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Arbeiten in der Paketbranche: "Sklavenbedingungen wie im Mittelalter"

RTLSchuften bis zum Umfallen für einen Hungerlohn, so beschreibt Günter Wallraff die Arbeitsbedingungen beim Paketzusteller GLS. Gewerkschafter sind wenig überrascht: In der Paketbranche würden Mitarbeiter seit langem systematisch ausgebeutet. Mehr als die Hälfte der Zusteller arbeite zu Sklavenbedingungen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...836276,00.html
  1. #10

    Na und...

    interessiert das irgend Jemand von politischer, staatlicher oder auch übrigens Gewerkschaftsseite ?
    Alles bekannt und nicht nur bei GLS so - trotz Vorschriften gegen die Scheinselbständigkeit etc. ... Solange die öffentlich Hand es vormacht und -lebt, dass nur billigst toll und erfolgversprechend ist, kann diese ja schlecht dagegen vorgehen - und volkswirtschaftliches Denken, dass alles miteinander zusammenhängt, ist ja u.a. definitiv nicht Einstellungs- oder Wählbarkeitsvoraussetzung. Aber eben - irgend Jemand hat Diejenigen gewählt von deren Politik dies u.a. Folge ist und insofern kein Mitleid - jedes Volk hat die Regierung, die es verdient... /Diejenigen, die zu klug sind, sich in der Politik zu engagieren, werden dadurch bestraft, dass sie von Leuten regiert werden, die dümmer sind als sie selbst.
  2. #11

    jepp

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schuften bis zum Umfallen für einen Hungerlohn, so beschreibt Günter Wallraff die Arbeitsbedingungen beim Paketzusteller GLS. Gewerkschafter sind wenig überrascht: In der Paketbranche würden Mitarbeiter seit langem systematisch ausgebeutet. Mehr als die Hälfte der Zusteller arbeite zu Sklavenbedingungen.

    Nach Wallraff-Reportage: Gewerkschaft Ver.di kritisiert Paketbranche - SPIEGEL ONLINE
    Die Post ist auch das einzige Unternehmen, bei dem die Zustellung ordentlich funktioniert:Nämlich nach Hause, in die Paketstation oder im "schlimmsten" Fall in die Postfiliale um die Ecke.

    Bei allen anderen Unternehmen, muss man der Sendung hinterherrennen, sobald man mal nicht zu Hause ist. Für die arbeitende Bevölkerung kann man das mit immer gleichsetzen. Bequatschen des Nachbarn (der Schichtdienst arbeitet und den ich dann aus dem Schlaf klingeln muss) bis er es nimmt, kommentarlos abstellen, Abgabe bei der Chinesen-Mafia um die Ecke ... oder GLS im Military-Nazi-Shop fünf Straße weiter ... yay... danke. Zweitzustellungen nicht mit Terminvereinbarung möglich und am Wochenende sowieso nicht, dafür wildes Umleiten in irgendwelche Shops am anderen Ende der Stadt (dpd). Abholung am Zentrallager am Flughafen (30km entfernt) möglich (Hermes).

    Viele Gründe warum ich ausschließlich mit dhl versende und hermes/GLS/dpd-Versender vermeide und dafür gerne draufzahle.

    UPS ist privat auch schwierig aber die stellen wenigstens direkt an den Arbeitsplatz zu, sodass die Sendung dann doch zu einem kommt, statt irgendwo anders hin.
  3. #12

    ...

    Zitat von ganta Beitrag anzeigen
    Ja und das alles haben wir Hartz4 zu verdanken. Hat die SPD mal wieder super gemacht. Ich frag mich echt, wie die noch auf 27% kommen können, bei dem Bockmist den die immer machen.
    Ich habe vor einiger Zeit mit einem SPD-Wähler gesprochen. Auf die Frage, warum er SPD wählt, viel im erst mal nichts ein. Nach einigem Überlegen meinte er, es wäre halt Tradition. Schon sein Vater und Großvater hätten SPD gewählt. Darum wählt er die auch...
  4. #13

    Eigentlich...

    Zitat von ganta Beitrag anzeigen
    Ja und das alles haben wir Hartz4 zu verdanken. Hat die SPD mal wieder super gemacht. Ich frag mich echt, wie die noch auf 27% kommen können, bei dem Bockmist den die immer machen. Union ist auch net viel besser aber so krass treiben sie es dann auch wieder nicht.
    ...eher der sogenannten Globalisierung.

    Ansonsten sind das alles recht alte Hüte. Weg von den Angestellten hin zu Subunternehmern. Die nehmen, damit sich das lohnt, mehr als eine Tour und müssen dafür Leute für noch weniger Geld beschäftigen.

