Forum


 

Anzeige wegen Hochverrats: Grieche klagt gegen Griechenhilfe

Dimitris Antoniou hat die Griechenlands gesamte politische Führungsschicht angezeigt. Ihre Zustimmung zu Reformen im Gegenzug für Finanzhilfen hält der Chirurg für Hochverrat und "Versklavung". Solche Thesen stoßen im Land auf wachsende Zustimmung.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...791271,00.html
  1. #90

    danke

    Zitat von brux Beitrag anzeigen
    Merkwürdiger Typ.
    Einerseits erkennt er wohl, dass es die Griechen selbst sind, die ihr Land zugrunde richten. Wer darüber mehr lesen will, ist hier gut und abschliessend bedient:

    http://www.vanityfair.com/business/f...g-bonds-201010
    Warnung: Nach diesem Artikel ist die Bereitschaft eines normalen Menschen, den Griechen zu helfen, gleich Null.
    Vielen Dank für den Link, ich hatte diesen brillianten Artikel vor Monaten gelesen, und leider nicht mehr gefunden. Vor allem die völlig vor die Hunde gegangene Solidarität im Volk und die daraus resultierende Abschieberei aller Medaillen-Kehrseiten auf Sündenböcke beschreiben das fatale Problem sehr gut.
  2. #91

    hmm...

    Zitat von be1ua Beitrag anzeigen
    Schaut Euch mal das Wirtschaftswachstum in der Türkei an. So was gibt es in der ganzen EU nicht. Also macht Griechenland zu einer türkischen Provinz und der Laden dort unten kommt wieder in Gang.Anders nicht.
    Oooh, das ist wirklich das Reizwort, das jeden Griechen schäumend auf die Palme bringt. Vor Jahren hatte ich gesehen, dass Camel auf den Zigarettenpackungen Turkish and American Blend durch Greek and American Blend ersetzt hatte, weil der historisch bedingte riesige Türkenhass in Griechenland die Glimmstengel sonst zu Ladenhütern gemacht hätte.
  3. #92

    Tja,

    Zitat von Blaustein Beitrag anzeigen
    ...Griechenland o h n e Deutschland machen?
    so langsam denke ich, die Politiker sollten es mal ausprobieren. Die Griechen wollen die deutsche Hilfe nicht und ich denke, immer weniger Deutsche wollen den Griechen helfen. Ich jedenfalls bekomme langsam das kalte Kotzen, wenn ich die Jammer-Griechen sehe, die nur noch auf die Straße gehen und die beleidigte Leberwurst spielen. Weiß eigentlich jemand, wieviel die Pläne der Regierung (z. B. zusätzliche Immobiliensteuer) bisher eingebracht (oder gekostet) haben?
  4. #93

    Bravo!

    So eine Klage könnten wir hier in Deutschland auch gebrauchen!
    Nachdem die Banken heute bekannt gegeben haben, dass die Spareinlagen KEINESWEGS SICHER sind, sondern ganz im Gegenteil immer unsicherer werden.
    Ich erinnere mich noch an das Merkel im August in der ARD, die wieder einmal die Sparer beschwor, dass die Sparguthaben SICHER seien.
    Wir leben in einer Bananen-Republik, aber merken tun es erst ein paar wenige.
  5. #94

    Naiv

    Zitat von Blaustein Beitrag anzeigen
    ...Griechenland o h n e Deutschland machen?
    Ihre Frage empfinde ich als naiv. Sie müssten ausserdem diese Frage ausweiten auf viele Länder Europas, Länder, die alle existiert haben in den letzten Jahrhunderten. Die Südländer empfinden eine gefühlte und reale Verschlechterung ihres Landes seit dem Euro Zwang und der abgeschafften Demokratie in der EU Verwaltung.
  6. #95

    Horst Reichenbach?

    Da wird man aber hellhörig. Er war doch der Generaldirektor für Personal und Verwaltung inder EU Kommission, der den EU-Buchhalter Paul van Buitenen nachdrücklich davor gewarnt hat, sein Buch „Unbestechlich für Europa“ zu veröffentlichen! Damit hat dieser die Betrügereien innerhalb der EU Kommission ans Licht gebracht. Als Folge musste die gesamte Kommission zurücktreten.

