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Arbeitgeber-Knigge: "Unsere Stärken? Äh..."
Top-Leute können sich ihre Arbeitgeber aussuchen. Ungewohnt für die Chefs: Sie müssen um Kandidaten werben - oft geht das schief. Passive Haltung, Angst vor Rivalen, Warteschleifen: Der erfahrene Headhunter Heiner Fischer beschreibt die fünf schlimmsten Fehler von Firmen auf Fachkräfte-Balz.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...769047,00.html
- #20 20.06.2011 19:32 von
Zum Artikel...
...soll man ja hier diskutieren:
Entweder will SPON bewusst den Arbeitsmarkt "schönschreiben" (wann ist hier mal die Rede von gestandenen Fachkräften, die per Leiharbeit ins Luxusprekariat gedrängt werden ?) oder 80% der Artikel zum Thema "Arbeitsmarkt" betreffen nur die 5% Spitzenkräfte, die sich die Stellen mit sechsstelligem Jahresgehalt aussuchen können. - #21 20.06.2011 19:41 von
Titel
Das ist natürlich mal eine statistisch valide Erhebung, die sie da gemacht haben.
Logischerweise erlebt man das auch nicht jeden Tag bei jedem Kollegen, die Mühe nimmt man logischerweise nur für die besonders gesuchten (aus welchem Grund auch immer) auf sich.
Ich habe es im Bekanntenkreis mehrfach erlebt, in verschiedenen Branchen bzw. für verschiedene Arten der Tätigkeit. Und der letzt "sehr gute Bekannte" der das erlebt hat... bin ich selbst.
ALso was will ich damit sagen: Es ist ja schon fast kindlich zu behaupten es gibt etwas nicht, nur weil man es selbst noch nicht (im näheren Umfeld) erlebt hat. - #22 20.06.2011 20:59 von
Das kleine Fritzchen
Willkommen in der Realität. Ich habe erst letzte Woche eine Bewerbung für eine Management Position bei einem der grössten Onlinehändler Global zurückgezogen, da sich die Personalabteilung mehr als 3 Tage Zeit gelassen hat mich über den Ausgang des Interviews zu informieren.
Auch intern lehne ich immer wieder angebotene Positionen ab da sie nicht meinem Karierreziel entsprechen.
Ihr "Klein Fritzchen" - #23 20.06.2011 21:03 von
- #24 21.06.2011 08:36 von
nichts ist nichtssagender als "Key Account Manager"
Das liegt daran, dass Key Account Manager ja auch nichts anderes bedeutet als "Vertreter für Großkunden" und die Bedeutung dieser Funktion ist von Branche zu Branche sicherlich höchst unterschiedlich. Dieser inflationäre Gebrauch von Anglizismen, um den Jobs eine höhere Wertigkeit zu verpassen ist ohnehin nervig. Da wird jeder Vertreter zum "Sales Manager" und ein Techniker zum "Engineer" aufgewertet. Dass es bei dieser Verwässerung schwer fällt Bewerber zu finden, die wirklich passen, ist nicht weiter verwunderlich.
- #25 21.06.2011 08:46 von
können? - sollen!
Was für eine verengung!
JEDER kann sich seinen arbeitgeber aussuchen!
Was man so von schlecker und Consorten hört ... das ist ja nur die Spitze des Eisberges. Ich schätze mal, dass in 8 von 10 Firmen eine Unternehmenskultur herrscht, in der vernunftbegabte Menschen freiwillig nicht arbeiten würden.
Der angebliche Fachkräftemangel ist genauso eine Zeitungsente wie die seit Jahrzehnten geschürte Angststimmung von wegen "Arbeit ist alles".
Wer kam eigentlich auf die bescheuerte Idee, dass Arbeitslosigkeit, gar Hartz4 zu beziehen ein Makel sei?