    Mit der Bezahlung nach Paketen statt nach Stunden ist man komplett gekniffen wenn mal ein LKW Verspätung hat, Stau ist oder Schnee liegt. Da sinkt der (virtuelle) Lohn schnell unter 5€/h.

    Und das bei körperlich anspruchsvoller Arbeit mit permanentem Zeitdruck. Ich möchts nicht machen.
  5. #14

    Zitat von kioto Beitrag anzeigen
    Hallo,
    Das gefeierte Ende des Postmonolpols hat natürlich mehrere Schattenseiten.

    mfg Kioto
    Abwesenheit von Wettbewerb hat immer mehr Schattenseiten.
    Aber dass die Post sich über Jahrzehnte von subventionierter Monopolstellung auch im Übergang zum Wettbewerb einen Riesenvorsprung mit rüber gerettet hat - der jetzt mit Dumping bei den Mitarbeitern eingeholt werden muss - stimmt wahrscheinlich.

    Nur ist das eine Schattenseite des Monopols über Jahrzehnte - und nicht die Abschaffung des Monopols.
  6. #15

    Ich bin auch nicht überrascht.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schuften bis zum Umfallen für einen Hungerlohn, so beschreibt Günter Wallraff die Arbeitsbedingungen beim Paketzusteller GLS. Gewerkschafter sind wenig überrascht: In der Paketbranche würden Mitarbeiter seit langem systematisch ausgebeutet. Mehr als die Hälfte der Zusteller arbeite zu Sklavenbedingungen.

    Nach Wallraff-Reportage: Gewerkschaft Ver.di kritisiert Paketbranche - SPIEGEL ONLINE
    Klar, wenn Hr. Wallraff ermittelt, wird es ein medialer Renner.
    Kleine Momentaufnahme aus der Realität hier zu Lande:
    Vor wenigen Jahren erzählte mir eine Bekannte, die beim Jobcenter "Kundin" war, von den "Maßnahmen", die dort zur Wiedereingliederung führen sollten.
    Sie landete irgendwann bei einem "Süßgetränkehersteller", der in einer riesigen Anlage und sehr, sehr erfolgreich sein taurinhaltiges Produkt in Alu-Dosen (die man praktisch überall in der Landschaft und neben Strassen findet) abfüllt, chargiert, versendet und zu unglaublichen Preisen unters Volk bringt. So erfolgreich, dass der Chief u.a. einen ebenfalls sehr erfolgreichen Rennstall in der F1-Klasse betreiben kann.
    Für harte körperliche Arbeit bei Verpackung & Lagerung der Getränkegebinde wurde ein Lohn von gut 5 Euro bezahlt. Das wären dann ca. 800 Euro p.m.
    Damit zählt man praktisch zu den working poors.
    Bzw. könnte man sagen: Das ist definitiv Sklavenarbeit, denn mit diesem Einkommen kann hier zu Lande niemand eine Wohnung mieten und gleichzeitig den Lebensunterhalt bestreiten. Überlebt wird nur mit dem Miet-Zuschuss seitens der Landesregierung...
    Aber gegen mögliche Vorwürfe wegen Dumping-Löhnen ist vorgesorgt:
    Diese Arbeitnehmer sind vornehmlich geleast, den Schwarzen Peter haben in dem Fall wohl die Personal-Leasing-Fuzzis...und die sind ja die ohnehin üblichen Verdächtigen.
    Also von wegen nur die Paketbranche.
  7. #16

    GLS/DPD etc.? Nicht wenn ich's vermeiden kann

    Zitat von silberstern Beitrag anzeigen
    Viele Gründe warum ich ausschließlich mit dhl versende und hermes/GLS/dpd-Versender vermeide und dafür gerne draufzahle.
    Mache ich, als "Vielbesteller", genauso. Die 1-2 Euro Einsparung bei nicht-DHL Versendern ist mir die 50% "Ärgerquote" bei allen anderen einfach nicht Wert, mir ist einfach meine Zeit zu schade bei diesen Anbietern meinen Sendungen hinterherzuhecheln. Wer nicht via DHL zu versenden bereit ist - am Besten noch an Packstation - hat mich als Kunde verloren.

    Dazu kommt auch noch das Personal: unfreundlich bis unverschämt, dazu oft kaum in der Lage sich auf deutsch auszudrücken oder auch nur den Prozessen zu folgen (Lieferungsnummer auf dem Abholschein usw.).