    In dem gen. Buch veröffentlicht P. v. Buitenen auf S. 293 seine

    „Memo z. Hd. Herrn Horst Reichenbach
    ...

    Brüssel, 8. Oktober 1999; Betr.: Genehmigung zur Veröffentlichung eines Buches, heutiges Treffen mit Ihren Diensten

    Im Anschluß an Ihr Memo vom 7. Oktober, das ich gestern abend zu Hause per E-Mail erhielt und in dem Sie mich informierten, mein Buch enthalte Behauptungen, mit denen ich mich der Gefahr einer Schadenersatzklage aussetze, habe ich mich mit Ihren Diensten getroffen, wie Sie es mir dringend geraten haben.

    Dieses Treffen hat heute um 14:00 Uhr in X stattgefunden. Anwesend waren außer mir Herr X vom juristischen Dienst der Kommission und Herr X sowie Herr X von der Abteilung, die sich mit Disziplinarfragen in der Kommission befasst.

    Im Verlauf der Sitzung bin ich darüber informiert worden, dass mich nach der Veröffentlichung meines Buches am Montag eine Reihe von Beamten der Kommission gerichtlich belangen wollen. Sie werden dabei von der Kommission mit beträchtlichen finanziellen Mitteln unterstützt werden (gemäß Art. 24 des Personalstatuts). Als Beispiele nannte man mir etwa zehn verschiedene Textstellen, aufgrund derer man juristisch gegen mich vorgehen könne. Man erinnerte mich auch an den Fall von Herrn X, der nach der Veröffentlichung seines Buches die Kommission hatte verlassen müssen. Man forderte mich auf, mein Buch nicht im jetzigen Zustand zu veröffentlichen. Ich erlebte diese Begegnung als sehr einschüchternd.
    ...
    Paul von Buitenen“

    Er hat das Buch trotzdem veröffentlicht. Als Folge musste die gesamte Kommission zurücktreten. Trotz seines mutigen Einsatzes gegen die herrschende Korruption – was im Sinne der EU-Bürger war – musste er (im Gegensatz zu „korrupten“ Beamten) ein Disziplinarverfahren über sich ergehen lassen, sein Gehalt wurde gekürzt und er wurde vom Dienst suspendiert.

    Nach seiner Wiedereinstellung musste er feststellen, dass sich nicht viel geändert hatte. In seinem folgenden Buch „Korruptionskrieg in Brüssel“ beschreibt er den „unkontrollierbaren europäischen Machtapparat“ und gibt Beispiele, wie man mit Beamten umgeht, die Widerstand leisten und sich gegen interne Unregelmäßigkeiten, Geldverschwendung bei Millionenprojekten als auch gegen strukturelle Fehler in der Verwaltung der EU-Kommission auflehnen. Er gibt Hinweise auf gesteuerte Geldströme, Verwicklungen von Politikern, den Einfluss geheimer Logen und sogar die Beteiligung an organisierten Verbrechen.

    H. Reichenbach wurde offensichtl. nicht von seinem Dienst suspendiert und hat weiter „Karriere gemacht“.

    Dass er jetzt sogar zum Leiter der Griechenland Task Force ernannt wurde, stimmt mehr als nachdenklich. Die Mentalität seiner Kommission weist doch verblüffend viele Ähnlichkeiten mit der griech. Verwaltungs- und Politikermentalität auf. Ob das mal gut geht!

    Wie war das noch, mit dem Bock, den man zum Gärtner macht?

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitr...riechenland%22

    http://www.wiwo.de/politik-weltwirts...retten-483043/
  7. #96

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Dimitris Antoniou hat die Griechenlands gesamte politische Führungsschicht angezeigt. Ihre Zustimmung zu Reformen im Gegenzug für Finanzhilfen hält der Chirurg für Hochverrat und "Versklavung". Solche Thesen stoßen im Land auf wachsende Zustimmung.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...791271,00.html
    Viel Glück beim Klagen. Vielleicht sollten wir es hier auch tun, so oft wie Frau Merkel und ihre Bande gegen alle Absprachen und Gesetze was den Euro angeht verstoßen haben. Aber unsere nach Parteienproporz ernannten Verfassungsrichter haben ja nichts dagegen oder biegen für ihre Gönner die Gesetzeslage schon so hin, das es passt.
  8. #97

    failed state

    Zitat von brux Beitrag anzeigen

    http://www.vanityfair.com/business/f...g-bonds-201010

    Warnung: Nach diesem Artikel ist die Bereitschaft eines normalen Menschen, den Griechen zu helfen, gleich Null.
    Wenn das alles so stimmt in dem Artikel, dann ist Griechenland ein failed state.
  9. #98

