Zitat von
donadoni
Die einheimischen DDR-Bediensteten wurden, soweit sie dem damaligen System nahestanden, STASI-Angehörige oder IM´s von Mielke waren, entlassen. Die nicht belasteten Bediensteten waren nur Mitläufer, also vorher nicht brauchbar für Führungsaufgaben.
Aus dem Westen kam die dritte Garde. Die erste Garde ließ man gar nicht gehen, die zweite Garde hoffte auf Führungsposten daheim, was in den Osten ging, war die dritte Garde und Paradiesvögel, Abenteurer und finanziell Klamme. Geld gab es in den ersten Jahren als "Buschzulage" reichlich.
Was sollte unter diesen Bedingungen zustande kommen?
Und wer das beklagt, der hätte selbst als "Aufbauhelfer" in den Osten gehen können. Die wenigsten aus der BRD waren hierzu bereit, schon aus familiären Gründen.
Bis Mitte der 90er Jahre gab es im Osten Wohnungsnot, Plattenbauten, die Infrastruktur war marode, d. h. die Lebensqualität im Beitrittsgebiet war für Westverhältnisse katastrophal.
Ich kann das beurteilen, da ich selbst Aufbauhelfer im Osten war, wenn man so will, auch "dritte Garde", aber jung, frank und frei und Abenteurer. Der ledige Roewer als Paradiesvogel erscheint mir mit seiner Vita geradezu
der typische Aufbauhelfer gewesen zu sein, in dem ich mich auch teilweise wieder erkenne. Es ging auch und vor allem um Geld, das einem damals nachgeworfen wurde. Das war politisch so gewollt.
Man muss die Situation vor 20 Jahren nicht mit heutigen Maßstäben beurteilen. Es war eine Ausnahmesituation.