    Ich habe in der Vergangenheit schon den Empfang von via nicht-DHL versendeten Paketen aus Prinzip abgelehnt, und mir ist unverständlich wieso man als Versender überhaupt mit diesen Anbietern zusammenarbeitet.
  8. #17

    Zitat von kioto Beitrag anzeigen
    Hallo,
    Das gefeierte Ende des Postmonolpols hat natürlich mehrere Schattenseiten.
    Abgesehen von Großkunden, hat der normale Kunde wenig Voreile, manchmal sogar, wie abgelegen wohnende sogar Nachteile.
    Das sehe ich nicht so. Ich kann mich noch dunkel erinnern,wie es war, als Pakete nur von der Post transportiert wurden : Nörgelige Beamten hinterm Postschalter, die jeden Kunden als Belästigung sahen und Paketlaufzeiten im Wochenbereich. Aus Kundensicht hat sich da einiges Verbessert, was natürlich auch an den technischen Möglichkeiten unserer Zeit liegt. Aber ohne Konkurrenz wäre die Träge Beamtenpost sicherlich noch lange nicht bei dem Service angelangt, den sie heute bietet (bieten muß).

    Bei der Telekom, ehemals deutsche Bundespost genau das gleiche. Wo wären wohl Preise und technische Möglichkeiten ohne das gefallene Staatsmonopol ?
  9. #18

    ...

    Es ist immer das Gleiche, diejenigen, die wirklich Leistung bringen (in diesem Fall die Paketzusteller) werden mit einem Hungerlohn abgespeist, weil diejenigen, die leistungslos Vermögen anhäufen von der gewählten Politik als Leistungsträger anerkannt und unterstützt werden mit immer weiteren Möglichkeiten das System auszunutzen. Erfüllungsgehilfen findet sich für Ausbeutung komischerweise immer!!

    Unverständlich, dass nicht sofort Maßnahmen eingeleitet werden die Sachstände von zuständigen Stellen (Zoll, Staatsanwaltschaft) untersuchen zu lassen --> illegale Mitarbeiterüberlassung, Verstöße gegen Arbeitszeitgesetze, Sittenwidrige Zustände, etc. wurden in der Reportage ja eindeutig offenbar.

    Volkswirtschaftlich rennen wir gesamt gesehen schön gegen die Wand, hauptsache Betriebswirtschaftlich ist alles im reinen und einige Unternehmen haben Milliarden Gewinne, die an die Eigentümer verteilt werden können.
    Mittlerweile ist der Angestellte wieder der größte Feind der Unternehmer, bzw. deren Interessenvertretern!!!!
  10. #19

    Zitat von gonzago.mabuse Beitrag anzeigen
    Mache ich, als "Vielbesteller", genauso. Die 1-2 Euro Einsparung bei nicht-DHL Versendern ist mir die 50% "Ärgerquote" bei allen anderen einfach nicht Wert, mir ist einfach meine Zeit zu schade bei diesen Anbietern meinen Sendungen hinterherzuhecheln. Wer nicht via DHL zu versenden bereit ist - am Besten noch an Packstation - hat mich als Kunde verloren.

    Dazu kommt auch noch das Personal: unfreundlich bis unverschämt, dazu oft kaum in der Lage sich auf deutsch auszudrücken oder auch nur den Prozessen zu folgen (Lieferungsnummer auf dem Abholschein usw.).

    Ich habe in der Vergangenheit schon den Empfang von via nicht-DHL versendeten Paketen aus Prinzip abgelehnt, und mir ist unverständlich wieso man als Versender überhaupt mit diesen Anbietern zusammenarbeitet.
    Ich versende mit Hermes, und ich bekomme auch einiges per Hermes, und ich hatte in beiden Fällen (fast) noch nie Probleme, unfreundlich war auch noch keiner. Warum ich mit Hermes Versende ? Weil die Preisgestaltung einfacher und oft auch billiger ist. Bei DHL muß ich mir bei schweren Paketen immer den Kopf zerbrechen, ob ich gerade noch in die eine oder schon die andere Gewichtsklasse falle. Ist das Paket mal 200 Gramm zu schwer, kann ich es wieder nach Hause schleppen und neu frankieren. Bei Hermes hingegen zählen nur die Maße, Gewicht geht immer bis 25 kg, und das merkt man bin den Armen, wenn man es überschritten hat.

    Und das gejammer vieler über die Zusteller, die angeblich immer dann kommen, wenn man nicht Zuhause ist kann ich auch nicht mehr lesen. Wer nie da ist, darf halt nichts per Post bestellen, fertig. Müßt ihr halt Samstag früh in die Kaufhäuser fahren und einkaufen wie anno dunnemal. Oder euch den Kram auf die Arbeitsstelle liefern lassen, da seit ihr doch angeblich den ganzen tag.
    Im Artikel stand doch schon, was für einen Hungerlohn die meisten Zusteller verdienen, und dazu sollen die auch noch 24-Stunden-Expresslieferservice mit 20 Zustellversuchen bieten oder wie ? Ich bin mir sicher, würde mal ein Zusteller Abends um 21:00 Uhr liefern, wenn der fleißige Angestellte mal zuhause ist, wäre es vielen auch wieder nicht recht so spät noch gestört zu werden.








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