    Griechischer "Entwicklungs"-Prozess

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Dimitris Antoniou hat die Griechenlands gesamte politische Führungsschicht angezeigt. Ihre Zustimmung zu Reformen im Gegenzug für Finanzhilfen hält der Chirurg für Hochverrat und "Versklavung". Solche Thesen stoßen im Land auf wachsende Zustimmung.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...791271,00.html
    Ich habe gelernt, dass jedes Übel nur effektiv an seiner Wurzel verändert werden kann. Wie wäre es darum, wenn der klagefreundliche Dimitris Antoniou viele seiner eigenen Landsleute und auch manche in Griechenland tätigen europäischen Firmen wegen Betruges und permanenter Steuerhinterziehung anzeigen würde? Wenn dann noch die entsprechenden Gerichte ihre Arbeit leisteten, könnte Griechenland seine nötigen Aufgaben lösen und seine Schulden zum größten Teil bezahlen.
  10. #99

    Warnende

    Zitat von Silverhair Beitrag anzeigen
    Inzwischen haben Landauf land ab alle relevanten Politiker zugegegen das man sehr wohl um die desolate Haushaltslage von Gr. wußte, man aber politisch Griechenland einbinden wollte - sogar die EU-Kommission war eingeweiht, und Ackermann und Co. mit Sicherheit ebenso.
    Man kann also maximal von einem Täuschungsmanöver der dt. u.EU-Politiker gegen ihre Bürger reden - da wurde im gegenseitigen Einverständis gefälscht und Getäuscht!
    und kritische Stimmen gab's, sowohl aus der EZB heraus als auch der CDU/CSU. Sie wurden nicht gehört.
    Eurostat hat bei der Prüfung der eingereichten gefälschten Zahlen geschlampt; verlässlichere Daten wären leicht zu bekommen gewesen:
    In allen Jahren von 1997 bis 2003 hatte z.B. die griechische Zentralbank stets die korrekte Verschuldung der Athener Regierung in ihren Jahresberichten aufgelistet.
    Die Berichte hat in Brüssel offenbar keiner gelesen.

    Geschickt und listig nutzten die Griechen geltendes Recht aus. Wenn Eurostat zwar auch die Vorgaben gibt, wie die Zahlen zu berechnen sind, so ist dann jedoch mit den Angaben zu arbeiten, die aus den Mitgliedsländern gemeldet werden.
    Eine Überprüfung der Zahlen durch die europ. Statistiker ist nicht wirklich vorgesehen. Deshalb konnte die damalige griech. Regierung offenbar auch ungehindert Militärausgaben aus ihren Berechnungen heraushalten oder Mittel aus dem EU-Strukturfonds und andere Fördergelder falsch auflisten.

    Ja, politisch gewollt, so nach dem Motto: Die griech. Wirtschaft ist kleiner als die Hessens, es wird schon gut gehen.

    Spätestens seit 2004 jedoch war das griech. Fakelaki absolut unübersehbar und vor allem nicht mehr zu verbergen od. schön zu reden.
    Das Rad lässt sich zwar nicht zurückdrehen, doch muss die Frage gestattet sein, warum diesem Land/diesen dynastischen Regierungen dennoch weitere sechs Jahre Zeit und Geld geschenkt wurden, das Schuldendesaster gleichermaßen in so unsägliche Höhen wie die Steuerhinterziehungen zu treiben.

    Und in solche EU- und Polit-Versager sowie in die EU und die gemeinsame Währungsunion als solche sollten Bürger und Steuerzahler noch Vertrauen haben?
    Davon abgesehen brauchen die Griechen auf ihr Fakelaki nicht auch noch stolz zu sein, jegliche Schuld an der Pleite dieses Landes von sich weisen und sie anderen Ländern/Regierungen in die Schuhe schieben, bevorzugt anscheinend den Deutschen.


TOP



TOP