Kaugummis ausspucken oder Zigaretten auf der Straße austreten? In Singapur verboten. Streng, effizient und flott geht es im Ministaat zu. Vier Deutsche erzählen, wie sie dort leben - und warum es gar nicht so einfach ist, mit Banken oder Behörden Schritt zu halten.
http://www.spiegel.de/karriere/ausla...811825,00.html
... außerdem kann mir jeder erzählen, was er will, ein Land, das Todesstrafen so oft verteilt, wie Hausärzte hier Paracetamol, kann einfach nicht super sicher und super sonstwas sein. Man mag mich als paranoid bezeichnen, aber dort hätte ich jeden Tag Angst, dass mir irgendein (Firmen-)Konkurrent oder wer auch immer eine kleine Menge Kokain oder eine andere Droge unterschiebt und zack, wird man aufgehangen. Das tolle an den Drogengesetzen in Asien (und darunter fällt nicht nur Singapur) ist, dass man beweisen muss, dass man gefundene Drogen NICHT selbst mitgenommen hat und wie will man das beweisen, wenn sowas plötzlich im Schreibtisch oder in der Wohnung gefunden wird? Außerdem gilt in Singapur Todesstrafenpflicht ab einer gewissen Menge an Drogen, da gibt es kein Pardon. Ich meine striktes Vorgehen bei Kaugummi-auf-den-Bürgersteig spucken finde ich auch gut und ich bin bei Gott ein gesetzestreuer Mensch aber sorry, ich habe auch schon im Ausland gelebt und 2 Jahre unter Palmen gearbeitet, aber dieses künstliche Horrorszenario braucht doch kein Mensch.
nehem Sie die rosarote Brille ab.
Und ich weigere mich eine mehr oder weniger Großstadt als LAND zu bezeichnen oder bezeichnen zu lassen.
Und schon gar verbietet sich die Verhältnisse dort auf enen durchchnittlich großen Staat mit entsprechender Bevölkerungszahl und seinen herkömmlichen Problemen zu übertragen.
Dei Einwohner leben dort teilweise unter Restriktionen die man anderswo als Diktatur bezeichnen würde je nachdem wie es einem gerade passt.
Ob es falsch oder richtig ist, Menschen unter solchen zu halten, mag jeder anders sehen. Mir persönlich gefällt die Erziehung des Menschen übers Kindesalter hinaus (abgesehen von der körperlichen Züchtigung und der Todesstrafe) aber in Deutschland würde man dann als Kommunist oder gar Stalinist bezeichnet werden.
Aber ich bin mir auch sicher - hinter den Mauern stapelt sich der moralische Werteverfall inkl. Drogenmißbrauch, Prostitution etc.. Da ist von der sauberen Stadt dann nichts mehr zu sehen.
Ich habe selber 10 Jahre in Fernost gelebt und war Dutzende Male auch für länger als 3 Tage in Singapur. Es ist ein Stadtstaat für Leute, die gerne im Warmen wohnen, etwas von Asien sehen, es aber nicht zu exotisch wollen, die nicht allzu kritisch sind und eher weniger reflektieren. Man geht lieber Shoppen als ins Museum oder ins Konzert und man ist stolz darauf, dass die Kinder in die internationale Schule dürfen und man eine Hausangestellte hat. Nach meinen Erfahrungen zieht es nach Singapur eher die zweite oder dritte Reihe, man ist doch eher konservativ und die undemokratische Struktur wird mit Händen und Füssen verteidigt.
China und Japan wäre eher nichts für die Singapore Expats, weil man da ja eine neue Sprache lernen müsste und Hong Kong ist einem dann doch zu laut und zu schmutzig.
Mit der überall gepriesenen Sauberkeit ist es allerdings auch nicht mehr weit her, ich habe noch selten grössere Ratten als in Singapur gesehen, die wenn man auf einer Restaurantterasse speist seelenruhig ihre Runden ziehen. Und wer in einem der grossen Hotels auf der Orchardstreet nächtigt, der muss sich nach Einbruch der Dunkelheit sehr häufig aufdringlicher Prostituierter erwehren, die vor dem Eingang Spalier stehen.
Singapur zählt für mich gemeinsam mit Dubai zu den langweiligsten und ödesten Zielen in Asien, wer es allerdings blutleer und vermeintlich "sicher" liebt, der wird dort gut aufgehoben sein.
Nach dem leichtgewichtigen Artikel und einigen ebensolchen Antworten (Zustimmung und Ablehnung, beide Richtungen) vielleicht einmal eine Quelle mit einem differenzierteren Blick. Schon aelter, dafuer mit Informationen aus erster Hand in Gestalt der Gedanken des sehr interessanten ehemaligen leaders des Stadtstaates, Harry Lee Kuan Yew.
Lands of Charm and Cruelty: Travels in Southeast Asia:
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Wunderbar multikulturell, im Gegensatz zu D, dass will uns der Artikel in dominanter Deutlichkeit vermitteln. Wer sagt das? Die, die selbst die Exoten, nämlich die Deutschen sind. Überall so asiatisch hier, welch Wunder. Aber ich will nicht verkennen das auch andere Nationen dort zu finden sind.
Was man aber nicht findet, sind Zuwanderer, die als Analphabeten die kulturelle Identität Singapurs dominieren und in eine religiöse Monokultur zu wandeln suchen. Auch Kriminalitäts-und Sozialstatistiken werden nicht in dieser Form belastet.
Zu alles so schön sauber und sicher hier, gehört auch, dass man solche Störenfriede konsequent ausweist bzw. gar nicht erst einreisen lässt und erst Recht nicht fürstlich aus Sozialkassen belohnt. Mehrer Millionen hier Zugewanderter, säßen in Singapur im Knast oder wären ausgewiesen. Das haben Sie vergessen zu schreiben.
Wenn alles Gut ist, weil man sich Probleme vom Hals hält, dann ist gut multikulturell sein, ist D auch, ausserhalb dieses Problems.
Da hat SPON natürlich die richtigen "Singaporis" ausgewählt. Auch im mittleren Management deutscher Unternehmen treffe ich zunehmend auf Leute, die voll Bewunderung von Singapore (und vorgehaltener Hand von China) reden. Was sind schon Dinge wie persönliche Freiheit, Recht auf abweichene Meinung und deren ARTIKULATION, Diskussionskultur etc. wenn es nur EFFIZIENT zugeht? Singapore ist eine Art gewählte Diktatur mit stark paternalisitischen Zügen, stark eingeschränktem Demonstrationsrecht, autoritärer Polizei etc. Auch noch so saubere Strassen, effiziente U-Bahnen und kulinarische Genüsse können mich da nicht überzeugen. Bin jedesmal froh, wenn ich Changi Richtung Australien/NZ hinter mir lasse.