Dies zeigt mal wieder, was hinter der Mär vom Facharbeitermangel steckt. Wenn Firmen zuwenig junge Leute ausbilden und ältere Mitarbeiter in den Vorruhestand schicken, braucht man keine Billig-Lohnkräfte aus dem Ausland anwerben.
Getty ImagesSchwäbisch Hall warb in portugiesischen Medien um Fachkräfte und wurde mit 15.000 Bewerbungen überschwemmt. Ein halbes Jahr später ist die Bilanz mager: Die Betriebe haben nur 26 Portugiesen eingestellt, mehr Kellner als Techniker. Die besten Chancen hatte, wer spontan anreiste.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...847380,00.html
Dies zeigt mal wieder, was hinter der Mär vom Facharbeitermangel steckt. Wenn Firmen zuwenig junge Leute ausbilden und ältere Mitarbeiter in den Vorruhestand schicken, braucht man keine Billig-Lohnkräfte aus dem Ausland anwerben.
Leider ist ihre Antwort nur von populistischer Natur, da weiß man gar nicht was man zuerst korrigieren soll. Den Großteil der Arbeitsplätze in Deutschland stellen kleine und mittlere Unternehmen, bei denen die Zahl der Mitarbeiter je nach Auftragslage schwankt. Sind es gar neue Unternehmen, wachsen diese meist überproportional schnell. Eine Ausbildung dauert mehrere Jahre. Außerdem gibt es in Deutschland eine Verteilung von wirtschaftlichen Zentren, besonders im Süden. Diese Zentren brauchen einen höheren Anteil an Fachkräften als in anderen Regionen Deutschlands, deswegen besteht bei diesen ein Mangel. Dank der guten wirtschaftlichen Lage bilden die meisten Betriebe aus und schicken auch weniger Menschen in den Vorruhestand, da sich hier auch die gesetzlichen Regelungen zur Rente geändert haben.
Das ist eine Blamage und enthüllt das ganze 'händeringende' Geschrei nach Fachkräften als das was es ist: Heiße Luft! Diese 26 Leute hätten sie bei uns auch bekommen für einen Billig-Lohn. Da braucht es keine Anwerbeaktion, die 15.000 Bewerbungen bringt. Die Kosten sollte man den Klitschen in Rechnung stellen, die die ca. 20 Kellner (überwiegend!) eingestellt haben.
Die Bermerkung, zum Zug wäre gekommen, wer schnell zur Verfügung stand, d.h. sich auf eigene Kosten in den Flieger gesetzt hat, um in S' Hall anzutanzen und dort eine befristete Stelle anzutreten, zeigt, daß es gar nicht um die Auswahl qualifizierter Bewerber ging.
Ist den Behörden, allen voran den Arbeitsagenturen, nicht klar, wie man Personal anwirbt. Nicht mit dem Gießkannenprinzip, sondern gezielt, von der Nachfrage her. Da hätten sie die sog. Mittelständler mal vorher fragen sollen, welchen Bedarf sie haben. 95% hätten geantwortet: Portugiesen? Nein, danke. Das sind doch Südländer, die sind doch faul und wollen mittags Siesta machen.
Ich kenne einige dieser Firmen in dieser Gegend. Das sind im techn. Bereich (Maschinenbau) alte schwäbische eingesessene Traditionsunternehmen. Denen schweben ganz andere Bewerber vor: Techniker, max. Dipl.-Ing (FH) , deutsch, mehrsprachig, die sie für wenig Geld bei der Konkurrenz abwerben können. Portugiesen Fehlanzeige.
... haben sich eben Firmen und A-Agentur zu leicht gemacht. 15.000 Bewerbungen reinzubaggern ohne den Bedarf überhaupt nach Fachbereichen zu kennen, ist einfach das Dümmste was man machen konnte. Wer sind denn da die Verantwortlichen, die so einen Mist bauen? Wenn sie wenigsten 500 echte Fachkräfte gebraucht hätten, aber vielleicht 20 Kellner überwiegend?! Da ist ein Witz. Kellner ist außerdem keine Fachkraft, das ist ein Anlern-Job, ein Aushilfsjob. Braucht der Wirt schon keine Ausbildung, wird er sich kaum einen Dr. Dipl.-Gastronomen oder Hotelfachwirt einstellen.
... sondern ich wollte die Denkweise dieser sog. Mittelständler kennzeichnen. Sie sollten genau lesen! Man hat auch keine 15.000 Kellner angeworben, sondern Fachkräfte aus verschiedenen Branchen.
Und dann hat sich herausgestellt, daß man eigentlich nur ein Dutzend Kellner brauchte. Die waren sicher dabei bei den 15.000. Man hat aber mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
Wieso haben sich dort nur 5 Deutsche aus anderen Gebieten beworben ? Weil sich in S Hall Fuchs und Hase Gute Nacht sagen und kein qualifizierter Mitarbeiter ins engstirnige Schwaben mit seinen von Inzucht geplagten Bewohnern möchte. Hut ab vor den 15.000 Bewerbern aus Portugal, aber seid froh, dass ihr euch dies nicht antun müsst.