeichnen würden. Und es sicher Arbeitgeber gibt (hässliches Wort), nenne ich es lieber: Und es sicher Menschen gibt, mit denen Sie gern zusammen arbeiten. Und wenn Sie diese Kombi aus Dingen, die Sie wirklich interessieren zusammen mit Menschen, wo es Ihnen Spaß macht, finden, dann wird es verdammt viel Spaß machen. Das ist sicher nicht Aldi oder Schlecker.... aber ich hoffe, da gehen Sie auch nicht einkaufen? :)

    Mein Traum ist eine Ferien-Erlebnis-Öko-Bauernhof, in 10 Jahren. Vorher bin ich noch nicht bereit dafür :).

    Gruß, matths
  9. #28

    Piesepampel

    Mal SPIEGEL-bildlich gesehen:
    Man glaubt es kaum, wie piesepampelig Chefs reagieren, wenn man kündigt, weil einem der Laden nicht mehr gefällt.
    Habe mich einige mal (zB aus familiären Gründen) in gutem Einvernehmen von der Firma getrennt. Alles ok!
    Habe aber auch mehrfach mit großem Tam-Tam die "Brocken hingeschmissen".
    Da waren die Chefs zutiefst verstört, platt wie 'ne Briefmarke, und reagierten höchst bösartig. Sowas kannten die nicht.
    Fazit: Rauskriegen, wie mit Leuten umgegangen wird, die von sich aus ündigen. Dann kennt man das Betriebsklima.


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