- Wenn ich mir morgens die Gesichter der Menschen in der Straßenbahn oder in den Autos anschaue, wenn die Leute zur Arbeit fahren, glaubt man, kemand habe ihnen in den Frühstückskaffee gepinkelt und sie treten gerade den Gang in die Folterkammer an.
Wir haben hierzulande eine derartige Unlust-Kultur bei der Arbeit geschaffen, dass genau diese inzwischen fast nirgends mehr erledigt wird.
Dazu wurde eine Geldmaßstabskultur geschaffen, in der Konsum mit Lebensqualität gründlich verwechselt wird.
Braucht das eigentlich irgendein vernunftbegabter Mensch?
Nein, ich kann mir meinen Arbeitgeber nicht aussuchen, ich SOLLte mir meinen Arbeigeber aussuchen, und zwar sehr genau! Und der muss verdammt gute Gründe jenseits von "Gehalt" haben, damit ich meine Lebenszeit lieber mit ihm und seinem Schrunz verbringe, als mit meinen eigenen Interessen, Familie, Freunde, Projekten etc. - #26 21.06.2011 09:59 von
- #27 21.06.2011 10:07 von
Richtig
Ich sehe das auch so: Zu anderen Bewerbern sage ich, dass die Unternehmen sich auch um die Bewerber bewerben. Und sobald man sich selbst so verhält, wird auch mit einem so umgegangen. Damit meine ich nicht Hochnäsigkeit, sondern Kontakt auf Augenhöhe. Wer zum Bewerbungsgespräch geht mit der Attitüde "Ich will nur einen Job", kriegt auch nur einen Job. Wer aber sagt: Ich stelle es mir wie folgt vor, wie ist es bei Ihnen, der kriegt auch etwas, was zumindest ähnlich der eigenen Vorstellung ist. Und im Prinzip unterstreicht das Verhalten die von Ihnen postulierte Attitüde: Wer sich zum Sklaven machen lässt, ist auch Sklave :). Wer sagt eigentlich, dass man einen Job braucht.
Auf der anderen Seite sollte man Arbeit auch den Beigeschmack des "Schlimmen" nehmen. Ich zum Beispiel mache meinen Job gern, sehr gern. Sogar so gern, dass man mir sagt, ich sollte auch mal schauen, wo ich bleibe [ich glaube, da muss ich mir keine Sorgen machen...].
Und ich kann mir auch vorstellen, dass Sie etwas in sich tragen, was Sie gern für andere Menschen machen, was Sie nicht als "Schrunz" bezeichnen würden. Und es sicher Arbeitgeber gibt (hässliches Wort), nenne ich es lieber: Und es sicher Menschen gibt, mit denen Sie gern zusammen arbeiten. Und wenn Sie diese Kombi aus Dingen, die Sie wirklich interessieren zusammen mit Menschen, wo es Ihnen Spaß macht, finden, dann wird es verdammt viel Spaß machen. Das ist sicher nicht Aldi oder Schlecker.... aber ich hoffe, da gehen Sie auch nicht einkaufen? :)
Mein Traum ist eine Ferien-Erlebnis-Öko-Bauernhof, in 10 Jahren. Vorher bin ich noch nicht bereit dafür :).
Gruß, matths - #28 21.06.2011 11:14 von quadraginti
Piesepampel
Mal SPIEGEL-bildlich gesehen:
Man glaubt es kaum, wie piesepampelig Chefs reagieren, wenn man kündigt, weil einem der Laden nicht mehr gefällt.
Habe mich einige mal (zB aus familiären Gründen) in gutem Einvernehmen von der Firma getrennt. Alles ok!
Habe aber auch mehrfach mit großem Tam-Tam die "Brocken hingeschmissen".
Da waren die Chefs zutiefst verstört, platt wie 'ne Briefmarke, und reagierten höchst bösartig. Sowas kannten die nicht.
Fazit: Rauskriegen, wie mit Leuten umgegangen wird, die von sich aus ündigen. Dann kennt man das Betriebsklima.
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